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Studentenleben

15Jul

Das Praktikum – Rechte und Pflichten von Arbeitgeber und Student

Bei einem Praktikum gibt es bestimmte Rechte und Pflichten, die sowohl Arbeitgeber als auch Praktikant einhalten müssen. Schon bei einem Vorstellungsgespräch müssen Sie einiges beachten. Der Arbeitgeber darf nur Fragen stellen, die Ihren Schutz von Ihrer Persönlichkeit nicht gefährden. So sind Fragen zum Schul- und Berufsweg natürlich erlaubt, wie zum Beispiel Fragen zu Aus- oder Weiterbildungen. Außerdem sind allgemeine Fragen zu Ihrer Person nicht verboten, wenn diese einen direkten Bezug zum Praktikum aufweisen. Als Praktikant müssen Sie alle Fakten wahrheitsgemäß und unaufgefordert erzählen, die wichtig für das Praktikumsverhältnis sind. So muss beispielsweise eine schwere Behinderung genannt werden, wenn diese für die Tätigkeit beim Arbeitgeber von Bedeutung ist. Es gibt aber auch Fragen, die unzulässig sind. Darunter zählen Fragen zu Hobbies, zum Intimleben oder zu Mitgliedschaften in einem Sportverein oder einer Partei. Auf solche Fragen müssen Sie als Praktikant nicht antworten. Sie haben sogar die Möglichkeit, mit bestem Gewissen zu lügen. Des Weiteren hat der Praktikant das Recht zu erfahren, ob der Arbeitgeber eine zielgerichtete Beschäftigung gewährleisten kann.

Unterschied zwischen Pflichtpraktika und freiwilligen Praktika

Man unterscheidet zwischen freiwilligen Praktika und Pflichtpraktika. Verpflichtende Praktika müssen zum Beispiel während der Schulzeit oder im Studium absolviert werden. Diese sind von der Schule bzw. Uni festgelegt. Des Weiteren gibt es das freiwillige Praktikum. Dazu zählen zusätzliche Schülerpraktika, ein Vorpraktikum vor Beginn des Studiums oder das Nachpraktikum, welches nach erfolgreichem Bestehen des Examens erfolgt. Der größte Unterschied zwischen diesen beiden Arten des Praktikums ist, dass bei einem Pflichtpraktikum kein Berufsbildungsgesetz und keine Arbeitsgesetze angewendet werden müssen. Das bedeutet, dass Sie als Praktikant zum Beispiel keinen Anspruch auf eine Vergütung oder auf Urlaub haben.

Der Vorteil eines Praktikumsvertrages

Ein Vertrag für ein Praktikum muss nicht schriftlich festgelegt werden. Aber es wird für beide Seiten empfohlen, einen solchen Vertrag in Schriftform abzuschließen. Es gibt in Deutschland kein bestimmtes Gesetz, das die Rechte und Pflichten eines Praktikanten regelt. Deshalb ist ein Vertrag für das Praktikumsverhältnis eine wichtige Rechtsgrundlage. Wenn es rechtliche Probleme gibt, können sich beide Parteien auf den Vertrag beziehen.

Vergütung und Urlaub

Bei einem freiwilligen Praktikum ist der Arbeitgeber verpflichtet, eine entsprechende Vergütung an den Praktikanten zu zahlen. Das ergibt sich aus den Paragraphen 16 und 17 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG). Die Höhe der Bezahlung ist rechtlich nicht geregelt. Sie soll sich aber danach richten, wie viel ein Auszubildender in der jeweiligen Branche im ersten Ausbildungsjahr erhält. Nach Paragraph 26 BBiG ist auch geregelt, dass der Praktikant einen Urlaubsanspruch hat. Dieser beträgt mindestens zwei Werktage pro Monat. Wenn Sie in Ihrem Praktikum krank werden, haben Sie Anspruch auf eine Entgeltfortzahlung. Auch in Ihrem Urlaub haben Sie das Recht, eine Vergütung zu erhalten. Dies gilt jedoch nur bei freiwilligen Praktika, wie bereits erwähnt wurde. Ein Pflichtpraktikum stellt nämlich eine Veranstaltung im Rahmen der Schul- oder Hochschulausbildung dar.

