Hilfreiche Tipps für dein Bewerbungsschreiben

Es ist so weit. Du hast deinen Bachelor/deinen Master in der Tasche. Keine Vorlesungen mehr, keine Seminare, kein Tutorium. Die Uni-Pforten haben sich endgültig hinter dir geschlossen. Und jetzt willst du mit deinen ehrlich erworbenen Kenntnissen Richtung Arbeitsmarkt steuern. Aus Internet und Printmedien filterst du die interessantesten Stellenanzeigen heraus. Und nun stehst du vor ihnen, jenen geheimnisvollen Institutionen namens Firma, Weltunternehmen oder Global Player. Anonyme Personalabteilungen laden dich ein, ihnen deine aussagekräftigen Unterlagen zu schicken. Und du weißt, dass sie nicht allein dich dazu eingeladen haben. Du stehst und suchst verzweifelt nach einem Zugang, der dich im Rennen um den Traumjob am schnellsten zum Ziel führt. Suche nicht zu lange und nicht zu weit. Denn der Schlüssel zum Erfolg liegt in deiner eigenen Persönlichkeit.

Außen hui, innen pfui?

Die Norm DIN 5008 gibt die Gestaltungsregeln deines Bewerbungsanschreibens vor

Die Norm DIN 5008 gibt die Gestaltungsregeln deines Bewerbungsschreibens vor

Natürlich müssen die Formalien stimmen. Du kannst tolle Inhalte produzieren – aber wenn du sie deinem potenziellen Arbeitgeber auf einem formlosen Blatt Papier servierst, stehen deine Chancen schlecht, in den Kreis der Personen ausgewählt zu werden, die ein Vorstellungsgespräch führen dürfen. Gute Inhalte in schlechter Form kommen allerdings seltener vor. Der Regelfall missglückter Bewerbungsschreiben liefert dürftigen Inhalt in perfekter Verpackung. Denn es ist einfach, das Äußere einer Bewerbung nach den gültigen Verkehrsregeln herzustellen. Der Aufbau von Geschäftsbriefen ist, wie so ziemlich alles in der Welt, in einer Norm festgelegt. Die DIN 5008 gibt exakt vor, wo auf dem Blatt Absender und Empfänger zu stehen haben, wohin das Datum platziert wird, wohin und mit welchem Abstand du den Betreff, die Ansprache des Empfängers und den eigentlichen Textblock schreibst. Benutze auf jeden Fall die Absatzmarken deines Schreibprogramms, um sicher zu gehen, dass du wirklich die richtigen Abstände gewählt hast. Für die DIN 5008 kannst du dir praktische Muster im Internet ansehen. Nach ihrer Maßgabe wäre schon einmal eins gewährleistet: die Formalien deines Bewerbungsanschreibens stimmen.

Die Formalien und der vertrackte erste Satz

Hebe dich von der Masse ab und überrasche den Personaler mit einem eigenständig formulierten Einleitungssatz

Hebe dich von der Masse ab und überrasche den Personaler mit einem eigenständig formulierten Einleitungssatz

Und los geht es mit dem eigentlichen Text. Wenn du bereits über die richtige Anrede des Empfängers nachdenken musst, hast du nicht gründlich recherchiert. „Sehr geehrte Damen und Herren“ ist der absolute Notfall. In die Anrede gehört ein Eigenname – der Name des Menschen, der dein Bewerbungsanschreiben zu lesen bekommt. Solltest du im Zweifel sein, wer das ist, dann nimm das Telefon in die Hand und ruf in der Personalabteilung an. Die Maxime „Werde persönlich“ fängt genau an dieser Stelle an. Und damit sind wir auch schon beim berühmten ersten Satz, über den ganze Schreibschulen veröffentlicht worden sind. Ziemlich sicher ist in diesem Fall, was du nicht tun solltest: Teile deinem Leser niemals mit, dass du dich bewirbst. Du kannst nämlich davon ausgehen, dass er das weiß – schließlich bezahlt ihn seine Firma dafür, Bewerbungen zu lesen. Auch als was du dich bewirbst, musst du ihm nicht sagen. Im Notfall kann der Personalentscheider diese Information dem Deckblatt entnehmen. Der Theater- und Filmregisseur Max Reinhardt stellte an die Schauspieler, mit denen er zusammenarbeitete, eine Grundforderung: „Überrasche mich!“ Genau das soll dein erster Satz tun. Er soll sich aus der „Hiermit bewerbe ich mich“-Masse abheben. Er soll persönlich sein, ohne affektiert zu wirken.

Jetzt wird’s persönlich: das Bewerbungsanschreiben

Gleiche deine Interessen mit den Anforderungen des Unternehmens ab

Gleiche deine Interessen mit den Anforderungen des Unternehmens ab

Gehen wir davon aus, dass dir ein überraschender persönlicher Satz gelungen ist. Der Personaler ist neugierig auf dich geworden. Und schon bist du im Hauptteil deines Bewerbungsanschreibens. Versuche dich in die Interessenlage eines Personalentscheiders hineinzuversetzen. Natürlich sucht er Antworten auf die Frage, warum gerade du in das Unternehmen passen könntest. Voraussetzung für diese Beweisführung ist, dass du so viel wie möglich über das Unternehmen weißt. Dazu bedarf es Recherche, Recherche, Recherche. Schließlich hast du studiert! Wenn du deine Traumfirma auswendig gelernt hast, begehe nicht den Fehler, dem Personaler Dinge zu erzählen, die er selbst weißt. Du musst vielmehr deine Vita, deine Interessen und Qualifikation maßgeschneidert mit dem Anforderungsprofil der Stellenanzeige abgleichen. Dann sind da noch die Soft Skills, auch soziale Kompetenzen genannt. Sie sind nicht nur in der Schule, sondern auch im Arbeitsleben gefragt. Teile deinem potenziellen Arbeitgeber niemals mit, dass du teamfähig bist – ein Signalwort für das Ablagefach. Veranschauliche deine Teamfähigkeit. Wenn du bereits in Projekten mitgearbeitet hast, ist jetzt der Moment gekommen, sie zu erwähnen. Und vergiss sie nicht in deinem tabellarischen Lebenslauf. Du bist sozial engagiert und kannst Verantwortung übernehmen? Wortmüll! Du trainierst die D-Jugend im örtlichen Fußballverein und übst seit fünf Jahren die Funktion des Kassenwartes aus. Wenn du so schreibst, sieht der Personaler einen Menschen vor sich und keinen Duden. Und wenn deine Qualifikationen zu der Stelle passen, will er diesen Menschen kennenlernen. Im Schlussteil deines Bewerbungsanschreibens drückst du die Vorfreude auf ein persönliches Vorstellungsgespräch aus. Fertig. Nun müssen nur noch Rechtschreibung und Grammatik stimmen (zu 100 % – du hast studiert). Wenn du diese Ratschläge beherzigst, musst du keine Angst vor großen Unternehmen haben. Wenn du darstellen kannst, wer du bist, findest du einen Weg in die Herzen der Personalentscheider.

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