Exmatrikulation – das Ende eines Studiums

Mit der Exmatrikulation endet das Hochschulstudium. Du kannst sie selber beantragen oder zwangsexmatrikuliert werden. Sobald du den Bescheid in deinen Händen hältst, ist dein Studium offiziell beendet.

Definition: Was ist eine Exmatrikulation?

Die Immatrikulation markiert den Beginn deines Studiums. Du fängst neu an und hast einen langen Weg vor dir. Möchtest du doch eine andere Route einschlagen, musst du das deiner Hochschule melden. Das geschieht mit der Exmatrikulation, bei der du aus der Liste der Studierenden gestrichen wirst. Beim Hochschulwechsel ist dieses Schriftstück ebenfalls erforderlich. Beendest du dein Studium plangemäß, wirst du automatisch exmatrikuliert und musst dich um nichts kümmern.

Antrag auf Exmatrikulation

Generell wird man nach jedem fertigen Studium exmatrikuliert

Generell wird man nach jedem fertigen Studium exmatrikuliert

Du bist fertig mit deinem Studium. Herzlichen Glückwunsch, nun läuft alles automatisch ab. Möchtest du den Vorgang in Eigenregie betreiben, musst du einen Antrag stellen. Das gilt auch für Studienabbrecher oder Hochschulwechsler. Die nötigen Unterlagen sind online als Download verfügbar oder liegen im Studierendensekretariat aus. Hast du dein Studium ordnungsgemäß beendet, wirst du zum offiziellen Semesterende exmatrikuliert. An Universitäten ist es der 31. März oder der 30. September. Anders verhält es sich, wenn du dir eine sofortige Exmatrikulation wünscht.

Das ist in folgenden Fällen möglich:

Abbruch des Studiums
– im letzten Prüfungsversuch gescheitert
Wechsel an eine andere Hochschule

Wer in einer wichtigen Endprüfung durchgefallen ist, sollte sich lieber selber exmatrikulieren. Eventuell wahrst du so die Chance, den gleichen Studiengang anderweitig zu studieren. Zudem kannst du dich schneller an einer neuen Hochschule bewerben. Gerade am Semesterende hat die Verwaltung viel zu erledigen. Schau am besten persönlich im Studentensekretariat vorbei und bring alle notwendigen Dokumente mit. Häufig wird die Exmatrikulationsbescheinigung sofort ausgestellt.

Zwangsexmatrikulation

Bei nicht bestandener Prüfung ist es von Vorteil sich selbst zu exmatrikulieren

Bei nicht bestandener Prüfung ist es von Vorteil sich selbst zu exmatrikulieren

In der Regel wirst du exmatrikuliert, sobald du alle Prüfungen bestanden und einen akademischen Abschluss erhalten hast. Das Studium ist offiziell abgeschlossen, womit die Hochschule es selber für beendet erklärt. In der Fachsprache wird dieser Vorgang als „Exmatrikulation von Amts wegen“ bezeichnet.

Es können weitere Gründe zu einer Zwangsexmatrikulation führen:

fehlende Rückmeldung fürs nächste Semester (Gebühren)
veraltete Adresse
– persönliche Angaben fehlerhaft
nicht bestandene Prüfungen (Härtefallantrag)
– im letzten Versuch endgültig durchgefallen
nicht eingereichter Versicherungsbescheid der Krankenkasse
Pflichtmodul unvollständig (Prüfungsamt fragen)
Fehlverhalten an der Hochschule

