ERASMUS Programm – Dein Weg zum Auslandssemester

Wer darüber nachdenkt, später einmal im Ausland zu arbeiten, sollte bereits während des Studiums erste Auslandserfahrungen sammeln. Auch deutsche Unternehmen verlangen darüber hinaus oftmals fundierte Sprachkenntnisse und stellen gerne Bewerber ein, die zu nicht-touristischen Zwecken für einen längeren Zeitraum im Ausland verweilten. Denn erstens arbeiten viele Konzerne international und außerdem zeigt der Bewerber so seine Weltoffenheit, Vorurteilsfreiheit und kann zudem damit punkten, dass er sein Leben in einer fremden Kultur selber organisiert hat. Natürlich ist ein Auslandsaufenthalt aber gerade als Student nicht einfach zu finanzieren. Neben Auslands-BAföG hilft hier jedoch das ERASMUS Programm der Europäischen Union, durch welches die Mobilität von Studierenden gefördert werden soll.

Was ist das ERASMUS-Programm?

Am 15. Juni 1987 durch den Rat der Europäischen Union gegründet, unterstützt das Programm „ERASMUS“ seitdem zahlreiche europäische Studierende dabei, eine ausländische Hochschule für ein oder zwei Semester kennenzulernen und dort zu studieren oder in einem ausländischen Betrieb ein Praktikum zu absolvieren. Im Rahmen dessen wird ein Stipendium ausgeschüttet, welches jedoch kein Vollstipendium ist, sondern eher ein Mobilitätszuschuss.

Seit dem 1. Januar 2014 gehört das ERASMUS-Programm zu „Erasmus+“. Diese Initiative vereint alle Programme der Europäischen Union zur allgemeinen und beruflichen Bildung, Jugend und Sport. Dazu gehören beispielsweise auch Projekte in den Bereichen Schulbildung (Comenius), Jugend (JUGEND IN AKTION) oder berufliche Aus- und Weiterbildung (Leonardo da Vinci).

Wichtige Ziele des Förderprogrammes

– Förderung der Mobilität der Studierenden. Damit diese ihren Auslandsaufenthalt ohne große finanzielle Hürden absolvieren können, wird dieser mit einem Mobilitätszuschuss von 150 bis 250 Euro im Monat bezuschusst. Zudem entfallen die Studiengebühren an der jeweiligen Partneruni sowie an der heimischen Hochschule.
Uneingeschränkter Zugang zum Europäischen Hochschulraum
Kooperation zwischen verschiedenen Instituten
Anerkennung und Koordination von ausländischen und nationalen Studienabschlüssen
– Förderung des interkulturellen Dialoges
– Verbesserung von Kompetenzen und Fähigkeiten der Studierenden, um auf dem internationalen Arbeitsmarkt zu bestehen
– Förderung der europäischen Werte aus Art. 2 EUV wie Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit oder Demokratie

Tipp: Du hast trotz des Zuschusses die Möglichkeit, Auslands-BAföG zu beantragen. Solltest Du diese Förderung bereits in Deutschland erhalten, ist es normalerweise kein Problem, dass der jeweilige Betrag bzw. sogar ein höherer Betrag im Ausland weitergezahlt wird. Achte jedoch darauf, dass für Auslands-BAföG andere Behörden zuständig sind.

Wer kann an dem Programm teilnehmen?

Grafik Hallo in vielen Sprachen

Vorallem gute Englisch-Kenntnisse sind für ein Auslandssemester wichtig. Andere Sprachen reichen auf Schul-Niveau.

Teilnehmen können regulär eingeschriebene Studierende einer EU-Hochschule (mit dem Ziel Bachelor, Master, Doktorat oder vergleichbaren Abschlüssen), die die EU-Bürgerschaft besitzen, sowie Hochschulpersonal. Außerdem muss die jeweilige deutsche Hochschule im Rahmen eines bilateralen Abkommens eine Partnerschaft mit einer ausländischen Uni vereinbart haben.

Informiere dich an deiner jeweiligen Fakultät, über die Möglichkeit, am ERASMUS Programm teilzunehmen. Üblicherweise pflegen die Fakultäten aller großen Studiengänge wie Rechtswissenschaften, Medizin, BWL SoWi oder Sprachwissenschaften Partnerschaften mit ausländischen Universitäten. Bei deinem zuständigen ERASMUS-Koordinator bzw. auf dessen Homepage erfährst Du dann, welche Partnerunis für dich in Frage kommen und welche Voraussetzungen Du erfüllen musst. Hier kommt es zum Beispiel auf deinen Notendurchschnitt nach dem Grundstudium an. Des Weiteren solltest Du über gewisse fremdsprachige Fähigkeiten verfügen, allerdings ist die Hürde hier nur im Falle von Englisch-Sprachkenntnissen hoch. Möchtest Du etwa nach Spanien oder Frankreich reisen, so genügt es zumeist, wenn Du diese Sprachen in der Schule gelernt hast. Wird die Sprache deines Wahllandes üblicherweise nicht an deutschen Schulen unterrichtet, reicht es außerdem, wenn Du über gutes Englisch sprichst.

