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Studentenleben

2Jun

Wer sein Studium abbrechen möchte, sollte vorher einiges bedenken

So bereichernd das Studentenleben auch sein kann, viele plagen sich doch mindestens einmal während der Studienzeit mit dem Gedanken, abzubrechen. Diese Gedanken kommen nicht immer gleich zu Beginn der ersten Semester auf, sondern können sich auch zu einem späteren Zeitpunkt auftun. Gerade wenn man dann nur mehr wenige Prüfungen vor sich hat, sollte man sich diesen Schritt gut überlegen. Denn auch wenn es keinen Karriereknick bedeuten muss, sind einige Formalitäten zu beachten. Abgesehen davon sollte man sich den weiteren Verlauf seiner Ausbildung oder seines Einstiegs in den Berufsalltag genau überlegen.

Herausforderung Studium sind nicht alle gewachsen

Warum jemand einen Studienabbruch ins Auge fasst, kann unterschiedliche Gründe haben. Und das liegt nicht immer nur am Fach, das man einst gewählt hat und das eigentlich die zukünftige berufliche Karriere begründen sollte. Tatsache ist, dass jährlich bis zu 21 Prozent einen Studienabbruch vornehmen, gerade in technischen Studiengängen, aber auch in Sozialwissenschaften Bereichen ist dabei die Zahl sehr groß. Womit gleichzeitig das erste Argument für einen Abbruch genannt ist, denn gerade mathematisch orientierte Studiengänge entpuppen sich oft als sehr trockene Materie, zu der man schon eine besondere Affinität haben sollte. Der häufigste Grund für einen Studienabbruch ist eine Unzufriedenheit mit dem Studiengang, wobei im Vorfeld vielleicht eine falsche Vorstellung über die Chancen und Möglichkeiten am späteren Arbeitsmarkt ebenso dazu beitragen. Es kann aber auch sein, dass jemand aus persönlichen Gründen nicht mit der doch etwas speziellen Lebensart von Studenten zurecht kommt und daher einen Studienabbruch ins Auge fasst. Immerhin ist gerade zu Anfangszeiten eine hohe Motivation und Disziplin notwendig, um auch tatsächlich die Vorlesungen und Seminare an der Uni zu besuchen und nicht einfach seine große Freiheit zu genießen.

Finanzielle und persönliche Situation spielen wesentliche Rolle

Für Studienabbrecher kann aber auch die finanzielle Situation ausschlaggebend sein, warum man sein Studium vorzeitig beendet. Auch wenn es sowohl staatliche wie auch elterliche Unterstützung gibt, ist das Portemonnaie von Studenten eher schmal gefüllt, womit viele nicht unbedingt zurecht kommen. Und wer dann regelmäßig in den Ferien einer Tätigkeit nachgehen oder sogar während des Semesters jobben muss, um seinen Lebensunterhalt auf dem gewünschten Niveau zu halten, der verliert über kurz oder lang das Interesse am eigentlichen Studium. Es darf aber auch die enorme Doppelbelastung dabei nicht unterschätzt werden.

Studienabbruch – Entscheidung langsam fällen

Wer einen Studienabbruch ins Auge fasst, sollte sich diese Entscheidung tatsächlich gut überlegen. Gerade wenn nur mehr wenige Semester oder gerade mal ein paar Prüfungen bis zum Abschluss notwendig sind, ist vielleicht Durchhalten die bessere Option. Tatsache ist, dass man die Entscheidung zwar gut abwägen sollte, dafür aber nicht allzu viel Zeit vergehen lassen sollte. Wer bereits frühzeitig merkt, dass das Studium eigentlich nicht seinen Interessen entspricht, sollte eher schnell handeln und einen Wechsel ins Auge fassen oder gleich zum kompletten Studienabbrecher werden. In jedem Fall ist hier eine Beratung zu empfehlen, die vielleicht auch noch über Alternativen für einen weiteren Bildungsweg berät. Gerade die psychosozialen Beratungsstellen oder aber die Studienberatungen an den Hochschulen selbst bieten hier gute Optionen, um sich tatsächlich über alle Gegebenheiten zu informieren, die mit einem Studienabbruch in Zusammenhang stehen.