Ist es ein formaler Fehler, kann ein kurzes Gespräch im Studentensekretariat ausreichend sein. Kläre den Sachverhalt, indem du die Gebühren begleichst oder falsche Angaben umgehend korrigierst. Bei fachlichen Problemen könnte die Härtefallregelung ein Ausweg aus deiner Patsche sein. Konntest du eine Prüfung nicht bestehen, weil du enorm unter Druck standest, erhältst du womöglich einen neuen Versuch. Es muss sich aber um einen glaubhaften Grund handeln, damit das Prüfungsamt mit sich reden lässt.
Generell ist für jeden Studiengang eine bestimmte Anzahl an Fachsemestern vorgesehen. Die Zeiten der endlosen Studiengänge sind vorbei und du musst dich an diese Begrenzung halten. Überschreitest du bestimmte Fristen, wirst du eher früher als später exmatrikuliert. Im Bachelor musst du häufig bis zum 3. Fachsemester die Orientierungsprüfung bestehen, bis zum 5. Semester die Zwischenprüfung. Auch in Staatsexamensstudiengängen sind solche Prüfungen üblich. Hierbei kann es sich nur um die Abgabe der Scheine handeln, mit denen du deinem Prüfungsamt zeigst, dass du fleißig und fristgerecht studierst. Einige Fachbereiche veranstalten „echte“ Prüfungen zum Nachweis der Studierfähigkeit.
Bei drohender Fristüberschreitung solltest du umgehend das Prüfungsamt aufsuchen.“
In der Regel lässt sich eine sinnvolle Lösung finden, wenn sich dein Studium höchstens um ein Semester verlängert. Notfalls hilft ein Härtefallantrag weiter. Um solche Situationen zu vermeiden, solltest du alle Module rechtzeitig planen. Häufig werden einige Seminare oder Vorlesungen nur alle 1 bis 2 Jahre angeboten. Richte deinen Stundenplan nach diesen Veranstaltungen aus und schenke ihnen höchste Priorität – auch wenn deine Freunde andere Seminare belegen

Finanzielle Auswirkungen

BAföG-Empfänger sollten bei einer Exmatrikulation bis Ende des Semesters warten

BAföG-Empfänger sollten bei einer Exmatrikulation bis Ende des Semesters warten

Für BAföG-Empfänger könnte es sich lohnen, bis zum Ende des Semesters zu warten. Bei einem Hochschulwechsel kommt es darauf an, ob der Wechsel direkt im Semester vollzogen wird. Mit etwas Glück erhältst du einen Teil deiner Beiträge rückerstattet, je nach den Richtlinien der Hochschule. Dafür musst du einen zusätzlichen Antrag stellen, was du direkt im Sekretariat erledigen kannst.
„Wünscht du dir eine Pause vom stressigen Uni-Alltag, sind eher ein bis zwei Urlaubssemester zu empfehlen.“
Entscheidest du dich für eine sofortige Exmatrikulation, wird dein Studenten- und Bibliotheksausweis ungültig. Vorab sind alle offenen Rechnungen zu begleichen. Du musst dir einen Ersatzausweis besorgen, wenn du weiterhin Bücher ausleihen möchtest. Auch das Semesterticket hat keine Gültigkeit mehr. Wer in der Gegend wohnt, sollte sich daher zum Semesterende exmatrikulieren lassen – sofern kein sofortiger Hochschulwechsel angestrebt ist.

Die Schritte nach der Exmatrikulation

Erledige den Vorgang am besten im Sekretariat das spart Zeit

Erledige den Vorgang am besten im Sekretariat das spart Zeit

Am besten ist der komplette Vorgang im Studiensekretariat zu erledigen. Das spart Zeit und schont die Nerven. Sonst musst du dich gedulden, bis alle Unterlagen per Post eingetroffen sind.
Nun solltest du deine Krankenkasse über deinen neuen Status informieren. Du bist kein Student mehr und kannst Arbeitslosengeld II (Hartz-IV) beantragen. Zudem möchte das BAföG-Amt wissen, ob du dich selber exmatrikuliert hast oder dies von Amts wegen erfolgt ist. Beim eigenen Studienabbruch kann ein Fachrichtungswechsel vorliegen, mit dem du weiter BAföG erhältst. Ob der Anspruch bestehen bleibt, ist im Einzelfall zu klären. Falls du ein Studiendarlehen aufgenommen hast, musst du der Landesbank deinen Studienabbruch mitteilen.
Liegt dir dein Studium wirklich am Herzen, kannst du es mit einer Klage versuchen. Hast du den Prüfungsanspruch endgültig verloren, bist du in ganz Deutschland für den jeweiligen Studiengang gesperrt. Wenn an einer anderen Hochschule drei statt zwei Prüfungsversuchen angeboten werden, stehen die juristischen Chancen nicht schlecht. Generell ist es besser, sich in diesem Fall selber zu exmatrikulieren, da man sich bürokratischen Ärger erspart. So musst du nicht vor Gericht ziehen und kannst den Sachverhalt eventuell unkompliziert klären.