Tipp: Konzentriere dich nicht auf lediglich eine ausländische Uni, an der Du unbedingt studieren möchtest, denn so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein anderer Studierender mit besseren Noten dir zuvorkommt. Du hast vielmehr die Möglichkeit, bei deiner Bewerbung mehrere Unis anzugeben. Bereite des Weiteren schon mal einen tabellarischen Lebenslauf vor und verfasse ein kurzes Bewerbungsschreiben. Denke außerdem daran, dass Du nach deinem Auslandsaufenthalt einen Erfahrungsbericht verfassen musst.

Welche Vorteile bietet das Programm oder ist es einfach ein gute Ausrede, Urlaub zu machen?

Vielfach wird behauptet, dass das ERASMUS Programm von Studierenden nur dazu genutzt wird, bezahlten Urlaub zu machen und Partys zu feiern. Richtig ist, dass beispielsweise das ESN (Erasmus Student Network) zahlreiche Feten für ERASMUS-Studenten anbietet und Du mit vielen anderen (ausländischen) Studenten in Kontakt kommen wirst, die ihren Auslandsaufenthalt in vollen Zügen genießen möchten. Trotzdem musst Du Kurse besuchen und auch Prüfungen bestehen, um deine Förderung nicht zu verlieren. Kannst Du am Ende deines Aufenthaltes keine bestandenen Kurse vorweisen, so musst Du das Fördergeld zurückzahlen.

Tipp: Informiere dich frühzeitig, welche Leistungen Du an der Partneruni erbringen musst und welche Kurse auch wirklich anerkannt werden. Oftmals ist es in nicht-englischsprachigen Ländern nicht so einfach, die Prüfungen überhaupt oder mit guten Noten zu bestehen. Hierüber solltest Du dir jedoch keine Sorgen machen, denn zunächst musst Du später keinen bestimmten Notendurchschnitt vorweisen. Außerdem sind die Professoren der ausländischen Unis zumeist sehr wohlwollend gegenüber ERASMUS-Studenten. Vielfach wird hier daher statt eines Examens eine schriftliche Arbeit als Abschlussprüfung angeboten, die dann in aller Ruhe zuhause abgearbeitet werden kann. Dass ein ERASMUS-Aufenthalt nur ein bezahlter Urlaub ist, stimmt also nicht, denn Du musst auf jeden Fall für die Prüfungen lernen und es wird dir nichts geschenkt. Allerdings besteht kein Druck, gute Noten zu schreiben, und das Bestehen der Examina ist keine allzu hohe Hürde.

Das ERASMUS-Programm ist also kein bloßes Vergnügen. Es ist aber trotzdem eine tolle Erfahrung, denn zunächst lernst Du viele junge Menschen verschiedenster Nationalitäten kennen und kannst dich mit ihnen austauschen. Außerdem wirst Du erwachsener, denn Du musst deinen Alltag in einer völlig fremden Stadt organisieren, dir eine Wohnung suchen und dein Geld gut verwalten. Ferner lernst Du die Lehrmethoden der Partneruni sowie möglicherweise fremde Sichtweisen auf ein Problem, welches an deiner deutsche Universität ganz anders gelöst wird. Darüber hinaus ist ERASMUS vielen Arbeitgebern ein Begriff, so dass sich der Aufenthalt sicherlich gut in deinem CV machen wird. Viele Firmen verlangen zudem gute Sprachkenntnisse und Auslandserfahrungen, welche Du durch das ERASMUS-Programm dann aufweisen kannst.

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Als Auslandsstudent in Deutschland

Aufgrund des breitgefächerten Angebots an Studiengängen ist Deutschland mit mit fast 350, zum Großteil auf eine jahrhundertelange Tradition zurückblickenden Universitäten ein beliebter Anziehungspunkt für Studenten aus dem Ausland. Die deutschen Hochschulen stehen Menschen aus allen Ländern offen. Etwa 250.000 Studenten, die in Deutschland an Hochschulen eingeschrieben sind, stammen aus dem Ausland, ein überwiegender Großteil hat sich das Studium selbst organisiert. Bis Du zu den Glücklichen gehörst, die als ausländische Studenten in einem deutschen Hörsaal Platz nehmen, musst Du einige Hürden überwinden. Im Folgenden erfährst Du, wie Du Dich als Auslandsstudent für ein Studium an einer deutschen Hochschule qualifizierst und Dich schnell in den Unialltag einlebst.

Studieren in Deutschland – Zugangsberechtigung als Grundvoraussetzung

Studieren in Deutschland ist grundsätzlich mit jedem im Ausland erworbenen Schulabschluss möglich, der mit einer Hochschulreife verbunden ist. Dazu zählen beispielsweise die Matura, High School Diploma, A-Levels oder das Bachillerato. Wenn Du Dich dafür entschieden hast, als internationaler Student nach Deutschland zu kommen, solltest Du Dich im Vorfeld erkundigen, ob Dich Deine Schulausbildung dazu berechtigt, Dich an der Hochschule Deiner Wahl einzuschreiben. Sollte Deine Hochschulreife nicht ausreichen, um an einer deutschen Universität aufgenommen zu werden, hast Du als Auslandsstudent die Möglichkeit, ein Studienkolleg zu besuchen. Solche Kurse werden direkt an der Hochschule abgehalten und für Auslandsstudenten mit verschiedenen Schwerpunkten wie etwa Technik, Wirtschaft oder Medizin angeboten. Damit Studieren in Deutschland auch mit einem unzureichenden Schulabschluss möglich ist, erwerben angehende Studenten aus dem Ausland im Rahmen eines solchen akademischen Schwerpunktkurses alle für eine Zugangsberechtigung erforderlichen kulturellen und fachlichen Grundkenntnisse.

