Einrichtungstipps für die erste Wohnung

Die erste eigene Bude oder Wohnung ist für Studenten beides: Wunschtraum und Herausforderung. Man hat nicht viel und will doch mehr. Jetzt kommt es drauf an, dass man fehlendes Geld durch Cleverness und Kreativität ersetzt. Denn Wohlfühlen beim Wohnen ist wichtig, von Anfang an. Hierzu ein paar Einrichtungstipps.

Am Anfang steht ein Plan

Oh, wie langweilig, denkst du vielleicht jetzt. Aber zum einen ist das nur der Anfang und zum anderen hilft ein Plan, die größten Fehler zu vermeiden. Manche kaufen oder „organisieren“ (dazu später mehr) nämlich jetzt alles auf einmal. Die Folge: Alles ist bald zugestellt, passt nicht zueinander und dann muss man den Kram wieder loswerden. Was ist dein Plan? Er besagt, was dir wichtig ist. Um das herauszufinden, muss man sich erst einmal in die neue Wohnung einfühlen. Also provisorisch beginnen: Matratze auf dem Boden und aus Taschen und Koffer leben. Schon bald stellen sich erste Impulse und Ideen für die persönliche Raumgestaltung ein.

Was wichtig ist, dass kommt zuerst

Diese Vision wird jetzt deutlicher vor deinen Augen auftauchen. Und das darf nicht nur, das soll ganz individuell und persönlich sein: Franziska träumt vom 2 X 2 Meter-Bett, das ist ihr Port. Daniel möchte lieber eine gute Musikanlage für fetzigen Sound. Peggy braucht einen guten PC und Nico einen super bequemen Bürostuhl. Solche Entschlüsse schaffen Prioritäten, und das ist gut so. Der Raum bekommt Struktur und die Budgetierung auch.

Aus alt mach nutzbar, sogar schön

Neue Möbel sind meist teuer. Junge Menschen haben meist ein Kapital, dass ihnen vielleicht nicht so bewusst ist: Sie haben Kontakt. Freunde, Bekannte, Verwandtealle haben irgendetwas in Kellern und auf Speichern stehen, was sie nicht mehr brauchen. Zum Start sind diese Dinge oft genau richtig, und meist bei Abholung kostenlos zu „organisieren“. Manchmal bedarf es etwas Farbe, Schmirgelpapier, ein wenig Dekostoff, und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Entsprechende Seiten zu Einrichtungstipps im Internet geben Ungeübten hierzu auch Anregungen.

Gebrauchte Möbel – gut und günstig

Wenn du dir Zeit nimmst, findest du auch preiswerte Gebrauchtmöbel: Flohmärkte, TrödellädenRestecken in Möbelgeschäften – stöbern lohnt sich. So lernst du auch deine Umgebung, falls sie neu ist für dich, so richtig kennen. In vielen Städten gibt es heute auch „Antikmärkte“ für den kleinen Geldbeutel. Ein Holzsekretär für 30 Euro ist da durchaus drin. Wenn du unsicher bist, nehme jemand mit, etwa einen Kommilitonen von der Uni. So kommst du auch zu ersten Kontakten und weiteren Einrichtungstipps.

Wo man wirklich sparen kann

In der ersten Wohnung brauchst du noch keine Wohnzimmerschrankwand, keine Polstersitzgarnitur oder einen riesigen Eichenkleiderschrank. Vielleicht ziehst du in den nächsten fünf Jahren noch drei Mal um. Dann sind solche riesigen und auch meist sehr teuren Einrichtungsgegenstände nur lästig. Auch wenn du es von zu Hause so kennst, man kann zunächst auch ohne diese Dinge wohnen. Zwei kleine Sessel und ein Hocker geben auch eine variable Sitzecke, dein alter großer Koffer oder eine Europalette auf vier Steinen werden zum Couchtisch und ein Brett auf zwei Holzböcken wird zum Tisch für alle Fälle. Und es gibt kleine Schränke ausstoffbespannten Gestellen als Stauraum – fürs Erste.

„Ich bin zwei Möbel“

Das könnte die Schlafcouch von sich sagen oder auch ein höhenverstellbarer Tisch. Die Idee ist simpel: Alle Einrichtungsgegenstände mit Doppelfunktion helfen dir, sowohl Geld als auch Platz zu sparen. Für letzteres sind auch alle Dinge gut, die mit Klapp- beginnen: –bett, –tisch und –stühle können Platz geben für Besuch – um dann auch wieder platzsparend zu verschwinden.

Trotz Studieren finanzieren!

Wie anfangs schon erwähnt, solltest du deine Vorlieben, Ticks und Spleens auch in deine erste Wohnung integrieren. Sie gehören zu dir und schaffen Behaglichkeit und eigenen Stil. Sei es ein bisschen Luxus, das persönliche Highlight, ein Fitnessgerät oder eine technische Spielerei wie ein Plasmafernseher. Erlaubt ist, was machbar ist. Mache aber einen realistischen Finanzplan und begrenze es auf dieses eine Glanzstück in deinen vier Wänden. Die Wirkung ist nicht zu unterschätzen: Gerade wenn du zunächst Probleme hast, Einfaches und Provisorisches vorübergehend zu akzeptieren, du wirst dich leichter tun, wenn du einen wirklich elementaren Wunsch auch zu Studienzeiten lebst. Lasse dir Zeit herauszufinden, was dich da wirklich glücklich macht.

Den eigenen Stil finden und pflegen

Wenn man von zu Hause weg geht, ist das eine große Veränderung im Leben. Erst jetzt wird deutlich werden, an was du dich gewöhnt hast. Was du wirklich gut findest und von was du dich gerne verabschieden möchtest. Jeder Neuanfang im Leben ist die Chance für diese Schritte. Wenn dein Wohnraum deine Energie ausstrahlt und deine Träume spiegelt, dann ist dein Heim der Ort, an dem du auftanken und dich erholen, aber auch studieren und lernen kannst. Eine passende und zeitlose Dekomöglichkeit sind Fotografien: Menschen, die man mag, Reiseziele (erreichte oder geträumte) oder Kunst. Poster, Plakate und Postkarten aus der Heimatstadt erinnern, wo man herkommt.

Ein Letztes: Ordnung und Licht

Das klingt ja wieder wie am Anfang mit dem Plan, denkst du jetzt. Letztlich ist es aber Lebenserfahrung: Ordnung ist zwar nur das halbe Leben, hilft aber ungemein. Chaos gibt es sowieso, und auch das ist gut so. Aber ein Grundzustand von Ordnung und Sauberkeit im Heim hilft, sich wohlzufühlen. Mülleimer, Papierkorb, Platz für Schmutzwäsche, Schnellhefter, Ablagesystem am Schreibtisch usw. sollten da sein. Aber es muss dein eigenes System sein und dir entsprechen, damit du es auch gerne nutzt. Du musst nicht eine als zwanghaft empfundene Ordentlichkeit der Eltern kopieren. Du brauchst aber auch nicht durch Chaos dagegen rebellieren. Für Atmosphäre ist neben genannten Einrichtungstipss und der Ordnung das Licht ganz entscheidend: Kerzen schaffen Gemütlichkeit, das weiß jeder. Aber auch bei Lampen lohnt es, in warmleuchtende Glühbirnen oder gar in Vollspektrumlampen zu investieren. Lichterketten sind nicht nur im Winter sehr angenehm. Denn nur, wenn Schönes in angenehmes Licht getaucht ist, wirkt es auch schön.