Der Einstieg als Trainee

Das Studium ist abgeschlossen und es stellt sich die Frage, wie der Übergang in den Beruf möglichst flüssig gelingen könnte. In einigen Berufszweigen bietet sich der Einstieg als Trainee an.

Ziele von Trainee-Programmen

Trainee-Programme richten sich an Hochschulabsolventen und zielen darauf ab, qualifiziertes Personal für verantwortungsvolle Aufgaben oder gar zukünftige Führungskräfte mittels einer systematischen und praxisbezogenen unternehmensinternen Ausbildung aufzubauen. Entsprechende Programme sind somit als eine Art Vorbereitungsphase sowie als beiderseitige Probezeit zu verstehen. Zudem soll gegebenenfalls ein mangelhafter Praxisbezug des Studiums kompensiert werden.

Arten und Aufbau

Das pauschale und allgemeingültige Trainee-Programm gibt es nicht. Je nach Berufszweig sowie unternehmensspezifischen Rahmenbedingungen, Anforderungen und Zielen unterscheiden sich Trainee-Programme hinsichtlich ihrer Ausgestaltung mitunter erheblich. Es ist daher angebracht, entsprechende Angebote genau mit den eigenen Vorstellungen und Zielen abzugleichen.

Als Nachwuchskraft durchläuft ein Trainee im Rahmen seiner Ausbildung oftmals alle Bereiche des Unternehmens, lernt Führungskräfte kennen und übernimmt Aufgaben, die ihn systematisch auf zukünftige Tätigkeiten vorbereiten. Dieses Modell wird als klassische Trainee-Ausbildung bezeichnet.
Im Fachtrainee-Programm durchläuft ein Trainee nicht die gesamte Organisation, sondern wird lediglich in dem Bereich eingesetzt, für den er aufgrund seiner Qualifikation sowie persönlichen Voraussetzungen von vornherein perspektivisch eingeplant ist.
Eine Besonderheit stellt das Trainee-Studium dar. Es findet begleitend zum Studium statt und ist meistens mit einer mittelfristigen Bindung an das Unternehmen verbunden. Dieses leistet im Gegenzug finanzielle Unterstützung während des Studiums oder finanziert dieses gänzlich.

 

Trainee-Programme laufen über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren. Der Aufbau eines Programms ist normalerweise durch einen Ablaufplan geregelt, welcher die Stationen und Inhalte in Phasen untergliedert. Auf eine Einführungsphase folgt oft eine Qualifizierungsphase. Seinen Abschluss findet ein Trainee-Programm nicht selten in einer Spezialisierungsphase, die auf die anschließenden Aufgaben spezifisch vorbereitet. Der Ablaufplan kann sich an allgemeinen Standards orientieren oder individuell gestaltet sein.

Externe Ausbildungsstationen sind nicht obligatorisch. Mitunter absolviert ein Trainee jedoch auch externe Fortbildungsmaßnahmen. Dies gilt insbesondere für spezifische Fachtrainee-Programme.

Branchen und Vergütung

Klassische Branchen, in denen der Einstieg als Trainee erfolgen kann, sind das Bank- und Versicherungswesen. Generell werden entsprechende Programme zunehmend in großen Wirtschaftskonzernen angeboten. In technischen Handlungsfeldern, der Energiewirtschaft, der Industrie sowie der Medienbranche sind Trainees verstärkt gefragt.

Die Gehälter divergieren vor allem nach den Branchen und der Unternehmensgröße. Sie liegen im Durchschnitt unter denen von Direkteinsteigern, jedoch über Volontariatsvergütungen. Mit durchschnittlich unter 35.000 Euro pro Jahr verdient ein Trainee in der Medienbranche am schlechtesten. Im Bank- und Versicherungswesen sowie in der Industrie sind die Gehälter am höchsten. Hier wird durchschnittlich ein Bruttojahreseinkommen von über 45.000 Euro erzielt. Ein großer Konzern zahlt im Jahr zudem durchschnittlich 10.000 Euro mehr als ein kleines Unternehmen.

