Studiengänge ohne NC

Selbst ein Abischnitt von 4,0 ist kein Weltuntergang: Es gibt so einige Studiengänge ohne NC, mit denen du eine steile Karriere hinlegen kannst. Ob Lehramt Geschichte, Maschinenbau oder Rechtswissenschaften, du hast viele Optionen. Hier erhältst du einen breiten Überblick an möglichen Fachrichtungen.

Studiengänge ohne NC

Sind mehr Bewerber als Studienplätze vorhanden, führen die Universitäten einen Numerus clausus (NC) ein. So soll sichergestellt werden, dass die besten Kandidaten einen Platz erhalten.

Das sind die NC-freien Möglichkeiten

Es gibt sehr viele spannende Studiengänge ohne NC, z.B. Psychologie oder Lehramt

Es gibt sehr viele spannende Studiengänge ohne NC, z.B. Psychologie oder Lehramt

1. Lehramt

Aus dem klassischen Lehramtsstudiengang hat sich der Bachelor of Education entwickelt. Um Lehrer zu werden, musst du mindestens zwei Fächer studieren. An der Eberhard Karls Universität Tübingen kann du Chemie, Geschichte, Mathematik, Philosophie oder Physik ohne NC absolvieren. Nach dem Bachelor folgt der Master, die zusammen eine Gesamtdauer von 5 Jahren haben. Entscheidest du dich gegen die Karriere als Lehrer, kannst du dein Studium mit einem anderen Master fortsetzen.

2. Agrarwissenschaften

Die Georg-August-Universität Göttingen bietet ein NC-freies Bachelorstudium der Agrarwissenschaften an. Du bekommst ein ökonomisches und naturwissenschaftliches Grundlagenwissen vermittelt, das auf 6 Semester ausgelegt ist. Absolventen können in Beratungsfirmen, Saatzuchtunternehmen oder landwirtschaftlichen Unternehmen arbeiten.

3. Angewandte Informatik

Dieses Studienfach ist eine Spezialisierung der Informatik, das du übrigens auch ohne NC studieren kannst, wie an der RWTH Aachen. Die Angewandte Informatik hat an der Friedrich-Schiller-Universität Jena oder an der Universität Duisburg-Essen keinen Numerus clausus.

4. Psychologie

An der Fernuniversität in Hagen kannst du den Bachelorstudiengang in Psychologie absolvieren. Auch wenn es sich um ein Fernstudium handelt, erhältst du einen akademischen Grad. Formal macht es keinen Unterschied, ob du an einer Hochschule mit Präsenzpflicht studierst. Das Studium beschäftigt sich mit den Grundfächern Bildungspsychologie, Community Psychologie und Personalpsychologie sowie weiteren Teilgebieten. Die Studiendauer beträgt in Vollzeit 6 Semester, in Teilzeit verdoppelt sich die Semesterzahl.

Auch Architektur lässt sich ohne NC studieren

Auch Architektur lässt sich ohne NC studieren

5. Architektur

Die Bauhaus-Universität Weimar ermöglicht dir ein Studium der Architektur. Du lernst alles über Themen wie Baustatik, Holzbau und Städtebau kennen. In 6 Semestern hast du deinen Bachelor abgeschlossen.

6. Produktion und Logistik

Dieses Studium setzt seine Schwerpunkte auf die Themenfelder Energietechnik, Mechatronik und die Verfahrenstechnik. Du kannst es ohne NC an der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover beginnen.

7. Maschinenbau

Weltweit sind Maschinenbauer eine gefragte Berufsgruppe. Du kannst dir diesen Traum an der Universität Siegen erfüllen. Für dieses Studium musst du ein Praktikum von mindestens 8 Wochen absolvieren. Es ist eine Ingenieurwissenschaft, die vor allem auf mathematischen und physikalischen Kenntnissen aufbaut.

8. Evangelische Religionslehre

Wer ein geistliches Studium absolvieren möchte, kann das an der Westfälischen Wilhelms-Universität versuchen. Du lernst zahlreiche Aspekte dieser Religion kennen. Wenn du möchtest, kannst du dieses Fach auch auf Lehramt studieren.

9. International Management

Du suchst deine berufliche Zukunft auf globaler Ebene? Dieses Studium vermittelt dir betriebswirtschaftliche Kenntnisse und vertieft deine sprachlichen Fähigkeiten. Es kann an der Fachhochschule Südwestfalen in 6 Semestern abgeschlossen werden. Alternativ kommt auch die Internationale Hochschule Bad Honnef Bonn infrage.

Wer global arbeiten möchte macht mit dem Studiengang internationales Management alles richtig

Wer global arbeiten möchte macht mit dem Studiengang internationales Management alles richtig

10. Freie Kunst

Bist du ein begabter Künstler, kannst du deinen Anspruch mit diesem Studium untermauern. Du erhältst den Bachelor of Arts von der Hochschule der Bildenden Künste Saar ausgestellt. So hast du ein gutes Argument, falls du mal als Quereinsteiger ins Schulwesen wechseln möchtest.

11. Statistik

Ein Studium der Statistik beschäftigt sich mit mathematischen Grundlagen. Darüber hinaus wirst du in den Methoden der empirischen Forschung geschult. Absolventen können sich in verschiedenen Branchen bewerben. Solch ein Studium kannst du an der Ludwig-Maximilians-Universität München beginnen.