Fazit

Ein abgeschlossenes Studium ebnet dir den Weg in den Arbeitsmarkt. Anders verhält es sich bei der Exmatrikulation, die oftmals einen kompletten Neubeginn bedeutet. Überlege dir diesen Schritt genau, da von ihm deine Zukunft abhängt. Zögere nicht, dich professionell beraten zu lassen: Alle Hochschulen bieten eine fachliche und psychologische Studienberatung an.

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Medizinstudium – der Traum vom Arztberuf

Ein Medizinstudium ist heiß begehrt: Über 43.000 Kandidaten bewerben sich auf rund 9.000 Studienplätze. In 14 Bundesländern brauchst du einen NC von 1,0 für diesen Studiengang. Der Arztberuf verspricht eine spannende Tätigkeit mit einem lukrativen Gehalt. Auch das hohe Ansehen mit dem dieser Beruf verbunden ist, macht das Medizinstudium attraktiv.

Medizinstudium: Voraussetzungen

Man kann über sehr gute Noten, viele Wartesemester oder interne Richtlinien einen Studienplatz erhalten

Man kann über sehr gute Noten, viele Wartesemester oder interne Richtlinien einen Studienplatz erhalten

Ein Bewerber muss mit vier anderen Kandidaten um einen Studienplatz konkurrieren. Im Vergleich zu anderen Fachrichtungen fällt die Konkurrenz enorm hart aus, weshalb ein NC von mindestens 1,4 benötigt wird. Das Medizinstudium gilt als interessant und verspricht eine goldene Zukunft. Gleichzeitig musst du dich richtig anstrengen, da ein medizinisches Studium sehr anspruchsvoll ist.

Formale Voraussetzungen

Die Vergabe der Studienplätze ist über hochschulstart.de geregelt. Somit bewirbst du dich nicht direkt an der Hochschule, wie es meistens der Fall ist. Rund 20 % der freien Plätze gehen an die notenbesten Bewerber, weitere 20 % werden anhand von Wartezeiten verteilt. Nun bleiben 60 % übrig, welche die Universitäten nach eigenen Richtlinien vergeben.
Für ein Medizinstudium benötigst du die Allgemeine Hochschulreife oder eine gleichwertig anerkannte Schul- oder Berufsausbildung. Diese NC-Werte helfen dir dabei, eine geeignete Universität zu finden:

– Berlin-Charité 1,0
– Universität zu Köln 1,0
– Eberhard Karls Universität Tübingen 1,0
– Westfälische Wilhelms-Universität Münster 1,0
– Universität Hamburg 1,0
– Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 1,0
– Ludwig-Maximilians-Universität München 1,1
– RWTH Aachen 1,1
– Julius-Maximilians-Universität Würzburg 1,1
– Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf 1,1
– Universität Bremen 1,1
– Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg 1,1
– Justus-Liebig-Universität Gießen 1,1
– Georg-August-Universität Göttingen 1,2
– Johannes Gutenberg-Universität Mainz 1,2
– Universität des Saarlandes 1,4
– Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 1,4

Wenn du dich einige Jahre gedulden kannst, erhältst du einen Studienplatz über deine Wartesemester. Aktuell sind es 12 bis 14 Semester, die du abwarten müsstest. Alternativ versuchen es einige Bewerber mit einer Studienplatzklage. Diese Option kann schnell ins Geld gehen und der Erfolg ist äußerst ungewiss. Alternativ kannst du im europäischen Ausland mit einem Medizinstudium beginnen und nach Abschluss des vorklinischen Teils nach Deutschland wechseln.

Persönliche Voraussetzungen

Keine Berührungsangst ist eine von vielen Voraussetzungen

Keine Berührungsangst ist eine von vielen Voraussetzungen

Als Arzt hast du täglich mit kranken Menschen zu tun. Dafür solltest du über ein gutes Einfühlungsvermögen verfügen und gerne intensive Gespräche führen. Berührungsängste sind am besten ein Fremdwort für dich. Später musst du im Krankenhaus tiefe Wunden versorgen und triffst gesundheitliche Entscheidungen. Das betrifft nicht nur die Patienten, sondern deine eigene Gesundheit. Lange Arbeitszeiten und viele Nachtschichten gehören zum Arztleben einfach dazu. Langfristig kannst du eine Praxis eröffnen und den hohen Stresspegel senken.