Sprachliche Voraussetzungen

Bild Sprechen Sie Deutsch

Neben einem anerkannten Schulabschluss sind häufig zum Studieren in Deutschland auch deutsche Sprachkenntnisse vorzuweisen.

Neben einem anerkannten Schulabschluss sind zum Studieren in Deutschland auch ausreichende Sprachkenntnisse vorzuweisen. Mit Ausnahme internationaler Master- und Aufbau-Studiengänge, die auch in Englisch angeboten werden, ist die Unterrichtssprache an den deutschen Hochschulen immer Deutsch. Wenn Du an einem Austauschprogramm teilnimmst und nur ein oder zwei Semester an einer deutsche Universität studieren möchtest, sind eventuell keine Sprachkenntnisse vonnöten. Es ist jedoch empfehlenswert, Dich im Vorfeld bei der Hochschule Deiner Wahl zu erkundigen, welche sprachlichen Voraussetzungen Du mitbringen musst. Die benötigten Sprachkenntnisse können in Deutschland auf drei Arten nachgewiesen werden. Die meisten Auslandsstudenten nehmen circa drei Wochen vor Beginn des Semesters an der DSH (Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang ausländischer Studienbewerber) teil, die direkt an der von Dir ausgewählten Hochschule abgenommen wird. Alternativ kannst Du einen Sprachkurs am Goetheinstitut und anschließend die sogenannte Zentrale Oberstufenprüfung oder einen standardisierten Test am TestDaF Institut belegen.

Ansprechpartner Akademisches Auslandsamt

Um herauszufinden, ob Dir Dein im Heimatland erworbener Schulabschluss Studieren in Deutschland erlaubt und welche Sprachkenntnisse für den Studiengang Deiner Wahl notwendig sind, nimmst Du am besten so früh wie möglich Kontakt zum Akademischen Auslandsamt der jeweiligen Universität auf. Über eine solche, oft auch International Office genannte Anlaufstelle, verfügt jede deutsche Hochschule. Dort werden internationale Studenten umfassend betreut und können in unterschiedlichen Fragen eine fachkundige Beratung in Anspruch nehmen. Neben Sprachkenntnissen und Hochschulzugangsberechtigung erfährst Du dort auch Details über die Zulassung und Bewerbung für Deinen Studiengang, die Finanzierung des Studiums sowie sämtliche Termine und Anmeldefristen. Die meisten Akademischen Auslandsämter bieten zudem verschiedene Orientierungsveranstaltungen an, die es Dir erleichtern, Dich auf das Studieren in Deutschland besser vorzubereiten. Wenn möglich, solltest Du dort auch an einem Patenprogramm teilnehmen. In solchen Programmen bieten einheimische Studenten ihre Hilfe an und stehen Kollegen aus dem Ausland bei Behördengängen, Alltagsproblemen und Fragen zum Studium mit Rat und Tat zur Seite.

Aufenthalt in Deutschland

Bild Aufenthaltsberechtigung in Deutschland

Einige internationale Studenten benötigen ein Visum, um in Deutschland studieren zu dürfen.

Wenn Du alle Fragen zum Studium an der Hochschule Deiner Wahl geklärt hast, musst Du Dich unbedingt über die Aufenthaltsberechtigung in Deutschland erkundigen. Dafür sind nicht die Akademischen Auslandsämter der Universitäten, sondern die deutschen Botschaften in Deinem Heimatland zuständig. Stammst Du aus einem EU-Mitgliedsstaat oder aus der Schweiz, benötigst Du kein Visum. Dies gilt auch für Bürger der Vereinigten Staaten, Kanadas, Australiens und Neuseelands. Andere internationale Studenten benötigen ein Visum, um in Deutschland studieren zu dürfen. In der Regel wird auf Antrag zuerst ein Studienbewerbervisum ausgestellt, das zunächst zum Aufenthalt von höchstens drei Monaten berechtigt. In dieser Zeit kannst Du vor Ort Dein Studium, Deine Unterkunft und Deinen Sprachkurs organisieren. Wer nach diesen drei Monaten eine Zulassung vorweist, kann schließlich das Visum zu Studienzwecken beantragen, das ein Jahr lang gültig ist und bei Bedarf verlängert werden kann.

