Studentische Hilfskraft: Arbeiten an der Hochschule

Viele Studenten müssen sich ihren Lebensunterhalt selber verdienen. Gut, wer die Chance erhält, als studentische Hilfskraft zu arbeiten: Hiwis haben einen direkten Draht zum Professor und können ihren Lebenslauf aufpolieren. Dieser Nebenjob hat viele Vorteile, aber auch einige Nachteile.

Was ist eine studentische Hilfskraft?

Sie sind die guten Feen der Hochschulen: Studentische Hilfskräfte helfen in verschiedenen Bereichen aus. Einige engagieren sich für einen Professor, während sich andere um die Homepage der Fakultät kümmern. Ihre Aufgaben können sich enorm voneinander unterscheiden, abhängig von der jeweiligen Stelle. Und genau das solltest du als zukünftige studentische Hilfskraft beachten:

Lies dir die Aufgabenbereiche sorgfältig durch!

Es kann sein, dass du überhaupt keinen Kontakt zum Professor hast. Vielleicht arbeitest du nur mit dem IT-Spezialisten zusammen, der für die Wartung der Computer zuständig ist. Wenn das deinen Interessen entspricht, kannst du das gerne machen. Jedoch wird es dir wenig für deinen Lebenslauf bringen, sofern du eine Karriere in der Forschung beabsichtigst. Schmiedest du derartige Pläne, musst du mit einem Professor zusammenarbeiten und für ihn Aufgaben erledigen. Diese reichen von Literaturrecherche bis hin zum Kopieren von Büchern.

Hiwi: Traumjob an der Hochschule?

Eigentlich ist es ein toller Nebenjob: Du stehst mit den Lehrkräften in Kontakt und hast einen leichten Zugang zur Infrastruktur, auch wenn es nur die Nutzung des Hiwi-Zimmers ist. Solange du deinen Job wunderbar erledigst, läuft alles glatt. Sollte etwas schiefgehen, macht sich die fatale Doppelrolle des Professors bemerkbar. Er ist nicht nur dein Arbeitgeber, sondern auch für deine Prüfungen zuständig. Im Umkehrschluss kann sich das bei einem guten Verhältnis positiv auf dich auswirken, was meistens der Fall ist.

Wer bestimmte Rechte durchsetzen möchte oder sich gegen die Meinung seines Professors ausspricht, geht ein gewisses Risiko ein. Das Problem besteht darin, dass die meisten Verträge auf wenige Monate beschränkt sind. Die studentische Hilfskraft kann sich glücklich schätzen, wenn sie für mindestens ein oder zwei Semester eingestellt ist. Oft wird eine hohe Leistungsbereitschaft verlangt, da du über flexible Arbeitszeiten verfügst.

Die Belegschaft kritisiert dieses Modell, da es zur Selbstaufopferung neigt. Viele Studenten nehmen es sehr persönlich, sofern ihr Vertrag nicht verlängert wird. Darüber solltest du dir keine Gedanken machen, da befristete Verträge in dieser Branche üblich sind. Du musst dir nur rechtzeitig um deine weitere finanzielle Planung Gedanken machen, sofern du auf einen Nebenjob angewiesen bist.

Bewerbung zur studentischen Hilfskraft

Die besten Chancen hast du, wenn du dich für deinen Fachbereich bewirbst. Es existieren drei Wege, wie du einen dieser wertvollen Jobs ergattern kannst:

– Gute Leistungen im Seminar

– Aushänge an Türen oder am Schwarzen Brett

– Homepage der Fakultäten

 Wenn du für einen bestimmten Professor arbeiten möchtest, weil dich dessen Forschung interessiert, solltest du ein Seminar bei ihm belegen. Versuche durch gute Antworten hervorzustechen, um seine Aufmerksamkeit zu erregen. Am Ende des Seminars kannst du ihn auf einen Hiwi-Job ansprechen, sofern er nicht von selbst auf dich zukommt. Oft wird zur Veranstaltung ein begleitendes Tutorium angeboten, das von einem Studenten geleitet wird – ein toller Einstieg in die wissenschaftliche Karriere!

