ERASMUS Programm – Dein Weg zum Auslandssemester

Wer darüber nachdenkt, später einmal im Ausland zu arbeiten, sollte bereits während des Studiums erste Auslandserfahrungen sammeln. Auch deutsche Unternehmen verlangen darüber hinaus oftmals fundierte Sprachkenntnisse und stellen gerne Bewerber ein, die zu nicht-touristischen Zwecken für einen längeren Zeitraum im Ausland verweilten. Denn erstens arbeiten viele Konzerne international und außerdem zeigt der Bewerber so seine Weltoffenheit, Vorurteilsfreiheit und kann zudem damit punkten, dass er sein Leben in einer fremden Kultur selber organisiert hat. Natürlich ist ein Auslandsaufenthalt aber gerade als Student nicht einfach zu finanzieren. Neben Auslands-BAföG hilft hier jedoch das ERASMUS Programm der Europäischen Union, durch welches die Mobilität von Studierenden gefördert werden soll.

Was ist das ERASMUS-Programm?

Am 15. Juni 1987 durch den Rat der Europäischen Union gegründet, unterstützt das Programm „ERASMUS“ seitdem zahlreiche europäische Studierende dabei, eine ausländische Hochschule für ein oder zwei Semester kennenzulernen und dort zu studieren oder in einem ausländischen Betrieb ein Praktikum zu absolvieren. Im Rahmen dessen wird ein Stipendium ausgeschüttet, welches jedoch kein Vollstipendium ist, sondern eher ein Mobilitätszuschuss.

Seit dem 1. Januar 2014 gehört das ERASMUS-Programm zu „Erasmus+“. Diese Initiative vereint alle Programme der Europäischen Union zur allgemeinen und beruflichen Bildung, Jugend und Sport. Dazu gehören beispielsweise auch Projekte in den Bereichen Schulbildung (Comenius), Jugend (JUGEND IN AKTION) oder berufliche Aus- und Weiterbildung (Leonardo da Vinci).

Wichtige Ziele des Förderprogrammes

– Förderung der Mobilität der Studierenden. Damit diese ihren Auslandsaufenthalt ohne große finanzielle Hürden absolvieren können, wird dieser mit einem Mobilitätszuschuss von 150 bis 250 Euro im Monat bezuschusst. Zudem entfallen die Studiengebühren an der jeweiligen Partneruni sowie an der heimischen Hochschule.
Uneingeschränkter Zugang zum Europäischen Hochschulraum
Kooperation zwischen verschiedenen Instituten
Anerkennung und Koordination von ausländischen und nationalen Studienabschlüssen
– Förderung des interkulturellen Dialoges
– Verbesserung von Kompetenzen und Fähigkeiten der Studierenden, um auf dem internationalen Arbeitsmarkt zu bestehen
– Förderung der europäischen Werte aus Art. 2 EUV wie Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit oder Demokratie

Tipp: Du hast trotz des Zuschusses die Möglichkeit, Auslands-BAföG zu beantragen. Solltest Du diese Förderung bereits in Deutschland erhalten, ist es normalerweise kein Problem, dass der jeweilige Betrag bzw. sogar ein höherer Betrag im Ausland weitergezahlt wird. Achte jedoch darauf, dass für Auslands-BAföG andere Behörden zuständig sind.

Wer kann an dem Programm teilnehmen?

Grafik Hallo in vielen Sprachen

Vorallem gute Englisch-Kenntnisse sind für ein Auslandssemester wichtig. Andere Sprachen reichen auf Schul-Niveau.

Teilnehmen können regulär eingeschriebene Studierende einer EU-Hochschule (mit dem Ziel Bachelor, Master, Doktorat oder vergleichbaren Abschlüssen), die die EU-Bürgerschaft besitzen, sowie Hochschulpersonal. Außerdem muss die jeweilige deutsche Hochschule im Rahmen eines bilateralen Abkommens eine Partnerschaft mit einer ausländischen Uni vereinbart haben.