Bildquelle:

© K.C. / Fotolia.com

An der Uni bleiben oder raus in die freie Wirtschaft? Pros und Contras

Spätestens mit dem Ende des Studiums beginnt auch die Phase, in der sich die Absolventen mit der eigenen Zukunft beschäftigen. Wo soll es mit dem Erreichten hingehen, welche Türen stehen offen und wo lauert die Jobgarantie? Oft naht damit die Entscheidung, entweder einen Verbleib an der Uni oder den großen Schritt in die freie Wirtschaft zu wählen.

Eine Frage des Geldes

Geldbeutel vor weiem Hintergrund

Einen hauptsächlichen Schub erhält die jeweilige Motivation vor allem dann, wenn ein üppiger Lohn greifbar ist. Wer es alleine darauf abgesehen hat, fährt mit einer Anstellung in der Wirtschaft aber besser. Universitäre Stellen sind bis zum Dienstgrad des Professors nicht nur unterdurchschnittlich, sondern zuweilen sogar schlecht bezahlt. Daran mögen auch die gesicherte Rente sowie die in Aussicht stehende Beamtenstelle wenig ändern. Wer sich für die Forschung entscheidet und der Lehranstalt treu bleibt, tut das in der Regel aus idealistischen Gründen.

Auf die Sicherheit achten

Das nicht selten üppige Salär der Wirtschaft ist aber teuer bezahlt. Denn eine Jobgarantie lässt sich hier nur selten finden. Wer es nicht gerade bis in die Schaltzentralen eines Unternehmens schafft, muss sich mit einem hohen Konkurrenzdruck sowie unregelmäßigen Arbeitszeiten auseinandersetzen. Die Konzerne verlangen viel dafür, dass sie den Gehaltsscheck aufwerten. Gerade die Freizeit sowie der Aufbau einer Familie können dabei in den ersten Jahren erheblich zu leiden haben.

Die Interessen einbeziehen

Allerdings sollte die Entscheidung nur unmaßgeblich von dem Gehalt oder den zu erbringenden Leistungen beeinflusst werden. Der Absolvent muss sich fragen, für welche Richtung er sich am ehesten interessiert. Zieht es ihn in die Forschung, weil er dort ein reges Betätigungsfeld sieht, so wird er darin bestens aufgehoben sein. Reizt ihn allerdings die ständige Herausforderung und die sich jeweils aufs Neue ändernde Rahmenbedingung der freien Wirtschaft, so darf er diese bevorzugen. Das Herz obsiegt dabei über den Verstand.

Es lässt sich beides verbinden

Kann selbst unter Abwägung aller Argumente keine Entscheidung getroffen werden, empfiehlt sich eine Kombination beider Wege. So ist es bereits heute bei vielen Professoren üblich, neben ihrem Lehrstuhl auch eine Kanzlei, eine Praxis oder ein Unternehmen zu führen, zumindest aber darin tätig zu sein. Der idealistische Wert der Arbeit wird auf diese Weise mit dem finanziellen Profit ergänzt. Wer hierbei ein gesundes Maß zwischen beiden Aspekten findet, kann auf einen ebenso lukrativen wie sicheren Posten zurückblicken.

In der Universität eine solide Heimat finden

Allerdings muss bei alledem stets auch die Fachrichtung betrachtet werden. Journalisten, Juristen, Mediziner oder Pharmakologen können diese Kombination sicherlich praktizieren. Für Absolventen der Geistes- oder Literaturwissenschaften lohnt sich der Schritt jedoch nicht, da die freie Wirtschaft ihnen zu wenige Arbeitsplätze bietet. Sie können einer unsicheren Zukunft daher entgehen, indem sie sich für den Verbleib an der Lehranstalt entscheiden und künftig schauen, welche weiteren Perspektive sich neben der Forschung und Lehre eröffnen.

Bildquellen:

© nikolayhg / Fotolia.com
© eyetronic / Fotolia.com

Die Semesterferien – Wie verbringt man sie am sinnvollsten?