Finanzielle Situation für Studienabbrecher ist eindeutig

Wer als Studienabbrecher seine finanziellen Aspekte berücksichtigen möchte, der sollte wissen, dass gerade die Angelegenheit mit dem BAföG nicht ganz einfach zu regeln ist. Klar ist, dass in diesem Fall die Entscheidung zum Studienabbruch relativ schnell, also innerhalb von drei Semestern zu treffen ist. Wer dazu einen „wichtigen“ Grund nennen kann wie etwa einen Neigungswechsel oder einfach mangelnde Neigung, kann damit rechnen, weiter Anspruch auf BAföG zu haben, sollte er sich für einen anderen Studiengang entscheiden. Wer sich erst später für einen Studienabbruch entscheidet, der muss einen „unabweisbaren“ Grund wie etwa voraussichtliche Berufsunfähigkeit im alten Studiengang vorweisen, um eventuell wieder die staatliche Unterstützung zu erhalten. Wer als Bezieher von BAföG zum kompletten Studienabbrecher wird, der hat bis zum Ende der Regelstudienzeit Zeit zuzüglich fünf Jahre Zeit, um mit der Rückzahlung zu starten. Wer ein Stipendium zur Finanzierung seines Studiums erhalten hat, der muss es meist nicht zurück zahlen, außer es wurden entsprechende Vereinbarungen in einem persönlichen Vertrag getroffen oder aber die Stiftungsstatuten des Fördergebers hat entsprechende Vorgaben zum Studienabbruch. Was die Unterstützung von Eltern betrifft, so gilt grundsätzlich die Argumentation, dass Kinder auch als Studienabbrecher das Recht auf entsprechende Unterstützung haben. Vorausgesetzt, sie beweisen Tat- und Entschlusskraft, was die Aufnahme eines neuen Studienganges oder zumindest einer Ausbildung betrifft.

Als Studienabbrecher trotzdem Karriere machen

Viele Studienabbrecher haben Bedenken, wie zukünftige Arbeitgeber auf ihre Situation reagieren. Klar ist, dass es hier keine einheitlichen Reaktionen oder Bewertungen von Chancen gibt, denn ein Lebenslauf ist immer eine sehr individuelle Auslegung des Personalchefs oder des zuständigen Entscheidungsbefugten. Wer jedoch seinen Status als Studienabbrecher vernünftig und nachvollziehbar erklären kann, der hat am Arbeitsmarkt meist keine Probleme oder muss Benachteiligungen in Kauf nehmen. Im Gegenteil, viele Arbeitgeber können diesen Schritt des Studienabbruchs positiv bewerten, da zu diesem Schritt meist auch eine gehörige Portion Mut gehört. Abgesehen davon zeigt der Studienabbrecher Mut, einen neuen Lebensweg einzuschlagen und gegebenenfalls falsch getroffene Entscheidungen zu revidieren. Etwas schwieriger wird es da schon, wenn es keine fundierte Begründung gibt, die dem zukünftigen Arbeitgeber auch plausibel erklärt werden kann. Argumente wie fehlende Motivation oder aber ein zu anstrengendes Studium, sollten bei der Begründung warum der Studienabbruch erfolgt ist, eher außen vor bleiben. Immerhin stellen gerade diese beiden Argumente in den Raum, dass der Studienabbrecher auch im Berufsleben eher faul und antriebslos erscheint und ihm eine Tätigkeit bald zu anstrengend wird. Und das will kein Chef und eigentlich auch keine Kollegen hören.

Positive Charaktereigenschaften der Studienabbrecher hervorheben

Wer sich auf ein Bewerbungsgespräch nach dem Studienabbruch vorbereitet, sollte sich entsprechende Argumente zurecht legen. Denn es ist klar, dass Personalchefs auf diesen „Bruch“ im Lebenslauf eingehen. Immerhin kann die Begründung viel über die Charakterstärke beim Studienabbrecher aussagen. Immerhin beweist der Studienabbrecher Mut, zu seiner Entscheidung zu stehen und mit den Konsequenzen zu leben. Denn klar ist, dass ein Studienabbruch immer ein weißer Fleck im Lebenslauf bleiben wird, egal wie erfolgreich die Karriere anschließend wird. Mit dieser Konsequenz muss man anschließend gut leben können.

Foto: © Butch / Fotolia.com

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