Souverän vortragen: Tipps für erfolgreiche Präsentationen

„Na, gut ausgeschlafen? Endlich ist der Redner fertig!“ Das muss nicht sein. Um eine tolle Präsentation zu halten, musst du dich richtig vorbereiten. Wie das geht, erfährst du in diesem Artikel.

Präsentation halten: Bereite dich darauf vor!

Meistens ist es der Seminarraum, in dem du deine Rede zu halten hast. Die folgende Checkliste hilft dir bei der richtigen Vorbereitung:

  • – Wie groß ist der Raum?
  • – Wie viele Teilnehmer sind zu erwarten?
  • – Hast du genügend Platz, um dein Material auszubreiten?
  • – Welche technischen Hilfsmittel stehen dir zur Verfügung?

 

Du passt den Raum an dich an und nicht umgekehrt. Wenn du eher ein schüchterner Typ bist, solltest du dich nicht „nackt“ vor dem Publikum präsentieren. Aus psychologischer Sicht ist es hilfreich, einen Rettungsanker im Raum zu haben. Hierbei kann es sich um eine schöne Präsentation handeln, an der du dich orientieren kannst. Du fällst weniger auf, da sich die Aufmerksamkeit abwechselnd auf dich und die Folien konzentriert.

Wenn du dich gut vorbereitest, fühlst du dich automatisch sicherer.

Angst – was ist das?

Es ist völlig normal, wenn du vor einem Vortrag nervös bist. Diese entspannende Atemübung hilft dir beim Cool Down:

Suche dir einen Ort, an dem du mindestens 3 Minuten ungestört bist. Stelle dich gerade hin und finde deine körperliche Mitte. Der Oberkörper sollte gestreckt sein, damit du deine Bauch- und Brustmuskulatur zum Atmen nutzen kannst. Nun kommt das Gedankenspiel: Du befindest dich auf einer herrlich duftenden Blumenwiese. Jeden Duft nimmst du intensiv und bewusst wahr. Vor dem Ausatmen solltest du eine kurze Pause machen und danach aus dem Mund mit dem Laut „f“ ausatmen. So kannst du entspannen und deine innere Ruhe finden. Führe diese Übung aus dem Bauch- und Brustbereich aus.

Ein sicheres und souveränes Auftreten hilft dir dabei, deine Ängste zu überwinden. Stehe hüftbreit vor dem Publikum und achte auf deine Schultern. Sie sollten nicht krampfhaft hochgezogen wirken. Ein stabiler Stand gibt dir die nötige Sicherheit. Im Publikum gibt es sympathische Gesichter, die dir zulächeln. Dieses positive Feedback senkt die Nervosität, was auch für die Vorbereitung gilt. Du weißt nicht, was du mit deinen Hände anfangen sollst? Bevor du an einem Stift herumspielst, halte dich an Karteikarten fest. Das ist besser als große Blätter, da sie nicht rascheln.

Was zeichnet eine erfolgreiche Präsentation aus?

„Hallo, fangen wir zuerst mit dem langweiligen Teil an.“ Wer einen Vortrag mit diesen Worten beginnt, hat schon verloren. Viele Studenten begehen den Fehler und werten ihre Präsentation ab. Sei selbstbewusst und trage deinen Inhalt souverän vor – so als ob es nichts Spannenderes auf der Welt gäbe! Diese Begeisterung überträgt sich auf deine Zuhörer, auch wenn das Thema total langweilig ist. Damit hängt auch deine Körpersprache zusammen. Wenn du total demotiviert dastehst und deine Hände in den Hosentaschen hältst, kann das keine gute Präsentation werden. Der Inhalt mag zwar perfekt ausgearbeitet sein, doch deine Kommilitonen werden nur auf deine Hände schauen.

Du bist ein Marionettenspieler und hast alle Fäden in der Hand. Deine Aufgabe besteht darin, den Inhalt möglichst spannend zu präsentieren, ohne dass deine Zuhörer einschlafen. Setze einen klaren roten Faden. Jede Folie muss ihren Sinn haben. Deine Präsentation würde sich durch deine Folien von selber erklären? Halte sie möglichst kurz, denn die Aufmerksamkeit muss dem Redner gelten – und nicht den technischen Hilfsmitteln!

