Bachelor & Bologna-Reform – was ist das eigentlich?

Du möchtest studieren und einen Abschluss erlangen, der dir in ganz Europa anerkannt wird? Dank des Bachelor/Master Systems und der Bologna-Reform ist das nun möglich. Hatte man noch vor Jahren Probleme außerhalb Deutschlands sein Diplom oder sein Staatsexamen anerkannt zu bekommen, gehört das nun der Vergangenheit an. Mit dem Abitur im Rücken hat man die freie Wahl und die Welt steht einem offen: Studium, Arbeiten gehen, Soziales Jahr (FSJ, Zivi). All diese Möglichkeiten stehen zur Debatte.

Abitur – und dann Studium?

Sollte man allerdings zu einem Studium tendieren, gibt es nicht nur nötige Bedenken bezüglich des richtigen Studiengangs, sondern auch bezüglich der Studienform. Man sollte bedenken, dass der Bachelor einen akademischen Abschluss darstellt, der alte Studiengänge wie die Magister- und Diplom-, aber auch die Staatsexamen ablöst. Neu ist, dass Lerninhalte in thematisch sortierte Module sortiert werden und die Leistung in den einzelnen Teilbereichen nach einem europäisch einheitlichen Bewertungssystem, dem sogenannten ECTS, bewertet werden. Man bekommt die Möglichkeit, nach dem Bachelor einen Masterstudiengang besuchen zu können – das Studium ist somit in zwei gestufte Studienabschnitte gegliedert.

Die Bologna-Reform

Die Reform, weg von alten hin zu den neuen Abschlüssen, nennt sich Bologna Reform, beschlossen in der gleichnamigen italienischen Metropole durch die europäischen Bildungsminister im Jahr 1999. Ausschlaggebend hierfür waren die drei Kernpunkte der europäischen und internationalen Vergleichbarkeit, der erleichterte Studienortswechsel und die europäisch bessere Ausgangsposition eines länderübergreifenden Berufsfeldes. Interessant erscheint, dass einige Hochschulen – basierend auf Sonderregelungen – das alte Diplom- und Staatsexamen System wieder neu eingeführt haben. Somit wurde an speziellen Standorten auf die Hochschulreform reagiert und das neue System für nicht gut genug befunden. Studierendenmobilität hat sich eher eingeschränkt als positiv verändert, die Studienzeit verlängerte sich proportional gesehen – und die ganzen stark reglementierten Auflagen erschweren den Studierenden das Leben eher, als dass es für erholsame Studententage sorgen würde.