Nachrückverfahren – Chance auf dein Traumstudium

Die Hochschulen und Universitäten in Deutschland sind gefragt und die offenen Studienplätze beschränkt. Mit sehr guten Abschlussnoten sind die Chancen, einen Platz in einem NC-Studiengang zu bekommen, relativ hoch. Wer nicht ganz so gute Noten hat, der muss auf jeden Fall zittern. Erhält man eine Absage von der Hochschule bzw. Uni, dann gibt es meistens noch zusätzliche Möglichkeiten u.a. das Nachrückverfahren.

Über das Nachrückverfahren einen Studienplatz bekommen

Viele Bewerber erhalten mehrere Zusagen und so steigt die Chance auf ein Nachrückverfahren

Viele Bewerber erhalten mehrere Zusagen und so steigt die Chance auf ein Nachrückverfahren

Viele Absolventen bewerben sich gleichzeitig an mehreren Universitäten oder FHs. Abiturienten mit sehr guten Noten bekommen oftmals auch mehrere Zusagen. Aufgrund dessen bleiben Jahr für Jahr sehr viele Studienplätze unbelegt. Die Zusagen alleine reichen aber noch nicht aus, damit die Studienplätze belegt sind. Für ihren Wunschstudiengang müssen sich die Bewerber noch einschreiben (immatrikulieren). Dies muss innerhalb der jeweiligen Immatrikulationsfrist erfolgen. Schreiben sie sich nicht innerhalb dieser Frist ein, dann können sie ihr Studium auch nicht antreten. Sobald die Immatrikulationsfrist von einem Studiengang zu Ende ist, sieht die Hochschule oder Uni, ob und wie viele Plätze noch frei sind. Gibt es noch Plätze, dann findet ein Nachrückverfahren statt. Durch dieses Verfahren haben alle Bewerber, die zuerst eine Absage bekommen haben, eine weitere Chance auf einen freien Studienplatz. Sollten in diesem Verfahren immer noch nicht alle freien Plätze belegt werden, dann gibt es zusätzlich noch ein Losverfahren.

Vergabeverfahren für zulassungsbeschränkte Studiengänge

Viele Studiengänge haben nur eine begrenzte Anzahl an freien Studienplätzen. Aus diesem Grund sind diese Studiengänge zulassungsbeschränkt. Die Universitäten und Fachhochschulen verwenden in der Regel 2 Ranglisten für die Studienplatzvergabe. Am wichtigsten sind Deine Gesamtnote der Hochschulzugangsberechtigung (HZB) und die Anzahl Deiner Wartesemester. 80 Prozent aller freien Plätze werden über die Liste der Durchschnittsnoten vergeben. In einem zusätzlichen Schritt prüfen die Fakultäten, wie viele Wartesemester vorhanden sind. 20 Prozent der freien Plätze werden dann im Hinblick auf die Wartezeit vergeben. Hast Du Dich für das Hauptverfahren beworben, dann bekommst Du per Post entweder eine Zulassung oder einen Ablehnungsbescheid.

Wissenswertes zum Nachrückverfahren

Man nimmt automatisch am Nachrückverfahren teil muss aber bei einer Zusage die Fristen einhalten

Man nimmt automatisch am Nachrückverfahren teil muss aber bei einer Zusage die Fristen einhalten

