Exmatrikulation – das Ende eines Studiums

Mit der Exmatrikulation endet das Hochschulstudium. Du kannst sie selber beantragen oder zwangsexmatrikuliert werden. Sobald du den Bescheid in deinen Händen hältst, ist dein Studium offiziell beendet.

Definition: Was ist eine Exmatrikulation?

Die Immatrikulation markiert den Beginn deines Studiums. Du fängst neu an und hast einen langen Weg vor dir. Möchtest du doch eine andere Route einschlagen, musst du das deiner Hochschule melden. Das geschieht mit der Exmatrikulation, bei der du aus der Liste der Studierenden gestrichen wirst. Beim Hochschulwechsel ist dieses Schriftstück ebenfalls erforderlich. Beendest du dein Studium plangemäß, wirst du automatisch exmatrikuliert und musst dich um nichts kümmern.

Antrag auf Exmatrikulation

Generell wird man nach jedem fertigen Studium exmatrikuliert

Generell wird man nach jedem fertigen Studium exmatrikuliert

Du bist fertig mit deinem Studium. Herzlichen Glückwunsch, nun läuft alles automatisch ab. Möchtest du den Vorgang in Eigenregie betreiben, musst du einen Antrag stellen. Das gilt auch für Studienabbrecher oder Hochschulwechsler. Die nötigen Unterlagen sind online als Download verfügbar oder liegen im Studierendensekretariat aus. Hast du dein Studium ordnungsgemäß beendet, wirst du zum offiziellen Semesterende exmatrikuliert. An Universitäten ist es der 31. März oder der 30. September. Anders verhält es sich, wenn du dir eine sofortige Exmatrikulation wünscht.

Das ist in folgenden Fällen möglich:

Abbruch des Studiums
– im letzten Prüfungsversuch gescheitert
Wechsel an eine andere Hochschule

Wer in einer wichtigen Endprüfung durchgefallen ist, sollte sich lieber selber exmatrikulieren. Eventuell wahrst du so die Chance, den gleichen Studiengang anderweitig zu studieren. Zudem kannst du dich schneller an einer neuen Hochschule bewerben. Gerade am Semesterende hat die Verwaltung viel zu erledigen. Schau am besten persönlich im Studentensekretariat vorbei und bring alle notwendigen Dokumente mit. Häufig wird die Exmatrikulationsbescheinigung sofort ausgestellt.

Zwangsexmatrikulation

Bei nicht bestandener Prüfung ist es von Vorteil sich selbst zu exmatrikulieren

Bei nicht bestandener Prüfung ist es von Vorteil sich selbst zu exmatrikulieren

In der Regel wirst du exmatrikuliert, sobald du alle Prüfungen bestanden und einen akademischen Abschluss erhalten hast. Das Studium ist offiziell abgeschlossen, womit die Hochschule es selber für beendet erklärt. In der Fachsprache wird dieser Vorgang als „Exmatrikulation von Amts wegen“ bezeichnet.

Es können weitere Gründe zu einer Zwangsexmatrikulation führen:

fehlende Rückmeldung fürs nächste Semester (Gebühren)
veraltete Adresse
– persönliche Angaben fehlerhaft
nicht bestandene Prüfungen (Härtefallantrag)
– im letzten Versuch endgültig durchgefallen
nicht eingereichter Versicherungsbescheid der Krankenkasse
Pflichtmodul unvollständig (Prüfungsamt fragen)
Fehlverhalten an der Hochschule

Ist es ein formaler Fehler, kann ein kurzes Gespräch im Studentensekretariat ausreichend sein. Kläre den Sachverhalt, indem du die Gebühren begleichst oder falsche Angaben umgehend korrigierst. Bei fachlichen Problemen könnte die Härtefallregelung ein Ausweg aus deiner Patsche sein. Konntest du eine Prüfung nicht bestehen, weil du enorm unter Druck standest, erhältst du womöglich einen neuen Versuch. Es muss sich aber um einen glaubhaften Grund handeln, damit das Prüfungsamt mit sich reden lässt.
Generell ist für jeden Studiengang eine bestimmte Anzahl an Fachsemestern vorgesehen. Die Zeiten der endlosen Studiengänge sind vorbei und du musst dich an diese Begrenzung halten. Überschreitest du bestimmte Fristen, wirst du eher früher als später exmatrikuliert. Im Bachelor musst du häufig bis zum 3. Fachsemester die Orientierungsprüfung bestehen, bis zum 5. Semester die Zwischenprüfung. Auch in Staatsexamensstudiengängen sind solche Prüfungen üblich. Hierbei kann es sich nur um die Abgabe der Scheine handeln, mit denen du deinem Prüfungsamt zeigst, dass du fleißig und fristgerecht studierst. Einige Fachbereiche veranstalten „echte“ Prüfungen zum Nachweis der Studierfähigkeit.
Bei drohender Fristüberschreitung solltest du umgehend das Prüfungsamt aufsuchen.“
In der Regel lässt sich eine sinnvolle Lösung finden, wenn sich dein Studium höchstens um ein Semester verlängert. Notfalls hilft ein Härtefallantrag weiter. Um solche Situationen zu vermeiden, solltest du alle Module rechtzeitig planen. Häufig werden einige Seminare oder Vorlesungen nur alle 1 bis 2 Jahre angeboten. Richte deinen Stundenplan nach diesen Veranstaltungen aus und schenke ihnen höchste Priorität – auch wenn deine Freunde andere Seminare belegen

