Studentische Hilfskraft: Arbeiten an der Hochschule

Viele Studenten müssen sich ihren Lebensunterhalt selber verdienen. Gut, wer die Chance erhält, als studentische Hilfskraft zu arbeiten: Hiwis haben einen direkten Draht zum Professor und können ihren Lebenslauf aufpolieren. Dieser Nebenjob hat viele Vorteile, aber auch einige Nachteile.

Was ist eine studentische Hilfskraft?

Sie sind die guten Feen der Hochschulen: Studentische Hilfskräfte helfen in verschiedenen Bereichen aus. Einige engagieren sich für einen Professor, während sich andere um die Homepage der Fakultät kümmern. Ihre Aufgaben können sich enorm voneinander unterscheiden, abhängig von der jeweiligen Stelle. Und genau das solltest du als zukünftige studentische Hilfskraft beachten:

Lies dir die Aufgabenbereiche sorgfältig durch!

Es kann sein, dass du überhaupt keinen Kontakt zum Professor hast. Vielleicht arbeitest du nur mit dem IT-Spezialisten zusammen, der für die Wartung der Computer zuständig ist. Wenn das deinen Interessen entspricht, kannst du das gerne machen. Jedoch wird es dir wenig für deinen Lebenslauf bringen, sofern du eine Karriere in der Forschung beabsichtigst. Schmiedest du derartige Pläne, musst du mit einem Professor zusammenarbeiten und für ihn Aufgaben erledigen. Diese reichen von Literaturrecherche bis hin zum Kopieren von Büchern.

Hiwi: Traumjob an der Hochschule?

Eigentlich ist es ein toller Nebenjob: Du stehst mit den Lehrkräften in Kontakt und hast einen leichten Zugang zur Infrastruktur, auch wenn es nur die Nutzung des Hiwi-Zimmers ist. Solange du deinen Job wunderbar erledigst, läuft alles glatt. Sollte etwas schiefgehen, macht sich die fatale Doppelrolle des Professors bemerkbar. Er ist nicht nur dein Arbeitgeber, sondern auch für deine Prüfungen zuständig. Im Umkehrschluss kann sich das bei einem guten Verhältnis positiv auf dich auswirken, was meistens der Fall ist.

Wer bestimmte Rechte durchsetzen möchte oder sich gegen die Meinung seines Professors ausspricht, geht ein gewisses Risiko ein. Das Problem besteht darin, dass die meisten Verträge auf wenige Monate beschränkt sind. Die studentische Hilfskraft kann sich glücklich schätzen, wenn sie für mindestens ein oder zwei Semester eingestellt ist. Oft wird eine hohe Leistungsbereitschaft verlangt, da du über flexible Arbeitszeiten verfügst.

Die Belegschaft kritisiert dieses Modell, da es zur Selbstaufopferung neigt. Viele Studenten nehmen es sehr persönlich, sofern ihr Vertrag nicht verlängert wird. Darüber solltest du dir keine Gedanken machen, da befristete Verträge in dieser Branche üblich sind. Du musst dir nur rechtzeitig um deine weitere finanzielle Planung Gedanken machen, sofern du auf einen Nebenjob angewiesen bist.

Bewerbung zur studentischen Hilfskraft

Die besten Chancen hast du, wenn du dich für deinen Fachbereich bewirbst. Es existieren drei Wege, wie du einen dieser wertvollen Jobs ergattern kannst:

– Gute Leistungen im Seminar

– Aushänge an Türen oder am Schwarzen Brett

– Homepage der Fakultäten

 Wenn du für einen bestimmten Professor arbeiten möchtest, weil dich dessen Forschung interessiert, solltest du ein Seminar bei ihm belegen. Versuche durch gute Antworten hervorzustechen, um seine Aufmerksamkeit zu erregen. Am Ende des Seminars kannst du ihn auf einen Hiwi-Job ansprechen, sofern er nicht von selbst auf dich zukommt. Oft wird zur Veranstaltung ein begleitendes Tutorium angeboten, das von einem Studenten geleitet wird – ein toller Einstieg in die wissenschaftliche Karriere!

