Handout erstellen – Infos und Tipps

Je trockener und komplizierter ein Thema ist, desto schwieriger ist es, einem Vortrag darüber zu folgen. Denn Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Menschen wesentlich besser merken was sie sehen, als was sie hören. Noch stärker wird dieser Effekt, wenn sie gleichzeitig sehen und hören. Deshalb sprechen viele Gründe dafür, dass Du für einen Vortrag an der Universität immer auch ein Handout erstellen solltest. Doch wie sollte dieses optimalerweise gestaltet sein?

Ein einheitliches Konzept erarbeiten

Nicht zuletzt geht es bei Deinem Vortrag meist darum, eine gute Note für Deine Beteiligung an der jeweiligen Lehrveranstaltung zu erhalten. Schon deshalb sollte dieser nicht nur inhaltlich überzeugen, sondern außerdem alles rund und wie aus einem Guss wirken. Dein Handout hat sich deshalb an Deinem Vortrag zu orientieren und sollte in derselben Struktur aufgebaut sein. Hierbei kann es hilfreich sein, die einzelnen Abschnitte zu nummerieren und in Deinem Vortrag darauf Bezug zu nehmen („Damit komme ich jetzt zu Punkt vier„). Noch wichtiger beim Handout erstellen ist die Abgleichung des Handouts mit einer von Dir verwendeten Präsentation per Beamer. In diesem Fall sollten sich alle relevanten Stichpunkte in gleicher Form in der Präsentation wie auch im Handout befinden.

Handout erstellen: In der Kürze liegt die Würze

Dein Handout sollte etwa eine Din A4 Seite lang sein.

Dein Handout sollte etwa eine Din A4 Seite lang sein.

Umgekehrt sollte das Handout aber tatsächlich nur die Kernpunkte Deines Vortrags in Kurzform enthalten. Denn es dient dazu, den Zuhörern das Zuhören zu erleichtern, indem diese sich jederzeit orientieren können, an welchem Punkt Deines Vortrages Du angelangt bist. Wenig sinnvoll ist es dagegen, wenn die Anwesenden das Gefühl bekommen, sie könnten auch ganz einfach lesen, was Du geschrieben hast. Nimm Dir daher Deinen Vortrag vor und streiche ihn auf das wirklich Wesentliche zusammen, um diese Teile dann in verkürzter Form in Dein Handout aufzunehmen. Idealerweise erhälst Du am Ende eine DIN 4 Seite an geronnener Information. Sofern es sich um einen umfangreichen Vortrag zu einem komplexen Thema handelt, dürfen es auch zwei Seiten sein. Mehr aber nur in gut begründeten Ausnahmefällen (für das Verständnis wichtige Grafiken etc.). Bedenke: wenn sich Dein Vortrag nicht auf zwei Seiten zusammenkürzen lässt, ist es wenig wahrscheinlich, dass ihm die Mehrheit Deiner Zuhörer wird folgen können. In diesem Fall solltest Du daher den Vortrag als solches noch einmal überarbeiten.

Die Gestaltung eines Handouts

Das Handout sollte unbedingt an die Struktur deines Vortrags angepasst werden.

Das Handout sollte unbedingt an die Struktur deines Vortrags angepasst werden.

Bei so gut wie jeder schriftlichen Form der Niederlegung von Gedanken, bedarf es auch dann einer Einleitung. Aufgrund des geringen zur Verfügung stehenden Raumes sollte diese möglichst knapp gehalten werden. Trotzdem gibt es beim Handout erstellen auch einige unverzichtbare Daten. Hierzu gehören Dein Name, der Name des für die Veranstaltung verantwortlich zeichnenden Lehrkörpers (einschließlich aller akademischen Titel!) sowie die Bezeichnung der Veranstaltung als solcher, der Universität, der Fakultät und das jeweilige Semester. Hinzu kommen das Datum Deines Vortrags und natürlich das Thema desselben (ja – das wird tatsächlich zuweilen gerne vergessen).

Diese Angaben dürfen im Kopfteil Deines Handouts einen breiten Raum einnehmen. Im Anschluss empfiehlt es sich, an der Seite des Textes Platz für Notizen Deiner Zuhörer zu lassen. Dies führt im besten Falle dazu, dass diese sich Fragen zunächst notieren, um sie am Ende des Vortrags zu stellen. Hierauf kannst ggf. zu Beginn Deines Vortrags auch kurz hinweisen, um dann ohne Unterbrechung referieren zu können. Damit sind wir auch schon beim Hauptteil des Handouts angelangt. Was hat dieser zu leisten? Antwort: die Struktur Deines Vortrags in sinnvoller Weise wieder zu geben. Denn nicht alle Zuhörer werden ununterbrochen an Deinen Lippen hängen, wenn Du Dich und sie durch ein gehöriges Maß an Theorie zwingst. Wer dann kurz aus Deinen Erzählungen ausgestiegen ist, sollte die Chance haben wieder einzusteigen, ohne dabei viel lesen zu müssen. Deshalb geht es bei einem Handout nicht darum, den Vortrag in verkürzter Form textlich zu erfassen, sondern Stichpunkte zu liefern, in denen die zentralen Aussagen des Vortrags kurz und knapp dargestellt sind.

Das Ende vom Lied

Beachte alle Tipps und deinem gelungenen Vortrag steht nichts im Wege.

Beachte alle Tipps und deinem gelungenen Vortrag steht nichts im Wege.

Was also ist das Ergebnis all dessen, was Du vorgetragen hast? Auch hier gilt: wenn sich die Summe dessen, was Du erzählt hast, am Ende nicht in einem Satz zusammenfassen lässt, dann liegt das wesentlich seltener am Thema als solchem. Viel wahrscheinlicher ist dagegen, dass Deinem Vortrag der berühmte rote Faden fehlt, das Grundthema, an dem sich Deine Ausführungen festmachen. Insofern muss noch einmal grundsätzlich Hand angelegt werden, wenn es Dir nicht gelingt, einen vergleichsweise kurzen und gut verständlichen Ergebnissatz zu formulieren. Außerdem gehören an das Ende des Handouts Angaben zu den von Dir verwendeten Quellen. Denn es könnte ja sein, dass Dein Vortrag Deine Zuhörer so mitgerissen hat, dass Sie mehr zu diesem Thema wissen möchten. Außerdem geht es dabei natürlich darum, vor Deinem Professor Eindruck in Sachen Belesenheit zu schinden und klarzustellen, dass Du Dich mit Deinem Thema in akademisch einwandfreier Weise auseinandergesetzt hast. Wie Du siehst ein gutes Handout erstellen kein Hexenwerk, aber dafür sehr viel Arbeit. Andererseits gilt dies aber auch für den Vortrag als solchen. Und wenn Du Dir für diesen bereits viel Mühe gegeben hast, macht es Sinn, mit der gleichen Energie dafür zu sorgen, dass Deine wichtigen Gedanken bei Deinen Zuhörern auch wirklich ankommen.

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