Hast Du Dich für einen Studiengang beworben und eine Absage erhalten, dann hast Du maximal noch 2 weitere Chancen. Findet ein Nachrückverfahren statt, dann kannst Du darüber zugelassen werden. Für dieses Verfahren musst Du Dich nicht zusätzlich anmelden. Du nimmst automatisch teil. Die Frist, bevor das Verfahren überhaupt stattfindet, liegt zwischen ein und zwei Wochen. So lange haben alle Bewerber Zeit, sich für ihren Studiengang zu immatrikulieren.
Wie genau das Nachrückverfahren im Detail abläuft, hängt von der jeweiligen Hochschule ab. In den meisten Fällen kommt eine Warteliste zum Einsatz. Auf dieser werden alle Bewerben nach Abiturnote, Wartesemestern und anderen Quoten positioniert. Die Bewerber mit den besten Noten bzw. meisten Wartesemestern haben die größten Chancen auf einen Studienplatz. Befinden sich mehrere Studienbewerber auf dem gleichen Stand, dann entscheidet letzten Endes das Los. Nicht jeder Nachrücker nimmt den freien Platz an und deshalb kann das Verfahren eine Weile dauern. Es wird so lange durchgeführt, bis alle noch freien Studienplätze vergeben sind. Auf der Webseite der Uni bzw. Fachhochschule sollten alle Termine und Fristen zum Verfahren veröffentlicht werden. Viele freie Plätze werden sogar noch kurz vor Semesterbeginn, im Oktober, vergeben.
Wenn Du zu den Glücklichen gehörst, die einen freien Platz bekommen haben, dann schickt Dir die Hochschule per Post einen Zulassungsbescheid. Den Studiengang musst Du dann innerhalb der Frist antreten, ansonsten erhält ihn ein anderer Nachrücker. Hast Du den Platz abgelehnt, so ist dies endgültig. Hast Du in dem Verfahren keinen freien Platz bekommen, dann wird Dich die Fakultät darüber nicht benachrichtigen. Ist die Frist abgelaufen und Du hast per Post keine Zusage bekommen, dann kannst Du von einer Ablehnung ausgehen. Solltest Du, aus welchen Gründen auch immer, kein Interesse an einem Nachrückverfahren haben, dann kannst Du dies der Fakultät mitteilen. Dadurch haben andere Nachrücker mehr Chancen auf einen freien Platz.

Das Losverfahren als letzte Chance

Beim Losverfahren spielen die Noten und Wartesemester keine Rolle

Beim Losverfahren spielen die Noten und Wartesemester keine Rolle

Solltest Du nicht zu den glücklichen Nachrückern gehören, so hast Du unter Umständen noch eine letzte Chance auf den Studienplatz. Sollten im Nachrückverfahren nicht alle freien Plätze belegt werden, dann wird die Universität bzw. Fachhochschule zusätzlich noch ein Losverfahren durchführen. An diesem nimmst Du aber nicht automatisch teil, Du musst Dich gesondert dafür anmelden. Auf der Webseite der Fakultät siehst Du, ob und in welchem Zeitraum ein Losverfahren stattfindet. In der Regel laufen die Teilnahmefristen für das Losverfahren schon im September ab. Du solltest Dich also frühzeitig anmelden. Je nach Hochschule geht die Anmeldung entweder online oder Du musst eine Postkarte schicken. Bei dem Losverfahren spielen Deine Noten oder Wartesemester keine Rolle. Wie der Name bereits verrät, werden die freien Plätze einfach unter allen Bewerbern verlost. Mit etwas Glück bekommst Du doch noch eine Zusage für Deinen Lieblingsstudiengang.

Was muss ich als (Fast-)Student beachten?

Hast Du im Hauptverfahren eine Ablehnung für Deinen Wunschstudiengang bekommen, dann gibt es immer noch Hoffnung. In der Regel finden in jedem Studienfach ein oder sogar mehrere Nachrückverfahren statt. Solltest Du parallel eine Zusage für einen anderen Studiengang bekommen haben, so musst Du nun genau abwägen. Hast Du sehr gute Noten und/oder viele Wartesemester, dann sind Deine Chancen recht hoch. Werden alle freien Plätze in diesem Verfahren belegt, dann gibt es natürlich kein zusätzliches Losverfahren. Sowohl beim Nachrückverfahren als auch beim Losfahren gibt es Fristen und diese solltest Du unbedingt kennen und berücksichtigen. Alle wichtigen Termine findest Du in der Regel auf der Webseite der Fakultät und diese solltest Du regelmäßig besuchen. Hast Du einen Studienplatz über das Nachrück- oder Losverfahren erhalten, dann musst Du Dich fristgerecht immatrikulieren. Tust Du dies nicht, dann hast Du kein Anrecht mehr auf den freien Platz.

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