Masterarbeit in 5 Schritten

Mit der Masterarbeit ist ein Studium fast abgeschlossen, es folgen nur noch die Abschlussprüfungen. Statt sich zu freuen, graust es vielen Studenten vor dieser Ausarbeitung – doch das muss nicht sein: Es benötigt bloß eine Portion Ausdauer und ein wenig Selbstorganisation, um die Master-Thesis erfolgreich zu meistern!

Keine Bange vor der Masterarbeit

In manchen Studiengängen spielen schriftliche Arbeiten eine untergeordnete Rolle. Da die Master-Thesis als umfangreichste wissenschaftliche Ausarbeitung gilt, verbreitet sie Angst und Schrecken. Manch ein Student kann mit dieser Situation schlecht umgehen und verzweifelt bereits an den ersten Sätzen.
Solche Sorgen sind unbegründet, da noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Sogar die Arbeiten deiner Professoren sind nicht frei von Mängeln und müssen mehrmals korrigiert werden. Konzentriere dich lieber auf deine Stärken und verfolge einen konkreten Schreibplan.
„Vorab solltest du dich bei der Studienberatung über den Ablauf der Masterarbeit informieren.“
Einige Hochschulen stellen spezielle inhaltliche Anforderungen an ihre Studenten, was auch für Regelungen hinsichtlich der Betreuerwahl und des Einreichprozesses gilt. Sobald du das geklärt hast, kannst du dich endlich auf die eigentliche Schreibarbeit konzentrieren.

1. Schritt: Das richtige Thema

Mit Fachartikeln und Zeitschriften kannst du dir erst einmal einen Überblick verschaffen

Mit Fachartikeln und Zeitschriften kannst du dir erst einmal einen Überblick verschaffen

Die Themenwahl gehört glasklar zu deinen Aufgaben. Kein Betreuer sieht es gerne, wenn er dir mögliche Themen servieren muss. Diese Fragen helfen dir bei der Themenwahl weiter:

  • Was interessiert mich wirklich?
    – Möchte ich nach Interesse oder nach Strategie entscheiden?
    – Könnte das Thema beruflich von Vorteil sein?

Bei einer strategischen Entscheidung wählst du ein Thema, das in der Fachliteratur breit behandelt wurde. Es mag dich vielleicht weniger interessieren, dafür fallen die Recherchearbeiten einfacher aus. Wer zu einem Thema bereits eine Hausarbeit verfasst oder ein Seminar besucht hat, tut sich ebenfalls leichter. Bei der Themenwahl kannst du dich für eine Forschungsfrage entscheiden, die du gründlich analysierst und beantwortest. Alternativ prüfst du eine These im Arbeitsprozess und belegst oder widerlegst sie im Anschluss.
„Eine Masterarbeit ist nicht von heute auf morgen geschrieben. Der zeitliche Rahmen liegt bei rund 6 Monaten, während der Umfang zwischen 60 bis 120 Seiten beträgt.“
Mit einem „langweiligen“ Thema schwindet die Motivation und die Qualität der Arbeit lässt nach. Im Optimalfall findest du ein Masterthema, das dich persönlich und auch den künftigen Arbeitgeber interessiert. Für angehende Wissenschaftler ist die Themenwahl von großer Relevanz, da die Promotion auf die eigene Master-Thesis aufbaut.
Bei Betreuern sind aktuelle Themen beliebt, die in der Forschung kaum behandelt wurden. Bevor du deine Vorschläge präsentierst, solltest du einen Blick in die Bibliothek werfen. Ist ausreichend Literatur vorhanden? Beginne am besten mit Fachartikeln und Zeitschriften, um die einen groben Überblick zu verschaffen. So kannst du eine interessante Frage finden und daraus ein Masterthema entwickeln.
Tipp: Suche ein allgemeines Thema und formuliere daraus eine spezielle Fragestellung.

2. Schritt: Literatur recherchieren

Die Literatur deiner Masterarbeit muss zitierfähig sein

Die Literatur deiner Masterarbeit muss zitierfähig sein

Eine Masterarbeit muss auf wissenschaftlicher Fachliteratur basieren, die einen konkreten Bezug zum gewählten Thema hat. Das Werk muss zitierfähig sein, sonst scheidet es als Quelle aus. Am Anfang sollte man in Dissertationen, Lehrbüchern und Zeitschriften recherchieren. Es lohnt sich, einen Blick auf deren Literaturliste zu werfen. Hier findest du viele Anregungen für die eigene Master-Thesis.
Du kannst auch im Internet nach guten Büchern suchen. Gib bei „Google Scholar“ einen Suchbegriff ein und die Suchmaschine liefert dir wissenschaftliche Literaturhinweise. So verschaffst du dir einen groben Überblick über ein Thema. Von Wikipedia und Co. ist abzuraten, außer der Artikel basiert auf Fachliteratur. Die Beiträge kannst du nicht verwenden, doch ein Blick in die zitierten Bücher schadet nicht.
Verschaffe dir einen breiten Überblick, um später ins Detail zu gehen.