 Ansonsten kannst du auch den klassischen Weg gehen und dich auf offene Stellenanzeigen bewerben. Hier musst du dich gegen andere Kandidaten beweisen, wobei häufig die Noten von großer Bedeutung sind. Je nach Angebot spielen andere Fähigkeiten eine wichtige Rolle. Beschränkt sich die Stelle auf die Datenpflege der Fakultät, musst du gut mit Computer umgehen können und möglichst schnell erreichbar sein. Als direkter Hiwi eines Professors kommt es darauf an, über eine sorgfältige Arbeitsweise und fortgeschrittene Recherchekenntnisse zu verfügen.

Karriereeinstieg in die Forschung

Wer eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, sollte unbedingt als studentische Hilfskraft arbeiten. Das sieht nicht nur gut in deinem Lebenslauf aus, sondern hilft dir bei deinem späteren Werdegang. Es macht sich immer besser, an einer Hochschule anstatt als Thekenkraft gearbeitet zu haben. Du wirst einen Personaler kaum mit einem Disco-Nebenjob beeindrucken. Anders sieht es aus, wenn du über praktische Erfahrungen in der Forschung verfügst. Genau dieses Engagement könnte den kleinen aber feinen Unterschied bei einer Bewerbung ausmachen. Es zeigt der Personalabteilung, dass du Verantwortung übernehmen kannst. Strebst du eine Karriere in der Forschung an, kommst du um diesen Job nicht herum. Du setzt dich ständig mit den Inhalten deines Studiums auseinander und kannst dir so ein wertvolles Netzwerk ausbauen. In Datenbanken recherchieren, Literatur für den Professor besorgen oder bestimmte Seiten kopieren gehört einfach dazu, auch wenn es keinen Spaß macht.

Wie viel verdient eine studentische Hilfskraft?

Die Vergütung hängt stark vom jeweiligen Bundesland ab. Du musst dich erkundigen, ob es einen einheitlichen Tarifvertrag an deiner Hochschule gibt. Die Tarifgemeinschaft der deutschen Länder (TdL) hat für alle Bundesländer bis auf Berlin und Hessen einen Höchstverdienst von 9,05 Euro pro Stunde festgelegt. Dieser Betrag kann bei Bedarf um bis zu 10 % erhöht und um ein Weihnachtsgeld aufgestockt werden. Je nach Qualifikation erhöht sich der Grundbetrag. Studenten mit Bachelor- oder Masterabschluss haben einen erhöhten Gehaltsanspruch.

Durchsetzung von Rechten

Was viele Hiwis nicht wissen: Sie haben einen Urlaubsanspruch und können auch im Krankheitsfall auf ihre Entgeltfortzahlung bestehen. Leider verzichten viele Studenten auf ihre Rechte, da sie Angst haben, durch einen anderen ersetzt zu werden. Unzählige Überstunden sind kein Bestandteil des Jobs, sondern pure Ausbeute. Daher ist es wichtig, mit den anderen Hiwis solidarisch zu sein. Wer alleine gegen die Fakultät vorgehen möchte, wird keinen Erfolg haben. Bei Ungerechtigkeiten solltest du dich unbedingt mit den anderen Hilfskräften absprechen, um deine Rechte bestmöglich durchsetzen zu können.

 In vielen Bundesländern werden Hiwis juristisch als Sachmittel und nicht als Personal geführt. Daher besteht kein Anspruch auf eine Vertretung durch einen Personalrat. Aus diesem Grund wissen die meisten Hiwis über ihre Rechte nicht Bescheid und holen im Krankheitsfall ihre Arbeit nach. Ein klarer Gesetzesbruch, der oft nicht geahndet wird. Wie du siehst, ist es wichtig, auch zu deinen Kommilitonen eine gute Beziehung zu pflegen.

 Jedoch solltest du dich von diesen Aussagen nicht abschrecken lassen, da es nach wie vor ein toller Nebenjob ist und die praktischen Erfahrungen unbezahlbar bleiben.

Wissenswertes zum Studienfachwechsel

Wer sagt, dass du dich sofort für das richtige Studienfach entscheiden musst? In der Verwirrung der ersten Wochen das Fach zu schmeißen, macht wenig Sinn. Manchmal entpuppt sich das Traumstudium als Albtraum. Daher kann ein wohlüberlegter Wechsel genau der richtige Beschluss sein. Du musst dir diese Entscheidung genau überlegen und möglichst schnell handeln, da sie ansonsten deinen BAföG-Anspruch kosten könnte.

