Versicherungen für Studenten: Welche sollten auf keinen Fall fehlen?

Sich richtig versichern, was heißt das eigentlich? Wer will sich schon mit der Zukunft oder möglichen Szenarien befassen? Viele Studenten machen sich keine Gedanken über notwendige bzw. sinnvolle Versicherungen, dabei können sich einige Entscheidungen im hier und jetzt auswirken, und nicht erst in der weit entfernten Zukunft. Das Argument, Versicherungen kosten zu viel, zieht im Schadensfall nie, denn so entstehende Kosten sind immer um einiges höher. Insofern heißt ’sich sinnvoll versichern‘ auch für Studenten, sich vor größeren finanziellen Risiken zu schützen. Im Folgenden erfährst du Wissenswertes über mehr oder weniger sinnvolle Versicherungen für Studenten, sodass du dich bestmöglich absichern kannst.

Versicherungen, die auch für Studenten absolut alternativlos sind

Die Krankenversicherung ist wohl die wichtigste Versicherung überhaupt, denn die Gesundheit ist unser wichtigstes Gut. Generell besteht die Möglichkeit, sich bis zum 25. Lebensjahr über die Eltern mitversichern zu lassen. Falls du jedoch neben dem Studium arbeitest, musst du dich in der Regel selbst versichern. Hierzu bieten alle Krankenkassen einen recht einheitlichen, günstigen Tarif an (inkl. Pflegeversicherung ca. 80 Euro im Monat). Somit bist du für alle Arztbesuche und eventuelle Krankenhausaufenthalte bestmöglich geschützt. Viele Krankenkassen bieten spezielle Schutzleistungen für Auslandsaufenthalte. Falls du also im Studium auch im Ausland sein wirst, solltest du hierauf bei der Wahl einer Krankenkasse achten. Prinzipiell besteht auch die Möglichkeit, sich privat krankenversichern zu lassen. Bedenke aber, dass du so alle entstehenden Arztkostenerstmal selber vorstrecken musst. Übrigens: Wer ‚hauptberuflich‘ Student ist, sollte in der Regel nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten, ansonsten kann es Probleme mit der studentischen Krankenversicherung geben.

Eine Haftpflichtversicherung ist ebenfalls sehr sinnvoll! Auch hier gilt, dass du in aller Regel bis zum 25. Lebensjahr über die Eltern versichert bist. Danach aber solltest du auf jeden Fall eine Haftpflichtversicherung abschließen. Diese springt finanziell ein, wenn du einen Schaden verursachst. Da gerade bei Personenschäden mitunter immense Summen zusammenkommen, schützt dich eine Haftpflichtversicherung vor großen finanziellen Risiken. Teuer ist eine solche Versicherung nicht, z.T. reichen schon 5 Euro pro Monat aus, um sich optimal zu schützen.

Bei den folgenden Versicherungen solltest du selber abwägen

Eine Unfallversicherung hast du als Student automatisch an deiner Hochschule, allerdings greift diese im Ernstfall nur für Unfälle auf dem Gelände der Universität. Statistiken zeigen aber, dass die meisten Unfälle in der Freizeit oder aber im Haushalt entstehen. Falls du in der Zukunft einen körperlichen Job ausüben willst und dich bestmöglich schützen möchtest, so kann eine Unfallversicherung sinnvoll sein. Im Kern schützt sie beispielsweise im Falle einer Invalidität. Günstige Studententarife sind schon für ca. 20 Euro pro Jahr erhältlich, insofern stellt eine solche Versicherung keinerlei finanzielle Belastung dar. Sie vermittelt im Lebensalltag in erster Linie ein wünschenswertes Gefühl von Sicherheit.

Du bist jung, voller Energie und Lebenspläne? Du denkst jetzt schon mit großer Vorfreude an deinen zukünftigen Traumjob? Falls für diesen Beruf bestimmte körperliche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, so kann der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll sein. Ansprüche auf Leistungen aus einer solchen privaten Berufsunfähigkeitsversicherung hat jeder, der mindestens 3 Jahre eingezahlt hat. Je nach Alter und vertraglichen Leistungsdetails musst du monatlich mit 20 bis 50 Euro rechnen. Absolut nötig ist eine solche Versicherung nicht, denn sogenannte ‚Schreibtischmenschen‚ sind ja im 21. Jahrhundert nicht mehr an ein Aufgabenfeld gebunden. Insofern solltest du vor dem Abschluss einer solchen Versicherung genau prüfen, unter welchen Bedingungen tatsächlich gezahlt wird.

