Werkstudent – Guter Job für gutes Geld!

Gehörst Du den Studierenden, die sich neben ihrem Studium Geld zum Lebensunterhalt hinzuverdienen möchten oder gar müssen? Vielleicht hast Du Dich bereits umgeschaut und zweifelst, ob der Aushilfsjob als Pizzabote oder Barkeeper wirklich das Richtige ist? Falls Du nach einer Möglichkeit suchst, fachliche Praxiserfahrung zu sammeln und gleichzeitig Geld zu verdienen, ist möglicherweise ein Job als Werkstudent die bessere Alternative. Der folgende Beitrag erklärt, was ein Werkstudent ist, inwiefern sich diese Tätigkeit von einem Praktikum oder anderen Nebenjobs unterscheidet und welche Vor- und Nachteile es im Vergleich zu anderen Beschäftigungsarten gibt.

Was ist ein Werkstudent?

Viele deutsche Unternehmen setzen bei der Rekrutierung ihres Fachkräftenachwuchses auf Werkstudenten. Diese potenziellen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind regulär an einer Fach- oder Hochschule eingeschrieben und trotz ihres Jobs in erster Linie auf die Beendigung ihres Studiums innerhalb der Regelstudienzeit fokussiert. Werkstudenten gehen in aller Regel keiner willkürlichen Arbeit nach, sondern sie erhalten innerhalb der Unternehmen Aufgaben, die ihren Studieninhalten inhaltlich weitestgehend entsprechen. Das hat gegenüber einem Aushilfsjob in einem studienfremden Metier den entscheidenden Vorteil, dass Du als Werkstudent wertvolle praktische Berufserfahrung sammeln kannst.

Kleiner Exkurs in die Geschichte

Der Begriff Werkstudent entstand zu Zeiten des Ersten Weltkrieges. Er wurde für vorübergehend oder dauerhaft vom Studium freigestellte Studenten verwendet, welche die an der Front kämpfenden Männer, die ja als Arbeitskräfte fehlten, ersetzen sollten. Später wurde der Begriff beibehalten. Allerdings war noch lange Zeit, zumindest bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges, der Bezug der Tätigkeit zum Studium vollkommen irrelevant.

Heute ist die Beschäftigungsart „Werkstudent“ eindeutig gesetzlich geregelt. Die Tätigkeit soll eine gezielte praktische Vorbereitung der Studenten in Bezug auf ihr Studienziel ermöglichen. Die Beschäftigung ist kranken- und arbeitslosenversicherungsfrei, jedoch rentenversicherungspflichtig. Die Arbeit ist mehr als eine geringfügige Beschäftigung und umfasst während der Vorlesungszeit maximal 20 Wochenstunden. Außerhalb derVorlesungszeit kann sich die Wochenarbeitszeit auf bis zu 40 Stunden ändern.

Arbeitsrechtliche Aspekte

Ein Werkstudent genießt mehrere arbeitsrechtliche Privilegien: Obwohl Du im Unternehmen als vollwertiger Arbeitnehmer giltst, bist Du sowohl während der Vorlesungszeit als auch in den Semesterferien von der Sozialversicherungspflicht befreit. Als immatrikulierter Vollzeitstudent bleibst Du also weiterhin über die Familienversicherung oder als Privatperson kranken- und pflegeversichert. Auch für Deinen Arbeitgeber fallen demnach weder anteilige Abgaben zur Krankenversicherung noch Pflege- oder Arbeitslosenversicherung an. Eine Ausnahme bildet lediglich die Rentenversicherung. Sobald dein Verdienst als Werkstudent regelmäßig mehr als 450 Euro beträgt, verlangt die Rentenkasse entsprechende Beiträge.

Gemäß Arbeitsrecht sind Werkstudenten auf Teilzeitbasis beschäftigt. Damit der Fokus klar auf den Studienzielen bleibt und Prüfungen aufgrund hoher Arbeitsbelastung nicht auf die lange Bank geschoben werden, dürfen sie während der Vorlesungszeit maximal 20 Stunden arbeiten. Während der Semesterferien darf jeder Werkstudent sein Arrangement auf Vollzeit hochfahren. Zudem ist es ganz wichtig, dass der Arbeitgeber und der Student einen Arbeitsvertrag (bitte nicht mit Werkvertrag verwechseln!) unterzeichnen.