12. Russisch

Wer seine Sprachkenntnisse vertiefen möchte, kann es mit einem Russisch-Studium an der Eberhard Karls Universität Tübingen versuchen. Generell sind Sprachen eine gute Wahl bei einem Zwei-Fach-Bachelor. Falls du eines Tages in diesem Land arbeiten möchtest, ist ein Studium äußerst hilfreich. Sprachen wie Französisch oder Spanisch haben an vielen Hochschulen keinen Numerus clausus.

13. Soziale Arbeit

Ein weiterer der Studiengänge ohne NC ist der der sozialen Arbeit. Sozialarbeit untersucht gesellschaftliche Probleme und erarbeitet sinnvolle Lösungsansätze. Somit deckt es auch den Bereich der Sozialpädagogik ab. Du kannst es an der MSH Medical School Hamburg beginnen.

An der LMU in München ist das Biologie-Studium nicht zulassungsbeschränkt

An der LMU in München benötigt man für das Biologie-Studium keinen NC

14. Biologie

An der Ludwig-Maximilians-Universität München wird ein Biologie-Studium ohne NC angeboten. Es ist ein Bachelor, an den du einen Master anknüpfen kannst. Das Studium erlaubt dir, an wissenschaftlichen Projekten im Labor mitzuarbeiten. Besonders Zukunftstechnologien, wie neue Formen der Energiegewinnung, sind unter Biologen heiß begehrt.

15. Sinologie

Das Studienfach zählt zu den Ostasienwissenschaften. Es werden wissenschaftliche Fragen zur Sprach-, Kultur- und Literaturwissenschaft verfolgt. Die chinesische Sprache hilft dir dabei, einen lukrativen Job zu ergattern. Du kannst diesen Studiengang an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main zulassungsfrei studieren.

16. Musikwissenschaft

Der Name ist Programm: Einer der Studiengänge ohne NC Musikwissenschaft an der Universität Bremen vermittelt dir Kenntnisse zur Musikethnologie, Historischen Musikwissenschaft und Systematischen Musikwissenschaft. Im Anschluss kannst du dich in der Journalistik oder auch im Rundfunk bewerben. Dir stehen alle Optionen offen, die mit Tönen und Klängen zu tun haben.

17. Betriebswirtschaftslehre

Auch BWL kann ohne NC studiert werden. Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg machts möglich. Du hast den Bachelor nach 6 Semestern in deiner Tasche und qualifizierst dich für alle möglichen Tätigkeiten in der freien Wirtschaft. Das Studium an sich enthält mathematische und unternehmerische Elemente. Du musst wissen, wie ein Betrieb aufgebaut ist und wie es sich mit der Buchführung verhält.

BWL und VWL können ohne NC studiert werden

BWL und VWL können ohne NC studiert werden

18. Volkswirtschaftslehre

Der Bruder der BWL, die Volkswirtschaftslehre, gibt es an der Universität Bayreuth ohne Numerus clausus. Hier steht die Analyse der Funktionsweise von Märkten im Vordergrund. Es geht weniger um betriebsinterne Vorgänge, sondern eher um den Gesamtmarkt.

19. Geschichte

Ein Studium der Geschichte führt dich in die historischen Epochen der Menschheitsgeschichte ein. Antike, Mittelalter und Neuzeit lautet die gängige Aufteilung. Du kannst dieses Fach an der Universität Augsburg studieren.

20. Optik und Lasertechnik

An der Hochschule Koblenz wird dieser Studiengang angeboten. Optische Industrien und die Bereiche der Lasertechnik bieten spannende Zukunftsperspektiven. Im Studium beschäftigst du dich mit Fragestellungen aus der Informatik, der Elektrotechnik und mit Grundlagen Konstruktionen.

Fazit

Du musst den Kopf nicht in den Sand stecken, falls du mit deinem Abi-Zeugnis unzufrieden bist. Fehlt dein gewünschter Studiengang, solltest du es mit dem Losverfahren versuchen. Dabei werden Reststudienplätze unter allen Bewerbern zufällig vergeben. In der Regel geschieht das wenige Tage vor dem offiziellen Semesterbeginn.

Diese Liste ist nur eine kleine Auswahl an möglichen Optionen. Es bleiben viele interessante Alternativen, was Studiengänge ohne NC betrifft.

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Wartesemester – Wissenswertes und Tipps

Die beliebten Studiengänge, wie zum Beispiel Medizin, Jura und Psychologie, haben sehr hohe Zugangsvoraussetzungen. Es bewerben sich wesentlich mehr Menschen für diese Studienfächer als freie Plätze an den Hochschulen und Universitäten vorhanden sind. Dadurch müssen viele Bewerber mit einer Absage leben. Eine sehr gute Abiturnote ist allerdings nur für rund ein Fünftel der freien Plätze ausschlaggebend. Insgesamt werden 20 Prozent aller Plätze an Bewerber mit einer langen Wartezeit vergeben. Deshalb spielen die Wartesemester im Hinblick auf die erfolgreiche Zulassung zu einem Studienfach eine sehr wichtige Rolle.

Was sind Wartesemester?

