Steuern sparen im Studium – Steuererklärung für Studierende

Viele Studenten und Studentinnen kommen finanziell nur über die Runden, wenn sie neben dem Studium jobben. Sobald sie jedoch berufstätig werden, möchte auch das Finanzamt seinen Anteil. Das Zahlen von Steuern kann sich bei Stundenlöhnen von manchmal weniger als zehn Euro leicht als Problem erweisen. Schließlich benötigen Studierende das Geld dringend für monatliche Ausgaben wie Miet- und Lebenshaltungskosten, Lehrmittel und Studiengebühren. Es gibt allerdings einige Sonderregelungen für Hochschüler und Hochschülerinnen, durch die sich unnötig hohe Steuern vermeiden lassen.

Wann musst Du Steuern zahlen?

Wenn Du ausschließlich von staatlichem BAföG oder aus dem Portemonnaie Deiner Eltern lebst, brauchst Du Dich um steuerliche Angelegenheiten nicht zu sorgen. In Kontakt mit dem Finanzamt kommst Du nur, wenn Du steuerpflichtige Einkünfte hast, beispielsweise aus einer Arbeitnehmertätigkeit, einer selbstständigen Arbeit, Kapitalvermögen oder Vermietung und Verpachtung. BAföG ist dagegen grundsätzlich steuerfrei.

Steuern fallen meist auch dann nicht an, wenn Du in den Semesterferien oder nebenbei einen Teilzeitjob ausübst. Bei der sogenannten geringfügig entlohnten Beschäftigung (450-Euro-Minijob) versteuert der Arbeitgeber Deinen Lohn pauschal.

Nicht mit dem Minijob zu verwechseln ist die kurzfristige Beschäftigung. Bei dieser ist die Tätigkeit auf maximal zwei Monate oder fünfzig Arbeitstage im Jahr begrenzt. Du darfst sie nicht regelmäßig verrichten und monatlich höchstens 450 Euro damit verdienen. Das Einkommen bleibt sozialversicherungsfrei, ist jedoch grundsätzlich steuerpflichtig. Die Versteuerung erfolgt entweder pauschal durch Deinen Arbeitgeber oder individuell auf Lohnsteuerkarte entsprechend der Lohnsteuermerkmale von Studierenden. Bei diesen Beschäftigungen handelt es sich typischerweise um Aushilfstätigkeiten, Saisonarbeiten oder bezahlte Praktika.

Verdienst Du im Monat mehr als 450 Euro und überschreitest außerdem die Zeitgrenze für eine kurzfristige Beschäftigung, kannst Du vom Werkstudentenprivileg profitieren. Hierbei zahlst Du nur in die Rentenversicherung ein. Beiträge zur Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung fallen hingegen nicht an. Eine Obergrenze für das monatliche oder jährliche Einkommen gibt es nicht, während die Höchstgrenze in puncto Arbeitszeit sehr großzügig ausfällt.

Erzielst Du mit Deiner beruflichen Tätigkeit ein Bruttoeinkommen von über 8.354 Euro im Jahr und übersteigst damit den Steuerfreibetrag, kommst Du um eine Lohnsteuer von zwanzig Prozent zuzüglich eines Solidaritätszuschlags von 5,5 Prozent und ggf. der Kirchensteuer nicht herum. Verdienst Du zwischen 400 und 800 Euro im Monat, musst Du außerdem einen Arbeitnehmeranteil zu den Rentenbeiträgen bezahlen. Erhältst Du BAföG und möchtest Dir etwas hinzuverdienen, solltest Du besonders vorsichtig sein. Dein BAföG-Satz verringert sich nämlich, sobald Dein monatliches Bruttoeinkommen mehr als 407 Euro beträgt. Zudem kannst Du Dich dann nicht mehr über die gesetzliche Krankenversicherung Deiner Eltern familienversichern lassen.

Wie kannst Du hohe Steuern vermeiden?

Sonderregelungen helfen beim Sparen von Steuern.

Einige Sonderregelungen helfen Dir dabei, Deine Steuerlast zu verringern. Manchmal lohnt es sich, freiwillig eine Steuererklärung beim Finanzamt einzureichen. Das muss innerhalb von vier Jahren erledigt werden und lohnt sich insbesondere dann, wenn Du Ausbildungskosten steuerlich geltend machen kannst oder die Finanzbehörde abgezogene Lohnsteuern zurückerstatten muss. Die dafür erforderlichen Formulare erhältst Du beim Finanzamt sowie bei Stadt- und Gemeindeverwaltungen. Selbstverständlich kannst Du Deine Steuererklärung auch elektronisch verfassen und einsenden.

