Als Auslandsstudent in Deutschland

Aufgrund des breitgefächerten Angebots an Studiengängen ist Deutschland mit mit fast 350, zum Großteil auf eine jahrhundertelange Tradition zurückblickenden Universitäten ein beliebter Anziehungspunkt für Studenten aus dem Ausland. Die deutschen Hochschulen stehen Menschen aus allen Ländern offen. Etwa 250.000 Studenten, die in Deutschland an Hochschulen eingeschrieben sind, stammen aus dem Ausland, ein überwiegender Großteil hat sich das Studium selbst organisiert. Bis Du zu den Glücklichen gehörst, die als ausländische Studenten in einem deutschen Hörsaal Platz nehmen, musst Du einige Hürden überwinden. Im Folgenden erfährst Du, wie Du Dich als Auslandsstudent für ein Studium an einer deutschen Hochschule qualifizierst und Dich schnell in den Unialltag einlebst.

Studieren in Deutschland – Zugangsberechtigung als Grundvoraussetzung

Studieren in Deutschland ist grundsätzlich mit jedem im Ausland erworbenen Schulabschluss möglich, der mit einer Hochschulreife verbunden ist. Dazu zählen beispielsweise die Matura, High School Diploma, A-Levels oder das Bachillerato. Wenn Du Dich dafür entschieden hast, als internationaler Student nach Deutschland zu kommen, solltest Du Dich im Vorfeld erkundigen, ob Dich Deine Schulausbildung dazu berechtigt, Dich an der Hochschule Deiner Wahl einzuschreiben. Sollte Deine Hochschulreife nicht ausreichen, um an einer deutschen Universität aufgenommen zu werden, hast Du als Auslandsstudent die Möglichkeit, ein Studienkolleg zu besuchen. Solche Kurse werden direkt an der Hochschule abgehalten und für Auslandsstudenten mit verschiedenen Schwerpunkten wie etwa Technik, Wirtschaft oder Medizin angeboten. Damit Studieren in Deutschland auch mit einem unzureichenden Schulabschluss möglich ist, erwerben angehende Studenten aus dem Ausland im Rahmen eines solchen akademischen Schwerpunktkurses alle für eine Zugangsberechtigung erforderlichen kulturellen und fachlichen Grundkenntnisse.

Sprachliche Voraussetzungen

Bild Sprechen Sie Deutsch

Neben einem anerkannten Schulabschluss sind häufig zum Studieren in Deutschland auch deutsche Sprachkenntnisse vorzuweisen.

Neben einem anerkannten Schulabschluss sind zum Studieren in Deutschland auch ausreichende Sprachkenntnisse vorzuweisen. Mit Ausnahme internationaler Master- und Aufbau-Studiengänge, die auch in Englisch angeboten werden, ist die Unterrichtssprache an den deutschen Hochschulen immer Deutsch. Wenn Du an einem Austauschprogramm teilnimmst und nur ein oder zwei Semester an einer deutsche Universität studieren möchtest, sind eventuell keine Sprachkenntnisse vonnöten. Es ist jedoch empfehlenswert, Dich im Vorfeld bei der Hochschule Deiner Wahl zu erkundigen, welche sprachlichen Voraussetzungen Du mitbringen musst. Die benötigten Sprachkenntnisse können in Deutschland auf drei Arten nachgewiesen werden. Die meisten Auslandsstudenten nehmen circa drei Wochen vor Beginn des Semesters an der DSH (Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang ausländischer Studienbewerber) teil, die direkt an der von Dir ausgewählten Hochschule abgenommen wird. Alternativ kannst Du einen Sprachkurs am Goetheinstitut und anschließend die sogenannte Zentrale Oberstufenprüfung oder einen standardisierten Test am TestDaF Institut belegen.