Für die meisten Studierenden bedeutet die vorlesungsfreie Zeit automatisch mehr Freizeit. Wer während des Zeitraums zwischen den Vorlesungsblöcken keine Tutorien, Prüfungen, Abgaben und Übungen hat, kann mit einer gewissen Entspannung auf mehrere Wochen ohne Pflichtbesuche in der Uni warten. Die meisten Studierenden nutzen insbesondere diese „Freizeit“, um ihre Familien zu besuchen, einen Urlaub zu machen oder durch Jobs etwas Geld zu verdienen. Doch es gibt auch zahlreiche Kommilitonen, die sich fragen, was man sinnvollerweise mit der freien Zeit anfangen soll.

Plötzlich freie Zeit im Studium – Was tun?

junge frau lernt zuhause mit laptop und unterlagen

Wer als Studierender nicht arbeiten muss oder will, sollte sich gut überlegen, wie die Semesterferien am besten genutzt werden können. Schließlich ist die Zeit ohne Vorlesungen und Verpflichtungen viel zu schade, um sie nutzlos verstreichen zu lassen. Insbesondere zu Beginn der vorlesungsfreien Zeit empfiehlt es sich, die gesammelten Mitschriften und Unterlagen zu sichten und zu ordnen. Fehlende Informationen sollten gesammelt werden und auch, wenn Prüfungen absolviert wurden, ist es sinnvoll, die entsprechenden Unterlagen zu ordnen und abzulegen. Im Fall einer erneuten Prüfung sind diese schnell griffbereit.

Vorbereitung auf das neue Semester

Vor allem bei Studienbeginn ist es hilfreich, sich mit Studienverlaufsplänen und Prüfungsordnungen zu beschäftigen. Das Wissen über die relevanten Studienformalitäten ist nützlich, um den persönlichen Studienverlauf optimal planen zu können. Außerdem sollten BaföG-, Kindergeld- und andere studienabhängige Anträge und Formalitäten rechtzeitig gestellt und verlängert werden. Dazu ist die vorlesungsfreie Zeit ideal.

Praktika und Praxisphasen

Neben dem eigentlichen Studieninhalt müssen häufig auch Praktika und Praxisphasen absolviert werden. Wenn dies nicht bereits vor dem Studium gemacht werden konnte, ist die vorlesungsfreie Zeit perfekt. Jetzt kann sowohl die Planung, als auch die Durchführung stattfinden, ohne dass die Leistungsphasen der Vorlesungszeit stark eingeschränkt werden. Auch über die Pflichtpraktika hinaus kann es sinnvoll sein, Eigeninitiative zu zeigen und Einblicke in den zukünftigen Beruf oder ähnliche Tätigkeiten zu bekommen. Dies hilft bei der späteren Arbeitsplatzwahl und rundet das eigene Bewerbungsprofil gut ab.

Auslandsaufenthalte in den Semesterferien

Die vorlesungsfreie Zeit eignet sich auch hervorragend für studienbegleitende Reisen und Auslandsaufenthalte. Es wird empfohlen, für ein Auslansstudium so früh wie möglich mit der Planung zu beginnen. Zwei Semester Vorlauf sind ideal, um alle notwendigen Formalitäten und Planungen abzustimmen, aber auch, um sicherzustellen, dass im Ausland absolvierte Prüfungen Zuhause anerkannt werden. Eine gute Vorbereitung sichert ein gutes Studienergebnis und kompensiert eine mögliche Verlängerung des Studiums.

Workshops & Arbeitsgruppen

Neben dem offiziellen Vorlesungsprogramm werden außerdem häufig Workshops und Arbeitsgruppen angeboten. Hier werden Studieninhalte vertieft und man kommt mit anderen Kommilitonen ins Gespräch. Das motiviert und der Lerneffekt ist enorm.

Trotz allem: Erholung ist wichtig!

Natürlich sollte in den Semesterferien auch die Erholung nicht zu kurz kommen. Doch es empfiehlt sich unbedingt, den eigenen Zeitplan zu beachten und auch während dieser Zeit studienergänzende und -begleitende Tätigkeiten zu verfolgen. Schließlich bedeutet das nicht unbedingt, dass diese keinen Spaß machen dürfen.

Bildquellen:

© mojolo / Fotolia.com
© contrastwerkstatt / Fotolia.com