Leb wohl, Studienfach!

Es ist kein Weltuntergang, wenn dir dein Fach keinen Spaß macht. Du hattest andere Erwartungen, als du mit dem Studium begonnen hast. Häufig ist es so, dass sich viele Studenten nicht über die Leistungsanforderungen informieren. In Biologie musst du viele mathematische Vorlesungen belegen, was auch für Informatik gilt. Du interessierst dich für wirtschaftliche Zusammenhänge und möchtest über die aktuelle Finanzpolitik diskutieren? Die meisten BWL-Studiengänge lassen wenig Raum für solche Diskussionen, da du dich mit dem Rechnungswesen beschäftigen musst.

Informiere dich gründlich über mögliche Karrierechancen

Du studierst, weil du später einen bestimmten Job ausüben möchtest. Wer Anwalt werden möchte, muss sein Staatsexamen in Rechtswissenschaften bestehen. Das Studium mag anstrengend sein, doch es ist der einzige Weg, sich diesen Traum zu erfüllen. Von der Schule zur Universität ist es ein großer Sprung. Viele Schüler kommen mit den neuen Anforderungen kaum zurecht und verzweifeln bereits nach wenigen Wochen. Du kannst kommen und gehen, wann immer du möchtest. Es gibt keinen Lehrer, der deine Hausaufgaben kontrolliert. Als Erstsemester musst du lernen, dich selbst zu organisieren. Du musst dir deine eigenen Lernpläne aufstellen und selbstständig an deinen Hausarbeiten werkeln.

Gründe für den Fachwechsel

Viele Studenten sind mit ihrer Hochschule unzufrieden. Die Hörsäle sind überfüllt und das Studium ist hauptsächlich in Vorlesungen strukturiert. Vielleicht gefällt dir die Stadt nicht? In diesem Fall solltest du an eine andere Universität wechseln. Hast du bereits eine Fachhochschule in Erwägung gezogen? Die beiden Systeme unterscheiden sich grundlegend voneinander. Während das eine auf Selbststudium beruht, studierst du im anderen in einer Klassengemeinschaft, wie in der Schule.

Sollte dir dein Fach nicht gefallen, musst du einen Studienfachwechsel vornehmen. Es ist deine Entscheidung, ob du dich komplett neu orientieren möchtest oder nur eine Schwerpunktverlagerung anstrebst. Du möchtest statt Geschichte lieber Medizin studieren? Bei einem neuen Studium fängst du bei Null an, egal wie viele Seminare du vorher belegt hattest. Anders verhält es sich in diesem Fall: Du hast Lehramt Politik/Wirtschaft studierst und möchtest dich nun in Bachelor BWL umschreiben lassen? Hier liegt eine Schwerpunktverlagerung vor, da du viele Scheine aus deinem alten Studium anrechnen lassen kannst.

BAföG-Anspruch im neuem Studienfach

Als Student fühlt man sich schnell als Versager, wenn man seine Fachrichtung wechseln möchte. „Wie soll ich das meinen Eltern sagen? Wirkt sich das abgebrochene Studium als Karriere-Killer aus?

Du erhältst auch dann BAföG, wenn du vorher etwas anderes studiert hast.

Wichtig ist, dass du deine Entscheidung nicht unnötig in die Länge ziehst. Der Fachrichtungswechsel muss spätestens nach dem 3. Fachsemester vollzogen werden. Es ist überhaupt kein Problem, wenn du nach einem Semester wechseln möchtest. Der Wechsel muss aus einem gesetzlich anerkannten Grund erfolgen, wie Eignungsmangel oder Neigungswandel. Solltest du vier oder fünf Fachsemester für deine Entscheidung benötigen, ist der Zug höchstwahrscheinlich schon abgefahren. In diesem Fall erwartet das BAföG-Amt einen unabweisbaren Grund.

Entscheidest du dich nach dem 1. Fachsemester zum Studienfachwechsel, wird dein neues Studium komplett gefördert. Anders verhält es sich, wenn du später wechselst. So kann es passieren, dass du zum Studienende hin ohne Förderung dastehst. Die BAföG-Ämter helfen mit einem verzinslichem Bankdarlehen aus, das in vollständiger Höhe zurückgezahlt werden muss.

