Studentisches Engagement an der Hochschule

Es gibt viele Möglichkeiten, sich neben dem Studium ehrenamtlich zu engagieren. Fast alle staatlichen oder privaten Universitäten und Fachhochschulen verfügen über ein Studierendenparlament, einen Allgemeinen Studierendenausschuss und verschiedene Fachschaften, in denen die Interessen der Studierenden auf vielfältige Weise vertreten werden können. Studentisches Engagement hat viele Vorteile. Da ist nicht nur die Tatsache zu nennen, dass studentisches Engagement an der Hochschule von den späteren Arbeitgebern gern gesehen wird, sondern auch, dass der persönliche Horizont des Studierenden deutlich erweitert werden kann. Soziale Beziehungen werden geknüpft und Kompetenzen erworben, die nicht nur an der Uni, sondern auch im späteren Berufsleben von Bedeutung sein können.

Welche Möglichkeiten für ein studentisches Engagement an der Hochschule gibt es?

Fast alle Parteien, politischen, sozialen und kulturellen Organisationen verfügen über eigene Hochschulgruppen. Insbesondere in größeren Städten oder an größeren Universitäten ist die Auswahl sehr groß. Aus diesem Grunde fällt es vielen Studierenden nicht leicht, sich für eine oder mehrere dieser Gruppen zu entscheiden. Außerdem verfügen die meisten Universitäten über einen Gleichstellungsausschuss, einen Behindertenbeauftragten und/oder einen Beauftragten für chronisch kranke Studierende. Wer zu einer dieser Personengruppen gehört, kann eigene Ideen einbringen und sich dafür einsetzen, dass das Studium auch für diese Personen gut und problemlos zu bewältigen ist. Studierende mit Kind finden ebenfalls geeignete Interessenvertretungen, in denen sie sich gern engagieren können.

Studierendenparlament, Allgemeiner Studierendenausschuss und Fachschaften

Das Studierendenparlament, der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) und die Fachschaften sind die bekanntesten Studierendenvertretungen. Die Mitglieder werden in geheimer Wahl gewählt. Jeder Student hat das Recht, sich selbst als Kandidat für eine oder für mehrere dieser Studierendenvertretungen aufstellen zu lassen. Wer neu an der Uni ist und Interesse an einem ehrenamtlichen Engagement in einer dieser Studierendenvertretungen hat, sollte sich rechtzeitig kundig machen, welche Voraussetzungen er dafür erfüllen muss und wann die nächsten Wahlen stattfinden. Während es sich bei dem Studierendenparlament und dem Allgemeinen Studierendenausschuss um fachübergreifende Gremien handelt, setzen sich die Mitglieder einer Fachschaft ausschließlich aus den Studierenden eines oder mehrerer fachlich verwandter Studiengänge zusammen. Ihnen obliegt es, die Einführungsveranstaltungen für die Erstsemester (Erstis) zu organisieren und ihnen bei allen Fragen, die sich rund um das Studium und das Leben an der Universität ergeben, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Außerdem veranstalten die Fachschaften regelmäßige Partys, Weihnachtsfeiern oder andere Events, die sich ganz speziell an die Studierenden richten, die im jeweiligen Studienfach oder in den jeweiligen Studienfächern eingeschrieben sind. Hier hat jeder Studierende die Möglichkeit, aktiv mitzuwirken und eigene Ideen einzubringen. Ehrenamtliches Engagement an der Hochschule ist eine hervorragende Möglichkeit, um über den Tellerrand des Studiums hinauszusehen und die anderen Studierenden besser kennenzulernen. Soziale Kompetenzen sind fast ebenso wichtig wie fachliche Kompetenzen. Dies wissen auch die meisten Arbeitgeber zu schätzen. Nicht umsonst hat das ehrenamtliche Engagement an der Universität bei ihnen einen hohen Stellenwert. Sie gehen in der Regel davon aus, dass ein Student, der sich aktiv an der Universität eingebracht hat, dies auch in dem Unternehmen tun wird. Teamfähigkeit, Durchsetzungsfähigkeit und andere soziale Kompetenzen lassen sich durch ein ehrenamtliches Engagement an der Universität hervorragend trainieren und kommen dem Absolventen später im Berufsleben zugute.

Eigene Interessen verfolgen

So wichtig wie ehrenamtliches Engagement für das weitere berufliche Leben sein kann, sollte dieser Punkt niemals den alleinigen Ausschlag geben. Das Verfolgen persönlicher Interessen und das Ausprobieren neuer Ideen ist ebenso wichtig. Gerade junge Leute möchten sich noch nicht endgültig festlegen, sondern erst einmal ganz in Ruhe ausprobieren, wo ihre Stärken sind und welche Tätigkeiten ihnen Freude bereiten. Zu kaum einer anderen Zeit des Lebens ist die Vielfalt der Möglichkeiten für ein ehrenamtliches Engagement so groß wie an der Universität oder an der Fachhochschule. Gar nicht so selten kommt es vor, dass ein Student über ein ehrenamtliches Engagement ganz neue Betätigungsfelder für sich entdeckt, an die er zuvor überhaupt nicht gedacht hat. Dies kann nicht nur für den weiteren persönlichen, sondern auch für den beruflichen Weg bedeutsam sein. Nicht nur Personen, die sich für politische, gesellschaftliche oder studienspezifische Probleme einsetzen möchten, finden an der Universität oder an der Fachhochschule ein breites ehrenamtliches Betätigungsfeld, sondern auch Personen, deren Interessen eher auf dem kulturuellen oder sportlichen Gebiet liegen. Wer es möchte, kann sich bereits im Vorfeld des Studiums über ensprechende Angebote an seiner Hochschule informieren. In jedem Falle bieten die Einführungsveranstaltungen für Erstsemester ausreichende Informationsmöglichkeiten.