Studieninhalte eines Medizinstudiums

Medizin studieren dauert in Deutschland 12 Semester und 3 Monate. Das Studium ist in der Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) einheitlich geregelt.

1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung: Vorklinischer Teil

Im vorklinischen Teil lernt man die Grundlagen

Im vorklinischen Teil lernt man die Grundlagen

Dieser Studienabschnitt (1. bis 4. Semester) vermittelt dir die natur- und sozialwissenschaftlichen Grundlagen. Du lernst den Aufbau und die Funktionen des menschlichen Körpers kennen. In dieser Phase musst du eine Erste-Hilfe-Ausbildung und ein Krankenpflegepraktikum absolvieren.

Studienschwerpunkte:
– Anatomie
– Biochemie
– Biologie
– Chemie
– Psychologie
– Physik
– Physiologie

Dieser Abschnitt schließt mit einer umfangreichen Prüfung ab. Sie wird auch als Physikum bezeichnet und enthält Fragen zu den oben genannten Fachgebieten. Der schriftliche Teil ist ein bundesweiter Multiple-Choice-Test, der sich über 2 Tage mit jeweils 4 Stunden in vier Abschnitten erstreckt. Mündlich wirst du zu den Themen Anatomie, Physiologie und Biochemie abgefragt.

2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung: Klinischer Teil

Im klinischen Teil (5. bis 10. Semester) wird der Fokus auf Krankheiten und deren Heilung gelegt. Der Schwerpunkt liegt komplett beim Patienten.

Studienschwerpunkte:

– Allgemeinmedizin
– Augenheilkunde
– Chirurgie
– Dermatologie
– Humangenetik
– Innere Medizin
– Neurologie
– Orthopädie
– Pathologie
– weitere Bereiche wie Notfallmedizin oder Rehabilitation

Das praktische Jahr findet im Krankenhaus statt

Das praktische Jahr findet im Krankenhaus statt

Darauf folgt das Praktische Jahr (11. und 12. Semester), mit dem du das Medizinstudium fast abgeschlossen hast. Es findet im Krankenhaus statt und wird in 3 Abschnitten mit jeweils 16 Wochen durchgeführt. Du kannst dich praktisch in den Bereichen Allgemeinmedizin, Chirurgie und Innere Medizin betätigen.
Hast du den vorklinischen Teil bestanden, kannst du mit deiner Famulatur beginnen. Sie muss bis zum 10. Semester vollendet sein und hat eine Dauer von 4 Monaten. Die ÄAppO schreibt 2 Monate Krankenhaus und 1 Monat in einer Arztpraxis zwingend vor. Den übrigen Monat kannst du nach deinen Interessen einteilen. Dieses Praktikum musst du in der unterrichtsfreien Zeit sinnvoll unterbringen.
Der klinische Teil endet mit dem zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. Sobald du diese Prüfung bestanden hast, ist dein Medizinstudium beendet. Sie nimmt 3 Tage mit einem Umfang von jeweils 5 Stunden in Anspruch. Es handelt sich um eine mündlich-praktische Abschlussprüfung. Sie wird in den Monaten Mai/Juni und November/Dezember durchgeführt. Du musst beweisen, dass du eine Gesundheitsstörung erkennen und sie mit Symptomen begründen kannst. Im mündlichen Teil werden vier Studenten circa 4 Stunden auf einmal abgefragt. Die Themen sind Chirurgie, Innere Medizin und ein Fach deiner Wahl. Per Los erhältst du ein weiteres Fachgebiet, zu dem du Fragen beantworten musst.
Sobald du diese Prüfung bestanden hast, kannst du die Approbation beantragen. Das ist die Erlaubnis, um als Arzt oder Ärztin tätig zu sein.

Der Weg zum Doktortitel

Auch wenn ein Arzt gelegentlich als Herr oder Frau Doktor bezeichnet wird, macht dich ein abgeschlossenes Medizinstudium nicht automatisch zum Doktor. Es braucht eine Promotion, um den Doktortitel zu erwerben. Dafür schreibst du eine Dissertation, welche du mündlich verteidigen musst.