Informiere dich an deiner jeweiligen Fakultät, über die Möglichkeit, am ERASMUS Programm teilzunehmen. Üblicherweise pflegen die Fakultäten aller großen Studiengänge wie Rechtswissenschaften, Medizin, BWL SoWi oder Sprachwissenschaften Partnerschaften mit ausländischen Universitäten. Bei deinem zuständigen ERASMUS-Koordinator bzw. auf dessen Homepage erfährst Du dann, welche Partnerunis für dich in Frage kommen und welche Voraussetzungen Du erfüllen musst. Hier kommt es zum Beispiel auf deinen Notendurchschnitt nach dem Grundstudium an. Des Weiteren solltest Du über gewisse fremdsprachige Fähigkeiten verfügen, allerdings ist die Hürde hier nur im Falle von Englisch-Sprachkenntnissen hoch. Möchtest Du etwa nach Spanien oder Frankreich reisen, so genügt es zumeist, wenn Du diese Sprachen in der Schule gelernt hast. Wird die Sprache deines Wahllandes üblicherweise nicht an deutschen Schulen unterrichtet, reicht es außerdem, wenn Du über gutes Englisch sprichst.

Tipp: Konzentriere dich nicht auf lediglich eine ausländische Uni, an der Du unbedingt studieren möchtest, denn so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein anderer Studierender mit besseren Noten dir zuvorkommt. Du hast vielmehr die Möglichkeit, bei deiner Bewerbung mehrere Unis anzugeben. Bereite des Weiteren schon mal einen tabellarischen Lebenslauf vor und verfasse ein kurzes Bewerbungsschreiben. Denke außerdem daran, dass Du nach deinem Auslandsaufenthalt einen Erfahrungsbericht verfassen musst.

Welche Vorteile bietet das Programm oder ist es einfach ein gute Ausrede, Urlaub zu machen?

Vielfach wird behauptet, dass das ERASMUS Programm von Studierenden nur dazu genutzt wird, bezahlten Urlaub zu machen und Partys zu feiern. Richtig ist, dass beispielsweise das ESN (Erasmus Student Network) zahlreiche Feten für ERASMUS-Studenten anbietet und Du mit vielen anderen (ausländischen) Studenten in Kontakt kommen wirst, die ihren Auslandsaufenthalt in vollen Zügen genießen möchten. Trotzdem musst Du Kurse besuchen und auch Prüfungen bestehen, um deine Förderung nicht zu verlieren. Kannst Du am Ende deines Aufenthaltes keine bestandenen Kurse vorweisen, so musst Du das Fördergeld zurückzahlen.

Tipp: Informiere dich frühzeitig, welche Leistungen Du an der Partneruni erbringen musst und welche Kurse auch wirklich anerkannt werden. Oftmals ist es in nicht-englischsprachigen Ländern nicht so einfach, die Prüfungen überhaupt oder mit guten Noten zu bestehen. Hierüber solltest Du dir jedoch keine Sorgen machen, denn zunächst musst Du später keinen bestimmten Notendurchschnitt vorweisen. Außerdem sind die Professoren der ausländischen Unis zumeist sehr wohlwollend gegenüber ERASMUS-Studenten. Vielfach wird hier daher statt eines Examens eine schriftliche Arbeit als Abschlussprüfung angeboten, die dann in aller Ruhe zuhause abgearbeitet werden kann. Dass ein ERASMUS-Aufenthalt nur ein bezahlter Urlaub ist, stimmt also nicht, denn Du musst auf jeden Fall für die Prüfungen lernen und es wird dir nichts geschenkt. Allerdings besteht kein Druck, gute Noten zu schreiben, und das Bestehen der Examina ist keine allzu hohe Hürde.