Das alltägliche Leben meistern

Je nachdem, ob Du Dein Studium selbst organisiert hast oder an einem Austauschprogramm teilnimmst, kann auch die Suche nach einer geeigneten Unterkunft mit einigen Herausforderungen verbunden sein. Während Austauschstudenten in der Regel automatisch ein Zimmer in einem Wohnheim angeboten wird, müssen Auslandsstudenten sich selbst darum kümmern oder am freien Markt nach einer Wohnung oder WG suchen. Damit solltest Du früh genug anfangen, denn zu Semesterbeginn sind Wohnungen und Zimmer in Wohngemeinschaften und Studentenwohnheimen meist rar.
Wenn Du auch Deine Unterkunft organisiert hast und Dein Studium in Deutschland schließlich aufnimmst, musst Du Dich an der Universität in der ersten Phase zurechtfinden und einleben. Dazu gehört auch, so schnell wie möglich sozialen Anschluss zu finden. Mit etwas Glück begegnest Du bereits im Wohnheim Menschen, die Dir sympathisch sind, oder findest ein Zimmer in einer geselligen WG. Die effektivste Weise, Kommilitonen kennenzulernen, ist die Mitgliedschaft in einem universitätsnahen Verein und die Teilnahme an einem Patenprogramm. Es ist empfehlenswert, bereits vor Semesterbeginn die Website Deiner Hochschule zu besuchen, Facebook-Profile zu durchstöbern und alle Flyer, die an der Universität verteilt werden, durchzulesen. Sportvereine, Theatergruppen, Wahlfächer und Einführungswochen bieten viele Gelegenheiten, Gleichgesinnte kennenzulernen und bereits vor den ersten Vorlesungen Freundschaften zu schließen. Eine gute Möglichkeit, mit Kommilitonen in Kontakt zu treten, ist auch der regelmäßige Besuch der Bibliothek. Wer dort nicht still und einsam in einer entlegenen Ecke sitzt und lernt, sondern offen und freundlich auf Leute zugeht, findet in der Regel schnell Anschluss. Jeder Student, ob aus dem In- oder Ausland, fühlt sich zu Beginn des ersten Semesters etwas verloren und freut sich über eine Kontaktaufnahme durch Kollegen. Du wirst sehen, mit freundschaftlichen Beziehungen zu Kommilitonen macht Studieren in Deutschland so richtig Spaß und wird Dir viele unvergessliche Erinnerungen bescheren.

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Jura studieren – Wissenswertes und Tipps

Um an Universitäten Jura studieren zu können, benötigst du die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife. Du solltest Freude an der Arbeit mit Menschen und einen Sinn für politische und wirtschaftliche Zusammenhänge in der Gesellschaft haben. Logisches und abstraktes Denkvermögen wird beim Studium ebenso erwartet wie die Fähigkeit, sich mündlich und schriftlich gut ausdrücken zu können. Auch Fremdsprachenkenntnisse sind in zunehmendem Maße erwünscht. Jura ist eine der Studienrichtungen mit dem höchsten Fleißaufwand, da es nicht nur um das Auswendiglernen von Paragraphen geht, sondern diese auch in praktischer Anwendung ausgelegt werden müssen. Daher hat sich die Anzahl der Studenten meist nach der ersten Zwischenprüfung um ein Drittel verringert, weil die erforderlichen Leistungen nicht erbracht wurden oder sich zeigt, dass nicht jeder in der Lage ist, Gesetzestexte auf praktische Fälle zu übertragen.

Der Studienablauf

Das Jura Studium dauert 9 Semester und es sind das Grund- und Hauptstudium, sowie die Examensvorbereitung zu absolvieren

Das Jura Studium dauert 9 Semester und es sind das Grund- und Hauptstudium, sowie die Examensvorbereitung zu absolvieren

Das Studium beginnt jeweils mit dem Sommer- oder Wintersemester und umfasst 9 Semester. Jura studieren bedeutet, das Grundstudium, das Hauptstudium und die Examensvorbereitung zu absolvieren. Das Grundstudium führt dich in die Welt der Rechtswissenschaften ein und umfasst maximal 4 Semester. Vorlesungen wechseln mit Übungsstunden, in denen dir die vermittelte Theorie praktisch zugänglich gemacht wird. Das Rechtssystem wird aufgeteilt in Zivilrecht, Strafrecht und Öffentliches Recht, die sich in viele Einzelbereiche untergliedern. Durch Hausarbeiten und Klausuren erwirbst du die sogenannten kleinen Scheine.

Nach dem Grundstudium entscheidet eine Zwischenprüfung über deinen Verbleib an der Universität. An einigen Unis werden die kleinen Scheine als Prüfung anerkannt. Das anschließende Hauptstudium vertieft das Grundstudium und beinhaltet während des 5. und 6. Semsters ein sogenanntes Schwerpunktbereichstudium. Dabei sind beispielsweise das Deutsche und Europäische Wirtschaftsrecht, Internationales Recht oder Kriminalwissenschaften wählbar. Klausuren und Hausarbeiten bringen dir dabei die großen Scheine. Das Hauptstudium endet mit dem Schreiben einer Hausarbeit, die du in deiner vorlesungsfreien Zeit ausarbeitest. Anschließend beginnt die Phase der Examensvorbereitung, zu denen du Repetitorien besuchen kannst. Hier wird prüfungsrelevantes Wissen in konzentrierter Form behandelt, um dich auf das 1. Staatsexamen vorzubereiten.

Jura studieren: Das Referendariat

Das Referendariat wird in einem Oberlandesgericht durchgeführt.

Das Referendariat wird in einem Oberlandesgericht durchgeführt.

