Johanna Wanka – die neue Bildungsministerin

Die deutsche Politikerin Johanna Wanka wurde am 1. April 1951 als Johanna Müller in Rosenfeld geboren. Seit übernahm am 14. Februar 2013 als Nachfolgerin der zurückgetretenen Annette Schavan das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Wanka ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Das Leben von Johanna Wanka

Johanna Wanka verbrachte ihre Kindheit im sächsischen Rosenfeld und machte ihr Abitur an der erweiterten Oberschule im benachbarten Torgau. Nachdem sie bereits neben dem Abitur eine Ausbildung zur Agrotechnikerin absolvierte hatte, wechselte sie im Anschluss zum Studium der Mathematik an die Universität Leipzig. Nach dem Diplom im Jahre 1974 arbeitete sie zunächst als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Hochschule in Leuna- Merseberg, wo sie 1980 auch promovierte. Im weiteren Verlauf ihrer akademischen Laufbahn wurde Wanka letztlich im Jahre 1994 zur Rektorin der Hochschule Merseberg gewählt und bekleidete dieses Amt mit zum Jahre 2000.

Die politische Laufbahn von Johanna Wanka

Die politische Laufbahn der späteren Bildungsministerin begann dagegen vergleichsweise spät. Im Jahre 1989 war Wanka Gründungsmitglied der im Zuge der Wende entstandenen Bürgerbewegung Neues Forum und für diese in den folgenden Jahren auch im Kreistag Merseburg vertreten. Ihren Einstieg in die überregionale Politik fand die Mathematikerin jedoch erst im Jahre 2000, als sie in Brandenburg unter SPD- Ministerpräsident Stolpe Ministerin der CDU für Wissenschaft, Forschung und Kultur wurde. Erst im folgenden Jahr trat die bis dahin parteilose Wanka in die CDU ein. Ihr Ministeramt hatte die gebürtige Sächsin bis zum Jahre 2009 inne. Bei der Landtagswahl in diesem Jahr trat sie als Spitzenkandidatin für die CDU an, ihre Partei wurde jedoch am Ende wiederum nur drittstärkste Kraft hinter der SPD und der Linken. Ministerpräsident Platzeck (SPD) koalierte in der Folge mit der Linken und Wanka wurde zunächst Fraktionsvorsitzende der CDU und damit Oppositionsführerin im Brandenburger Landtag. Allerdings berief Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff seine Parteikollegin bereits wenige Monate später als Ministerin für Wissenschaft und Kultur in sein Kabinett. Auch unter Wulffs Nachfolger McAllister bekleidete Wanka dieses Amt, trat jedoch am 13. Februar 2013 zurück.

Die Nachfolgerin von Annette Schavan

Zum einen war ein Ende ihrer Ministerlaufbahn auf Grund des Sieges für SPD/Grüne bei der abgelaufenen Landtagswahl absehbar, zum anderen wurde sie bereits als potentielle Nachfolgerin der zurückgetretenen Bundesbildungsministerin Annette Schavan gehandelt. Diese musste sich letztlich dem großen öffentlichen Druck beugen und ihren Stuhl räumen, nachdem die Universität Düsseldorf sie der vorsätzlichen Täuschung durch Plagiat schuldig gesprochen und ihr den Doktortitel aberkannt hatte.

Die neue Bildungsministerin

Am Tag nach ihrem Rücktritt wurde Wanka letztlich als neue Bildungsministerin der Regierung Merkel bestätigt und eine Woche später im Bundestag vereidigt. Ihre Karriere als Bildungsministerin könnte nur von kurzer Dauer sein, denn der Ausgang der Bundestagswahl im Herbst gilt nach wie vor als völlig offen. Zudem sind Johanna Wankas bildungspolitischen Gestaltungsmöglichkeiten auf Grund föderaler Hindernisse eher gering. Mit einem Ende des Kooperationsverbotes auf Hochschulebene sei ebenso wenig zu rechnen wie mit einer kurzfristigen BAFÖG-Erhöhung. Auch beim Thema „Studiengebühren“ hält sich die bekennende Befürworterin zunächst zurück. Bei der von ihrer Vorgängerin angestoßenen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ will Wanka dagegen den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen. Schon Annette Schavan war nicht unbedingt für ihre Nähe zu den deutschen Studenten und zu deren Problemen bekannt, mit ihrer Nachfolgerin dürfte sich auf diesem Sektor kaum etwas ändern.

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