 Ansonsten kannst du auch den klassischen Weg gehen und dich auf offene Stellenanzeigen bewerben. Hier musst du dich gegen andere Kandidaten beweisen, wobei häufig die Noten von großer Bedeutung sind. Je nach Angebot spielen andere Fähigkeiten eine wichtige Rolle. Beschränkt sich die Stelle auf die Datenpflege der Fakultät, musst du gut mit Computer umgehen können und möglichst schnell erreichbar sein. Als direkter Hiwi eines Professors kommt es darauf an, über eine sorgfältige Arbeitsweise und fortgeschrittene Recherchekenntnisse zu verfügen.

Karriereeinstieg in die Forschung

Wer eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, sollte unbedingt als studentische Hilfskraft arbeiten. Das sieht nicht nur gut in deinem Lebenslauf aus, sondern hilft dir bei deinem späteren Werdegang. Es macht sich immer besser, an einer Hochschule anstatt als Thekenkraft gearbeitet zu haben. Du wirst einen Personaler kaum mit einem Disco-Nebenjob beeindrucken. Anders sieht es aus, wenn du über praktische Erfahrungen in der Forschung verfügst. Genau dieses Engagement könnte den kleinen aber feinen Unterschied bei einer Bewerbung ausmachen. Es zeigt der Personalabteilung, dass du Verantwortung übernehmen kannst. Strebst du eine Karriere in der Forschung an, kommst du um diesen Job nicht herum. Du setzt dich ständig mit den Inhalten deines Studiums auseinander und kannst dir so ein wertvolles Netzwerk ausbauen. In Datenbanken recherchieren, Literatur für den Professor besorgen oder bestimmte Seiten kopieren gehört einfach dazu, auch wenn es keinen Spaß macht.

Wie viel verdient eine studentische Hilfskraft?

Die Vergütung hängt stark vom jeweiligen Bundesland ab. Du musst dich erkundigen, ob es einen einheitlichen Tarifvertrag an deiner Hochschule gibt. Die Tarifgemeinschaft der deutschen Länder (TdL) hat für alle Bundesländer bis auf Berlin und Hessen einen Höchstverdienst von 9,05 Euro pro Stunde festgelegt. Dieser Betrag kann bei Bedarf um bis zu 10 % erhöht und um ein Weihnachtsgeld aufgestockt werden. Je nach Qualifikation erhöht sich der Grundbetrag. Studenten mit Bachelor- oder Masterabschluss haben einen erhöhten Gehaltsanspruch.

Durchsetzung von Rechten

Was viele Hiwis nicht wissen: Sie haben einen Urlaubsanspruch und können auch im Krankheitsfall auf ihre Entgeltfortzahlung bestehen. Leider verzichten viele Studenten auf ihre Rechte, da sie Angst haben, durch einen anderen ersetzt zu werden. Unzählige Überstunden sind kein Bestandteil des Jobs, sondern pure Ausbeute. Daher ist es wichtig, mit den anderen Hiwis solidarisch zu sein. Wer alleine gegen die Fakultät vorgehen möchte, wird keinen Erfolg haben. Bei Ungerechtigkeiten solltest du dich unbedingt mit den anderen Hilfskräften absprechen, um deine Rechte bestmöglich durchsetzen zu können.

 In vielen Bundesländern werden Hiwis juristisch als Sachmittel und nicht als Personal geführt. Daher besteht kein Anspruch auf eine Vertretung durch einen Personalrat. Aus diesem Grund wissen die meisten Hiwis über ihre Rechte nicht Bescheid und holen im Krankheitsfall ihre Arbeit nach. Ein klarer Gesetzesbruch, der oft nicht geahndet wird. Wie du siehst, ist es wichtig, auch zu deinen Kommilitonen eine gute Beziehung zu pflegen.

 Jedoch solltest du dich von diesen Aussagen nicht abschrecken lassen, da es nach wie vor ein toller Nebenjob ist und die praktischen Erfahrungen unbezahlbar bleiben.