Mach Werbungskosten geltend

Als Student hast Du die Möglichkeit, einen Teil Deines Einkommens in Form von Werbungskosten von der Steuer absetzen. Als Werbungskosten gelten Ausgaben, die in Zusammenhang zu Deinem Beruf stehen. Hierzu zählen beispielsweise Fachliteratur und Arbeitskleidung. Auch einen Umzug kannst Du als Werbungskosten deklarieren, wenn er aufgrund der besseren Erreichbarkeit Deiner Arbeitsstelle erfolgt. Für die meisten Posten Deine Umzugsrechnung musst Du jedoch entsprechende Belege erbringen. Dies gilt auch für alle anderen Werbungskosten, sofern Du damit die Werbekostenpauschale von 920 Euro überschreitest.

Lass Versicherungsbeiträge anrechnen

Des Weiteren steht es Dir frei, Dir Deine Beiträge zu Sozial-, Haftpflicht- und Lebensversicherungen bis zum festgelegten Höchstbeitrag anrechnen zu lassen. Diese steuerlich absetzbare Vorsorgepauschale hängt von unterschiedlichen Faktoren ab und wird vom Finanzamt für jeden Bürger individuell berechnet. Versicherungsfrei bist Du, wenn Du während des Semesters keine zwanzig Stunden pro Woche arbeitest. Sonderausgaben wie die Vorsorgepauschale kannst Du jedoch nur für das aktuelle Kalenderjahr in der Steuererklärung geltend machen. Versäumst Du dies, so verfallen sie.

Setze Sonderausgaben ab

Wenn Du neben Deinem Studium einer Berufstätigkeit nachgehst, hast Du außerdem die Möglichkeit, einen Teil Deiner Studienkosten von der Steuer abzusetzen, und zwar als „unbeschränkt abzugsfähige Sonderausgaben„. Hierunter fallen die Kosten für Kopien, Lektüren und Ausflüge, aber auch Spenden und die Kirchensteuer, bis zu einem Höchstbetrag von 6000 Euro. Verdienst Du während Deines Studiums nichts dazu, nützt Dir diese Regelung jedoch nichts, da Sonderausgaben im Gegensatz zu Werbungskosten nicht in spätere Jahre getragen werden können.

Nutze legale Schlupflöcher

Gehst Du nahtlos von der Schulbank an die Uni, bleibst Du auf Deinen Investitionen sitzen. Ein dualer Studiengang oder ein Zweitstudium lassen sich unbegrenzt absetzen. Hier gibt es aber ein Schlupfloch, das Du ganz legal für Dich ausnutzen kannst. Dafür musst Du keine jahrelange Lehre machen. In der Regel akzeptiert der Fiskus auch eine kurze Schulung zum Rettungssanitäter, Taxifahrer, Flug- oder Zugbegleiter als erste Ausbildung. Du hast beispielsweise auch die Möglichkeit innerhalb eines freiwilligen sozialen Jahres eine Ausbildung zum Sanitäter zu absolvieren oder im Rahmen des freiwilligen Wehrdienstes einen Lkw-Führerschein zu erwerben. Wichtig ist nur, dass diese Erstausbildung nach einem festen Plan erfolgt. Was Du danach studierst, spielt für das Finanzamt keine Rolle. Es lohnt sich also, ein paar Wochen die Schulbank zu drücken, um Dir diesen Steuervorteil zu sichern.

Das steuerliche Belohnungsprinzip für die Zweitausbildung ist zwar nicht ganz einfach zu durchschauen, aber recht attraktiv. Hast Du durch Dein Studium hohe Ausgaben, jedoch keine eigenen Einnahmen, bescheinigt Dir das Finanzamt einen Verlust. Diesen nimmst Du als Gutschrift in die Zukunft mit. Verdienst Du irgendwann Dein eigenes Geld, kannst Du das steuerliche Minus einlösen und zahlst auf Dein Gehalt während der ersten Berufsjahre weniger Einkommenssteuer. Bis dahin musst Du Belege sammeln, jedes Jahr Deine Steuererklärung abgeben und dort auf der ersten Seite des Mantelbogens ein Kreuz bei „Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags“ machen.

Auch wenn Du schon mitten im Studium bist, solltest Du Dich nicht einfach mit einem ablehnenden Bescheid des Finanzamtes abfinden, sondern innerhalb der gesetzlichen Frist Widerspruch einlegen. Noch könnte sich das Bundesverfassungsgericht als höchstes deutsches Gericht in diesen Streit einschalten und über die derzeit bestehende steuerliche Ungleichbehandlung von Studierenden zu Deinen Gunsten entscheiden.

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