Wissenschaftliches Arbeiten – was ist das eigentlich?

Erfolg im Studium hängt maßgeblich davon ab, inwiefern der Student/die Studentin das wissenschaftliche „Handwerkszeug“ beherrscht und in der Lage ist, akzeptable wissenschaftliche Arbeiten anzufertigen. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Punkt zu, dass eigene Gedanken klar von fremdem Gedankengut abgegrenzt werden müssen: Die aktuellen Plagiatsfälle in der Politik (Theodor zu Guttenberg oder Annette Schavan) zeigen, welch schwerwiegende Folgen es haben kann (z.B. Aberkennung des Doktortitels auch nach Jahrzehnten), wenn nicht richtig zitiert wird und man sich einfach bei anderen Quellen „bedient“, ohne ausreichend darauf hinzuweisen. Doch was ist für wissenschaftliches Arbeiten sonst noch unerlässlich? Hier einige wichtige Tipps.

Selbstständiges wissenschaftliches Arbeiten

Hausarbeiten, Dissertationen, Magisterarbeiten, etc., dienen dem Nachweis, dass der Student/die Studentin in der Lage ist, selbstständig wissenschaftlich zu arbeiten. Von der gelungenen Gliederung als Grundgerüst bis hin zum richtigen Literaturverzeichnis, indem nach Nachnamen alphabetisch gelistet die verwendeten Quellen angeführt werden: Wissenschaftliches Arbeiten erfordert einige Standards, die es unbedingt einzuhalten gilt. Studenten, die dieses „Handwerkszeug“ nicht beherrschen, werden mit schlechten Noten abgestraft oder bestehen ihre Arbeiten erst gar nicht. Doch das muss nicht sein, wenn man einige Grundsätze berücksichtigt.

Wissenschaftliche Terminologie

Bei der wissenschaftlichen Fachsprache, in der Arbeiten verfasst sein müssen, muss dabei mit der richtigen Terminologie gearbeitet werden. Nur das fachgerechte Anwenden von einschlägiger Terminologie zeigt, dass der Schreibende die Materie begriffen hat und wissenschaftlich damit umgehen kann. Es gilt also, sich mit der Fachsprache durch das Konsultieren von einschlägiger wissenschaftlicher Literatur vertraut zu machen, um auf dieser Basis zu eigenen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu kommen. Das Finden von bereits vorhandener Literatur zum Thema ist auch der erste Schritt, mit dem eine wissenschaftliche Arbeit begonnen wird. Damit kann sich der Schreibende in die Materie einlesen und auf den neuesten wissenschaftlichen Stand bringen. In einem zweiten Schritt wird daraufhin die grobe Gliederung erstellt, wobei sich der Schreibende darüber im Klaren sein muss, welches Ziel seine Arbeit zeitigen soll. Die Frage ist: Wo will ich hin? Was will ich zeigen? Auf der Grundlage dessen wird die Einleitung erstellt, die bereits grob umreißt, um welche Themen es in der Arbeit gehen soll und in welchen einzelnen Schritten diese nachgezeichnet werden.

Die richtige Zitierweise

pizuttipics_Fotolia_32183762_XS.jpgNicht oft genug betont werden kann, wie wichtig eine richtige Zitierweise beim wissenschaftlichen Arbeiten ist. Dabei gilt die Faustregel: Der Schreibende sollte immer so zitieren, wie er selbst Zitationen in Arbeiten vorzufinden wünscht. Bei Aufsätzen und Monographien werden dabei bei Fremdgedanken in der Fußnote der Autor, der Zeitschriftenartikel/die Monographie, gegebenenfalls die Auflage der wissenschaftlichen Zeitschrift und die Seitenzahl, auf der der Punkt zu finden ist, aufgeführt. Bei Originalquellen, bei denen es mehrere Ausgaben gibt, werden Kapitel und Vers zitiert. Ist ein darauffolgender Gedanke an der gleichen Stelle zu finden, so genügt es in der Fußnote den Hinweis „ebd.“ anzubringen. Dies bedeutet für den Leser, dass er den nachfolgenden Gedanken sprichwörtlich „ebenda“ wie bereits angeführt vorfindet.

Quellen aus dem Internet

Handelt es sich um Quellen aus dem Internet, so ist besondere Vorsicht angebracht. Es muss die gesamte URL, auf der ein angesprochener wissenschaftlicher Gedanke vorzufinden ist, angegeben werden. Bei längeren Textdokumenten ist zudem die Seitenzahl hinzuzufügen. Universitäten verfügen heutzutage über einschlägige Suchmaschinen, die das Internet danach durchforsten, ob aus dem World Wide Web Passagen für die wissenschaftliche Arbeit abgeschrieben wurden. Kopieren aus dem Internet ist daher ein Don’t, das unbedingt zu vermeiden ist. Selbstverständlich kann man sich aber aus dem Internet Anregungen suchen,man muss sie nur als solche auch ausreichend kennzeichnen.

Die Zusammenfassung

Berücksichtigt man all die genannten Punkte, dann geht es schließlich darum, die Arbeit mit einer gelungenen Zusammenfassung zu beenden. Darin werden die wichtigsten Ergebnisse nochmals gelistet und im Zusammenhang dargestellt. Im Anhang an die Zusammenfassung kommt das Verzeichnis der verwendeten Literatur, wobei dieses vollständig und nach den Nachnamen der Autoren alphabetisch gelistet sein muss. Quellen aus dem Internet werden in einem eigenen Abschnitt ebenfalls vollständig aufgeführt.

Beherzigt man all diese Hinweise, dann kann beim wissenschaftlichen Arbeiten eigentlich nichts mehr schiefgehen und der Studienerfolg sollte kein Problem mehr darstellen.

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