Einstiegsgehälter: Mit diesen Studienfächern verdient man das meiste Geld

Studium fertig und mit dem Diplom in der Hand oder als frischgebackener Master ab auf Jobsuche. Wer träumt nach bestandener Abschlussprüfung nicht von einem fetten Anfangsgehalt? Aus Lust bzw. Euphorie kann hier aber ganz schnell Frust werden. Nicht jedes Studium bietet nämlich auf Anhieb beim Berufseinstieg attraktive Einkommen. Fakt ist daher, die diesbezüglichen Weichen werden bereits vor dem Studium gestellt. Die Wahl des jeweiligen Studiengangs ist nämlich der entscheidende Indikator in Bezug auf das zu erwartende Einstiegsgehalt.

Mediziner stehen im Einstiegsgehalt-Ranking unangefochten an erster Stelle

Das Einstiegsgehalt eines Medizinstudenten beträgt meist schon 70.000 € brutto

Das Einstiegsgehalt eines Medizinstudenten beträgt meist schon 70.000 € brutto

Solltest Du zum Beispiel ein Medizinstudium aufnehmen, wird sich dies auf Deinem Lohnzettel positiv bemerkbar machen. Laut expliziten Erhebungen kannst Du mit einem abgeschlossenem Hochschulstudium als Mediziner mit einem Jahresbruttogehalt von knapp 70.000 Euro rechnen; Extrazahlungen sind hierbei noch nicht berücksichtigt. Ein hohes Einkommen und auch ein vergleichsweise üppiges Einstiegsgehalt kannst Du auch als Jurist erwarten. Allerdings kommt es hierbei auf Deine Abschlussnote und teilweise auch auf das Renomée der jeweiligen Uni an. Kannst Du eine überdurchschnittlich gute Abschlussnote vorweisen, gerätst Du fast automatisch in das Visier großer und renommierter Kanzleien, die sich häufig mit öffentlich beachteten Fällen beschäftigen. Ist Deine Abschlussnote aber eher durchschnittlich oder sogar mäßig, kommen für Dich im Hinblick auf einen erfolgreichen Berufseinstieg in der Regel eher kleinere Kanzleien, Rechtsabteilungen von Unternehmen oder der Gang in die Selbstständigkeit in Frage.

Top-Kanzleien zahlen bis zu 125.000 Euro an Einstiegsgehalt

Dementsprechend riesig sind dann auch die Gehaltsunterschiede. Während Du als frischgebackener Anwalt zum Beispiel bei kleineren Kanzleien oftmals als Einsteiger ein Jahresbruttogehalt von 38.000 bis 50.000 Euro erhältst, kannst Du in den großen Premium-Kanzleien durchaus zwischen 85.000 bis 125.000 Euro Einstiegsgehalt plus diverser Bonuszahlungen einstreichen. Allerdings solltest Du für Einstiegsgehälter über 100.000 Euro schon summierte 18 Punkte in den beiden Examina, vorzugsweise zusätzlich einen Doktortitel oder einen im Ausland erworbenen Master of Laws (LL.M.) inklusive entsprechender Fremdsprachenkenntnisse vorweisen können.

Absolventen technischer Disziplinen mit guten Verdienstchancen

Studenten der Ingenieurswissenschaften haben die Chance auf ein überdurchschnittliches Einstiegsgehalt

Studenten der Ingenieurswissenschaften haben die Chance auf ein überdurchschnittliches Einstiegsgehalt

Dass ebenfalls Absolventen technischer Fächer inzwischen explizit gefragt sind, lässt sich an den Einstiegsgehältern ablesen. Wenn Du Ingenieurwissenschaften studierst, besitzt Du beispielsweise beste Aussichten auf ein üppiges Einstiegsgehalt. Dabei bestimmen Angebot und Nachfrage zu einem großen Teil die Höhe Deines Einstiegsgehalts. Da Du als Absolvent ingenieurwissenschaftlicher Studienfächer respektive als Ingenieur zur nachhaltig gesuchten Spezies in Unternehmen bzw. auf dem Arbeitsmarkt zählst, hast Du hier eine generell große Chance auf ein überdurchschnittliches Einstiegsgehalt. So zeigt eine Analyse, die von einer renommierten und international tätigen Vergütungsberatung durchgeführt wurde, dass sich die Einstiegs-Jahresbruttogehälter zwischen 41.200 Euro und 52.500 Euro bewegen.

Ingenieurswesen: Diplom geht vor Master

Auffallend ist dabei allerdings, dass Du als Ingenieur mit Diplom-Abschluss häufig ein höheres Einstiegsgehalt erhältst als ein Ingenieur mit Masterabschluss. Demnach bringt Du es mit Diplomabschluss aktuell auf durchschnittlich 48.400 Euro Jahreseinstiegsgehalt; der Master-Abschluss wird demgegenüber im Mittelwert mit 47.500 Euro honoriert. Falls Du ein Fachhochschul-Diplom erworben hast, musst Du weitere Abstriche in Kauf nehmen. Dein Einstiegsgehalt liegt dann ungefähr bei 45.500 Euro. Verzichtest Du stattdessen auf ein Diplom- bzw. ein Masterabschluss und startest direkt als Bachelor-Absolvent Deine Ingenieurskarriere, kommst Du auf etwa 43.500 Euro Einstiegsgehalt.