Das ERASMUS-Programm ist also kein bloßes Vergnügen. Es ist aber trotzdem eine tolle Erfahrung, denn zunächst lernst Du viele junge Menschen verschiedenster Nationalitäten kennen und kannst dich mit ihnen austauschen. Außerdem wirst Du erwachsener, denn Du musst deinen Alltag in einer völlig fremden Stadt organisieren, dir eine Wohnung suchen und dein Geld gut verwalten. Ferner lernst Du die Lehrmethoden der Partneruni sowie möglicherweise fremde Sichtweisen auf ein Problem, welches an deiner deutsche Universität ganz anders gelöst wird. Darüber hinaus ist ERASMUS vielen Arbeitgebern ein Begriff, so dass sich der Aufenthalt sicherlich gut in deinem CV machen wird. Viele Firmen verlangen zudem gute Sprachkenntnisse und Auslandserfahrungen, welche Du durch das ERASMUS-Programm dann aufweisen kannst.

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Start in dein Work and Travel Jahr

Du hast als Student schon sicher von Work and Travel gehört. Leben, Arbeiten und Erfahrungen sammeln im Ausland – das ist eine wertvolle Erfahrung in der persönlichen Biographie als auch für eine spätere berufliche Karriere. Dieser Schritt in die Welt erscheint anfangs sehr groß und kompliziert. Doch richtig geplant ist ein Jahr Work and Travel auch für dich machbar. Wir zeigen, wie es geht.

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Leitfaden für das Auslandspraktikum

Ein Auslandspraktikum ist eine wichtige Referenz im Lebenslauf. Es zeigt dem Arbeitgeber, dass du dich auch in einem internationalen Umfeld zurechtfindest. Die praktische Erfahrung wird durch die Verbesserung deiner Fremdsprachenkenntnisse abgerundet. Hier kannst du dich bei Fragen rund um das Auslandspraktikum informieren.

Lohnt sich ein Auslandspraktikum?

Viele Studenten verzichten auf den Aufenthalt im Ausland und lassen sich damit eine einmalige Chance entgehen. Heute herrscht der Irrglaube, man müsse sein Studium möglichst schnell durchziehen. Es macht keinen großen Unterschied, ob du ein Semester mehr oder weniger benötigst. Die gesammelten Erfahrungen eines Auslandspraktikums zahlen sich aus – auf finanzieller und persönlicher Ebene. Insbesondere bei einer Bewerbung in einem international ausgerichteten Unternehmen kannst du mit einem solchen Praktikum wertvolle Pluspunkte sammeln. Du kannst jeden Personaler mit deinen tiefen Fremdsprachenkenntnissen beeindrucken und verfügst zudem über hervorragende Soft Skills, die dich von deinen Altersgenossen unterscheiden. Ein Auslandspraktikum bietet dir die Möglichkeit, neue Netzwerke zu knüpfen und interkulturelle Kompetenzen zu erwerben. Wenn du dich gut anstellst, hast du vielleicht sogar deinen neuen Arbeitgeber gefunden.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Das Auslandspraktikum erlaubt dir Einblicke in das Berufsleben zu gewinnen. Du kannst ausgiebig darüber nachdenken, welche berufliche Richtung du später einschlagen möchtest. Wie siehst du dich selbst in 10 Jahren? Ein Praktikum im Ausland hilft dir bei dieser schweren Entscheidung.

Du musst einige Voraussetzungen erfüllen, wenn du dich für einen Praktikumsplatz bewerben möchtest. Englische Fremdsprachenkenntnisse sind selbstverständlich, was auch für grundlegende Kenntnisse der Landessprache gilt. Einige Unternehmen verzichten darauf, da die Verständigung in der englischen Sprache erfolgt. Du solltest bereits einige Praktika im Inland absolviert haben, wenn du dich bei einem größeren Betrieb bewerben möchtest. Es ist ein großes Abenteuer, in einem fremden Land zu arbeiten. Wer über keinerlei Erfahrungen in unternehmerischen Abläufen verfügt, wird es schwer haben. Beide Punkte lassen jeden Personaler aufhorchen. Sie wünschen sich einen Bewerber, der nicht bereits nach vier Wochen verzweifelt aufgibt. Ein junger Student ohne Berufserfahrung ist ein hohes Risiko für Unternehmen. Daher solltest du wenigstens ein Praktikum in deinem Lebenslauf vorzuweisen haben.

