Motivationsschreiben für ein Stipendium

Das Motivationsschreiben gilt als letzte Hürde vor dem Stipendium. Sitzt du vor deinem Computer und weißt nicht, was du schreiben sollst? Mit den folgenden Tipps überzeugst du jede Stiftung von deinen Fähigkeiten!

Deine Persönlichkeit ist Trumpf

Bevor du deinen Gedanken freien Lauf lässt, solltest du dir überlegen, was du mit einem Motivationsschreiben bezwecken willst. Es ist nicht irgendein Schreiben, sondern Chance und Hürde zugleich. Du kannst damit fremde Menschen von deiner Persönlichkeit überzeugen, ohne sie vorher gesehen zu haben. Solltest du von den Noten her nicht zur Spitzengruppe gehören, kann ein beeindruckendes Motivationsschreiben für ein Stipendiumden Unterschied ausmachen.

Je nach Stipendium sind im Motivationsschreiben andere Qualitäten gefragt. In einigen Fällen kommt es gut an, wenn du großen Wert auf Kreativität legst, während andere Institutionen klare Argumente hören möchten. Jetzt stehst du vor der großen Herausforderung, dich für das richtige Format zu entscheiden.

Warum gerade ich?

Bevor du das Motivationsschreiben für ein Stipendium in Reinform ausformulierst, solltest du dir ein Konzept anfertigen. Beginne mit dieser Fragestellung:

„Wieso passe gerade ich zur Stiftung?“

Diese Frage sollte das Grundgerüst deines Schreibens bilden. Später wird es von fremden Menschen gelesen, die sich zwischen einer Vielzahl von Bewerbern entscheiden müssen. Und sie nehmen den, der ihrer Meinung nach am besten zu ihrer Institution passt. Du musst die wichtigsten Argumente geschickt verpacken, ohne aufdringlich zu wirken.

Orientiere dich an diesen Leitfragen:

  • – Was sind meine Fähigkeiten?
  • – Wie passen diese Talente mit der Stiftung zusammen?
  • – Was erhoffe ich mir vom Stipendium?
  • – Wozu benötige ich das Geld?
  • – Wieso habe ich mich gerade für diese Stiftung entschieden?
  • – Wie kann ich meine Ziele mit dem Stipendium erreichen?

 

Du bist das Produkt

Es geht darum, sich selber zu verkaufen. Du musst einen möglichst guten Eindruck auf den Leser hinterlassen, ohne zu lügen. In der Jury sitzen Experten, die eine Vielzahl von Bewerbungen gelesen haben. Sie merken es sofort, wenn ein Kandidat aufgesetzt bescheiden wirken möchte. Daher musst du authentisch sein, wenn du eine Chance haben möchtest. Dies bewirkst du, indem du einen Bezug zu deinem Lebenslauf und zu deinen Referenzen herstellst. Du solltest plausibel begründen können, warum du von bestimmten Werten und Idealen überzeugt bist.

Natürlich möchtest du in dieser Situation eine möglichst gute Figur machen. Übertreibe es bitte nicht! Gespieltes Selbstbewusstsein ist peinlich, sofern es nicht deinem Charakter entspricht. Es zeugt von Stärke, zu seinen Schwächen zu stehen. Hebe dir derartige Gedanken aber lieber für das persönliche Einzelgespräch auf, sofern es von der Stiftung verlangt wird.

Überzeuge mit einer klaren Struktur und der Begründung, wieso gerade deine Fähigkeiten perfekt zur Stiftung passen.

Wichtig: Formale Vorgaben

Halte dich an die formalen Angaben, die von der Stiftung vorgegeben sind. Wenn zwei Seiten verlangt werden, solltest du genau diese Seitenanzahl abliefern – nicht mehr und nicht weniger. Je nach Stiftung werden unterschiedliche Sprachstile verlangt. Bei einem Erfahrungsschreiben solltest du deine Motivation lebhaft darstellen, während es bei einem standardisierten Bewerbungsbogen eher um die Beantwortung der Leitfragen geht. Schaue dir diese besonders genau an. Du solltest dich intensiv mit den Leitfragen auseinandersetzen, sofern welche vorgegeben sind.