Fazit

Ein Medizinstudium ermöglicht dir eine Karriere im Gesundheitswesen. Während Männer rund 7.000 Euro verdienen, erhalten Frauen etwa 4.400 Euro brutto im Monat. Neben dem Gehalt ist für viele Bewerber das hohe Ansehen entscheidend. Darüber hinaus kannst du dich mit einer Praxis selbstständig machen und dich so auf ein bestimmtes Fachgebiet spezialisieren.

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Urlaubssemester – alles rund um die Beurlaubung

Es gibt viele Gründe ein Studium zu unterbrechen, wie zum Beispiel Krankheiten, Praktika oder Kindererziehung. Manche Studenten brauchen auch einfach eine schöpferische Pause oder wollen etwas Geld verdienen. Das Studium einfach so zu unterbrechen und nicht zu den Prüfungen erscheinen muss und sollte niemand, denn es gibt eine offizielle Unterbrechung. Das Urlaubssemester ist die einzige Möglichkeit, ein Studium, ohne negative Konsequenzen zu unterbrechen. Generell hat jeder Student ein Recht auf diese Unterbrechung. Eine Bewilligung erfolgt aber nur, wenn dafür triftige Gründe vorliegen.

Was ist ein Urlaubssemester?

Ein Urlaubssemester zählt wie ein Hochschulsemester

Ein Urlaubssemester zählt wie ein Hochschulsemester

Die offizielle Unterbrechung eines Studiums ist maximal für die Dauer von einem Semester möglich. Während dieser Zeit bist Du in den meisten Fällen nur eingeschränkt berechtigt Deine Lehrveranstaltungen zu besuchen und Deine Studienleistungen zu erbringen. Manchmal bist Du sogar komplett eingeschränkt. Dein Studentenstatus und auch Dein Studienplatz bleiben Dir aber auf jeden Fall erhalten. Es gibt nur eine Ausnahme: Du darfst in dieser Zeit nicht als Werkstudent arbeiten. Das Urlaubssemester wird nicht als Fachsemester gezählt und wirkt sich somit auch nicht auf Deine Regelstudienzeit aus. Da Du während Deiner Auszeit dennoch an Deiner Hochschule immatrikuliert bist, wird diese Unterbrechung genau wie ein normales Hochschulsemester behandelt. Hast Du zum Beispiel bereits 2 Semester studiert und lässt Dich beurlauben, dann setzt Du Dein Studium anschließend im 3. Fachsemester fort. Du bist aber damit bereits in Deinem 4. Hochschulsemester.

Eine offizielle Beurlaubung ist von großer Wichtigkeit

Die Unterbrechung muss dem BAföG-Amt mitgeteilt werden

Die Unterbrechung muss dem BAföG-Amt mitgeteilt werden

Viele Studenten fragen sich, warum sie nicht einfach so ihr Studium unterbrechen können und eine offizielle Erlaubnis benötigen. Früher oder später wirst Du mit vielen Problemen konfrontiert werden, wenn Du keine offizielle Beurlaubung hast.
Eine heimliche Unterbrechung kann Dir im Hinblick auf finanzielle Aspekte sehr großen Kummer bereiten. Deine BAföG-Förderung endet stets nach Ablauf Deiner Regelstudienzeit. Durch eine zu lange Unterbrechung bekommst Du vielleicht kein BAföG, obwohl Du Dein Studium noch nicht abgeschlossen hast. Bekommst Du BAföG und unterbricht Dein Studium ohne offizielle Beurlaubung, dann bist Du dazu verpflichtet diese Unterbrechung dem BAföG-Amt mitzuteilen. Infolgedessen werden die finanziellen Leistungen für den Zeitraum der Unterbrechung ausgesetzt. Du bekommst erst wieder Geld, wenn Du Dein Studium wieder aufnimmst. Deine Eltern werden für eine grundlose Beurlaubung natürlich auch wenig Verständnis haben und Dich vielleicht dann nicht mehr unterstützen wollen.
Unter Umständen musst Du sogar mit Langzeitstudiengebühren rechnen, weil Du Deine Regelstudienzeit überschreiten wirst. Auch nach dem Studium kann eine Unterbrechung für Probleme sorgen. Wenn Du Dich für einen Arbeitsplatz bewirbst, dann musst Du zu diesem Zweck lästige Fragen beantworten und eine höhere Studiendauer erklären. Mit einem genehmigten Urlaubssemester kannst Du stattdessen einfach belegen, dass Du während dieses Zeitraums offiziell überhaupt nicht studiert hast.