 Je länger die Wartezeit, desto höher die Wahrscheinlichkeit für eine Zulassung

Je länger die Wartezeit, desto höher die Wahrscheinlichkeit für eine Zulassung

Hast Du Deine Hochschulzugangsberechtigung (HZB), wie zum Beispiel das Abitur erworben, und beginnst noch nicht direkt mit Deinem Studium, dann beginnt die Wartezeit. Je länger Deine Wartezeit, desto höher werden Deine Chancen auf eine erfolgreiche Zulassung zu Deinem Lieblingsstudiengang. Gerade bei Studienfächern, die einen sehr hohen NC (Numerus clausus) haben, profitierst Du von einer längeren Wartezeit. Die Wartezeit wird nach Halbjahren, den sogenannten Wartesemestern, berechnet. Um die Anrechnung Deiner Wartesemester musst Du Dich zum Glück nicht selbst kümmern. Sobald Du Dich an einer Hochschule oder Universität bewirbst, werden die Wartesemester automatisch berechnet. Die Grundlage für die Berechnung ist das Abiturdatum bzw. das Datum Deiner Hochschulzugangsberechtigung.
Warst Du bereits an einer Hochschule eingeschrieben (immatrikuliert), dann wird diese Zeit leider nicht angerechnet. Deine Studienzeit (Parkstudienzeit) wird automatisch von Deiner Wartezeit abgezogen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Du tatsächlich vor Ort warst oder ein Urlaubsemester eingelegt hast. Dies gilt auch nicht nur für die normalen deutschen Hochschulen, sondern auch für die Fernuniversitäten. Hast Du Dich nur an einer Universität oder Fachhochschule beworben und bist nicht angenommen worden, dann spielt dies keine Rolle. Auch wenn Du aufgrund der hohen Zugangsvoraussetzungen keinen Studienplatz erhalten hast und weiter auf diesen wartest, dann werden Deine Wartesemester automatisch angerechnet. Somit musst Du Dich nicht in jedem Semester erneut für Deinen Studiengang bewerben. Du rückst in der „Wartezeitliste“ von alleine nach oben.

So berechnest Du Deine Wartezeit

Bis zu 16 Semester kann man sich anrechnen lassen

Bis zu 16 Semester kann man sich anrechnen lassen

Die Wartezeit, bis Du mit dem Studium beginnen kannst, setzt sich aus allen Wartesemestern zusammen, die seit dem Abitur verstrichen sind. Ein solches Semester dauert genau 6 Monate lang. Leider ist es nicht möglich, das Semester anzurechnen, in dem Du Dein Abitur gemacht hast. Insgesamt können bis zu 16 Semester angerechnet werden. Die gesamte Anzahl an Wartesemester, die Du für einen zulassungsbeschränkten Studiengang benötigst, wird jedes Semester neu berechnet. Sie hängt direkt davon ab, wie viele Bewerber sich für den Studiengang interessieren und welche Abitur Durchschnittsnoten die Bewerber haben.
Ein aktueller NC bietet Dir somit keine zuverlässigen Rückschlüsse auf eine zukünftige Zulassung. Somit gibt es im klassischen Sinne auch keine einsehbare Wartezeitliste auf der Du sehen kannst, welche Position Du im Moment innehast. Dennoch ist eines gewiss: Je mehr Wartesemester Du besitzt, desto weniger Konkurrenten wirst Du haben und ein Studienbeginn rückt immer näher. Es lohnt sich somit für Dich, wenn Du die Wartezeit in Kauf nimmst, um eine Zusage für Deinen Wunschstudiengang zu bekommen. Dennoch solltest Du die Zeit nicht einfach nur sammeln und Deine Füße hochlegen. Die Wartezeit bis zum Studienbeginn kannst bzw. solltest Du auf jeden Fall sinnvoll nutzen.

Tipps um die Wartezeit sinnvoll zu nutzen

Für das Medizinstudium kann ein Praktikum im Krankenhaus nicht schaden

Für das Medizinstudium kann ein Praktikum im Krankenhaus nicht schaden

Deine Wartezeit solltest Du auf keinen Fall einfach verschwenden. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Du die Zeit sinnvoll nutzen kannst. Möchtest Du zum Beispiel Medizin studieren, so bietet sich am besten ein Praktikum in einem Krankenhaus an. Auf diese Art sammelst Du bereits wichtige Erfahrungen in dem Beruf.
Auch wenn Du Dich für eine Ausbildung entscheidest, kannst Du Dir die Zeit als Wartesemester anrechnen lassen. Du profitierst somit gleich doppelt. Zum einen erhöht sich Deine Wartezeit und zum anderen sammelst Du sehr viele Erfahrungen in der Praxis. Die Ausbildung sollte natürlich thematisch zu Deinem späteren Studienfach passen. Die meisten Studenten, die vor ihrem Studium eine passende Ausbildung gemacht haben, vielen die späteren Studieninhalte wesentlich leichter. Des Weiteren hast Du auch einen „Plan B“, falls es mit Deinem Studium nicht klappt. In diesem Fall kannst Du dann einfach in Deinem gelernten Beruf gehen und arbeiten.
Zu den weiteren Möglichkeiten, wie Du Deine Wartezeit sinnvoll nutzen kannst, zählen ein Auslandsstudium oder die Berufsakademie. Entscheidest Du Dich für eine der beiden Optionen, dann solltest Du Dich zur Sicherheit an die Stiftung für Hochschulzulassung (SfH) wenden. Lass Dir von der SfH schriftlich versichern, dass die Zeit an der ausländischen Hochschule oder an der Berufsakademie auch tatsächlich als Wartesemester gilt.