Eine Schwerpunktverlagerung gestaltet sich deutlich einfacher. Hier kannst du dich aufgrund alter Studienleistungen in ein höheres Fachsemester einschreiben lassen.

Anrechnung alter Studienleistungen

Bei einem Fachwechsel kannst du dir alte Scheine anrechnen lassen. Wechselst du innerhalb der Universität, gestaltet sich das deutlich leichter. Oftmals ist es der gleiche Professor, der die Vorlesung hält. Bei einer anderen Hochschule kann es zu Problemen kommen.

Die erbrachten Studienleistungen müssen mit dem Prüfungsplan übereinstimmen.

Lies dir deine Prüfungsordnung aufmerksam durch. Wie hoch ist die Anzahl der benötigten Leistungspunkte? Du kannst dir keinen Schein anrechnen lassen, auf dem statt 9 nur 6 Credits notiert sind. Je nach Ermessen der Hochschule musst du die Vorlesung komplett neu besuchen. Das gilt auch für unterschiedliche Prüfungsleistungen. Die Leistungspunkte stimmen überein, doch du hast eine mündliche Prüfung statt einer Klausur absolviert? Im Regelfall werden solche Scheine nicht angerechnet.

Setze dich mit deinem Prüfungsamt rechtzeitig in Verbindung. Gerade bei längeren Hausarbeiten ist es praktisch, wenn man sich diese ersparen kann. Wer mitten im Semester feststellt, dass er wechseln möchte, sollte sich an seinem neuen Studiengang orientieren. Statt einem Essay wird eine mündliche Prüfung erwartet? Du weißt, was du zu tun hast. Sprich dich mit deinem Professor ab und kläre die Details mit dem Prüfungsamt. Es gibt Hochschulen, die derartige Scheine trotzdem nicht anrechnen, um den Wechsel vom zulassungsfreien zum NC-Fach zu erschweren.

Wechselfristen für Studenten

Du kannst jederzeit dein Studienfach wechseln. Bitte beachte den halbjährlichen Semesterturnus und die Rückmelde- oder Einschreibtermine. Einige Studienfächer können nur im Wintersemester neu begonnen werden. So musst du ein halbes Jahr warten, was beim BAföG-Amt zu Problemen führen kann. Daher solltest du einem Hochschulwechsel nicht grundsätzlich abgeneigt sein. Die meisten Universitäten zählen einen Fachwechsel zu ihrem Tagesgeschäft.

In seltenen Fällen ist die Zustimmung aller beteiligten Fakultäten erforderlich. Wenn du dich für einen zulassungsbeschränkten Studiengang interessierst, musst du dich wie ein Erstsemester dafür bewerben. Achte darauf, dass du eine erlaubte Kombination anstrebst. Gerade bei Bachelor-Studiengängen herrscht eine begrenzte Auswahlmöglichkeit.

Studienberatung: Aussprache und Information

Dieser Leitfaden hilft dir bei grundlegenden Fragestellungen. Doch jeder Fachwechsel hat seine individuellen Gründe. Besprich deine Entscheidung mit einem Studienberater deiner Hochschule. Diese Menschen haben täglich damit zu tun und können dir hilfreiche Tipps geben.

Ein Studienfachwechsel ist nichts, wofür du dich schämen musst. Zieh rechtzeitig die Reißleine und du wirst keinerlei Nachteile mit dem Fachwechsel erleiden.

Versicherungen für Studenten: Welche sollten auf keinen Fall fehlen?

Sich richtig versichern, was heißt das eigentlich? Wer will sich schon mit der Zukunft oder möglichen Szenarien befassen? Viele Studenten machen sich keine Gedanken über notwendige bzw. sinnvolle Versicherungen, dabei können sich einige Entscheidungen im hier und jetzt auswirken, und nicht erst in der weit entfernten Zukunft. Das Argument, Versicherungen kosten zu viel, zieht im Schadensfall nie, denn so entstehende Kosten sind immer um einiges höher. Insofern heißt ’sich sinnvoll versichern‘ auch für Studenten, sich vor größeren finanziellen Risiken zu schützen. Im Folgenden erfährst du Wissenswertes über mehr oder weniger sinnvolle Versicherungen für Studenten, sodass du dich bestmöglich absichern kannst.