Auslandspraktika sind meistens unbezahlte Erfahrungen. Du musst alles selbst in die Hand nehmen, wenn du ein „Internship“ anstrebst. Ausländische Unternehmen sehen Praktikanten eher als zusätzliche Belastung an. Sie müssen eingearbeitet werden und strapazieren somit die Belegschaft. Aufgrund dieser niedrigen Erwartungshaltung erfolgt keine Bezahlung. Es liegt an dir, deine Kollegen von deinen Fähigkeiten zu überzeugen. Je weiter das Zielland, desto länger sollte das Auslandspraktikum dauern. In der Schweiz genügen 3 bis 6 Monate, während in China eher 6 bis 12 Monate angebracht sind. Vermittelst du einen guten Eindruck, kannst du mit einem „Incentive“ rechnen, das heißt einer Bonuszahlung. Wenn du in den Genuss eines bezahlten Auslandspraktikums kommst, musst du dich besonders anstrengen. Die Erwartungshaltung ist deutlich höher, da du als motivierte Arbeitskraft angesehen wirst.

Wie finanziere ich das Auslandspraktikum?

Für Studenten an Hochschulen oder Universitäten besteht die Möglichkeit, sich über das Erasmus-Programm fördern zu lassen. Der monatliche Zuschuss wird über einen Zeitraum von 2 bis 12 Monaten in einem europäischen Land gewährt und beträgt zwischen 250 und 350 Euro. Alternativ ist die Förderung durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) zu empfehlen. Wer sein Auslandspraktikum bei einer internationalen Organisation absolvieren möchte, kann sich für ein Kurzstipendium (1,5 bis 3 Monate) bewerben. Ein weiteres Stipendium des DAAD ist das PROMOS-Programm. Insbesondere für Auslandsaufenthalte außerhalb der EU ist es von großem Interesse, da Erasmus auf den EU-Raum beschränkt ist. Studierende mit BAföG-Anspruch sollten sich mit ihrem Sachbearbeiter auseinandersetzen, ob der Anspruch im Ausland besteht. Im Regelfall sollte das spätestens 6 Monate vor dem geplanten Aufenthalt geschehen. Das Carlo-Schmid-Programm ist eine weitere Möglichkeit, sich sein Auslandspraktikum zu finanzieren. Es werden ausgeschriebene und selbstständig gefundene Aufenthalte gefördert.

Jede Hochschule verfügt über eigene Ansprechpartner für Auslandspraktika. Informiere dich über weitere Fördermöglichkeiten, da es zahlreiche regionale Institute gibt, wie das Stipendium des Deutsch-Französischen Jugendwerkes (DFJW). Das Auslandspraktikum muss im Curriculum fest verankert sein. Du kannst dir nicht einfach 6 Monate in Brasilien finanzieren lassen, weil du das gerne möchtest. Sieht die Studienordnung keinerlei Praktika vor, musst du die Kosten komplett selbst aufbringen. Allerdings besteht fast immer die Möglichkeit, freiwillig ins Ausland zu gehen. Gerade in Lehramtsstudiengängen wird diese Entscheidung den Studenten selbst überlassen. Jedoch ist der Aufenthalt meistens auf ein bestimmtes Fachsemester geknüpft. Studienanfänger sollen nicht gleich im ersten Semester ins Ausland verreisen und anschließend feststellen, dass sie den Studiengang wechseln möchten. Viele Unternehmen setzen eine bestandene Zwischenprüfung für das Auslandspraktikum voraus. Je begehrter der Job, desto besser sollten die Noten ausfallen.