Hast du das erste Staatsexamen bestanden, folgt das zweijährige Referendariat, das in einem bundesdeutschen Oberlandesgerichtsbezirk absolviert wird. Wie sich dieses gestaltet, ist in den einzelnen Bundesländern verschieden. Da du dich an jedem Oberlandesgericht bewerben kannst, sind im Vorfeld Informationen wichtig, um einen für dich passenden Platz zu bekommen. Die Vergabe erfolgt nach unterschiedlichen Kriterien. Dabei werden der Wohnsitz, Familie, Alter, soziale Gründe und auch Qualifikationen berücksichtigt. Einige Oberlandesgerichte bieten jährlich bis zu vier Einstiegstermine in das Referendariat, andere nehmen nur zweimal jährlich Bewerber an. Die Bewerbungsfristen sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt, in der Regel sollten die Unterlagen mindestens zwei Monate vor Referendariatsbeginn eingereicht sein.

Nach dem Studium

Mit Abschluss des zweiten Staatsexamens kannst du in der Berufswelt tätig werden. Auch hier gilt – je besser der Prüfungsdurchschnitt, desto höher die mögliche Position. Die klassischen Berufe als Rechtsanwalt, Staatsanwalt oder eine Anstellung im höheren Verwaltungsdienst sind aber nicht die einzigen Möglichkeiten. Als Absolvent kannst du Anstellungen im Wissenschaftsbetrieb, Bildungswesen, als Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Mediator, Unternehmensberater oder im diplomatischen Dienst erhalten. Es gibt auch die Möglichkeit, Rechtswissenschaften mit einem Masterabschluss zu studieren, allerdings braucht es hier weitere Aufbaustudiengänge. In der Wirtschaft werden häufig Volljuristen mit Uniabschluss bevorzugt, da ein fachrelevanter Gleichstand mit einem Masterabschluss nicht zu erreichen ist.

Praktika im Studium

Das Praktikum kann beispielsweise bei einem Notar absolviert werden.

Das Praktikum kann beispielsweise bei einem Notar absolviert werden.

Während des Jurastudiums muss du Praktika mit einem Gesamtzeitraum von mindestens drei Monaten absolvieren, die in den vorlesungsfreien Zeiten erfolgen. Dabei bekommst du einen praktischen Einblick, ob du dich in diesem Berufsfeld wirklich zu Hause fühlen kannst. Es sind unterschiedliche Bereiche zu durchlaufen, beispielsweise an Gerichten, Verwaltungsbehörden, bei Anwälten oder Notaren. Wann diese Praktika stattfinden, ist individuell geregelt. Einige Universitäten empfehlen den Grundstudienzeitraum, andere bestehen auf einem späteren Zeitpunkt, damit genügend Basiswissen vorhanden ist, um von der praktischen Arbeit profitieren zu können. Gibt es keine Festlegungen, kannst du selbst über den Zeitraum entscheiden. Allerdings müssen die Pflichtpraktika bis zur Anmeldung der ersten Staatsprüfung absolviert sein, da sie Voraussetzung für die Prüfung sind. Neben den praktischen Pflichtzeiten solltest du weitere Praktika auf freiwilliger Basis in Betracht ziehen. Nicht nur für deine Unterlagen – je mehr Praxis du erlebst, desto klarer kannst du einschätzen, ob Jura studieren dir wirklich liegt. Du wirst viele Jahre dieser Tätigkeit nachgehen, daher sollte dir das Themenfeld gefallen und Spaß machen.

Beliebte Unis und der NC

Auch an kleinen Universitäten wie Passau kann man Jura studieren.

Auch an kleinen Universitäten wie Passau kann man Jura studieren.

Der Numerus Clausus steht für eine beschränkte Aufnahmekapazität. Gerade an beliebten Universitäten wollen jedes Jahr mehr Bewerber Jura studieren, als Studienplätze vorhanden sind. Daher kommt es zum Auswahlverfahren. Salopp ausgedrückt bezeichnet man den NC-Wert als den minimalen Abiturdurchschnitt, den es zur Zulassung braucht. Dieser Wert resultiert aus der Anzahl der verfügbaren Studienplätze, denen die leistungsstärksten Bewerber zugeteilt werden. Der NC gibt dann ungefähr an, mit welchem Zensurendurchschnitt der letzte freie Platz vergeben wurde. Es muss dabei aber auch berücksichtigt werden, dass prozentual auch Bewerber mit Wartesemestern aufgenommen werden. Diese Gruppe kann bei einem ganz anderen Leistungsdurchschnitt liegen, was in den NC mit einfließt. Es gibt auch viele Unis, die keine Aufnahmebeschränkung haben, was dazu führt, dass Hörsäle aus den Nähten platzen können.
Es müssen auch nicht immer Großstädte wie München, Münster, Bonn oder Köln sein, die zwar die meisten Bewerber haben und im Universitätsranking vordere Plätze einnehmen. Auch kleinere Unis wie beispielsweise in Passau haben ihre Qualitäten. Passau bietet mit geringeren Studentenzahlen nicht nur ein familiäreres Klima, sondern beispielsweise ein Auslandsstudienjahr in Frankreich, dass mit einem Erasmus-Stipendium finanziert werden kann. So erweiterst du nicht nur deine Sprachkenntnisse und lernst multikulturelles Leben kennen, sondern erhältst außerdem Einblick in das französische Rechtssystem.