Das Parkstudium bietet Vor- und Nachteile

Ein Parkstudium ist eine weitere Alternative für die Zeit des Wartens. Du schreibst Dich an einer Hochschule ein, legst allerdings keinerlei Prüfungen ab. Du kannst Dich über die studentische Krankenkasse versichern lassen und erhältst alle Vergünstigungen, die Studenten erhalten. Zu diesen gehören unter anderem Rabatte in Kinos, Museen und Restaurants. Zudem erhältst Du auch weiterhin Kindergeld. Im Rahmen des Parkstudiums lernst Du das Studentenleben mit all seinen Facetten kennen. Da Du sowieso keine Prüfungen schreibst, musst Du Dir auch um schlechte Noten keine Gedanken machen. Das Parkstudium ist besonders von Vorteil, wenn Du dadurch später in Deinem Wunschstudiengang direkt in ein höheres Fachsemester einsteigen kannst. Der größte Nachteil beim Parkstudium: Es wirkt sich nicht positiv auf Deine Wartezeit aus.

Die Zeit des Wartens wird belohnt

Viele Studienplätze in Deutschland werden an Bewerber mit langen Wartezeiten vergeben. Durch das Wartesemester hast Du auch mit schlechteren Noten die Chance auf einen Studiengang mit einem hohen NC. Sobald Du Deine Hochschulzugangsberechtigung erhalten hast, beginnt die Anrechnung. Nutze die Zeit des Wartens aber auf jeden Fall für sinnvolle Aktivitäten. Mach ein Praktikum, eine Ausbildung oder verdiene etwas Geld. Ein Studium in Deutschland ist recht teuer.

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Nachrückverfahren – Chance auf dein Traumstudium

Die Hochschulen und Universitäten in Deutschland sind gefragt und die offenen Studienplätze beschränkt. Mit sehr guten Abschlussnoten sind die Chancen, einen Platz in einem NC-Studiengang zu bekommen, relativ hoch. Wer nicht ganz so gute Noten hat, der muss auf jeden Fall zittern. Erhält man eine Absage von der Hochschule bzw. Uni, dann gibt es meistens noch zusätzliche Möglichkeiten u.a. das Nachrückverfahren.

Über das Nachrückverfahren einen Studienplatz bekommen

Viele Bewerber erhalten mehrere Zusagen und so steigt die Chance auf ein Nachrückverfahren

Viele Bewerber erhalten mehrere Zusagen und so steigt die Chance auf ein Nachrückverfahren

Viele Absolventen bewerben sich gleichzeitig an mehreren Universitäten oder FHs. Abiturienten mit sehr guten Noten bekommen oftmals auch mehrere Zusagen. Aufgrund dessen bleiben Jahr für Jahr sehr viele Studienplätze unbelegt. Die Zusagen alleine reichen aber noch nicht aus, damit die Studienplätze belegt sind. Für ihren Wunschstudiengang müssen sich die Bewerber noch einschreiben (immatrikulieren). Dies muss innerhalb der jeweiligen Immatrikulationsfrist erfolgen. Schreiben sie sich nicht innerhalb dieser Frist ein, dann können sie ihr Studium auch nicht antreten. Sobald die Immatrikulationsfrist von einem Studiengang zu Ende ist, sieht die Hochschule oder Uni, ob und wie viele Plätze noch frei sind. Gibt es noch Plätze, dann findet ein Nachrückverfahren statt. Durch dieses Verfahren haben alle Bewerber, die zuerst eine Absage bekommen haben, eine weitere Chance auf einen freien Studienplatz. Sollten in diesem Verfahren immer noch nicht alle freien Plätze belegt werden, dann gibt es zusätzlich noch ein Losverfahren.

Vergabeverfahren für zulassungsbeschränkte Studiengänge

Viele Studiengänge haben nur eine begrenzte Anzahl an freien Studienplätzen. Aus diesem Grund sind diese Studiengänge zulassungsbeschränkt. Die Universitäten und Fachhochschulen verwenden in der Regel 2 Ranglisten für die Studienplatzvergabe. Am wichtigsten sind Deine Gesamtnote der Hochschulzugangsberechtigung (HZB) und die Anzahl Deiner Wartesemester. 80 Prozent aller freien Plätze werden über die Liste der Durchschnittsnoten vergeben. In einem zusätzlichen Schritt prüfen die Fakultäten, wie viele Wartesemester vorhanden sind. 20 Prozent der freien Plätze werden dann im Hinblick auf die Wartezeit vergeben. Hast Du Dich für das Hauptverfahren beworben, dann bekommst Du per Post entweder eine Zulassung oder einen Ablehnungsbescheid.

