Wohnen im Studentenwohnheim: Vor- und Nachteile

Die eigene Wohnung ist ein Traum, den sich viele Studenten nicht leisten können. Pendeln kommt aus zeitlichen Gründen nicht infrage. Studentenwohnheime sind eine bezahlbare Alternative. In diesem Artikel erfährst du die Vor- und Nachteile dieser Wohnform.

Faire Mietpreise

Es ist ein Vorurteil, das in den meisten Fällen der Wahrheit entspricht: Studenten haben wenig Geld und müssen sparen, wo es nur geht. Da die Hochschulzeit einen wichtigen Lebensabschnitt bildet, sollten die Ersparnisse in Bildung oder Kultur fließen – und nicht in überhöhte Mietpreise!

Als Student solltest du ungefähr 150 bis 300 Euro für ein Zimmer in einem Studentenwohnheim einplanen. Der Preis hängt davon ab, wie viel Quadratmeter Fläche du benötigst und ob du deine eigenen Möbel mitbringen möchtest. Ein möbliertes Zimmer ist mit einem Bett, Regal, Schreibtisch und Stuhl ausgestattet. In einigen Hochschulen gibt es sogar freie Apartments inklusive Bad und Küche. Das ist eine Besonderheit, da das Studentenwohnheim als Wohngemeinschaft ausgelegt ist.

Je weniger Personen, desto höher die Miete.

Du sparst viel Geld, da du dir keine neuen Möbel kaufen musst. Das ist eine tolle Sache, da du ohne größeren Aufwand umziehen kannst. Allerdings gehören Bettwäsche, Drucker, Fernseher und Handtücher nicht zur Standardausstattung dazu.

Gehobene Ausstattung – Fehlanzeige!

Nicht jedem gefällt die Ausstattung im Studentenwohnheim. Unbequeme Möbel und tropfende Wasserhähne sind keine Seltenheit. Bevor du den Vertrag unterschreibst, solltest du dir das Zimmer kurz ansehen. Manchmal besteht die Möglichkeit, sich für ein anderes Wohnheim zu entscheiden. Überlege dir diese Entscheidung genau und erkundige dich in sozialen Netzwerken nach der besten Wohnlage.

Erstsemester: Freunde finden

Wer in eine fremde Stadt zieht, muss erst einmal Anschluss finden. Jüngere Studenten fürchten sich vor diesem Lebensabschnitt. Sie kennen niemanden und müssen die Herausforderungen alleine meistern. Wer in einem Studentenwohnheim wohnt, kann derartige Ängste schnell überwinden. Du hast jemanden, mit dem du sprechen kannst. Offene Fragen werden direkt in deiner Küche beantwortet und mit etwas Glück entstehen beste Freundschaften.

Mitbewohner: Fluch oder Segen

Fühlst du dich wohl, wenn in deiner Umgebung ständig etwas los ist? Im Studentenwohnheim wird gerne gefeiert und das bis tief in die Nacht. Du bist eher ein Einzelgänger oder brauchst deine Ruhe? Dann hängt es stark davon ab, wie deine Mitbewohner drauf sind. Einige WGs harmonieren perfekt miteinander, während sich andere immer nur streiten. Die Ursache ist schnell gefunden:

Studentenwohnheime sind öffentliche Einrichtungen. Derjenige darf einziehen, der sich am längsten auf der Warteliste befindet.

Die Zimmer werden willkürlich vergeben. Persönliche Interessen bleiben unberücksichtigt. Somit wird die Wohngemeinschaft wahllos zusammengewürfelt. Das ist der Grund, wieso einige WGs einfach nicht funktionieren. In den meisten Fällen kommen die Bewohner gut miteinander aus. Es existieren auch Studentenwohnheime kirchlicher oder privater Träger. Sie sind in der klaren Unterzahl im Vergleich zu den Wohnheimen öffentlicher Einrichtungen.

Tipp: Organisiere ein wöchentliches Abendessen! Jede Woche ist ein anderer Bewohner dran und muss seine Mitbewohner mit einer leckeren Speise überraschen. So kommt man sich näher und lernt sich besser kennen.

Die Lage macht’s

Achte darauf, wo sich die Studentenwohnheime befinden. Sie sind quer in der Stadt verstreut und können mehrere Kilometer vom Campus entfernt sein. Eine gute Busverbindung ist Trumpf! Fahren Nachtbusse? Wie regelmäßig wird die Haltestelle frequentiert? Bestimmt möchtest du keine 20 Minuten auf den nächsten Bus warten, während die anderen Wohnheime alle 3 Minuten angefahren werden. Möchtest du lieber im Zentrum oder im Uni-Campus wohnen?

Wartezeiten für Zimmer

Du bist überzeugt und möchtest direkt im Studentenwohnheim einziehen? Prima, doch du musst du dich etwas gedulden. Hast du deine schriftliche Bewerbung bereits abgeschickt? Leider kann es einige Zeit dauern, bis du ein Zimmer erhältst – unter Umständen erst im nächsten Semester! Die Verwaltung meldet sich erst dann, wenn ein Platz frei wird. Und dann kann es zu spät sein, da das Semester begonnen hat. Wohnheimplätze sind äußerst begehrt und schnell vergriffen. Manchmal kann es sich lohnen, direkt bei der Verwaltung nachzuhaken. Ungefähr 2 bis 3 Wochen vor Semesterbeginn werden noch einige Zimmer frei, da sich manche Studenten gegen das Studium entscheiden.

Jedoch solltest du immer einen Plan B parat haben, da du ansonsten ganz ohne Wohnung dastehst. Alternativ kannst du dich nach privaten WGs oder 1-Zimmer-Wohnungen umsehen. Oft erhältst du die Zusage fürs Studentenwohnheim erst einen Monat vor Semesterbeginn. Gehe lieber auf Nummer sicher, da ein Umzug wenig Probleme bereitet.

Wichtig ist, sich den Mietvertrag genau durchzulesen – auch im Studentenwohnheim! Insbesondere der Punkt „Kündigung“ ist enorm wichtig. Du benötigst nur für zwei Monate ein Zimmer? Häufig kommt es vor, dass im Studentenwohnheim nur semesterweise vermietet wird, das heißt vom 1.10. bis zum 31.3. und vom 1.4. bis zum 30.9. Somit kannst du das Zimmer nur zweimal im Jahr kündigen und das mindestens zwei Monate vor Ablauf der jeweiligen Frist.

Wie du siehst, musst du dir diese Entscheidung genau überlegen. Aus finanzieller und freundschaftlicher Sicht kannst du mit einem Studentenwohnheim nur gewinnen.