Weiterlesen

Studieren ohne Abitur – wie geht das?

Mit dem Abitur in der Tasche stehen Dir sämtliche Karrieremöglichkeiten offen. Aber auch das Studieren ohne Abitur ist dank der bahnbrechenden Entwicklungen am (Weiter-)Bildungsmarkt heute durchaus möglich. Der übliche Bildungsweg ist ja zumeist folgender: Nach dem erfolgreichen Besuch der Grundschule kannst Du das Gymnasium als weiterführende Schule besuchen, um hier das Abitur zu machen. Aber auch Real- oder Gesamtschulen bieten die Chance, die Reifeprüfung ablegen zu können bzw. entsprechende Vorbereitungsklassen zu belegen. Erst nach dem erfolgreich bestandenen Abitur kannst Du dann Dein Studium beginnen.

Wenn Du vorhast, Dich nach der Schule zunächst anderweitig zu orientieren, wenn Du zum Beispiel ein Auslandsjahr „in Angriff nehmen“ oder eine Ausbildung absolvieren willst, hast Du freilich die Option, das Abitur im Rahmen einer anschließenden Weiterbildung – zum Beispiel in Abendkursen – nachzuholen. Nur ist es nicht Jedermanns Sache, abends noch die Schulbank zu drücken und womöglich noch neben Job oder Familie Schulbücher zu wälzen. Wie gut, dass es mittlerweile weitaus schneller geht, die angestrebte berufliche Erfolgsleiter mit einem Studium zu erklimmen, ohne das Abitur gemacht zu haben.

Bist Du bereit für kleinere „Umwege“?

Selbst mit einem Haupt- oder Realschulabschluss kannst Du studieren. Ohne Abitur ist in der Tat heute viel mehr möglich, als es noch vor wenigen Jahren der Fall war. Allerdings sind die diesbezüglichen von Bundesland zu Bundesland nach wie vor unterschiedlich. Eine vielversprechende Alternative könnten private Fernhochschulverbände sein, die zielorientierte Weiterbildungen anbieten, ohne die Reifeprüfung abgelegt haben zu müssen. Insgesamt bietet es sich darüber hinaus an, spezielle Fernstudien-Möglichkeiten in Augenschein zu nehmen und abzuwägen, ob diese Angebote sich mit Deinen individuellen Karriereträumen vereinbaren lassen. So verhält es sich zumeist so, dass eine Vielzahl interessanter Studiengänge an eine zuvor zu absolvierende Ausbildungsgrundlage geknüpft ist. Was diesbezüglich jeweils zu beachten ist, kannst Du bei den entsprechenden Anbietern der Bundesländer in Erfahrung bringen.

Direkt bewerben – einen Versuch ist es wert

Viele Universitäten bieten interessierten jungen Leuten das Studieren ohne Abitur mittels einer so genannten Wildcard an. Das bedeutet, dass mit Blick auf die Erreichung des vollen Studentenkontingents vor Ort auch Studienplätze an Interessenten vergeben werden, die kein Abitur haben. Wenn Du das Glück hast, eine solche Wildcard zu bekommen, dürfte Deinen Karriereplänen eigentlich nichts mehr im Weg stehen. Dass Du Deinen Plan vom Studieren ohne Abitur auch mit der Fachhochschulreife realisieren kannst, ist in vielen Bereichen gang und gäbe. Gesetzt den Fall, Du möchtest Dich für eine Fachschulausbildung entscheiden, besteht letztlich durchaus ebenfalls die Chance, studieren ohne Abitur an einer (Gesamt-)Hochschule zu können.

Chancen erkennen – Potenziale nutzen

Im Übrigen hängt es heute von Deinem individuellen Berufswunsch ab, ob das Studieren ohne Abitur für Dich möglich ist oder nicht. Sicherlich: Sofern Du ein Studium im medizinischen Bereich anstrebst, ist es unerlässlich, die Reifeprüfung erfolgreich „gemeistert“ zu haben. Willst Du aber im künstlerischen Bereich tätig werden, spielt das Abitur – je nach Ausbildungsinstitut – so gut wie keine Rolle. Vielmehr gilt es hier in vielen Bereichen, dass Du eine Aufnahmeprüfung erfolgreich bestehen musst, um die Möglichkeit zum Studieren ohne Abitur zu bekommen.