Es mag absurd klingen: Als Studentin oder Student kannst du auch zu viel arbeiten! Sobald du nämlich gegen die gesetzlich geregelten Zeitauflagen verstößt, kannst du versicherungsrechtlich de facto deinen Studentenstatus einbüßen. Das würde bedeuten, dass dir die Sozialversicherungsträger unterstellen, deinen Fokus vom Studium auf die Arbeit verlagert zu haben. In dem Fall tritt die vollumfängliche Versicherungspflicht in Kraft!

Typische Arbeitsgebiete für Werkstudenten

Traditionell ist die Nachfrage, sowohl seitens der Unternehmen als auch vonseiten der Studenten in naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen am größten. Studentische oder wissenschaftliche Hilfskräfte sind dem Status eines Werkstudenten vergleichbar. Sie unterscheiden sich nur dadurch, dass ihr Einsatzgebiet in einem akademischen Umfeld, also an einer Fachhochschule oder Universität stattfindet.

Die Beschäftigung als Werkstudent bietet sich vor allem dann an, wenn der akademische Fachbereich des Studierenden und die Branche zusammenpassen. Erfahrungsgemäß profitieren dann beide Seiten von der Zusammenarbeit am meisten.

Vorteile eines Jobs als Werkstudent im Überblick

  • – studienbegleitenderPraxisgewinn
  • – Gehaltsniveau über dem eines Aushilfsjobs
  • – Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern
  • – der Job als Werkstudent hinterlässt einen positiven Eindruck im Lebenslauf
  • – geringe Sozialabgaben (etwa 10 %)
  • – zahlreiche Unternehmen vergeben Themen für Bachelor- und Masterarbeiten oder/und bieten bei den Abschlussarbeiten Unterstützung an

 

Wer kann kein Werkstudent sein?

Im Gegensatz zu Arbeitgebern, die klassische Aushilfsjobs an Studenten vergeben, erwarten die Unternehmen von ihren Werkstudenten, dass sie bereits einige Semester Fachstudium absolviert haben. Falls Du also bereits zu Beginn Deines Studiums aufs Geldverdienen angewiesen bist, ist es möglicherweise vergebliche Mühe, wenn Du Dich auf einen Job als Werkstudent bewirbst.

Sobald du einen passenden Job ergattert hast, gehst du mit deiner Unterschrift unter den Werkstudentenvertrag die Verpflichtung ein, deine Arbeitskraft für eine festgelegte Zeitspanne dem Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Ähnlich wie jeder andere Arbeitnehmer auch, musst du demnach relativ feste Arbeitszeiten einhalten. Sobald aufwendige Studienarbeiten zu erledigen sind, ein mehrmonatiges Praktikum zu absolvieren ist, oder wenn Prüfungen anstehen, kann diese Inflexibilität unter Umständen zum Problem werden. Die meisten Unternehmen haben mit Werkstudenten zwar Erfahrung. Sie wissen, dass das Studium vorgeht. Allerdings steht der Werkstudent nicht allein auf weiter Flur, sondern ist in ein Team eingebunden, sodass es dann auch zwischen dem studentischen Mitarbeiter und seinen Kollegen zu Konflikten kommen kann.

Nicht zuletzt schließt der Vertrag, welcher zwischen dem Unternehmen und dem Student geschlossen wird, andere Praktikumsplätze zumeist aus.

Fazit

Sofern du an einer Stelle als Werkstudent interessiert bist, spätestens jedoch, bevor du einen Vertrag unterschreibst, solltest du nochmals genau überlegen, welche Ansprüche du an deinen Nebenjob hast. Steht die Finanzierung deines Lebensunterhaltes im Vordergrund? Möchtest du in der zu deinem Studiengang passenden Branche Verantwortung übernehmen und an anspruchsvollen Projekten mitarbeiten? Bist du an Praxiserfahrung interessiert? Möchtest du in einem Team Verantwortung tragen? Oder ist es dir doch wichtiger, unabhängig und flexibel zu bleiben?Übrigens: Aktuell bieten viele renommierte Konzerne und Unternehmen unterschiedlichster Branchen Jobs als Werkstudent an. Die Stellen werden, zusätzlich zu allen fachlichen Vorteilen, oft mit bis zu 1000 Euro und mehr im Monat, sehr gut bezahlt.