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Handout erstellen – Infos und Tipps

Je trockener und komplizierter ein Thema ist, desto schwieriger ist es, einem Vortrag darüber zu folgen. Denn Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Menschen wesentlich besser merken was sie sehen, als was sie hören. Noch stärker wird dieser Effekt, wenn sie gleichzeitig sehen und hören. Deshalb sprechen viele Gründe dafür, dass Du für einen Vortrag an der Universität immer auch ein Handout erstellen solltest. Doch wie sollte dieses optimalerweise gestaltet sein?

Ein einheitliches Konzept erarbeiten

Nicht zuletzt geht es bei Deinem Vortrag meist darum, eine gute Note für Deine Beteiligung an der jeweiligen Lehrveranstaltung zu erhalten. Schon deshalb sollte dieser nicht nur inhaltlich überzeugen, sondern außerdem alles rund und wie aus einem Guss wirken. Dein Handout hat sich deshalb an Deinem Vortrag zu orientieren und sollte in derselben Struktur aufgebaut sein. Hierbei kann es hilfreich sein, die einzelnen Abschnitte zu nummerieren und in Deinem Vortrag darauf Bezug zu nehmen („Damit komme ich jetzt zu Punkt vier„). Noch wichtiger beim Handout erstellen ist die Abgleichung des Handouts mit einer von Dir verwendeten Präsentation per Beamer. In diesem Fall sollten sich alle relevanten Stichpunkte in gleicher Form in der Präsentation wie auch im Handout befinden.

Handout erstellen: In der Kürze liegt die Würze

Dein Handout sollte etwa eine Din A4 Seite lang sein.

Dein Handout sollte etwa eine Din A4 Seite lang sein.

Umgekehrt sollte das Handout aber tatsächlich nur die Kernpunkte Deines Vortrags in Kurzform enthalten. Denn es dient dazu, den Zuhörern das Zuhören zu erleichtern, indem diese sich jederzeit orientieren können, an welchem Punkt Deines Vortrages Du angelangt bist. Wenig sinnvoll ist es dagegen, wenn die Anwesenden das Gefühl bekommen, sie könnten auch ganz einfach lesen, was Du geschrieben hast. Nimm Dir daher Deinen Vortrag vor und streiche ihn auf das wirklich Wesentliche zusammen, um diese Teile dann in verkürzter Form in Dein Handout aufzunehmen. Idealerweise erhälst Du am Ende eine DIN 4 Seite an geronnener Information. Sofern es sich um einen umfangreichen Vortrag zu einem komplexen Thema handelt, dürfen es auch zwei Seiten sein. Mehr aber nur in gut begründeten Ausnahmefällen (für das Verständnis wichtige Grafiken etc.). Bedenke: wenn sich Dein Vortrag nicht auf zwei Seiten zusammenkürzen lässt, ist es wenig wahrscheinlich, dass ihm die Mehrheit Deiner Zuhörer wird folgen können. In diesem Fall solltest Du daher den Vortrag als solches noch einmal überarbeiten.

Die Gestaltung eines Handouts

Das Handout sollte unbedingt an die Struktur deines Vortrags angepasst werden.

Das Handout sollte unbedingt an die Struktur deines Vortrags angepasst werden.

Bei so gut wie jeder schriftlichen Form der Niederlegung von Gedanken, bedarf es auch dann einer Einleitung. Aufgrund des geringen zur Verfügung stehenden Raumes sollte diese möglichst knapp gehalten werden. Trotzdem gibt es beim Handout erstellen auch einige unverzichtbare Daten. Hierzu gehören Dein Name, der Name des für die Veranstaltung verantwortlich zeichnenden Lehrkörpers (einschließlich aller akademischen Titel!) sowie die Bezeichnung der Veranstaltung als solcher, der Universität, der Fakultät und das jeweilige Semester. Hinzu kommen das Datum Deines Vortrags und natürlich das Thema desselben (ja – das wird tatsächlich zuweilen gerne vergessen).

Diese Angaben dürfen im Kopfteil Deines Handouts einen breiten Raum einnehmen. Im Anschluss empfiehlt es sich, an der Seite des Textes Platz für Notizen Deiner Zuhörer zu lassen. Dies führt im besten Falle dazu, dass diese sich Fragen zunächst notieren, um sie am Ende des Vortrags zu stellen. Hierauf kannst ggf. zu Beginn Deines Vortrags auch kurz hinweisen, um dann ohne Unterbrechung referieren zu können. Damit sind wir auch schon beim Hauptteil des Handouts angelangt. Was hat dieser zu leisten? Antwort: die Struktur Deines Vortrags in sinnvoller Weise wieder zu geben. Denn nicht alle Zuhörer werden ununterbrochen an Deinen Lippen hängen, wenn Du Dich und sie durch ein gehöriges Maß an Theorie zwingst. Wer dann kurz aus Deinen Erzählungen ausgestiegen ist, sollte die Chance haben wieder einzusteigen, ohne dabei viel lesen zu müssen. Deshalb geht es bei einem Handout nicht darum, den Vortrag in verkürzter Form textlich zu erfassen, sondern Stichpunkte zu liefern, in denen die zentralen Aussagen des Vortrags kurz und knapp dargestellt sind.

Das Ende vom Lied

Beachte alle Tipps und deinem gelungenen Vortrag steht nichts im Wege.

Beachte alle Tipps und deinem gelungenen Vortrag steht nichts im Wege.

