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Job und Karriere

14Jan

Die Promotion – Leitfaden für Doktoranden

Der Weg zur Promotion ist lang und will gut vorbereitet sein. Weißt du, wie du einen Doktorvater findest? Kannst du den Begriff „Rigorosum“ erklären? Und wie möchtest du während den Arbeiten dein Geld verdienen? Doktoranden verbringen viele Jahre mit ihrer Promotion – eine wundervolle und lehrreiche Zeit. Doch der Weg zum Doktortitel ist nicht immer leicht.

Doktorarbeit: Wem bringt die Promotion was?

Wenn du dich zur Doktorarbeit anmeldest, stellst du dich einer mehrjährigen Herausforderung. Im Durchschnitt kannst du vier Jahre für deine Dissertation einplanen – abhängig von deinem Fachgebiet. Viele Doktoranden erhoffen sich einen Karriereschub von ihrer Promotion. Dieser Anspruch ist durchaus gerechtfertigt, was bereits bei der wörtlichen Übersetzung dieses Begriffs beginnt: Beförderung. Doch nicht in jedem Fall liefert sie den gewünschten Erfolg. Während eine Promotion in den Sozial- und Geisteswissenschaften hinderlich sein kann, gilt sie in naturwissenschaftlichen Studiengängen als wichtiger Karrierefaktor. Wieso haben promovierte Historiker einen schlechten Ruf?

Personaler begründen das mit Überqualifizierung und Unformbarkeit der Bewerber.

Besser wäre es, wenn er oder sie mehrere Praktika gemacht hätte. Berufserfahrung ist Trumpf. Anders verhält es sich in der Biochemie. Hier gilt die Doktorarbeit als Nachweis für besondere Kenntnisse und wird von den Unternehmen gewürdigt. Die Einstiegsgehälter fallen deutlich höher aus, da du promoviert hast. Gut 40 Prozent aller Mathematiker behaupten, dass sie ihre Stelle ohne Doktortitel niemals bekommen hätten. Und das schlägt sich am Gehalt nieder: Ein Berufsanfänger mit naturwissenschaftlichem Masterabschluss verdient circa 48.000 Euro – der promovierte Kollege 8.500 Euro mehr.

Informiere dich gründlich über mögliche Karrierechancen in deinem Studiengang.

Voraussetzungen für eine Promotion

Du kannst promovieren, wenn deine Durchschnittsnote im Erststudium mindestens 2,5 beträgt. Nun liegt es an dir, einen Doktorvater zu finden. Er betreut dich während deiner Dissertation und steht dir für Fragen zur Verfügung. Du hast die Wahl zwischen einem internen oder externen Projekt.

Bei einem individuell betreuten Projekt fertigst du deine Doktorarbeit in enger Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl an. Hierbei unterstützt du deinen Doktorvater bei seiner Arbeit und hältst eigene Seminare. Alternativ kannst du dich auch an einem strukturierten Promotionsprogramm beteiligen. Du bist ein Freigeist, der lieber alleine arbeiten möchte? Die Promotion in Eigenregie entspricht genau deinen Bedürfnissen. Es liegt an dir, wie intensiv du dich mit deinem Betreuer austauschen möchtest. Niemand schaut dir auf deine Finger, was auch dem inneren Schweinehund zugute kommt.

Ausdauer und Motivation sind das Fundament einer erfolgreichen Doktorarbeit.

Je nach Studienordnung musst du Scheine erwerben und auswärtige Seminare besuchen. Informiere dich bei deiner Hochschule über die Voraussetzungen. Einige Universitäten erwarten von dir, dass du deine Forschungsergebnisse in Fachpublikationen veröffentlichst.

Wie läuft eine Bewerbung am Lehrstuhl ab?