3. Schritt: Sinnvolle Gliederung

Ein schwerer Fehler ist einfach mit dem Schreiben zu beginnen. Bevor du das erste Wort zu Papier bringst, sollte die Gliederung wenigstens grob feststehen.
Eine Gliederung muss selbsterklärend sein – der Betreuer sollte sofort wissen, wie die Masterarbeit aufgebaut ist.“
Die Schlüssigkeit genießt bei der Bewertung einen hohen Stellenwert. Es muss ein roter Faden vorhanden sein, sonst hat der Autor sein Thema eher oberflächlich behandelt. Natürlich müssen die Überschriften präzise gewählt sein und den Abschnitt genau beschreiben.
Eine Gliederung ist für den Leser und nicht für den Autor. Im formalen Bereich musst du dich auf eine Ordnungsmethode festlegen und sie konsequent beibehalten:

1. Einleitung
2. Thema
2.1 Unterpunkt vom Thema
2.2.1 Konkretisierung vom Unterpunkt
2.2.2 Konkretisierung vom Unterpunkt
2.2.3 Konkretisierung vom Unterpunkt
2.2 Unterpunkt vom Thema
3. Zusammenführung
4. Fazit

Dieses Schema soll dir als kleines Beispiel dienen. Alle Punkte bauen aufeinander auf und sind formal korrekt angeordnet. Sie bilden ein logisches Gesamtkonstrukt.

4. Schritt: Inhalt der Arbeit

Fange möglichst früh mit Deiner Masterarbeit an

Fange möglichst früh mit Deiner Masterarbeit an

Nun beginnt die eigentliche Schreibarbeit. Die Gliederung steht und die Unterpunkte werden mit Sätzen gefüllt. Fällt dir ein neuer Gedanke ein, kannst du die Masterarbeit etwas anders strukturieren. Verrenne dich nur nicht in Details, sondern orientiere dich immer an deiner Leitfrage.
Natürlich muss die Master-Thesis sachlich geschrieben sein, das versteht sich von selbst. Darunter fällt eine einheitliche und korrekte Zitierweise. Hier solltest du dich an den gängigen Hochschulrichtlinien orientieren. Je nach Fachrichtung können sich die formalen Anforderungen drastisch unterscheiden. Oftmals ist das Harvard-System üblich, bei dem der Quellenhinweis direkt im Text angegeben wird.
Du wirst merken, dass das Schreiben an sich gar nicht so schwer ist. Treten Schreibblockaden auf, nimm dir ein paar Tage Auszeit. Daher ist es wichtig, möglichst frühzeitig mit der Master-Thesis anzufangen. Man sollte sich die Arbeit in „Häppchen“ aufteilen und für jeden Teilschritt einen klaren Arbeitsplan aufstellen. So sind störende Schreibhemmungen fast ausgeschlossen.
Tipp: Handy, Internet und Telefon während dem Schreiben ausschalten. Freunde oder Bekannte können den Rhythmus erheblich stören.

5. Schritt: Finale Korrektur

Bevor du die Masterarbeit abgibst, musst du sie auf Grammatik und Rechtschreibung korrigieren. Frag einen guten Freund aus dem gleichen Fachgebiet, ob er sie einmal durchliest. Alternativ kannst du ein professionelles Lektorat mit dieser Aufgabe beauftragen.
Gönn dir ruhig eine Woche Urlaub. Das verschafft dir etwas Abstand und deckt in der finalen Korrektur mögliche Fehler auf. Nun bist du fertig und kannst die Arbeit endlich in Druck geben!

Kriterien: Wie wird bewertet?

Bei der Bewertung spielen die schöpferische Originalität, sowie Sorgfalt und die richtige Zitierweise eine große Rolle

Bei der Bewertung spielen u.a. die schöpferische Originalität und die richtige Zitierweise eine große Rolle

Bei der Bewertung folgen Hochschulen internen Richtlinien. Um eine super Note zu erzielen, solltest du deine Masterarbeit auf folgende Punkte überprüfen:

Schwierigkeitsgrad des Themas
Schöpferische Originalität (Eigeninitiative, Hilfestellung vom Betreuer)
– Arbeitstechnik (aktuelle Quellenlage, Richtigkeit der Aussagen)
Grammatik und Rechtschreibung
– Äußere Form (Gliederung, Sorgfalt, Zitierweise)

Fazit

Eine gute Masterarbeit ist kein Hexenwerk. Hast du die ersten Schritte gemeistert, schreibt sie sich wie von selbst. Häufig unterschätzen Studenten den zeitlichen Aufwand, den eine solche Arbeit mit sich bringt. Fang rechtzeitig an, damit du dir später sinnvolle Auszeiten gönnen kannst. Fällt dir das schwer, kannst du mit deinem Betreuer regelmäßige Treffen vereinbaren. Sie helfen dir, deinen Schreibplan pünktlich in die Tat umzusetzen.

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