Gründe für eine Unterbrechung

Für ein Praktikum kann auch mal ein Urlaubssemester eingelegt werden

Für ein Praktikum kann auch mal ein Urlaubssemester eingelegt werden

Du wirst nur von Deiner Hochschule oder Universität beurlaubt, wenn Du einen wichtigen Grund vorbringen kannst. Welche Gründe als wichtig erachtet werden, legt jede einzelne Hochschule für sich selbst fest. Die jeweiligen Beurlaubungsgründe Deiner Hochschule findest Du in der Satzung bzw. in der Einschreibeordnung. Diese solltest Du auf jeden Fall genau lesen, bevor Du eine Beurlaubung beantragst.
Generell gibt es einige Gründe, die in der Regel von jeder Hochschule als ausreichend empfunden werden. Zu diesen gehören Krankheiten (natürlich keine einfache Erkältung), eine Berufstätigkeit um Dein Studium zu finanzieren, praktische Tätigkeiten die Deinem Studienziel dienen und natürlich generell Praktika. Des Weiteren akzeptieren die meisten Hochschulen ein Auslandsstudium, die Pflege von einem Angehörigen und die Mitarbeit in einer studentischen Selbstverwaltung. Auch wenn Du schwanger bist oder Zeit für die Kindeserziehung benötigst, wird Dein Antrag in der Regel problemlos bewilligt. Egal welchen dieser Gründe Du vorbringst, Du musst ihn auf jeden Fall schriftlich belegen bzw. nachweisen können.

Wie wird die offizielle Unterbrechung beantragt?

Den Antragsvordruck kann man sich bei der Hochschulverwaltung holen

Den Antragsvordruck kann man sich bei der Hochschulverwaltung holen

Auch wenn ein Urlaubssemester nach Urlaub, Spaß und Erholung klingt, hat die offizielle Studienunterbrechung überhaupt nichts mit einem Urlaub zu tun. Um eine solche Unterbrechung bewilligt zu bekommen, benötigst Du triftige Gründe. Du musst detailliert darlegen können, warum Du vorübergehend nicht in der Lage bist ein Studium ordnungsgemäß fortzusetzen und weshalb Du von Deinen studentischen Pflichten beurlaubt werden musst. Wann, wie lange und wie oft sich die Studenten beurlauben lassen können, ist genau in der Studienordnung festgelegt. Der generelle Anspruch auf das Urlaubssemester geht aus den Hochschulgesetzen der jeweiligen Bundesländer hervor.
Du musst in der Regel einen schriftlichen Antrag stellen. Dieser wird dann von Deinem Studierendensekretariat einer Hochschule bearbeitet. Einen Antragsvordruck findest Du ohne Probleme im Internet oder auch bei Deiner Hochschulverwaltung. Zusätzlich zum Antrag musst Du noch einen Nachweis für den Grund hinzufügen. Wann Du den Antrag stellen kannst bzw. musst, ist genau festgelegt. In der Regel ist ein solcher Antrag im Rahmen der Rückmeldefrist zum nächsten Semester zu stellen. Unter Umständen gibt es auch Ausnahmen, falls Deine Gründe dies rechtfertigen.

Tipps zum Urlaubssemester

Mit einem wichtigen Grund kannst Du bei Deiner Hochschule ohne Probleme eine Beurlaubung beantragen. Normalerweise kannst Du Dir den genauen Zeitpunkt nicht aussuchen, denn dieser wird von Deinen Gründen bestimmt. Möglich ist ein solches Semester zwar immer, Du solltest es aber auf jeden Fall vermeiden Dich gleich im ersten Semester beurlauben zu lassen. Ist Deine halbjährige Pause vom Studium beendet, so musst Du Dein Studium nicht zwangsweise wieder aufnehmen. Sollte nach wie vor ein wichtiger Grund dafür vorliegen, der Dich zu einer Beurlaubung berechtigt, dann wird Deine Hochschule in der Regel auch ein zweites Urlaubssemester erlauben. Dies stellt allerdings das maximale Limit während Deiner gesamten Studienzeit dar. Die Kindeserziehung ist die einzige Ausnahme in diesem Zusammenhang. Selbst wenn Du kein halbes Jahr Pause benötigst, musst Du Dich dennoch für mindestens ein Semester beurlauben lassen. Nach Deinem Urlaubssemester kannst Du Dein Studium direkt fortsetzen.