Finanzielle Auswirkungen

BAföG-Empfänger sollten bei einer Exmatrikulation bis Ende des Semesters warten

BAföG-Empfänger sollten bei einer Exmatrikulation bis Ende des Semesters warten

Für BAföG-Empfänger könnte es sich lohnen, bis zum Ende des Semesters zu warten. Bei einem Hochschulwechsel kommt es darauf an, ob der Wechsel direkt im Semester vollzogen wird. Mit etwas Glück erhältst du einen Teil deiner Beiträge rückerstattet, je nach den Richtlinien der Hochschule. Dafür musst du einen zusätzlichen Antrag stellen, was du direkt im Sekretariat erledigen kannst.
„Wünscht du dir eine Pause vom stressigen Uni-Alltag, sind eher ein bis zwei Urlaubssemester zu empfehlen.“
Entscheidest du dich für eine sofortige Exmatrikulation, wird dein Studenten- und Bibliotheksausweis ungültig. Vorab sind alle offenen Rechnungen zu begleichen. Du musst dir einen Ersatzausweis besorgen, wenn du weiterhin Bücher ausleihen möchtest. Auch das Semesterticket hat keine Gültigkeit mehr. Wer in der Gegend wohnt, sollte sich daher zum Semesterende exmatrikulieren lassen – sofern kein sofortiger Hochschulwechsel angestrebt ist.

Die Schritte nach der Exmatrikulation

Erledige den Vorgang am besten im Sekretariat das spart Zeit

Erledige den Vorgang am besten im Sekretariat das spart Zeit

Am besten ist der komplette Vorgang im Studiensekretariat zu erledigen. Das spart Zeit und schont die Nerven. Sonst musst du dich gedulden, bis alle Unterlagen per Post eingetroffen sind.
Nun solltest du deine Krankenkasse über deinen neuen Status informieren. Du bist kein Student mehr und kannst Arbeitslosengeld II (Hartz-IV) beantragen. Zudem möchte das BAföG-Amt wissen, ob du dich selber exmatrikuliert hast oder dies von Amts wegen erfolgt ist. Beim eigenen Studienabbruch kann ein Fachrichtungswechsel vorliegen, mit dem du weiter BAföG erhältst. Ob der Anspruch bestehen bleibt, ist im Einzelfall zu klären. Falls du ein Studiendarlehen aufgenommen hast, musst du der Landesbank deinen Studienabbruch mitteilen.
Liegt dir dein Studium wirklich am Herzen, kannst du es mit einer Klage versuchen. Hast du den Prüfungsanspruch endgültig verloren, bist du in ganz Deutschland für den jeweiligen Studiengang gesperrt. Wenn an einer anderen Hochschule drei statt zwei Prüfungsversuchen angeboten werden, stehen die juristischen Chancen nicht schlecht. Generell ist es besser, sich in diesem Fall selber zu exmatrikulieren, da man sich bürokratischen Ärger erspart. So musst du nicht vor Gericht ziehen und kannst den Sachverhalt eventuell unkompliziert klären.

Fazit

Ein abgeschlossenes Studium ebnet dir den Weg in den Arbeitsmarkt. Anders verhält es sich bei der Exmatrikulation, die oftmals einen kompletten Neubeginn bedeutet. Überlege dir diesen Schritt genau, da von ihm deine Zukunft abhängt. Zögere nicht, dich professionell beraten zu lassen: Alle Hochschulen bieten eine fachliche und psychologische Studienberatung an.

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