Befreie dich von steifen und langweiligen Anreden. Eine Karikatur lockert deine Präsentation auf und sorgt für fröhliche Gesichter. Natürlich sollte sie etwas mit dem Thema zu tun haben und kann gerne zum Schluss noch einmal aufgegriffen werden. Das erweckt den Eindruck, dass du einen klaren roten Faden verfolgst – was dir bei der Benotung wertvolle Pluspunkte einbringt.

Es geht darum, die Aufmerksamkeit der Kommilitonen zu gewinnen. Hast du es schon einmal mit einem Video oder mit einer offenen Frage probiert? Sofern es sich anbietet, solltest du Anschauungsmaterial mitbringen. Du sprichst über die Geschichte der Aktienmärkte? Eine echte Aktie weckt die Neugier aller Studenten! Verzichte darauf, Bücher im Kreis herumgehen zu lassen. Viele Studenten machen das, obwohl es keinen Sinn hat. Kein Mensch der Welt kann einen wissenschaftlichen Band innerhalb von 10 Sekunden verinnerlichen.

Literaturtipps gehören ins Handout oder auf die letzte Folie der Präsentation.

Wertvolle Tipps fürs freie Sprechen

Gute Redner bereiten sich sorgfältig vor. Niemand hält ein souveränes Referat, ohne dass er jeden Schritt ausgiebig geplant hat. Wie du siehst, ist es enorm wichtig, sich gut vorzubereiten. Sobald du deinen Inhalt kennst, kannst du dich auf das freie Sprechen konzentrieren. Du wirst automatisch weniger Füllwörter wie „ähm“, „also“ oder „halt“ verwenden.

Es geht nicht darum, jedes Wort einzeln auswendig zu lernen. 

Notiere dir die wichtigsten Punkte auf einem Spickzettel. Versuche nun, deine Präsentation möglichst frei zu halten. Du wirst einige Runden brauchen, bevor du den Inhalt vor dem Spiegel perfekt aufsagen kannst. Sobald du das Thema verinnerlicht hast, solltest du an der Lebendigkeit des Vortrags arbeiten. Ratterst du deinen Inhalt einfach nur herunter oder versuchst du deine Zuhörer mit lustigen Anekdoten aufzuwecken?

Baue Fragen oder Übungen in dein Referat ein. So erhältst du Verschnaufpausen, die dir dabei helfen, nochmals einen kurzen Blick auf deine Karteikarten zu werfen.

Erfolgsgeheimnis: Emotion schlägt Information

Kaum ein Student kann länger als 15 Minuten aktiv zuhören. Deine Kommilitonen suchen nach Abwechslung und deine Aufgabe besteht darin, genau dafür zu sorgen.

Häufig wird kritisiert, dass an Hochschulen zu wenig Diskussionen stattfinden. Baue passende Fragen zum Thema ein, die zum gemeinsamen Austausch anregen. Wenn du den Inhalt mit einer kleinen Übung verbindest, prägt er sich besser im Gedächtnis ein. Gerne kannst du deine Kommilitonen mit ihren Banknachbarn diskutieren lassen. So verwandelt sich die verkrampfte Stimmung in eine aktive Atmosphäre. Plötzlich sind die Menschen wie ausgewechselt und das Interesse an deinem Thema steigt.

Emotionen zeichnen einen erfolgreichen Vortrag aus. Jedoch kannst du deine Zuhörer nicht mit komplizierten Fakten begeistern. Du kannst jedes noch so trockene Thema spannend verpacken. Wie das geht? Du musst bei deinen Kommilitonen Gefühle wecken. Nimm ein Bild, das belustigt, schockiert oder überrascht. Natürlich kannst du diesen Effekt auch über deine Sprache erreichen. Übertreibe es damit nicht, da es den Zuhörer schnell ermüden kann. Arbeite lieber mit Beispielen, Vergleichen oder Bildern.