Du möchtest ins Ausland gehen, obwohl deine Studienordnung keinerlei Praktika vorsieht? Informiere dich über freiwillige Optionen. Es ist wichtig, dass du konkrete Fragen stellst. In manchen Fällen kannst du für ein Semester an einer ausländischen Hochschule studieren, nicht jedoch bei einem Unternehmen arbeiten. Die Finanzierung hängt von dieser Fragestellung ab.

Kann ich das Praktikum in die vorlesungsfreie Zeit schieben?

Je nach Hochschule hast du mehrere Monate am Stück frei. Du glaubst, diese vorlesungsfreie Zeit ist für ein Auslandspraktikum bestens geeignet? Diesen Gedanken solltest du gründlich überdenken, da du den Aufwand überschätzt. Du musst ein Unternehmen finden, das sich auf solch einen kurzen Zeitraum einlässt. Grundsätzlich kannst du bei jedem Betrieb einen Internship anstreben. Jedoch macht das wenig Sinn, da du mindestens einen Monat benötigst, um dich in deinen Aufgabenbereich hineinzuarbeiten. Die Erfahrung hat gezeigt, dass anspruchsvolle Aufgaben erst nach drei oder vier Monaten vergeben werden. Somit lernst du bei einem kurzen Auslandspraktikum nicht wirklich viel, sondern nimmst eher die Erfahrungen eines fremden Landes mit.

Viele Studenten unterschätzen die Organisation eines Auslandsaufenthaltes. Fertig, die Koffer sind gepackt! Du glaubst, damit wäre alles erledigt? Diese Checkliste hilft dir bei der Planung deines Auslandspraktikums:

  • Wo möchtest du arbeiten?
  • Hast du alle Bewerbungsfristen eingehalten?
  • Urlaubssemester – macht das Sinn?
  • Beherrscht du die Landessprache?
  • Wie sieht deine finanzielle Lage aus?
  • Ist der Flug schon gebucht?
  • Wo möchtest du wohnen?
  • Hast du dein Visum bereits erhalten?
  • Wie lange ist dein Reisepass noch gültig?

Wie du siehst, musst du ein echter Organisationskünstler sein. Je länger das Auslandspraktikum, desto mehr Erfahrungen kannst du daraus ziehen. Daher solltest du mindestens 6 Monate ins Ausland gehen, wenn du wirklich etwas lernen möchtest.

Du interessierst dich für weitere Möglichkeiten eines Auslandsaufenthalts? Dann ist die Rubrik Auslandsaufenthalt genau das Richtige für dich!

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Abitur – und dann?

Abitur – und dann?

Seit zwölf Jahren wälzt man sich durch den Schulalltag, paukt Vokabeln und geometrische Formeln und hangelt sich mehr oder weniger erfolgreich von Ferienzeit zu Ferienzeit. Alles gipfelt schlussendlich in den stressigen Vorbereitungen zum Abitur. Die letzten Klausuren vor der großen Prüfung schränken die Freizeitgestaltung immens ein und mit Freunden abgefeierthat man schon wochenlang nicht mehr. Naht dann der „D-Day“ aller Abiturienten, nehmen der eigene Leistungsdruck und die Erwartungen der Eltern überhand und man denkt an nichts anderes mehr, als an das Abitur. Die Prüfungstage erlebt man zumeist in einem Rauschzustand zwischen Nervosität und Erleichterung und unversehens ist er dann da: Der Tag der letzten Prüfung.

„Aus ist’s“ – das muss gefeiert werden

Endlich ist die quälende Lernerei vorbei und eine scheinbar bleierne Last fällt von den Schülern ab. Doch Zeit zum Nachdenken hat man nach dem Abitur nur wenig. Die klasseninterne Abschlussfete will organisiert werden, für den Abiball braucht es noch einen Freiwilligen für die Rede und dann muss man auch noch für die Abireisepacken. Die Hektik nach dem Abitur ist zwar fröhlicher und entspannter als davor, nimmt die Beteiligten aber nicht minder in Anspruch. Eine Woche Lloret de Mar oder feierintensive Tage in einer europäischen Hauptstadt eigenen sich nicht gerade zur Besinnung und so holt ehemalige Schüler nach dem Abitur ein Versäumnis ein. Bei aller Prüfungsvorbereitung hat man darauf vergessen, wie es nun weiter geht.