Was also ist das Ergebnis all dessen, was Du vorgetragen hast? Auch hier gilt: wenn sich die Summe dessen, was Du erzählt hast, am Ende nicht in einem Satz zusammenfassen lässt, dann liegt das wesentlich seltener am Thema als solchem. Viel wahrscheinlicher ist dagegen, dass Deinem Vortrag der berühmte rote Faden fehlt, das Grundthema, an dem sich Deine Ausführungen festmachen. Insofern muss noch einmal grundsätzlich Hand angelegt werden, wenn es Dir nicht gelingt, einen vergleichsweise kurzen und gut verständlichen Ergebnissatz zu formulieren. Außerdem gehören an das Ende des Handouts Angaben zu den von Dir verwendeten Quellen. Denn es könnte ja sein, dass Dein Vortrag Deine Zuhörer so mitgerissen hat, dass Sie mehr zu diesem Thema wissen möchten. Außerdem geht es dabei natürlich darum, vor Deinem Professor Eindruck in Sachen Belesenheit zu schinden und klarzustellen, dass Du Dich mit Deinem Thema in akademisch einwandfreier Weise auseinandergesetzt hast. Wie Du siehst ein gutes Handout erstellen kein Hexenwerk, aber dafür sehr viel Arbeit. Andererseits gilt dies aber auch für den Vortrag als solchen. Und wenn Du Dir für diesen bereits viel Mühe gegeben hast, macht es Sinn, mit der gleichen Energie dafür zu sorgen, dass Deine wichtigen Gedanken bei Deinen Zuhörern auch wirklich ankommen.

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Erfolgreich BWL studieren

Ein BWL Studium vermittelt betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Du wirst in Bereiche wie Marketing, Rechnungswesen oder Volkswirtschaftslehre eingeführt. Wer BWL studieren will, sollte sich für wirtschaftliche Sachverhalte interessieren. Vom Bankwesen bis hin ins Management sind viele Tätigkeiten mit diesem Studium denkbar.

Wer sollte BWL studieren?

Das Studium der Betriebswirtschaftslehre qualifiziert dich für ein breites Aufgabengebiet. Betriebswirte werden in fast jedem Unternehmen auf diversen Positionen benötigt, Aufstiegschancen inklusive. So manch einer erreicht im Laufe seiner Karriere hohe Führungspositionen. Deshalb gehört BWL zu den beliebtesten Studiengängen in Deutschland.
Mit diesem Studium bleibst du flexibel, da du jederzeit neue Schwerpunkte setzen kannst. Wenn du möchtest, kannst du sogar ein eigenes Unternehmen gründen. Dafür ist es hilfreich, zuerst praktische Erfahrungen zu sammeln.

Was sind die Voraussetzungen?

Im BWL Studium wirst du mit den Themen Mathematik und Wirtschaft konfrontiert.

Das BWL Studium beinhaltet Themen, wie Mathematik und Wirtschaft.

Da es sich um einen gefragten Studiengang handelt, ist nur eine begrenzte Anzahl an Hochschulplätzen vorhanden. In der Regel setzt dieses Studium einen bestimmten Numerus clausus (NC) voraus. Das Studium wird an Universitäten und Fachhochschulen angeboten. So kannst du auch ohne Abitur mit der Fachhochschulreife BWL studieren.
Ein „normales“ Vollzeitstudium gilt als typisches Studienmodell. Zuletzt ist das duale oder berufsbegleitende Fernstudium populär geworden. Beide Formen vereinen Theorie und Praxis in einem hohen Umfang. Dafür fällt die Belastung deutlich höher aus, da du neben dem Studium arbeiten musst.
Einige Hochschulen führen interne Eignungstests durch, um die Fähigkeiten ihrer Bewerber zu prüfen. Zudem kann ein Motivationsschreiben erforderlich sein. Informiere dich über die Zugangsvoraussetzungen der jeweiligen Institution.

Zur Orientierung die NC-Werte einiger Hochschulen:

– Universität Bayreuth (Bayern) 2,0
– Humboldt-Universität zu Berlin 2,0
– Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin 1,7
– Universität Bremen 2,0
– BTU Cottbus-Senftenberg (Brandenburg) 2,2
– Universität Hamburg 2,1
– Hochschule Darmstadt (Hessen) 2,6
– Frankfurt University of Applied Sciences (Hessen) 2,3
– Fachhochschule Bielefeld (NRW) 2,6
– Fachhochschule Dortmund (NRW) 3,0
– Universität zu Köln (NRW) 1,2
– Universität Trier (Rheinland-Pfalz) kein NC
– Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (Sachsen-Anhalt) kein NC
– Fachhochschule Kiel (Schleswig-Holstein) 2,4

Persönlich solltest du dich für Mathematik und Wirtschaft interessieren, wobei der berufliche Fokus klar auf dem zweiten Punkt liegt. Wer eines Tages in Australien oder in den USA arbeiten möchte, sollte sich für einen internationalen Studiengang entscheiden. Dafür benötigst du sehr gute Englischkenntnisse, da Fachtexte in dieser Sprache an der Tagesordnung stehen. In der Regel müssen alle Studenten einige Seminare und Vorlesungen auf Englisch absolvieren.
Einige Institutionen schreiben ein Zweitfach zwingend vor. Das erlaubt dir, bereits am Anfang einen Schwerpunkt zu setzen. Wer sich für Informatik interessiert, kann beide Fächer kombinieren. Das geht sogar mit Studiengängen wie Geschichte oder Sinologie. Fokussiere dich bewusst auf einen Bereich, um deinen Berufswunsch mit sinnvollen Praktika zu untermauern.