Festgelegte Arbeitszeit

Die Arbeitszeit bei einem Praktikum darf acht Stunden täglich nicht überschreiten. Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) für Arbeitnehmer und Auszubildende findet für die Regelung der Höchstdauer Anwendung. Dies gilt ebenfalls für Praktikanten. Die Arbeitszeit darf maximal zehn Stunden betragen, wenn der Durchschnitt von acht Stunden pro Werktag innerhalb von sechs Monaten bzw. 24 Wochen nicht überschritten wird. Während der Arbeitszeit sind Ruhepausen vorgeschrieben. Diese müssen mindestens 30 Minuten betragen. Der Praktikant darf nicht länger als sechs Stunden hintereinander arbeiten.
Außerdem hat er das Recht auf eine ununterbrochene Ruhezeit von elf Stunden nach der täglichen Arbeit. Sie müssen als Praktikant keine unbezahlten oder in Freizeit unausgeglichene Überstunden absolvieren. Praktikanten dürfen nicht an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden. Das wird vom Paragraphen 9 des ArbZG geregelt. Jedoch gibt es Ausnahmen, welche durch den Paragraphen 10 festgelegt werden. Wenn Sie beispielsweise ein Praktikum bei der Feuerwehr, in der Gastronomie, bei Messen oder in Krankenhäusern absolvieren möchten, können Sie an Sonn- und Feiertagen zur Arbeit eingeteilt werden. Der Arbeitgeber muss Ihnen aber einen Ersatzruhetag gewährleisten.

Kündigung eines Praktikums

Bei einem Praktikum gibt es ebenfalls eine gewisse Probezeit. Diese richtet sich danach, wie lange das Praktikum andauert. Wenn Sie zum Beispiel ein Praktikum von drei Monaten absolvieren, sollte die Probezeit ungefähr zwei Wochen betragen. Die Probezeit wird zwischen dem Arbeitgeber und dem Praktikanten vereinbart. Diese Vereinbarung sollte schriftlich in einem Praktikumsvertrag festgehalten werden. Ein Praktikumsverhältnis kann natürlich vor Ablauf der festgelegten Zeit gekündigt werden. Als Praktikant können Sie während Probezeit jederzeit kündigen, ohne dass Sie eine bestimmte Frist einhalten müssen. Nach der Probezeit müssen Sie eine Kündigungsfrist einhalten. Diese beträgt vier Wochen. Der Arbeitgeber darf Ihnen nur fristlos kündigen. Dafür muss aber ein schwerwiegender Grund vorliegen, wie zum Beispiel ein Diebstahl vom Praktikanten. Auch der Praktikant darf eine fristlose Kündigung einreichen, wenn beispielsweise besonders wichtige Schutzbestimmungen vom Arbeitgeber nicht eingehalten werden und somit die Gesundheit gefährdet wird. Als Praktikant haben Sie nur den Nachteil, dass Sie das Praktikum nicht fortführen können. Bei einem Pflichtpraktikum während des Studiums oder der Schulzeit kann das bedeuten, dass Sie das Praktikum nachholen müssen.

Weitere Rechte für Praktikanten

Der Praktikumsgeber hat die sogenannte Ausbildungs- und Beschäftigungspflicht. Nachdem ein wirksamer Praktikumsvertrag abgeschlossen wurde, ist der Arbeitgeber verpflichtet, den Praktikanten für einen bestimmten Zeitraum auszubilden. Das bedeutet, dass er die Möglichkeit haben muss, berufliche Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kenntnisse zu erlangen, die für das Erreichen des zuvor vereinbarten Ziels des Praktikums notwendig sind. Sie können als Praktikant das Praktikum kündigen, falls Sie keinen Sinn in der Beschäftigung sehen. Das heißt, wenn Sie beispielsweise ständig nur Kaffee für die Mitarbeiter kochen müssen, dient das sicherlich nicht Ihrem Ziel. Deshalb dürfen Sie in solch einem Fall kündigen.

Nach dem Absolvieren Ihres Praktikums haben Sie ein Recht darauf, ein schriftliches Praktikumszeugnis zu erhalten. Dieses Zeugnis muss über die Art und Dauer des Praktikums informieren. Außerdem muss das Ziel der Beschäftigung enthalten sein. Auch die erlangten beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten müssen genannt werden.

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