Neues Semester mit neuen NCs – wie haben die sich mit den Jahren verändert?

Der lateinische Ausdruck Numerus Clausus, wörtlich übersetzt mit „geschlossene Anzahl“ beschreibt eine Zulassungseinschränkung vor allem an Universitäten. Die Zahl derjenigen, die nach dem Abitur gern ein Studium aufnehmen wollen, ist hauptsächlich in den letzten Jahren stark gestiegen. Allein seit 2000 hat sich die Quote der Studienanfänge von ca. 33% eines Jahrgangs auf mehr als 45% erhöht. An manchen Fächern ist das Interesse besonders groß. Dazu gehören beispielsweise Medizin, Jura oder Psychologie. Da jeder Studiengang nur über eine bestimmte Kapazität (besonders Räumlichkeiten und Personal) verfügt, es aber häufig viel mehr Bewerber gibt, wird die Note, kurz NC, festgelegt.

Gründe für die gestiegenen NC´S

Jeder, der sich über längere Zeit mit dem Numerus Clausus beschäftigt hat, wird das Gefühl haben, dass der der NC über die Jahre hinweg gestiegen ist. Der Hauptgrund für diese Entwicklung sind Mehrfachbewerbungen. Aus Angst, keinen guten Studienplatz zu bekommen, bewerben sich vor allem die guten und sehr guten Abiturienten bei bis zu acht Universitäten gleichzeitig. Der NC wird also künstlich verschoben. Das schreckt viele Schüler ab. Deshalb solltest Du Dich, wenn Dich ein Fach wirklich interessiert, bewerben, auch wenn Du die Note nicht erreicht hast. Vielleicht profitierst Du vom Nachrückeverfahren, weil sich die besseren Abiturenten dann für eine andere Hochschule entschieden haben. Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit, Wartesemester zu sammeln oder im Ausland zu studieren. Vor allem aufgrund des Ärztemangels in Deutschland wird die Abschaffung der Zulassungsbeschränkung in der Medizin von der Politik und dem Ärzteverband diskutiert. Er wird allerdings in wenigen Jahren auch wieder sinken, wenn die geburtsschwachen Jahrgänge nachrücken.

Der Numerus Clausus – ein variabler Wert

Der Numerus Clausus ist nicht von der Hochschule oder dem entsprechenden Bundesland festgelegt, sondern variiert in Hinblick auf die Qualität und Anzahl der Bewerberinnen und Bewerber. Diese Grenze nennt sich Zulassungsrang. In sie fließt die Note, meist die Abiturnote sowie die Anzahl der Wartesemester derjenigen Person ein, die zuletzt zugelassen wurde. Das erste Fünftel der zu vergebenen Studienplätze ist die sogenannten Leistungsquote, die Note des Abiturs. Die nächsten 20% werden entsprechend der Anzahl der Wartesemester vergeben. Das ist die Zeit, die zwischen dem Abitur und der Einschreibung vergangen ist. Über die übrigen 60% entscheidet die Universität selbst. Hier spielen beispielsweise spezielle Fachnoten eine Rolle. Daneben gibt es Tests oder Auswahlgespräche.

Zwei Arten von Bewerbungsverfahren

Es gibt zwei verschiedene Arten der Bewerbungsverfahren. Studienplätze für Fächer wie Psychologie, Pharmazie, Medizin oder Biologie werden in der Regel von der Stiftung Hochschulstart vergeben. Das bedeutet, man bewirbt sich nicht bei der entsprechenden Universität selbst, sondern bei der Stiftung, die früher auch ZVS (Zentrale Vergabestelle für Studienplätze) genannt wurde. Wenn Du etwas anderes studieren möchtest, das von der Uni direkt vergeben wird, dann gilt der Orts-NC, der von der Universität selbst festgelegt wird. Das nennt sich dann „örtliche Zulassungsbeschränkung“. Es gibt allerdings auch Studienangebote ohne Notenbeschränkung, in die man sich einfach so einschreiben kann.