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Studium, Tipps zum Lernen

30Jul

Lernmethoden: Lernen mit Karteikarten

Vor gar nicht so langer Zeit noch waren sie der Inbegriff von Bürokratie: Karteikarten. Wann wurde zuletzt von wem ein Buch aus der öffentlichen Bücherei ausgeliehen und wann hätte es spätestens zurückgegeben werden müssen? Die kleinen, fein säuberlich per Hand oder Schreibmaschine beschrifteten Kärtchen im ordentlich geführten Kasten der Bibliothekarin gaben erbarmungslos Auskunft und ließen den säumigen Ausleiher nicht selten tief in die Tasche greifen.

Doch mit zunehmender Informationsfülle, die im Schul- und Hochschulalltag bewältigt werden sollte, erlebte ausgerechnet die verpönte Karteikarte unter den Lernmethoden eine Renaissance und revolutionierte geradezu das Lernen.

Wissen kompakt als Lernmethode

Die Vorteile selbst erstellter Lernkarten im handlichen Format, das DIN-A-6 nicht überschreiten sollte, liegen auf der Hand:

Ähnlich wie bei einem „Spickzettel“ gibt es nur wenig Platz, um wesentliche Aspekte des Lernstoffs in komprimierter Form herauszuarbeiten.
Durch eigene Formulierung ist zumindest der erste Schritt in Richtung Langzeitgedächtnis getan, denn es ist eine mehr als oberflächliche Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgt.

Zudem sind die Inhalte den eigenen Bedürfnissen entsprechend so aufbereitet, dass ein schneller Zugriff auf gesuchte Lerninhalte garantiert ist.

Die Karteikarten können nun als „persönlicher Lernbegleiter“ zur sinnvollen Überbrückung von Wartezeiten – oder auch einfach nur zur Beruhigung der Nerven – überall hin mitgenommen werden.

Besser lernen mit System

Um bereits die Zeit, die man in das Erstellen der Karten investiert, effizient als Lernzeit nutzen zu können, sind gründliche Vorüberlegungen zur Beschriftung notwendig. Gemäß dem Motto: „Nur wer sich am Anfang viel Zeit nimmt, kann später viel Zeit sparen“ sollte die passende Systematik gefunden und beibehalten werden.

Geht es um reines Auswendiglernen (zum Beispiel bei Vokabeln, historischen Daten oder Formeln), empfiehlt sich das Frage-Antwort-Verfahren. Hierbei steht auf der Vorderseite eine Frage, eine Definition oder die paraphrasierte Form eines Ausdrucks und auf der Rückseite der zu lernende Stoff als Lösung.

Ansonsten empfiehlt es sich, die einseitig beschrifteten Karten, von denen jede einzelne nicht mehr als drei Fakten beziehungsweise Informationseinheiten umfassen sollte, mit Titeln zu versehen, die ein schnelles Auffinden des gesuchten Themas möglich machen. Es kann durchaus sinnvoll sein, hierbei mit verschiedenen Farben für die einzelnen Lerneinheiten zu arbeiten.

Wiederholung – den richtigen Rhythmus finden

Übrigens: Wer die Kosten scheut oder Probleme dabei sieht, regelmäßig für Nachschub an handelsüblichen Karteikarten zu sorgen, kann stattdessen natürlich auch auf selbst zugeschnittenes Schreibpapier zurückgreifen. Virtuelle Karteikästen lassen sich zudem kostenlos unter anderem bei www.brainyoo.de mit der Option zur lokalen Datenspeicherung und als eingeschränkte Version bei www.cobocards.com herunterladen. Sie basieren auf der Wiederholungsmethode, die zum Beispiel auch der unter www.aol-verlag.de angebotenen Fünf-Fächer-Box zugrunde liegt. Vom ersten Fach aus wandern die Karteikarten, deren Stoff bereits „sitzt“ und in größer werdenden Abständen wiederholt werden kann, immer weiter nach hinten. Was zwischendurch vergessen wurde, geht zurück ins erste Fach, dessen Inhalt täglich wiederholt wird.

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