Branchenspezifische Gegebenheiten beachten

Gut bezahlende Branchen sind u.a. die Automobilindustrie, Luftfahrtindustrie, Chemieindustrie und die Energiewirtschaft

Gut bezahlende Branchen sind u.a. die Automobilindustrie, Luftfahrtindustrie, Chemieindustrie und die Energiewirtschaft

Keineswegs unterschätzt werden darf dabei die gehaltstechnische Bedeutung des jeweiligen Einsatzbereichs respektive der jeweiligen Branche. So zahlen zum Beispiel Ingenieurbüros oder artverwandte Dienstleister in der Regel ein kleineres Einstiegsgehalt als in der Industrie tätige Unternehmen. Zudem sind gerade branchenspezifische Unterschiede bei den Einstiegsgehältern existent. Findest Du einen Arbeitsplatz in der Automobilindustrie, der Luftfahrtindustrie, dem Maschinenbau, der Chemieindustrie oder der Energiewirtschaft kannst Du grundsätzlich mit höheren Einstiegsgehältern kalkulieren als beispielsweise in den öffentlichen Verwaltungen, der Bau- und Immobilienbranche oder auch in der Bekleidungs- und Textilindustrie.

Wirtschaftsingenieure und -Informatiker im gehaltstechnischen Aufwind

Wirtschaftsingenieure, –Informatiker und erhalten meist ein hohes Einstiegsgehalt, wenn sie sich in der richtigen Branche anstellen lassen

Wirtschaftsingenieure, –Informatiker und erhalten meist ein hohes Einstiegsgehalt, wenn sie sich in der richtigen Branche anstellen lassen

Wird dann noch das Ingenieurwesen mit der Wirtschaft kombiniert, schaffst Du Dir eine hervorragende Ausgangsbasis für eine erfolgversprechende Karriere. Denn das Berufsbild eines Wirtschaftsingenieurs erfreut sich am hiesigen Arbeitsmarkt einer regen Nachfrage. Das Jahreseinstiegsgehalt für Wirtschaftsingenieure beträgt diesbezüglich im Durchschnitt zwar „nur“ ca. 40.000 Euro brutto jährlich, in der breiten Spitze aber kannst Du rund 53.000 Euro zum Berufsstart verdienen. Dabei solltest Du bei Deinen Bewerbungen bevorzugt Unternehmen in der Luftfahrt-, Pharma- und Automobilbranche kontaktieren, da hier die höchsten Gehälter für Wirtschaftsingenieure gezahlt werden. Auch Wirtschaftsinformatiker werden oftmals händeringend am Arbeitsmarkt nachgefragt. Durchschnittlich wird Dir dabei Dein Berufseinstieg mit rund 48.000 Euro Anfangsgehalt versüßt, wobei – je nach Unternehmen – auch schon einmal ein Einstiegsgehalt von über 50.000 erzielbar ist. Informatiker mit guten Programmierkenntnissen, die als Systemadministratoren, Web-Entwickler oder Online-Projektmanager eine Anstellung finden, können ebenfalls mit einem üppigen Anfangsgehalt von rund 47.500 Euro rechnen. Ein vergleichbares Einstiegsgehalt erhältst Du auch als Naturwissenschaftler mit einem Abschluss in Biologie, Mathematik oder Physik. Als BWLer verdienst Du von Beginn an genau dann gut, wenn Du in den diesbezüglichen Top-Branchen Verfahrenstechnik und Chemie, bei Banken, in der Auto- und Pharmaindustrie oder bei der Luftfahrt unterkommst. Im Durchschnitt verdienst Du hier als Berufsanfänger rund 43.000 Euro pro Jahr.

Zusätzliche Qualifikationen als gehaltssteigernde Indikatoren

Aber Du solltest grundsätzlich berücksichtigen, dass die Unternehmen mittlerweile nicht nur ausschliesslich den Hochschulabschluss als Gradmesser für die Bewerbung bzw. die Einstellung heranziehen. Nunmehr sind bei Unternehmen zusätzlich andere Qualifikationen rund um die so bezeichneten Soft Skills gefragt. Insbesondere Attribute wie zum Beispiel Teamfähigkeit, Führungsqualitäten und Flexibilität sind den Personalverantwortlichen dabei wichtig. Hast Du sofort nach Deinem Abitur ein Studium aufgenommen, wird es natürlich schwer direkt mit Attributen dieser Art auf dem Arbeitsmarkt zu punkten. Daher solltest Du unbedingt bereits während Deines Studiums entsprechende Praxiserfahrung sammeln. Hier bieten sich zum Beispiel spezifische Teilzeitjobs oder Praktika an; viele Unternehmen setzten gerne auch Werksstudenten ein. Einige Hochschulen bieten diesbezüglich sogar kostenlose Kompetenztrainings an. Deinen Horizont zusätzlich erweitern kannst Du zudem mittels Auslandssemester oder -praktika; Personalentscheider werten dies in der Regel als ein Plus an Flexibilität. Praxis- und Auslandserfahrungen wirken sich oftmals positiv auf Dein Einstiegsgehalt aus. Zumindest aber helfen sie Dir nachhaltig bei Bewerbungen zu punkten.

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