Ansprechpartner Akademisches Auslandsamt

Um herauszufinden, ob Dir Dein im Heimatland erworbener Schulabschluss Studieren in Deutschland erlaubt und welche Sprachkenntnisse für den Studiengang Deiner Wahl notwendig sind, nimmst Du am besten so früh wie möglich Kontakt zum Akademischen Auslandsamt der jeweiligen Universität auf. Über eine solche, oft auch International Office genannte Anlaufstelle, verfügt jede deutsche Hochschule. Dort werden internationale Studenten umfassend betreut und können in unterschiedlichen Fragen eine fachkundige Beratung in Anspruch nehmen. Neben Sprachkenntnissen und Hochschulzugangsberechtigung erfährst Du dort auch Details über die Zulassung und Bewerbung für Deinen Studiengang, die Finanzierung des Studiums sowie sämtliche Termine und Anmeldefristen. Die meisten Akademischen Auslandsämter bieten zudem verschiedene Orientierungsveranstaltungen an, die es Dir erleichtern, Dich auf das Studieren in Deutschland besser vorzubereiten. Wenn möglich, solltest Du dort auch an einem Patenprogramm teilnehmen. In solchen Programmen bieten einheimische Studenten ihre Hilfe an und stehen Kollegen aus dem Ausland bei Behördengängen, Alltagsproblemen und Fragen zum Studium mit Rat und Tat zur Seite.

Aufenthalt in Deutschland

Bild Aufenthaltsberechtigung in Deutschland

Einige internationale Studenten benötigen ein Visum, um in Deutschland studieren zu dürfen.

Wenn Du alle Fragen zum Studium an der Hochschule Deiner Wahl geklärt hast, musst Du Dich unbedingt über die Aufenthaltsberechtigung in Deutschland erkundigen. Dafür sind nicht die Akademischen Auslandsämter der Universitäten, sondern die deutschen Botschaften in Deinem Heimatland zuständig. Stammst Du aus einem EU-Mitgliedsstaat oder aus der Schweiz, benötigst Du kein Visum. Dies gilt auch für Bürger der Vereinigten Staaten, Kanadas, Australiens und Neuseelands. Andere internationale Studenten benötigen ein Visum, um in Deutschland studieren zu dürfen. In der Regel wird auf Antrag zuerst ein Studienbewerbervisum ausgestellt, das zunächst zum Aufenthalt von höchstens drei Monaten berechtigt. In dieser Zeit kannst Du vor Ort Dein Studium, Deine Unterkunft und Deinen Sprachkurs organisieren. Wer nach diesen drei Monaten eine Zulassung vorweist, kann schließlich das Visum zu Studienzwecken beantragen, das ein Jahr lang gültig ist und bei Bedarf verlängert werden kann.

Das alltägliche Leben meistern

Je nachdem, ob Du Dein Studium selbst organisiert hast oder an einem Austauschprogramm teilnimmst, kann auch die Suche nach einer geeigneten Unterkunft mit einigen Herausforderungen verbunden sein. Während Austauschstudenten in der Regel automatisch ein Zimmer in einem Wohnheim angeboten wird, müssen Auslandsstudenten sich selbst darum kümmern oder am freien Markt nach einer Wohnung oder WG suchen. Damit solltest Du früh genug anfangen, denn zu Semesterbeginn sind Wohnungen und Zimmer in Wohngemeinschaften und Studentenwohnheimen meist rar.
Wenn Du auch Deine Unterkunft organisiert hast und Dein Studium in Deutschland schließlich aufnimmst, musst Du Dich an der Universität in der ersten Phase zurechtfinden und einleben. Dazu gehört auch, so schnell wie möglich sozialen Anschluss zu finden. Mit etwas Glück begegnest Du bereits im Wohnheim Menschen, die Dir sympathisch sind, oder findest ein Zimmer in einer geselligen WG. Die effektivste Weise, Kommilitonen kennenzulernen, ist die Mitgliedschaft in einem universitätsnahen Verein und die Teilnahme an einem Patenprogramm. Es ist empfehlenswert, bereits vor Semesterbeginn die Website Deiner Hochschule zu besuchen, Facebook-Profile zu durchstöbern und alle Flyer, die an der Universität verteilt werden, durchzulesen. Sportvereine, Theatergruppen, Wahlfächer und Einführungswochen bieten viele Gelegenheiten, Gleichgesinnte kennenzulernen und bereits vor den ersten Vorlesungen Freundschaften zu schließen. Eine gute Möglichkeit, mit Kommilitonen in Kontakt zu treten, ist auch der regelmäßige Besuch der Bibliothek. Wer dort nicht still und einsam in einer entlegenen Ecke sitzt und lernt, sondern offen und freundlich auf Leute zugeht, findet in der Regel schnell Anschluss. Jeder Student, ob aus dem In- oder Ausland, fühlt sich zu Beginn des ersten Semesters etwas verloren und freut sich über eine Kontaktaufnahme durch Kollegen. Du wirst sehen, mit freundschaftlichen Beziehungen zu Kommilitonen macht Studieren in Deutschland so richtig Spaß und wird Dir viele unvergessliche Erinnerungen bescheren.

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