Links, rechts oder in der Mitte weiter?

Kommt man nach Lernstress und Partystimmung irgendwann zum Reflektieren, stellt sich die Frage, was man eigentlich vom Leben will. So lange man denken kann dominierten Stundenpläne, Klausuren und die Anweisungen des Elternhauses das Dasein. Plötzlich ist man frei und doch auch in der Pflicht, gewichtige Entscheidungen zu treffen. Wohin soll der Lebensweg außerhalb des Gymnasiums führen? Uni oder erst ein Praktikum? Für manche Abiturienten stellt sich die Frage nach einem Aufenthalt im „Ferienlager“ der Bundesrepublik. Karriere bei der Bundeswehr oder vielleicht eine ganz normale Ausbildung? Zusätzlich zur akuten Orientierungslosigkeit hört man zu allem Überfluss noch permanent die Uhr ticken. Die Zeit drängt, denn die Einschreibungen für die Universitäten sind eigentlich längst gelaufen. Was nun? Der ganze Strudel aus Prüfungsstress und Abschlussparty hat den Herbst in weite Ferne rücken lassen und jetzt naht er mit unaufhaltsamer Präzision.

Gegenmaßnahmen gegen das „böse Erwachen“

Im Idealfall macht man sich schon in den Jahren vor dem Abitur Gedanken über den weiteren Werdegang. Man hat ja doch über ein Jahrzehnt Zeit, darüber zu grübeln, was man denn eigentlich möchte. Die Pubertät ist zwar eine Phase der fortwährenden Veränderung, doch merkt man schon als Teenager, wo die persönlichen Interessen liegen. Bevor man auf die Zielgerade „Abitur“ mit all seinen mündlichen und schriftlichen Prüfungen einbiegt, darf man sich bereits festlegen. Eine Einschreibung an einer Uni ist kein großer Akt, wenn man für sich geklärt hat, wie es denn weitergehen soll. Hat man jenes Zeitfenster jedoch übersehen, bleiben nur Alternativen und gewinnbringende Überbrückungen.

Backpacker, Praktikanten und Jobber

Doch sollte man sich nach dem Verschlafen jener Entscheidungen nicht selbst eine Unterlassungsklage auferlegen. Da bekanntermaßen viele Wege nach Rom führen ist eine Auszeit, eine Reise oder ein „Sich-Ausprobieren“ nicht immer die schlechteste Alternative. Viele Unentschlossene machen sich auf den Weg, fremde Länder zu erkunden und dort Erfahrungen zu sammeln. Australien beispielsweise bietet mit seinem „Working Travel Visum“ zwölf Monate die Gelegenheit, Spannendes für den Lebenslauf zu sammeln. Die Jobsituation in Down Under ist gut und saisonale Arbeitskräfte werden immer gebraucht. Außerdem schließt man dort etwaige Bildungslücken aus dem Englischunterricht. Neben dem Job als australischer Erntehelfer oderTouristen-Guide kann man natürlich auch durch das Land reisen. Der wohlverdiente Urlaub nach anstrengenden Schuljahren sollte keinesfalls zu kurz kommen. Für viele Schulabgänger ist die Vorstellung beängstigend, sich mit einem Studium oder einer Einschreibung für den gehobenen Dienst für alle Zeiten einer Berufssparte zu verschreiben. Wie soll man mit noch nicht einmal zwanzig Lenzen wissen, welchen Job man bis zum Rentenalter ausüben möchte? Praktika schaffen Abhilfe. Viele Unternehmen freuen sich über Praktikanten und gewähren einen genauen Einblick in den beruflichen Alltag. Was erwartet einen als Journalist, als Architekt oder Anwalt? Ein Praktikum liefert mitunter wegweisende Impressionen. Vielleicht weiß man hinterher noch immer nicht, was man will, so doch gegebenenfalls was man nicht möchte. Doch wichtig ist, wenigsten ein Jahr nach dem Abitur keine Fristen zu versausen. Um nicht zwischen dem Praktikum, dem Job als Kellner oder der Auslandsreise wieder das Ziel aus den Augen zu verlieren, lohnt es sich einen Zeitplan festzulegen. Wer weiß, was er will sollte keine Zeit verschwenden und gleich an vorderster Front zur Uni-Einschreibung antreten.

