Austauschprogramme für Akademiker

Erasmus von Rotterdam war ein bedeutender Humanist des Mittelalters und trug maßgeblich zur Entwicklung der Geisteswelt des Abendlandes bei. Jedoch war es nicht nur die Weltgewandtheit und Universalität des Theologen, Philosophen und Philologen, die ihn als Namensvater des europäischen Austauschprogrammes für Studierende auszeichnete. ERASMUS steht darüber hinaus für EuRopean Action Scheme for the Mobility of University Students und ist als Institution der europäischen Union damit beauftragt, den interkulturellen Austausch auf akademischen Niveau zu fördern.

ERASMUS: Viele Länder sind an Austauschprogrammen beteiligt

Auch wenn das Erasmus-Programm im Jahre 1987 durch den Ministerrat der Europäischen Union initiiert wurde, unterliegt die Verwaltung dem nationalstaatlichen Kompetenzbereich der beteiligten Länder. Folglich sind alle Mitgliedsstaaten der EU Teil des akademischen Austauschprogrammes, aber auch die Türkei, Norwegen, Irland, Lichtenstein, Kroatien und die Schweiz sind aktiv darin involviert. In Deutschland erfolgt die administrative Implementierung des Erasmus-Programmes durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), welcher im Jahre 1925 durch eine private studentische Initiative ins Leben gerufen wurde und seit dem Jahre 1950 als Gemeinschaftsprojekt der deutschen Hochschulen und ihrer Studierendenschaften fungiert.

Die DAAD

Das Erasmus-Programm ist als Austauschprogramm ein Teil des EU-Programmes für lebenslanges Lernen und umfasst gesetzliche Regelungen sowie die Bereitstellung eines finanziellen Budgets von circa 450 Millionen Euro, die Verwaltung erfolgt jedoch über den Deutschen Akademischen Austauschdienst. Der DAAD ist somit der Dachverband für die Förderung der internationalen Zusammenarbeit im Hochschulwesen und wird lediglich im Hinblick auf Europa unter der Bezeichnung ERASMUS repräsentiert. Der wesentliche Unterschied für die Zuständigkeit der unterschiedlichen Austauschprogramme liegt demnach zunächst in der Wahl des Partnerlandes. Jedoch bietet der DAAD auch Alternativen an, welche ihren Fokus auf Praktika, Ausbildungs- und Forschungsprogramme sowie Stellen für Doktoranden richten.

ERASMUS: Möglichkeiten für jeden Studenten

Erasmus written in the sand on the beach

Bei der Bewerbung um einen Platz an einer ausländischen Bildungseinrichtung kommst du demzufolge niemals an dem DAAD vorbei, da dieser als primäre Vermittlungsbehörde agiert. In erster Linie solltest du dir sicher sein, welches Land du wählst und wie du dir deine akademische Weiterentwicklung vorstellst. Der klassische Fall ist die Entscheidung für ein ERASMUS-Jahr/Semester, welches dir für ein Jahr bzw. sechs Monate einen Studienplatz an einer Hochschule im europäischen Ausland vermittelt. Selbstverständlich ist die Gewährung dieses interkulturellen Aufenthaltes an gewisse Konditionen gebunden, da es sich streng genommen um ein Stipendium handelt. Wesentliches Augenmerk für die Akkreditierung deiner Bewerbung sind demzufolge die erzielten Noten, die absolvierten Creditpoints sowie die Fähigkeit dem Lehrinhalt der Partneruniversität adäquat folgen zu können. Je nachdem für welche Hochschule und welches Land du dich entscheidest, solltest du eine Zertifizierung deiner sprachlichen Kompetenzen einreichen.

Ein Jahr im Ausland – Erfahrungen fürs Leben

Das ERASMUS-Programm ist jedoch nicht als rigides Verwaltungsmonstrum gedacht, sondern zielt vielmehr darauf ab, möglichst vielen Studierenden die Möglichkeit anzubieten, ihr Humankapital im Ausland reifen zu lassen. Die spezifischen Anforderungen der Bewerbungsprozedur stellen lediglich sicher, dass der Bewerber seinen Auslandsaufenthalt als eine positive und aufregende Erfahrung wahrnehmen kann. In deiner Bewerbung solltest du demnach nicht auf einen ausführlichen Lebenslauf verzichten, indem du aufzeigst, dass du die Selbstständigkeit und Lebenserfahrung besitzt, um effizient und beflissen am akademischen Betrieb sowie am kulturellen Leben des Auslands teilhaben zu können.

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