Wissenswertes zum Nachrückverfahren

Man nimmt automatisch am Nachrückverfahren teil muss aber bei einer Zusage die Fristen einhalten

Man nimmt automatisch am Nachrückverfahren teil muss aber bei einer Zusage die Fristen einhalten

Hast Du Dich für einen Studiengang beworben und eine Absage erhalten, dann hast Du maximal noch 2 weitere Chancen. Findet ein Nachrückverfahren statt, dann kannst Du darüber zugelassen werden. Für dieses Verfahren musst Du Dich nicht zusätzlich anmelden. Du nimmst automatisch teil. Die Frist, bevor das Verfahren überhaupt stattfindet, liegt zwischen ein und zwei Wochen. So lange haben alle Bewerber Zeit, sich für ihren Studiengang zu immatrikulieren.
Wie genau das Nachrückverfahren im Detail abläuft, hängt von der jeweiligen Hochschule ab. In den meisten Fällen kommt eine Warteliste zum Einsatz. Auf dieser werden alle Bewerben nach Abiturnote, Wartesemestern und anderen Quoten positioniert. Die Bewerber mit den besten Noten bzw. meisten Wartesemestern haben die größten Chancen auf einen Studienplatz. Befinden sich mehrere Studienbewerber auf dem gleichen Stand, dann entscheidet letzten Endes das Los. Nicht jeder Nachrücker nimmt den freien Platz an und deshalb kann das Verfahren eine Weile dauern. Es wird so lange durchgeführt, bis alle noch freien Studienplätze vergeben sind. Auf der Webseite der Uni bzw. Fachhochschule sollten alle Termine und Fristen zum Verfahren veröffentlicht werden. Viele freie Plätze werden sogar noch kurz vor Semesterbeginn, im Oktober, vergeben.
Wenn Du zu den Glücklichen gehörst, die einen freien Platz bekommen haben, dann schickt Dir die Hochschule per Post einen Zulassungsbescheid. Den Studiengang musst Du dann innerhalb der Frist antreten, ansonsten erhält ihn ein anderer Nachrücker. Hast Du den Platz abgelehnt, so ist dies endgültig. Hast Du in dem Verfahren keinen freien Platz bekommen, dann wird Dich die Fakultät darüber nicht benachrichtigen. Ist die Frist abgelaufen und Du hast per Post keine Zusage bekommen, dann kannst Du von einer Ablehnung ausgehen. Solltest Du, aus welchen Gründen auch immer, kein Interesse an einem Nachrückverfahren haben, dann kannst Du dies der Fakultät mitteilen. Dadurch haben andere Nachrücker mehr Chancen auf einen freien Platz.

Das Losverfahren als letzte Chance

Beim Losverfahren spielen die Noten und Wartesemester keine Rolle

Beim Losverfahren spielen die Noten und Wartesemester keine Rolle

Solltest Du nicht zu den glücklichen Nachrückern gehören, so hast Du unter Umständen noch eine letzte Chance auf den Studienplatz. Sollten im Nachrückverfahren nicht alle freien Plätze belegt werden, dann wird die Universität bzw. Fachhochschule zusätzlich noch ein Losverfahren durchführen. An diesem nimmst Du aber nicht automatisch teil, Du musst Dich gesondert dafür anmelden. Auf der Webseite der Fakultät siehst Du, ob und in welchem Zeitraum ein Losverfahren stattfindet. In der Regel laufen die Teilnahmefristen für das Losverfahren schon im September ab. Du solltest Dich also frühzeitig anmelden. Je nach Hochschule geht die Anmeldung entweder online oder Du musst eine Postkarte schicken. Bei dem Losverfahren spielen Deine Noten oder Wartesemester keine Rolle. Wie der Name bereits verrät, werden die freien Plätze einfach unter allen Bewerbern verlost. Mit etwas Glück bekommst Du doch noch eine Zusage für Deinen Lieblingsstudiengang.

Was muss ich als (Fast-)Student beachten?

Hast Du im Hauptverfahren eine Ablehnung für Deinen Wunschstudiengang bekommen, dann gibt es immer noch Hoffnung. In der Regel finden in jedem Studienfach ein oder sogar mehrere Nachrückverfahren statt. Solltest Du parallel eine Zusage für einen anderen Studiengang bekommen haben, so musst Du nun genau abwägen. Hast Du sehr gute Noten und/oder viele Wartesemester, dann sind Deine Chancen recht hoch. Werden alle freien Plätze in diesem Verfahren belegt, dann gibt es natürlich kein zusätzliches Losverfahren. Sowohl beim Nachrückverfahren als auch beim Losfahren gibt es Fristen und diese solltest Du unbedingt kennen und berücksichtigen. Alle wichtigen Termine findest Du in der Regel auf der Webseite der Fakultät und diese solltest Du regelmäßig besuchen. Hast Du einen Studienplatz über das Nachrück- oder Losverfahren erhalten, dann musst Du Dich fristgerecht immatrikulieren. Tust Du dies nicht, dann hast Du kein Anrecht mehr auf den freien Platz.

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Infos rund ums Fernstudium

Fernstudiengänge werden immer beliebter, da sie den Studenten große Freiräume lassen und eine berufliche Weiterbildung neben Job und Karriere mit maximaler Flexibilität ermöglichen. Doch längst nicht jedes Fernstudium hält, was es verspricht. Es lohnt sich in jedem Fall vor einer Immatrikulation das Studienangebot der Einrichtung zu prüfen sowie die Kosten bis zum Abschluss hochzurechnen.

