An der Uni bleiben oder raus in die freie Wirtschaft? Pros und Contras

Spätestens mit dem Ende des Studiums beginnt auch die Phase, in der sich die Absolventen mit der eigenen Zukunft beschäftigen. Wo soll es mit dem Erreichten hingehen, welche Türen stehen offen und wo lauert die Jobgarantie? Oft naht damit die Entscheidung, entweder einen Verbleib an der Uni oder den großen Schritt in die freie Wirtschaft zu wählen.

Eine Frage des Geldes

Geldbeutel vor weiem Hintergrund

Einen hauptsächlichen Schub erhält die jeweilige Motivation vor allem dann, wenn ein üppiger Lohn greifbar ist. Wer es alleine darauf abgesehen hat, fährt mit einer Anstellung in der Wirtschaft aber besser. Universitäre Stellen sind bis zum Dienstgrad des Professors nicht nur unterdurchschnittlich, sondern zuweilen sogar schlecht bezahlt. Daran mögen auch die gesicherte Rente sowie die in Aussicht stehende Beamtenstelle wenig ändern. Wer sich für die Forschung entscheidet und der Lehranstalt treu bleibt, tut das in der Regel aus idealistischen Gründen.

Auf die Sicherheit achten

Das nicht selten üppige Salär der Wirtschaft ist aber teuer bezahlt. Denn eine Jobgarantie lässt sich hier nur selten finden. Wer es nicht gerade bis in die Schaltzentralen eines Unternehmens schafft, muss sich mit einem hohen Konkurrenzdruck sowie unregelmäßigen Arbeitszeiten auseinandersetzen. Die Konzerne verlangen viel dafür, dass sie den Gehaltsscheck aufwerten. Gerade die Freizeit sowie der Aufbau einer Familie können dabei in den ersten Jahren erheblich zu leiden haben.

Die Interessen einbeziehen

Allerdings sollte die Entscheidung nur unmaßgeblich von dem Gehalt oder den zu erbringenden Leistungen beeinflusst werden. Der Absolvent muss sich fragen, für welche Richtung er sich am ehesten interessiert. Zieht es ihn in die Forschung, weil er dort ein reges Betätigungsfeld sieht, so wird er darin bestens aufgehoben sein. Reizt ihn allerdings die ständige Herausforderung und die sich jeweils aufs Neue ändernde Rahmenbedingung der freien Wirtschaft, so darf er diese bevorzugen. Das Herz obsiegt dabei über den Verstand.

Es lässt sich beides verbinden

Kann selbst unter Abwägung aller Argumente keine Entscheidung getroffen werden, empfiehlt sich eine Kombination beider Wege. So ist es bereits heute bei vielen Professoren üblich, neben ihrem Lehrstuhl auch eine Kanzlei, eine Praxis oder ein Unternehmen zu führen, zumindest aber darin tätig zu sein. Der idealistische Wert der Arbeit wird auf diese Weise mit dem finanziellen Profit ergänzt. Wer hierbei ein gesundes Maß zwischen beiden Aspekten findet, kann auf einen ebenso lukrativen wie sicheren Posten zurückblicken.

In der Universität eine solide Heimat finden

Allerdings muss bei alledem stets auch die Fachrichtung betrachtet werden. Journalisten, Juristen, Mediziner oder Pharmakologen können diese Kombination sicherlich praktizieren. Für Absolventen der Geistes- oder Literaturwissenschaften lohnt sich der Schritt jedoch nicht, da die freie Wirtschaft ihnen zu wenige Arbeitsplätze bietet. Sie können einer unsicheren Zukunft daher entgehen, indem sie sich für den Verbleib an der Lehranstalt entscheiden und künftig schauen, welche weiteren Perspektive sich neben der Forschung und Lehre eröffnen.

Bildquellen:

© nikolayhg / Fotolia.com
© eyetronic / Fotolia.com