Interessanterweise gibt es an immer mehr Universitäten bzw. Fachhochschulen die Möglichkeit, dass lernwillige Menschen mit adäquater beruflicher Vorbildung studieren ohne Abitur zu können. Wer die Bereitschaft zeigt, mit Durchsetzungskraft und Disziplin sein Wissen auszubauen und sukzessive zu erweitern, hat durchaus vielversprechende Chancen, weiter zu kommen. Hast Du bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung in der Tasche und kannst noch dazu eine mehrjährige Berufserfahrung vorweisen, dann könntest Du ebenfalls studieren ohne Abitur. Idealerweise entscheidest Du Dich dabei für ein fachgebundenes Studium. Im Endeffekt entscheidet dann die (Fach-)Hochschule, ob sie Dir die Gelegenheit zum Studieren ohne Abitur anbietet – oder nicht.

Als Meister studieren ohne Abitur – ein verlockendes Ziel

Sofern Du übrigens den Meisterbrief – in welchem Fachbereich auch immer – oder vielleicht sogar eine berufliche Aufstiegsfortbildung mit Bravour absolviert hast, ist es in der Regel so, dass Du damit fast automatisch eine Zugangsberechtigung für das Studieren ohne Abitur in der Tasche hast. Ob Bachelor oder Master, ob Staatsexamen, Diplom- oder Mastergrad, ob künstlerische oder kirchlich orientierte Studienabschlüsse: Heute bestehen unterschiedliche Chancen und Möglichkeiten, den Traum vom Studieren ohne Abitur wahr werden zu lassen. Auch ist es unerheblich, ob Du Dich für den handwerklichen, sprachlichen, kreativen, technischen, kaufmännischen oder wirtschaftlichen Bereich entscheidest: In jedem Fall stehen Dir so gut wie alle Türen offen, wenn Du studieren ohne Abitur willst. Es liegt also nur noch an Dir, letztlich auch tatsächlich hindurch zu gehen. Chancen sind dazu da, sie zu nutzen – und mit ein wenig Einsatz, Lernbereitschaft und Engagement das Beste daraus zu machen. Auf diese Weise kannst Du fast alles erreichen, was Du Dir vorgenommen hast.

Bildnachweis: © studenten-insider.de

Das Deutschlandstipendium

Besondere Studenten müssen besonders gefördert werden. Dies hat mittlerweile auch der Staat erkannt und mit dem Deutschlandstipendium ein Programm ins Leben gerufen, das begabte Studenten finanziell während ihres Studiums unterstützt.

Nordrhein-Westfalen machte den Anfang

Piggy bank with coin stacksDas Deutschlandstipendium basiert in seiner jetzigen Form auf einem Programm, das bereits 2009 in Nordrhein-Westfalen eingesetzt wurde. Deutschlandweit wurde es im Sommer 2010 eingeführt, als der Bundestag dem „Gesetz zur Schaffung eines nationalen Stipendienprogramms“ zustimmte. Das Konzept sieht dabei eine Doppelfinanzierung vor, die zum einen durch den Staat und zum anderen durch private Mittel erbracht wird. Die privaten Mittel müssen dabei von den jeweiligen Hochschulen bei privaten Geldgebern eingeworben werden. So verteilt man die Ausgaben zwischen Staat und Wirtschaft, da beide ein großes Interesse daran haben, dass besonders begabte junge Menschen gefördert werden. Unternehmen, die sich zu einer Förderung entschieden haben, können den Studenten zudem noch zusätzliche Angebote wie zum Beispiel Praktika machen. Der Student ist jedoch nicht dazu verpflichtet, diese anzunehmen. Die Tatsache, dass er an dem Programm teilnimmt, bedeutet nicht, dass ihm in irgendeiner Weise Verpflichtungen gegenüber den fördernden Unternehmen entstehen.

Im vergangenen Jahr wurden bereits fast 14000 Studenten auf diese Art und Weise unterstützt und immer mehr Universitäten bieten das Deutschlandstipendium an.