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Wartesemester – Wissenswertes und Tipps

Die beliebten Studiengänge, wie zum Beispiel Medizin, Jura und Psychologie, haben sehr hohe Zugangsvoraussetzungen. Es bewerben sich wesentlich mehr Menschen für diese Studienfächer als freie Plätze an den Hochschulen und Universitäten vorhanden sind. Dadurch müssen viele Bewerber mit einer Absage leben. Eine sehr gute Abiturnote ist allerdings nur für rund ein Fünftel der freien Plätze ausschlaggebend. Insgesamt werden 20 Prozent aller Plätze an Bewerber mit einer langen Wartezeit vergeben. Deshalb spielen die Wartesemester im Hinblick auf die erfolgreiche Zulassung zu einem Studienfach eine sehr wichtige Rolle.

Was sind Wartesemester?

 Je länger die Wartezeit, desto höher die Wahrscheinlichkeit für eine Zulassung

Je länger die Wartezeit, desto höher die Wahrscheinlichkeit für eine Zulassung

Hast Du Deine Hochschulzugangsberechtigung (HZB), wie zum Beispiel das Abitur erworben, und beginnst noch nicht direkt mit Deinem Studium, dann beginnt die Wartezeit. Je länger Deine Wartezeit, desto höher werden Deine Chancen auf eine erfolgreiche Zulassung zu Deinem Lieblingsstudiengang. Gerade bei Studienfächern, die einen sehr hohen NC (Numerus clausus) haben, profitierst Du von einer längeren Wartezeit. Die Wartezeit wird nach Halbjahren, den sogenannten Wartesemestern, berechnet. Um die Anrechnung Deiner Wartesemester musst Du Dich zum Glück nicht selbst kümmern. Sobald Du Dich an einer Hochschule oder Universität bewirbst, werden die Wartesemester automatisch berechnet. Die Grundlage für die Berechnung ist das Abiturdatum bzw. das Datum Deiner Hochschulzugangsberechtigung.
Warst Du bereits an einer Hochschule eingeschrieben (immatrikuliert), dann wird diese Zeit leider nicht angerechnet. Deine Studienzeit (Parkstudienzeit) wird automatisch von Deiner Wartezeit abgezogen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Du tatsächlich vor Ort warst oder ein Urlaubsemester eingelegt hast. Dies gilt auch nicht nur für die normalen deutschen Hochschulen, sondern auch für die Fernuniversitäten. Hast Du Dich nur an einer Universität oder Fachhochschule beworben und bist nicht angenommen worden, dann spielt dies keine Rolle. Auch wenn Du aufgrund der hohen Zugangsvoraussetzungen keinen Studienplatz erhalten hast und weiter auf diesen wartest, dann werden Deine Wartesemester automatisch angerechnet. Somit musst Du Dich nicht in jedem Semester erneut für Deinen Studiengang bewerben. Du rückst in der „Wartezeitliste“ von alleine nach oben.

So berechnest Du Deine Wartezeit

Bis zu 16 Semester kann man sich anrechnen lassen

Bis zu 16 Semester kann man sich anrechnen lassen

Die Wartezeit, bis Du mit dem Studium beginnen kannst, setzt sich aus allen Wartesemestern zusammen, die seit dem Abitur verstrichen sind. Ein solches Semester dauert genau 6 Monate lang. Leider ist es nicht möglich, das Semester anzurechnen, in dem Du Dein Abitur gemacht hast. Insgesamt können bis zu 16 Semester angerechnet werden. Die gesamte Anzahl an Wartesemester, die Du für einen zulassungsbeschränkten Studiengang benötigst, wird jedes Semester neu berechnet. Sie hängt direkt davon ab, wie viele Bewerber sich für den Studiengang interessieren und welche Abitur Durchschnittsnoten die Bewerber haben.
Ein aktueller NC bietet Dir somit keine zuverlässigen Rückschlüsse auf eine zukünftige Zulassung. Somit gibt es im klassischen Sinne auch keine einsehbare Wartezeitliste auf der Du sehen kannst, welche Position Du im Moment innehast. Dennoch ist eines gewiss: Je mehr Wartesemester Du besitzt, desto weniger Konkurrenten wirst Du haben und ein Studienbeginn rückt immer näher. Es lohnt sich somit für Dich, wenn Du die Wartezeit in Kauf nimmst, um eine Zusage für Deinen Wunschstudiengang zu bekommen. Dennoch solltest Du die Zeit nicht einfach nur sammeln und Deine Füße hochlegen. Die Wartezeit bis zum Studienbeginn kannst bzw. solltest Du auf jeden Fall sinnvoll nutzen.