Fernstudium Bachelor Wirtschaftswissenschaften

Der Studiengang Wirtschaftswissenschaften ist auf Fernhochschulen sehr beliebt

Der Studiengang Wirtschaftswissenschaften ist auf Fernhochschulen sehr beliebt

Den Bachelor in Wirtschaftswissenschaften kannst du mittlerweile an so gut wie jeder Hochschule absolvieren. Als etablierter Anbieter von Fernstudiengängen hat sich die Fernuniversität Hagen als größte deutsche Universität in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. Daneben gibt es auch einige private und staatliche anerkannte Fernhochschulen wie beispielsweise die HFH Hamburger Fern-Hochschule, die AKAD University, die Internationale Hochschule Bad Honnef – Bonn (IUBH), die Europäische Fernhochschule Hamburg (Euro-FH) oder die SRH Fernhochschule Riedlingen.

Die Studiengebühren der privaten Einrichtungen sind deutlich höher (teilweise mehrere Hundert Euro pro Monat) als die Studiengebühren an der Fernuniversität Hagen (lediglich ein Semesterbeitrag in Höhe von etwa 15 Euro). Dafür ist das Studienangebot an den privaten Hochschulen noch facettenreicher als an der Fernuniversität Hagen. Ein deutlicher Vorteil der Studiengänge an der Fernuniversität Hagen ist, dass während des Studiums lediglich eine Präsenzphase in Hagen stattfindet (das Seminar als Vorbereitung auf die Bachelorarbeit) und somit die Kosten für Fahrten zu Präsenzveranstaltungen überschaubar bleiben. In der Belegphase können die Studenten bestimmte Kurse wählen, die sie im jeweiligen Semester belegen möchten. Die Studienunterlagen werden den Studenten zeitnah zugesendet. Für jeden Kurs fällt eine Beleggebühr in Höhe von etwa 75 Euro an.

An der Fernuniversität Hagen gibt es lediglich eine Präsenzphase

An der Fernuniversität Hagen gibt es lediglich eine Präsenzphase

Die Leistungsnachweise der Studierenden werden über sogenannte Einsendearbeiten erbracht. In jedem Kurs gibt es mehrere Aufgabenblätter, die von Studenten zu lösen und bis zum jeweiligen Abgabetermin an die Fernuniversität zurückzusenden sind. Um in einem Kurs zur Klausur zugelassen zu werden, müssen in den meisten Kursen mindestens eine Einsendearbeit bestanden werden (mehr als die Hälfte der Punkte müssen dafür erreicht werden). Die Einsendearbeiten kann man per Post an die Fernuniversität schicken oder kostenlos im nächsten Studienzentrum abgegeben. Dort finden häufig auch freiwillige sowie kostenpflichtige Vorbereitungskurse auf die Abschlussklausur statt, die jedoch teuer (meist im Rahmen von 150 Euro/Kurs) und nicht zwingend notwendig sind. Wer die bereitgestellten Unterlagen gewissenhaft durcharbeitet und bei Unklarheiten weitere Literatur heranzieht, ist nicht auf das Besuchen derartiger Veranstaltungen angewiesen. Die Klausuren finden am Ende des Semesters statt (März und September). Das Fernstudium Bachelor Wirtschaftswissenschaften ist in ein Grundstudium und ein Hauptstudium unterteilt. Das Grundstudium (Pflichtprogramm) besteht aus zehn Prüfungen, das Hauptstudium (Wahlpflichtprogramm) aus weiteren acht Prüfungsleistungen. Während es im Grundstudium keine Wahlmöglichkeiten gibt, sind die Spezialisierungsmöglichkeiten im Hauptstudium sehr vielfältig. Hier kannst du dein Wissen in betriebswirtschaftlichen, volkswirtschaftlichen sowie quantitativen Modulen vertiefen.

Das Seminar findet als Blockseminar während eines Semesters statt und soll auf die Abschlussarbeit vorbereiten. Die Teilnehmer erhalten ein Thema und müssen in Absprache mit ihrem Betreuer eine wissenschaftliche Arbeit darüber verfassen und ihre Ergebnisse in einem Vortrag in der Präsenzphase vorstellen. Viele Teilnehmer schreiben im Anschluss an ihr Seminar ihre Bachelorarbeit am gleichen Lehrstuhl.

Weitere sehr beliebte Studiengänge an der Fernuniversität Hagen sind Psychologie und Wirtschaftsinformatik, die vom Ablauf her ähnlich aufgebaut sind, jedoch teilweise andere Schwerpunkte setzen. Wer seinen Bachelor erfolgreich an der Fernuniversität Hagen abgeschlossen hat, kann im Anschluss noch einen darauf aufbauenden Master absolvieren.

