Münchner Semesterticket – alles was ihr wissen müsst

Zu Beginn des Wintersemesters 2013/14 kann man in München zum ersten Mal ein Semesterticket erwerben. Das Münchner Semesterticket ist das Ergebnis von vielen Jahren andauernden Verhandlungen und zwei Abstimmungen in unterschiedlichen Jahren. Im folgenden Artikel erfahrt ihr alles, was ihr zum Thema Münchner Semesterticket wissen müsst.

Was ist das Semesterticket?

Marienplatz Mnchen
Ein Semesterticket ist ein Fahrausweis für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), der für Studierende das gesamte Semester lang gilt. Das heißt es ist sowohl während der Vorlesungen als auch in der vorlesungsfreien Zeit gültig. In München bietet sich ein Semesterticket vor allem deshalb an, weil die Fakultäten der Universität nicht zentral in München liegen, sondern über ganz München und teilweise auch das Münchner Umland verstreut liegen. Zudem führen die hohen Mietpreise dazu, dass viele Studenten gezwungen sind, weiter außerhalb zu wohnen. Die Folge sind oft sehr hohe Fahrtkosten für die Studenten.

Die Geschichte des Münchner Semestertickets

Die Einführung des Semestertickets wird schon seit geraumer Zeit diskutiert. Im Jahre 2009 kam es zur ersten Abstimmung an den Universitäten und Hochschulen. Das Projekt scheiterte damals allerdings an der zu geringen Zustimmung der Studenten der Ludwig-Maximilians-Universität. Der zuvor gegründete AK Mobilität arbeitete in der Zeit danach dann sehr intensiv daran, das Semesterticket attraktiver zu machen und die Bedingungen für die Studenten zu verbessern – und insbesondere den Solidarbeitrag zu verringern. Im Herbst 2012 kam es dann zu einer erneuten Abstimmung an den Münchner Hochschulen und Universitäten. In dieser stimmte die große Mehrheit der Studierenden für das Semesterticket und machte damit den Weg frei.

Wie wird das Münchner Semesterticket finanziert?

Das Münchner Semesterticket baut auf einem Sockelmodell auf. Das heißt, dass sich der Gesamtpreis von 200 Euro im Semester aus zwei Teilen zusammensetzt. Den ersten Teil stellt der sogenannte „Solidarbeitrag“ dar, ein Beitrag in der Höhe von 59 Euro, den von nun an jeder Student zu zahlen hat. Wer ihn entrichtet, darf in das Gesamtnetz in den Nebenzeiten, das heißt Montag bis Freitag zwischen 18 Uhr und 6 Uhr des Folgetages, sowie Samstag, Sonntag und an allen Feiertagen rund um die Uhr nutzen. Der zweite Teil, der die Nutzung des Gesamtnetzes zu allen Zeiten ermöglicht, besteht aus 141 Euro. Dieser Betrag ist freiwillig zu entrichten und setzt die Zeitbeschränkungen außer Kraft.

Vor und Nachteile des Münchner Semestertickets

Ein klarer Vorteil des Semestertickets ist es natürlich, dass die Studenten, die sonst extrem viel für die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zahlen müssten, entlastet werden. 200 Euro für sechs Monate ist wesentlich weniger, als viele bisher zahlen mussten. Nachteil an dem Ganzen: Plötzlich muss jeder mindestens 59 Euro mehr zahlen – der sogenannte „Solidarbeitrag“. Natürlich finden viele das nicht gut. Gerade Studenten, die es sich „gönnen“ nah an der Universität zu leben, und dafür höhere Mietkosten in Kauf nehmen, werden zusätzlich belastet, auch wenn sie grundsätzlich nur das Fahrrad benutzen. Ein Argument ist allerdings, dass der Solidaritätsbeitrag gerade das Wochenende abdeckt, also die Zeit, in der viele zum Feiern oder nach Hause zu den Eltern und Freunden fahren.

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