Sinnvolle Versicherungen, die aber für Studenten in der Regel unnötig sind

Hier ist klassischerweise die Hausratversicherung zu nennen. Viele Studenten wohnen länger zu Hause oder in einer WG. Insofern ist eine solche Versicherungspolice eher für all diejenigen relevant, die schon zu Beginn des Studiums einen eigenen Haushalt gründen. Eine Hausratversicherung schützt vor durch Wasser, Einbruch, Feuer oder Blitzschläge entstehende Schäden. Natürlich kommt es auch auf den Wert der Einrichtung an: Falls teure Gegenstände (Möbel, Musikinstrumente etc.) darunter sind, kann auch für Studenten eine Hausratversicherung im Einzelfall Sinn machen. Die Höhe des monatlichen Beitrages richtet sich konkret nach der abgesicherten Gesamtsumme (= Wert des Hausrates).

Viele Studenten leben in Großstädten mit hervorragenden öffentlichen Verkehrsmöglichkeiten, sodass eine Verkehrsrechtsschutzversicherung in der Regel nicht nötig ist. Sinnvoll ist eine solche Police allenfalls für Studenten, die täglich mit dem Auto von weiter weg anreisen müssen. Eine allgemeine Rechtsschutzversicherung ist in der Regel für Studenten nicht nötig, zumal eine solche auch noch spontan abgeschlossen werden kann. Ohnehin ist meistens ein Eigenanteil zu leisten, sodass niemals ein kompletter Kostenschutz entsteht.

Für Studenten unnötige Versicherungen

Hier ist in erster Linie eine Krankenhaustagegeldversicherung zu nennen. Sollte ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein, so müssen gesetzlich Versicherte pro Tag 10 Euro als Eigenleistung beisteuern (maximal jedoch 280 Euro pro Jahr). Eine entsprechende Police, wie sie z.B. noch in der Generation deiner Eltern üblich war, erstattet Dir im Falle eines Krankenhausaufenthaltes dann die entstehenden Kosten. Allerdings stehen die Monatsbeiträge oft in keiner Relation zur Leistung. Hinzukommt, dass die Krankenhausaufenthalte bei jungen Menschen meistens sehr kurz sind. Und ein maximales Risiko von 280 Euro pro Jahr wird auch einen Studenten nicht in den finanziellen Ruin stürzen, im Gegensatz etwa zum möglichen Fehlen einer Haftpflichtversicherung im Schadensfalle.

Eine Risikolebensversicherung ist in der Regel für Studenten nicht empfehlenswert. Hier kommt es natürlich auf deinen Lebenswandel an. Ist dieser aber entsprechend ’spektakulär‘, so können die Beiträge für eine Risikolebensversicherung schnell in die Höhe schießen. Mehr Sinn macht es, nach dem Eintritt in das Berufsleben über eine klassische Lebensversicherung nachzudenken, um Kapital für das Alter anzuhäufen. Allerdings sind die garantierten Zinssätze in den letzten Jahren in Folge der Finanz- und Schuldenkrise stark gefallen.

Das Thema Altersvorsorge nimmt eine Sonderstellung ein

Auch wenn die Rente mit 67 für dich schon gesetzliche Realität ist und dir eine mögliche Versorgungslücke im Alter noch ganz weit weg erscheint, so ist es durchaus sinnvoll, sich auch als Student schon mit der Altersvorsorge zu beschäftigen. Wer 5 Jahre gearbeitet hat und den ersten offiziellen Bescheid der Rentenversicherung bekommt, ist meistens geschockt über die zu erwartende gesetzliche Rente. Wer früh anfängt vorzusorgen, hat den Vorteil, schon mit recht kleinen Monatsbeiträgen viel zu bewirken, hinzukommen kommen staatliche Förderungsmöglichkeiten für die Rürup- oder Riesterrente. In Zukunft werden die garantierten Zinssätze für private Renten wohl weiter sinken. Daher ist es besser, sich jetzt noch halbwegs akzeptable Konditionen zu sichern. Im Übrigen bieten einige Versicherer in puncto private Altersvorsorge flexible Möglichkeiten an, sodass du die Monatsbeiträge je nach Kassenlage auch mal nach unten korrigieren oder sie ganz auslassen kannst. Bei den meisten Tarifen hast du die Wahl, Dir ab dem 67. Lebensjahr eine monatliche Rente oder aber den gesamten Betrag auszahlen zu lassen.

Ein praxisorientiertes Fazit für Studenten: So behältst du den Überblick

Am besten nutzt du Vergleichsplattformen im Internet, um die besten und leitungsstarken Tarife zu finden. Bedenke, dass viele Versicherungen spezielle Sondertarife für Studenten anbieten. Auch werden die Monatsbeiträge in aller Regel geringer, wenn du bei einer Versicherung mehrere Policen abschließt. Mit Blick auf die Sinnhaftigkeit einer der hier angesprochenen Versicherungstypen musst du immer deine konkrete Lebenssituation heranziehen. Prüfe also, inwieweit du noch über die Eltern versichert bist, um Kosten zu sparen. In Anbetracht deiner Ziele und deines Lebenswandels solltest du dann gezielt diejenigen Versicherungen raussuchen, die dich vor großen finanziellen Risiken schützen. Das muss auch für Studenten immer der anzulegende Maßstab für eine ‚gute‘ Versicherung sein.