Tipps um die Wartezeit sinnvoll zu nutzen

Für das Medizinstudium kann ein Praktikum im Krankenhaus nicht schaden

Für das Medizinstudium kann ein Praktikum im Krankenhaus nicht schaden

Deine Wartezeit solltest Du auf keinen Fall einfach verschwenden. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Du die Zeit sinnvoll nutzen kannst. Möchtest Du zum Beispiel Medizin studieren, so bietet sich am besten ein Praktikum in einem Krankenhaus an. Auf diese Art sammelst Du bereits wichtige Erfahrungen in dem Beruf.
Auch wenn Du Dich für eine Ausbildung entscheidest, kannst Du Dir die Zeit als Wartesemester anrechnen lassen. Du profitierst somit gleich doppelt. Zum einen erhöht sich Deine Wartezeit und zum anderen sammelst Du sehr viele Erfahrungen in der Praxis. Die Ausbildung sollte natürlich thematisch zu Deinem späteren Studienfach passen. Die meisten Studenten, die vor ihrem Studium eine passende Ausbildung gemacht haben, vielen die späteren Studieninhalte wesentlich leichter. Des Weiteren hast Du auch einen „Plan B“, falls es mit Deinem Studium nicht klappt. In diesem Fall kannst Du dann einfach in Deinem gelernten Beruf gehen und arbeiten.
Zu den weiteren Möglichkeiten, wie Du Deine Wartezeit sinnvoll nutzen kannst, zählen ein Auslandsstudium oder die Berufsakademie. Entscheidest Du Dich für eine der beiden Optionen, dann solltest Du Dich zur Sicherheit an die Stiftung für Hochschulzulassung (SfH) wenden. Lass Dir von der SfH schriftlich versichern, dass die Zeit an der ausländischen Hochschule oder an der Berufsakademie auch tatsächlich als Wartesemester gilt.

Das Parkstudium bietet Vor- und Nachteile

Ein Parkstudium ist eine weitere Alternative für die Zeit des Wartens. Du schreibst Dich an einer Hochschule ein, legst allerdings keinerlei Prüfungen ab. Du kannst Dich über die studentische Krankenkasse versichern lassen und erhältst alle Vergünstigungen, die Studenten erhalten. Zu diesen gehören unter anderem Rabatte in Kinos, Museen und Restaurants. Zudem erhältst Du auch weiterhin Kindergeld. Im Rahmen des Parkstudiums lernst Du das Studentenleben mit all seinen Facetten kennen. Da Du sowieso keine Prüfungen schreibst, musst Du Dir auch um schlechte Noten keine Gedanken machen. Das Parkstudium ist besonders von Vorteil, wenn Du dadurch später in Deinem Wunschstudiengang direkt in ein höheres Fachsemester einsteigen kannst. Der größte Nachteil beim Parkstudium: Es wirkt sich nicht positiv auf Deine Wartezeit aus.

Die Zeit des Wartens wird belohnt

Viele Studienplätze in Deutschland werden an Bewerber mit langen Wartezeiten vergeben. Durch das Wartesemester hast Du auch mit schlechteren Noten die Chance auf einen Studiengang mit einem hohen NC. Sobald Du Deine Hochschulzugangsberechtigung erhalten hast, beginnt die Anrechnung. Nutze die Zeit des Wartens aber auf jeden Fall für sinnvolle Aktivitäten. Mach ein Praktikum, eine Ausbildung oder verdiene etwas Geld. Ein Studium in Deutschland ist recht teuer.

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