Versteckte Kosten im Fernstudium und sonstige Hürden

Die Prüfungen werden an verschiedenen Standorten angeboten

Die Prüfungen werden an verschiedenen Standorten angeboten

Viele Fernuniversitäten werben mit überschaubaren Kosten, die Studenten für ein Studium aufbringen müssen. Tatsächlich sind die Kosten jedoch je nach Wohnort deutlich höher, man sollte daher die veröffentlichten Kosten kritisch hinterfragen und sich vor Aufnahme des Studiums über mögliche Klausurorte informieren, an denen Klausuren der Fernuniversität Hagen oder anderer Universitäten geschrieben werden können. Dies ist je nach Studiengang unterschiedlich. Beispielsweise können Studierende im Grundstudium Wirtschaftswissenschaft an der Fernuniversität Hagen noch aus einem breiten Netz an möglichen Klausurorten für ihre Abschlussorte auswählen. Im Hauptstudium gibt es deutlicher weniger Alternativen, im Wintersemester 2015/2016 können Klausuren lediglich an den Standorten Düsseldorf, München und Potsdam abgelegt werden. Fernstudenten aus Freiburg oder Hamburg müssen daher mit zusätzlichen Fahrtkosten sowie Kosten für Hotelübernachtungen rechnen, die für jede Fahrt zum Klausurort anfallen. Wer großes Pech hat oder seine Abschlussarbeit an einem anderen Lehrstuhl als seine Seminararbeit schreiben möchte, erhält aufgrund des Andrangs durch stetig steigende Studierendenzahlen unter Umständen keinen Platz am gewünschten Lehrstuhl oder muss sogar ein Wartesemester einlegen. An so gut wie alle Lehrstühlen werden Studierende, die das Seminar dort absolviert haben, bevorzugt bei der Platzvergabe für Bachelorarbeiten behandelt.

Fernstudium – Bachelor als ideale berufsbegleitende Weiterbildungsmaßnahme

Man kann sich eigenständig und mit eigenem Zeitplan auf die Prüfungen vorbereiten

Ein Fernstudium richtet sich in erster Linie als Weiterbildungsmaßnahme für Berufstätige, die neben ihrem Job einen höherwertigen Abschluss erwerben möchten. Die Altersstruktur von Fernstudenten spiegelt dies wider, im Vergleich zu Studenten, die an Präsenz-Hochschulen studieren, liegt das Durchschnittsalter um etwa fünf Jahre höher. So sollte man sich nicht wundern, wenn man im Seminar nur auf Kommilitonen trifft, deren Alter zwischen 25 und 40 Jahren liegt. Vor allem die Fernuniversität Hagen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten einen sehr guten Ruf aufgebaut und wird von Unternehmen aus der Praxis anerkannt. Grundsätzlich können Fernstudenten mit vielen Fähigkeiten glänzen, die sie von normalen Studenten abheben. Vor allem die Eigenständigkeit und das Zeitmanagement, was für einen erfolgreichen Abschluss unverzichtbar ist, zeichnet Fernstudierende aus. Auch das Durchhaltevermögen und die Konsequenz, mit der sich Fernstudierende oftmals nach einem anstrengenden Arbeitstag noch ihren Arbeitsunterlagen widmen, wissen Unternehmen immer mehr zu schätzen. Du solltest dir daher sehr gut überlegen, ob du dich für ein Fernstudium entscheidest. Sicherlich bringt ein Fernstudium sehr viele Vorteile mit sich, du solltest aber auch wissen, dass es sehr anstrengend ist und ein hohes Maß an Disziplin erfordert.

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Private oder staatliche Hochschule?

Wer ein Studium aufnehmen möchte, muss sich mit einer ganzen Reihe von Fragen auseinandersetzen. Dazu gehört nicht nur die Wahl des Studienortes und des Studienfaches, sondern auch die Frage, ob eine private oder eine staatliche Hochschule die besseren Ausbildungs- und Karrierechancen bietet. Allzu oft grassiert das Vorurteil, dass an einer privaten Hochschule nur die Kinder reicher Eltern studieren, deren Abiturdurchschnitt zu schlecht ist, um an einer staatlichen Hochschule die Zulassung zu erhalten. Dem ist jedoch keineswegs so. Auch private Hochschulen verfügen über ein umfangreiches Zulassungsverfahren, das sich allerdings erheblich von dem Zulassungsverfahren an einer staatlichen Hochschule unterscheiden kann. Auswahlgespräche, Eingangstests oder Accessment-Center sind hier die Regel, während es bei einer staatlichen Hochschule vor allem auf den Numerus Clausus ankommt. Außerdem sind die Studiengebühren an einer privaten Hochschule ein nicht unerheblicher Faktor. Worauf es sonst noch ankommt, möchte der folgende Artikel beleuchten.

Was ist besser – Private oder staatliche Hochschule?