Keine Gefahr für das Bafög

Das Deutschlandstipendium umfasst eine monatliche Förderung von 300 Euro. Diese wird einkommensunabhängig gewährt. Es spielt also keine Rolle, ob die Eltern ein sehr hohes Einkommen haben oder ob nicht. Auch eventuelle BAföG Zahlungen werden vom Stipendium nicht beeinträchtigt. Studenten, die sich für ein Deutschlandstipendium bewerben, müssen also nicht damit rechnen, dass ihnen bei Bewilligung das BAföG gekürzt wird. Die 300 Euro sind als zusätzliche Unterstützung gedacht, um die Finanzierung des Studiums zu erleichtern und sollen kein Ersatz für andere Leistungen sein. Einzig die Tatsache, dass man als Studierender bereits durch ein anderes Stipendienprogramm gefördert wird, kann dazu führen, dass man sich nicht mehr bewerben kann. Übersteigt die Leistung solcher Programme den Wert von 30 Euro im Monat, dann ist kein Deutschlandstipendium mehr möglich.

Die Länge der Zahlung ist auf die Länge der Regelstudienzeit beziehungsweise bis zum Examen beschränkt. Wer diese Zeit überschreitet, der erhält keine weitere Förderung. Der Mindestzeitraum beträgt zudem 2 Semester inklusive Semesterferien.

Das Auswahlverfahren

lchelnder mann hlt geldscheine in der handStudenten, die sich für ein Deutschlandstipendium interessieren, können sich bei ihrer jeweiligen Fakultät bewerben. Eine wichtige Rolle spielen, neben den Schul- und Studienleistungen, auch soziales Engagement oder Vereinsarbeit. Es wird versucht, eine vollständige Bewertung der Persönlichkeit in das Verfahren einfließen zu lassen. Generell Vorgaben dazu werden zwar vom Gesetzgeber gemacht, die detaillierte Ausgestaltung unterliegt allerdings der jeweiligen Hochschule. Auch die letztendliche Entscheidung über die Annahme des Antrages wird von einer Kommission an der Universität oder Fachhochschule entschieden. Der Staat hat darauf keinen Einfluss.

Kritische Stimmen bleiben

Der Versuch der Bundesregierung gemeinsam mit der Wirtschaft eine eigene Begabtenförderung zu etablieren, stieß nicht nur auf positive Resonanz. Experten kritisierten zum Beispiel, dass durch das Deutschlandstipendium Studenten in strukturschwachen Gebieten benachteiligt würden. Hochschulen hätten in diesen Teilen Deutschlands erheblich größere Probleme, passende Sponsoren zu finden. Zudem stehen die Auswahlverfahren in der Kritik. Da diese von den jeweiligen Universitäten individuell definiert werden können, sind sie sehr undurchsichtig. Dabei spielt auch die Tatsache mit hinein, dass die Vermutung nahe liegt, dass Unternehmen, die als Sponsoren auftreten, sich in das Verfahren einmischen. Dies ist möglich, weil der Gesetzgeber vorschreibt, dass nur ein Drittel der Summe ohne Zweckbindung verwendet werden muss. Den Effekt, den diese Vorschrift hat, kann man daran erkennen, dass aktuell 50% aller Stipendien an Studenten der Natur und Ingenieurswissenschaften sowie der Mathematik vergeben werden. Unternehmen, die in diesen Bereichen aktiv sind, haben ein großes Interesse als Förderer tätig zu werden, da es ihnen dabei helfen kann, den aktuellen Fachkräftemangel zu bekämpfen. Deshalb ist es auch in ihrem Sinne, dass die Stipendien an Studenten vergeben werden, die relevante Fachrichtungen studieren.

In anderen Bereichen wie Sprach- und Kulturwissenschaften ist es dagegen erheblich schwieriger, Sponsoren zu finden. Daher ist das Programm aktuell auch noch sehr weit davon entfernt, das anvisierte Ziel von 8% aller Studenten zu fördern. Obwohl das Ziel aktuell noch verfehlt ist, bleibt die Grundintension jedoch keine schlechte. Durch die Bologna Reform ist es für viele Studenten schwierig geworden, ein Studium zu finanzieren. Deshalb ist die Idee eines Deutschlandstipendiums grundlegend eine gute Sache.

Bildquellen:
© bluedesign / Fotolia.com
© electriceye / Fotolia.com
© contrastwerkstatt / Fotolia.com