So sammelst du Pluspunkte

Die wenigsten Bewerber machen sich ein genaues Bild über die Stiftung. Informiere dich über aktuelle Projekte und binde sie in das Motivationsschreiben für ein Stipendium ein. Dies geschieht in der Form, dass du der Stiftung zeigst, was du ihr zu bieten hast. Benenne die relevanten Programme und schlage konkrete Ideen vor, wie du dich in das Stiftungsleben integrieren kannst.

Die meisten Studenten zählen willkürliche Fähigkeiten auf, die für die Stiftung gar nicht von Interesse sind. Mit einem Motivationsschreiben, das konkret auf die Stiftung eingeht, stichst du garantiert aus der grauen Masse hervor. Du solltest es jedoch vermeiden, einfach nur eine Copy-Paste-Version der Homepage abzuliefern. So überzeugst du niemanden.

Soziales Engagement gilt als das Top-Kriterium. Viele Stiftungen suchen engagierte Persönlichkeiten, die sich neben dem Studium um gesellschaftliche oder politische Projekte kümmern. Versuche dabei möglichst konkret zu sein, da klare Worte gerne gesehen sind. So wird schnell deutlich, ob du wirklich über den Tellerrand schaust oder einfach nur mit Freunden Spaß hast. Es geht darum, Verantwortung und Eigeninitiative zu übernehmen.

Geld – die heikle Frage

Ein Stipendium kann deine finanzielle Situation deutlich entlasten. Das ist auch der Stiftung klar, weswegen sie ein Motivationsschreiben genau auf diesen Punkt überprüfen. Deshalb solltest du äußerst vorsichtig mit diesem Thema umgehen. Gerade bei älteren Studenten liegt der Verdacht nahe, dass sie sich während ihrer Bachelor- oder Master-Abschlussarbeit finanzielle Freiheit verschaffen möchten. Bewirb dich daher möglichst früh für ein Stipendium, am besten noch vor dem 3. Semester.

Unter keinen Umständen solltest du das liebe Geld in den Vordergrund rücken. Es darf nicht das Hauptargument deiner Bewerbung sein! Erwähne es nur, wenn du es mit deiner Biografie begründen kannst. Du bist ehrenamtlich tätig und würdest deine Tätigkeit gerne ausbauen. Jedoch fehlt dir die Zeit, da du mehrmals die Woche einen Nebenjob ausüben musst. Daher könntest du dich mit den zusätzlichen Einnahmen noch stärker in deinem Bereich engagieren. Das ist eine gute Begründung!

Todesstoß eines jeden Motivationsschreibens

  • – Du lieferst einen halben Roman ab, obwohl nur drei Seiten gefordert waren.
  • – Grammatik- und Rechtschreibfehler!
  • – Du hast den Namen der Stiftung falsch geschrieben und das Schreiben falsch adressiert.
  • – Abgedroschene Floskeln kommen niemals gut an. Konkrete Beispiele sind Trumpf!
  • – Deine Talente sind eine tolle Sache, jedoch solltest du auch erwähnen, wieso sie der Stiftung von Interesse sind.
  • – Es ist offensichtlich, dass es dir nur um das Geld geht.
  • – Einsendeschluss verpasst!

 

Die richtige Stiftung macht’s

Stopp! Hast du dich gründlich über andere Stiftungen informiert? Jede Institution hat ihre eigenen Vorgaben, insbesondere was die Auswahl an geeigneten Kandidaten betrifft. Während die Studienstiftung des deutschen Volkes sehr hohe Ansprüche an Noten stellt, hilft das Mawista-Stipendienprogramm Studenten mit Brüchen im Lebenslauf. Achte darauf, wenn du dein Motivationsschreiben formulierst.

Wie du siehst solltest du dich nicht bei irgendeiner Stiftung bewerben, sondern bei der, die zu deinem Lebenslauf passt.

Gerade bei kleinen Stiftungen genießt du höhere Erfolgschancen. Es gibt weniger Konkurrenz und du kannst deinen Lebenslauf besser zur Geltung bringen. Jedes Stipendium hat seine bestimmte Zielgruppe, die ihre eigenen Fähigkeiten erfordert. Verabschiede dich vom Gedanken, dich bei mehreren Stiftungen zu bewerben. Damit machst du dich unglaubwürdig und eine doppelte Förderung ist fast immer ausgeschlossen. Deshalb ist es wichtig, das Motivationsschreiben für ein Stipendium sorgfältig zu formulieren.