Start-up gründen: In diesen Branchen findet man Geldgeber

Der Traum, ein Start-up zu gründen, beseelt inzwischen viele Studenten. Doch in welcher Branche solltest du aktiv werden, wenn es dir auch so geht? Neben persönlichen Neigungen und Talenten spielen die künftigen Marktchancen bei der Suche nach der Antwort auf diese Frage die wesentliche Rolle. Ein sicheres Anzeichen dafür, dass sich ein Start-up in einer bestimmten Branche durchsetzen kann, ist die Investitionsbereitschaft möglicher Geldgeber. Ein Überblick soll die nötigen Informationen dazu geben, wo die Reise künftig hingehen dürfte.

Mobilität bleibt Wachstumsmarkt für Start-ups

Die Mobilitätsbranche für Start-ups ist immer noch sehr stark wachsend

Die Mobilitätsbranche für Start-ups ist immer noch sehr stark wachsend

Uber hat zwar in Deutschland einige Rückschläge erlitten, dennoch bleibt die Mobilitätsbranche auch in der Bundesrepublik ein gutes Pflaster für Start-ups. Vor allem Apps, mit denen man schnell und einfach ein Taxi rufen kann, sind gefragt. Als Referenz: Das chinesische Start-up Didi Kuadi, das exakt auf dieses Gebiet spezialisiert ist, hat allein von Juli bis September 2015 drei Milliarden US-Dollar weltweit einsammeln können und seine eigene Zielmarke von zwei Milliarden USD mehr als deutlich übertroffen. Uber konnte im selben Zeitraum immerhin 1,2 Milliarden USD von Investoren bekommen. In Deutschland (und Mitteleuropa) sind die Zahlen zwar nicht derart beeindruckend, weisen aber in eine ähnliche Richtung. „MyTaxi“ wurde beispielsweise an Daimler verkauft, weil man bei dem Automobilkonzern an das Potenzial der Mobilitätsapp glaubt.

Tourismus und Unterhaltung: Zwei kaum beachtete Märkte für Start-ups

Namhafte Investoren machen bereits einen Großteil des Erfolgs aus

Namhafte Investoren machen bereits einen Großteil des Erfolgs aus

Start-ups in den Bereichen Tourismus sowie Unterhaltung haben gute Aussichten, Investoren zu finden, handelt es sich doch um kaum beachtete Märkte. Berlin hat beispielsweise den Wettbewerb „StartTourismusUp!“ ausgeschrieben. Dem besten Tourismus Start-up winkt ein Geldpreis in Höhe von 100.000 Euro – sowie viel öffentliche Bekanntheit, die dazu führen dürfte, dass gleich noch weitere potenzielle Investoren anklopfen. Die Kultur- und Unterhaltungsbranche, zu welcher der Tourismus zählt, dürfte insgesamt zu einem guten Pflaster für Gründer werden. Uber-Investor Troy Carter, dem derzeit vielleicht die beste Nase in der Frage nachgesagt wird, wo neue Firmen Erfolg haben können, sucht in diesen Bereichen neue Start-ups, um in sie zu investieren. Idealerweise, so Carter, sollten die Start-ups auch eine Tech-Komponente haben und beispielsweise das einfache Teilen von Daten ermöglichen. Beispielhaft nennt er den auch in Deutschland sehr bekannten Filehoster WeTransfer, in den er bereits investiert hat. Eine Sache verschweigt der Investor, der auch in Europa auf der Suche nach neuen Geldgebern ist, jedoch: Schon sein Name hilft Start-ups dabei, erfolgreich zu sein. Eine Studie der Reuters-Analystin Sarah McBride, die sie von 2011 bis 2013 durchgeführt hat, zeigt: Das Netzwerk der Investoren entscheidet wesentlich mit darüber, ob man sich durchsetzen kann oder nicht. Vereinfacht ausgedrückt: Wenn du bekannte Namen unter deinen Geldgebern hast, die dir auch in Fragen von „Vitamin B“ helfen können, wird sich dies für dich auszahlen.

Niederländisch-österreichischer Fonds sucht Start-ups im Bereich digitale Medien und Marketing

SpeedInvest und Endeit suchen Start-ups im Bereich digitale Medien und Online Marketing

SpeedInvest und Endeit suchen Start-ups im Bereich digitale Medien und Online Marketing

Doch zurück zu den Branchen, wo sich die Start-up -Gründung lohnen könnte. Zu nennen ist diesbezüglich auch der Bereich der digitalen Medien und des Marketings. Das österreichische Unternehmen SpeedInvest und der niederländische Geldgeber Endeit Capital haben gemeinsam einen in Holland angesiedelten Fonds gegründet, der mit 107 Millionen Euro gefüllt ist. Jener sucht in Mitteleuropa (BENELUX, DACH) nach hoffnungsvollen Start-ups aus den Bereichen digitale Medien und Online Marketing. SpeedInvest, das 75 Millionen Euro der Fondssumme beisteuert, hat in Deutschland einen guten Ruf, hat es doch schon Unternehmen wie Payworks und Joblocal zum Durchbruch verholfen. Start-ups für den Arbeitsmarkt sucht der Fonds allerdings ausdrücklich nicht mehr. Dieses Segment hält man bei den Geldgebern offensichtlich für übersättigt. Stattdessen wünscht man sich hoffnungsvolle Start-ups, die sich mit dem Bereich des mobilen Internets befassen.

Möbel-Startups überzeugen deutschen Mega-Investor

Start-ups in der Möbelbranche lohnen sich

Start-ups in der Möbelbranche lohnen sich

Auch die Möbelbranche ist ein lohnendes Pflaster für Start-ups. Der bekannte deutsche Mega-Investor Klaus Hommels, der an Facebook, Xing und Skype beteiligt war, hat einen neuen Fonds für Investments in Start-ups gegründet, der mit 350 Millionen Euro gefüllt ist. Laut Hommels hätte er aber auch „locker 600 Millionen Euro“ einsammeln können. Offiziell ist der Fonds für „Tech-Start-ups aller Art“ gedacht, tatsächlich haben aber die Berliner Möbel-Unternehmen Movago und Movinga die ersten Gelder erhalten – und zwar im siebenstelligen Bereich. Hommels erklärte, es geben „Tickets in aller Größenordnung von 500.000 bis zu 50 Millionen Euro“ aus seinem Fonds. Wenn ihn eine Idee überzeuge, könne viel Geld fließen. Der Hauptsitz des Fonds ist in Zürich.

Die Lage in Deutschland: Sparen liegt im Trend

Wem als Gründer keine der Branchen zusagt, der kann sich daran orientieren, welche Start-ups hierzulande besonders große Überlebenschancen haben. Generell werden solche Unternehmen angenommen, die den Menschen tatsächlich, schnell und einfach dabei helfen zu sparen. Beispielhaft sei EnerQuick genannt, das dabei hilft, besonders günstige Tankstellen zu finden.

Die Musikbranche ist tot für Start-ups

Zu guter Letzt noch eine Warnung: Die Erfolge von Spotify und Co. haben viele Gründer dazu bewogen, Start-ups in der Musikbranche zu gründen. Dies sollte man künftig unterlassen, ganz gleich, wo man sich auf dem Globus bewege, rät beispielsweise Carter. Die Branche sei inzwischen übersättigt. Zudem sei das Musik-Business zu prozessfreudig und es würde einfach nicht die „nötige Agilität aufbringen“, die es brauche, um ein Start-up bis an die Spitze zu bringen. Der Einstieg von Großunternehmen wie Apple habe die Marktlage zudem deutlich erschwert.

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