 

Auslandssemester – in welches Land sollte es gehen?

Das Auslandssemester ist eine der besten Entscheidungen für die Karriere, die ein Student treffen kann. Sowohl für die eigene, persönliche Weiterentwicklung als auch für den Lebenslauf sind Auslandssemester eine Bereicherung für jedes Studium. Es stellt sich nur noch die Frage: In welches Land soll es gehen? Die klassischen Auslandssemester-Länder wie die USA bieten natürlich ihre Vorteile, doch in manchen Fällen kann das Semester im Ausland auch die perfekte Gelegenheit fürs Kennenlernen eines selten gewählten Landes sein.

Die Frage nach den Sprachkenntnissen

Für manche Angebote eines Auslandssemesters muss man die Sprache des Landes bereits relativ sicher oder fließend beherrschen. Dann wiederum kann man die Landessprache auch im Rahmen des Auslandssemesters neu erlernen und sich die Kenntnisse während des Studiums parallel aneignen. Der erste Schritt sollte also darin bestehen, zu entscheiden, ob man eine neue Sprache erlernen kann und will oder ob man lieber Sicherheit in einer bereits erlernten Fremdsprache aufbauen möchte. Beides macht sich auf dem Lebenslauf gut und sorgt dafür, dass man gegenüber anderen Hochschulabsolventen einen Vorteil hat, die nicht bereits im Ausland waren.

Typische Auslandssemester-Länder: die Vor- und Nachteile

Die USA, Großbritannien, Frankreich, Spanien… sie gehören bereits unter Schülern zu den häufigsten Wahlen fürs Auslandssemester. Natürlich haben sie ihre Vorteile, denn hier kommen die meistgesprochenen Sprachen der Welt her. Sie sind außerdem auf Studenten aus dem Ausland ausgerichtet, denn sie werden rege besucht und haben Vorkehrungen getroffen, um mit dem Ansturm gerecht zu werden. Im weiteren Sinne liest man häufig auch von anderen europäischen Ländern wie Dänemark, Schweden oder Norwegen oder kann Auslandssemester in Australien und anderen westlich geprägten Teilen der Welt vorfinden. Auch die asiatische Welt, allem voran China und Japan, gewinnen fürs Auslandssemester immer mehr an Bedeutung. Auch dort erlernt man Sprachen, die im Kommen sind, und sammelt Erfahrungen auf internationalem Parkett in Ländern, auf die Unternehmen ein Auge geworfen haben.

Auslandssemester mal (wo)anders: die Vor- und Nachteile

Ein Auslandssemester in einem Land, das sonst eher nicht gewählt wird, erregt natürlich sofort die Aufmerksamkeit eines jeden Entscheiders. Damit kommt natürlich auch die Frage auf, was denn zu der Entscheidung für dieses Land geführt hat, was der Absolvent dort gelernt hat – und sicher noch viele andere, die ein guter Grund für ein Erstgespräch sind. In seltenen Ländern für ein Auslandssemester kommt man vielleicht nicht mit der US-amerikanischen, europäischen oder asiatischen Wirtschaft in Berührung, was auf jeden Arbeitgeber attraktiv wirkt. Wohl aber könnte man dadurch für ein Unternehmen umso interessanter als Mitarbeiter werden, das gerade im Land des Auslandssemesters aktiv ist und Leute sucht, die seine Gepflogenheiten und seine Wirtschaft kennen und vielleicht sogar ein Netzwerk dort aufgebaut haben.