Zuerst musst du Kontakt mit dem Doktorvater oder der Doktormutter aufnehmen. Der Lehrstuhl hat einige spannende Themen ausgeschrieben? Falls dich eines davon interessiert, steht deiner Bewerbung nichts mehr im Wege! Überlege dir einige Aspekte, die zur Forschung des Lehrstuhls passen könnten. Nun musst du einige Tage warten, bis du eine Zusage erhältst. Diese erlaubt es dir beim Prüfungsamt die Promotionsberechtigung zu erhalten. Mit dieser Berechtigung kannst du dich bei der Studentenkanzlei für das Promotionsstudium einschreiben. Anschließend beginnt die tatsächliche Arbeit, also das Schreiben der Doktorarbeit. Sie schließt mit einem Rigorosum ab, das übersetzt „strenges Gespräch“ bedeutet. In der Praxis handelt es sich eher um ein Fachgespräch unter Kollegen. Es soll zeigen, dass du dein Thema wirklich verstanden hast. So kann die Hochschule Plagiate identifizieren. Als ehrlicher Kandidat sollte dir die Verteidigung deiner Arbeit leicht fallen.

Erwartungshaltung: Qualität und Umfang

Jede Fakultät hat ihre eigenen Vorgaben. So entspricht die medizinische Dissertation eher einer soziologischen Bachelorarbeit. In den Geisteswissenschaften sind 200 Seiten keine Seltenheit. Wie lange du mit deiner Doktorarbeit beschäftigt bist, hängt vor allem von deinem Fachbereich ab. Wie hoch ist deine Motivation? Gibst du auf, wenn ein chemischer Versuch schiefgeht? Hier ist es üblich, mehrere Monate an einem Präparat zu forschen. Bei einem falschen Handgriff kann die komplette Arbeit zerstört sein.

Bringst du den Willen auf, wieder von vorne zu beginnen?

Du glaubst, dass du niemals mit derartigen Problemen zu kämpfen hättest. Bücher und Umfragen sind deine Quellen. Jeder Gedankengang kann sich als falsch herausstellen. Du musst einen anderen Weg wählen, der einen Neuanfang erfordert. Es ist ein hohes Maß an Selbstständigkeit erforderlich. Die freie Zeiteinteilung hat schon viele Doktoranden zur Verzweiflung gebracht. Du kannst dich selbst nur schwer motivieren? Bewirb dich lieber für eine interne Promotion. Hier hast du einen Doktorvater, der dich regelmäßig zu deinen Ergebnissen befragt – ausgedehntes Faulenzen verboten!

Wie kannst du deine Promotion finanzieren?

Als Doktorand hast du ein großes Problem: Es fehlt dir die Zeit für einen Nebenjob. Dafür stehen dir andere Wege der Finanzierung offen. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter kannst du gutes Geld verdienen. Neben den Planstellen werden auch Drittmittelstellen angeboten. Dabei betreust du ein Forschungsprojekt, das von einer Gesellschaft oder von einem Unternehmen finanziert wird. Manchmal ist es sogar möglich, die Promotion neben der Berufstätigkeit auszuüben.

Weißt du, was Graduiertenkollegs oder -schulen sind? Hierbei handelt es sich um Einrichtungen der Hochschulen. Das Ziel besteht darin, gemeinsam mit dem Lehrstuhl an einem Projekt zu arbeiten. Als Dachverband steht dir die DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) Rede und Antwort. Sie stattet die Hochschulen mit genügend Geld aus, was für Reisen und Forschung genutzt werden kann. So erhalten die 40 Graduiertenschulen jeweils eine Million Euro pro Jahr. Es ist von Vorteil, an einer von der DFG betreuten Hochschule zu promovieren. Talentierte Doktoranden können sich bei den BMBF (Begabtenförderungswerke) für ein Stipendium bewerben. Es beträgt 1.050 Euro im Monat und beinhaltet einen Zuschuss für Auslandsaufenthalte und einen Kinderzuschlag. Allerdings darfst du höchstens fünf Stunden pro Woche arbeiten, da deine Konzentration auf der Promotion liegen sollte. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Förderung nach dem Landesgraduiertengesetz. Das Stipendium existiert in jedem Bundesland und beträgt zwischen 600 bis 900 Euro. Es wird direkt von der Hochschule bewilligt und soll einen wichtigen Beitrag zur Forschung leisten. Das letzte Jahr deiner Promotion kannst du mit einem sogenannten Abschlussstipendium überbrücken.

Die meisten Doktoranden verdienen ihr Geld als wissenschaftliche Mitarbeiter. Es spricht nichts dagegen, direkt für ein Unternehmen Forschung zu betreiben. So kannst du wichtige Kontakte für deine berufliche Zukunft knüpfen.

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