Wie ist das BWL Studium aufgebaut?

Nach dem Grundstudium kannst du Schwerpunkte, wie Wirtschaftspsychologie wählen.

Nach dem Grundstudium kannst du Schwerpunkte, wie zum Beispiel Wirtschaftspsychologie wählen.

Die meisten Hochschulen bieten Betriebswirtschaftslehre als sechs- bis achtsemestrigen Bachelor an. In den ersten drei Semestern werden Grundlagen und Methoden vermittelt. Das ist wichtig, um wissenschaftlich arbeiten zu können. Viele Universitäten legen den Schwerpunkt auf Vorlesungen. In Fachhochschulen sind eher kleinere Gruppen üblich. Generell ist hier das BWL Studium deutlich praktischer als in Universitäten ausgelegt.
Wenn du die Grundlagenfächer bestanden hast, musst du dich auf einen Schwerpunkt spezialisieren. Das kann zum Beispiel das Vertriebswesen oder die Wirtschaftspsychologie sein. Je nach Hochschule fällt das Angebot an Modulen unterschiedlich aus. In der Regel musst du ein oder zwei Praktika absolvieren. Sie sollen dir helfen, in das künftige Tätigkeitsfeld reinzuschnuppern und erste Kontakte zu knüpfen. Manchmal fällt es Absolventen schwer, sich für einen Job zu entscheiden. Ein Praktikum unterstützt dich bei deiner Entscheidung.

Wer BWL studieren will, muss sich auf folgende Themen einstellen:

 

– Betriebswirtschaftslehre
– Finanzierung
– Marketing
– Management
– Statistik
– Rechnungswesen
– Recht
– Wirtschaftsmathematik
– Volkswirtschaftslehre

Fächer werden im BWL Studium meist mit einer Klausur abgeschlossen.

Fächer werden im BWL Studium meist mit einer Klausur abgeschlossen.

Zudem stehen Wirtschaftssprachen wie Englisch, Französisch oder Spanisch auf deinem Stundenplan. Möchtest du einfach „nur“ BWL studieren, sind englische Sprachkenntnisse notwendig. Generell beruht das Studium auf Vorlesungen mit Klausuren und eher weniger auf Hausarbeiten. Manche Seminare werden komplett auf Englisch abgehalten, je nach Ausrichtung der Hochschule. Vor Studienstart solltest du deine Sprachkenntnisse auffrischen, falls du dich unsicher fühlst.
Nach dem Bachelor kannst du direkt ins Berufsleben einsteigen. Alternativ ist ein zwei- bis viersemestriges BWL Master Studium möglich. Du kannst deine Kenntnisse vertiefen und an deinem Schwerpunkt arbeiten. Für bestimmte Branchen werden spezialisierte BWL Studiengänge angeboten. Das kann die Logistikbranche, das Gesundheitswesen, aber auch die Industrie und der Handel sein.

Welche Berufsfelder stehen einem Betriebswirt offen?

Ein BWL Studium qualifiziert dich für eine Vielzahl von Tätigkeiten, wie etwa in der Bilanzrechnung, im Controlling oder im Marketing. Ob mittelständischer Betrieb oder globaler Player, du kannst dich bei fast jedem Unternehmen bewerben. Hier findest du eine kleine Auswahl an Arbeitsbereichen:

– Buchhaltung
– Finanzen
– Handel und Logistik
– Unternehmensberatung
– Wirtschaftsprüfung

Auch produzierende Unternehmen suchen fähige Betriebswirte. Versuche möglichst frühzeitig Schwerpunkte zu setzen. Das verschafft dir Vorteile gegenüber anderen Bewerbern, wenn du bereits beim obligatorischen Praktikum einen super Eindruck hinterlassen hast.

Wo kann man BWL studieren?

Das BWL Studium wird bundesweit zahlreich angeboten.

Das BWL Studium wird bundesweit zahlreich angeboten.

In Deutschland wird Betriebswirtschaftslehre an zahlreichen Hochschulen angeboten. Diese Institutionen genießen einen sehr guten Ruf:

– Universität Mannheim
– Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
– Duale Hochschule Baden-Württemberg
– Technische Hochschule Köln
– Technische Hochschule Mittelhessen
– Hochschule für angewandte Wissenschaften Neu-Ulm
– Hochschule Koblenz
– Berufsakademie Eisenach

Fazit

Mit einem Studium der BWL stehen dir viele Wege offen. Anfangs kannst du mit einem Einstiegsgehalt von rund 2.700 Euro rechnen, das sich in wenigen Jahren auf bis zu 6.500 Euro im Monat erhöhen kann. Für deine berufliche Karriere ist es von Vorteil, eine möglichst frühe Entscheidung zu treffen. Die Konkurrenz ist relativ hoch, da es viele Absolventen gibt. Natürlich sieht es der Arbeitgeber gerne, wenn du ein klares Berufsziel vor Augen hast. Die Kunst besteht darin, einen roten Faden im Lebenslauf zu spinnen.

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