Sowohl an einer staatlichen als auch an einer privaten Hochschule werden Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten. Allerdings kann sich das Angebot einer privaten Hochschule zum Teil deutlich von dem Angebot einer staatlichen Hochschule unterscheiden. Es ist meistens auf wirtschaftswissenschaftliche, rechtswissenschaftliche oder medizinische Studiengänge begrenzt. Im Gegensatz dazu bieten staatliche Universitäten in größeren Städten nahezu das gesamte Spektrum an Studiengängen an, die derzeit aktuell sind. Dies trifft allerdings nicht immer und überall zu. Aus diesem Grunde wäre es sehr wichtig, dass Du Dich vorher genau informierst, wo Du Dein Lieblingsfach studieren kannst und anschließend eine Auswahl triffst, welche Studienorte ganz konkret infrage kommen. Die Studiengebühren an einer staatlichen Hochschule sind entweder gering oder gar nicht vorhanden. In vielen Städten ist lediglich ein regelmäßiger Semesterbeitrag zu zahlen, der dich allerdings dazu berechtigt, zahlreiche Vergünstigungen an der Universität und an deinem Studienort in Anspruch zu nehmen. Lediglich für Langzeitstudenten fällt in der Regel ein Semesterbeitrag an, der einen drei- bis vierstelligen Eurobetrag pro Semester umfassen kann. Die Studiengebühren an einer privaten Hochschule sind sehr hoch. Dieser Tatsache dürfte der Ruf geschuldet sein, den die Privatunis in weiten Kreisen der Bevölkerung genießen. Sie sind aber nicht nur reichen Personen vorbehalten. Es gibt durchaus die Möglichkeit, ein Stipendium zu beantragen und damit an einer privaten Universität zu studieren. Bevor Du eine solche Entscheidung triffst, solltest Du Dir allerdings sicher sein, dass der Abschluss, den du an der privaten Hochschule erwerben möchtest, staatlich anerkannt ist.

Vor- und Nachteile einer staatlichen Hochschule

Die Zahl der Studenten ist an einer staatlichen Hochschule in der Regel deutlich höher als an einer privaten Hochschule. Volle Hörsäle und übervolle Seminare sind keine Seltenheit. Es gehört mitunter ein großes Durchsetzungsvermögen dazu, freie Plätze in einem Seminar zu ergattern und das Studium in der geforderten Zeit abzuschließen. Außerdem ist die Zahl der Studierenden, die eine Lehrkraft zu betreuen hat, deutlich höher als die Zahl der Studierenden, die an einer privaten Hochschule von einer Lehrkraft betreut werden. Eine gewisse Anonymität herrscht an jeder größeren Universität vor. Dies gilt erst Recht, wenn es sich um ein Studienfach handelt, das sehr begehrt ist. Hier ist es nicht selten, dass sich der Studienanfänger mit mehreren hundert anderen Studienanfängern im Hörsaal wiederfindet. Die Anonymität bietet aber nicht nur Nachteile, sondern auch eine ganze Reihe von Vorteilen. Individualisten haben die Möglichkeit, ihr Studium und ihren Studienrhytmus bis zu einem gewissen Grade selbst zu gestalten. Eine Verschulung ist an einer staatlichen Hochschule weniger gegeben als an einer privaten Hochschule.

Vor- und Nachteile einer privaten Hochschule

Die technische und organisatorische Ausstattung einer privaten Hochschule ist in der Regel deutlich besser als die Ausstattung einer staatlichen Hochschule. Außerdem ist der Studienplan straffer und die Betreuung kann viel persönlicher und individueller gestaltet werden. Anonymität ist an einer privaten Hochschule fast immer ein Fremdwort. Die Studenten und die Lehrkräfte kennen einander und die Studienorganisation ist deutlich straffer als an einer staatlichen Hochschule. Dem stehen die zum Teil sehr hohen Studiengebühren gegebenüber. Einige Privatuniversitäten bieten nicht nur ein Direktstudium in Vollzeit, sondern auch ein Teilzeit- und/oder ein Fernstudium an. So haben auch berufstätige Personen oder Personen, die aus familiären Gründen kein Präsenzstudium absolvieren können die Möglichkeit, einen staatlich anerkannten Studienabschluss zu erwerben. In der Regel besteht eine gute Vernetzung zwischen einer privaten Universität und der freien Wirtschaft. Dies kann ein wichtiger Faktor sein, warum sich eine Person trotz der hohen Studiengebühren für eine private Hochschule entscheidet. Es muss aber auch gesagt werden, dass selbst ein sehr guter Abschluss einer privaten Universität keine Garantie auf eine spätere Karriere oder eine gut dotierte berufliche Stellung gewähren kann. Dennoch fällt den Absolventen einer privaten Hochschule der Einstieg in den Beruf etwas leichter als den Absolventen einer staatlichen Hochschule. Dies gilt vor allem für die Absolventen der wirtschafts- und ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge, die bevorzugt an den privaten Hochschulen angeboten werden.

Berufliche Chancen – staatliche und private Hochschule

Grundsätzlich können keine allgemeingültigen Aussagen getroffen werden, welchen Studienabsolventen der Berufseinstieg leichter fällt. Dies hängt nicht nur von der Universität, sondern auch vom gewählten Studienfach und von verschiedenen anderen Faktoren ab. Absolventen eines stark nachgefragten Studienganges, die zudem zahlreiche Praktika während des Studiums abgeleistet haben, dürften es nicht allzu schwer haben, eine adäquaten berufliche Stellung zu finden. Dabei spielt es nur eine untergeordnete Rolle, ob das Studium an einer staatlichen oder einer privaten Universität absolviert wurde. Wer sich für ein Studienfach entscheidet, das in der Praxis weniger gefragt ist, muss damit rechnen, dass er deutlich länger brauchen wird, um den Einstieg in den Beruf zu finden.

Vor- und Nachteile private und staatliche Hochschule

Vor- und Nachteile private und staatliche Hochschule im Überblick

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