Beliebte Studiengänge – Die Top Ten

Studierenden in Deutschland stehen mehr als 17.000 verschiedene Studiengänge zur Auswahl. Dennoch entscheidet sich ein Großteil der Studienanfänger an deutschen Hochschulen für einen traditionellen Studiengang wie beispielsweise Betriebswirtschaftslehre, Germanistik oder Medizin. Wir möchten im Folgenden die zehn beliebtesten Studiengänge vorstellen und Interessierten zugleich mögliche Alternativen aufzeigen.

Platz 1: Betriebswirtschaftslehre

Ganz gleich, ob Mann oder Frau: Der mit Abstand bereits seit vielen Jahren beliebteste Studiengang in Deutschland ist BWL. De facto sind derzeit mehr als 200.000 Studenten an unseren Hochschulen eingeschrieben, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Grundlangen der Marktgesetze, der Wirtschaftspolitik und der Unternehmensführung zu erlernen. Allerdings zeichnet sich – vor allem in den letzten Jahren – die Etablierung von sogenannten Kombi-Studiengängen ab. In diesen wird das Grundstudium in Betriebswirtschaftslehre mit einer Spezialisierung wie beispielsweise dem Wirtschaftsrecht, der Wirtschaftsinformatik oder dem Wirtschaftsingenieurwesen verknüpft. Daneben existieren Fächerkombinationen, die zwar auf den ersten Blick ungewöhnlich anmuten, bei näherem Hinsehen aber durchaus Sinn machen. So offeriert die Uni Bayreuth zum Beispiel die Studienkombination „Philosophy and Economics“ und die Frankfurt School of Finance and Management die Variante „Management, Philosophy and Economics, die etwas näher an der Praxis orientiert ist. Daneben bieten auch die Universitäten Mannheim, Duisburg-Essen sowie Witten /Herdecke und die TU Darmstadt ähnliche Studienkombinationen an.

Platz 2: Germanistik bei den Frauen und Maschinenbau bei den Männern

Germanistik steht bei zahlreichen Studentinnen hoch im Kurs! Eine Vielzahl, d. h. nahezu jede zweite, von ihnen möchte später als Deutschlehrerin arbeiten. Zweifelsohne ist dieses Ziel ein besonnenes, denn der Einstieg in den Lehrerberuf ist deutlich einfacher als für Germanistinnen, die in einem anderen Berufsfeld Fuß fassen möchten. Wer Germanistik vorrangig aus Liebe zu Literatur und Sprache studiert, kann nach erfolgreichem Abschluss zwar an der Universität bleiben, wird dies jedoch nicht angestrebt, dann müssen die Absolventinnen ihren potenziellen Arbeitgeber erst einmal von ihrem Können überzeugen. Dennoch gibt es gute Alternativen zum Beruf der Lehrerin. Grundsätzlich ist es allerdings nicht dienlich, Germanistik nur zu studieren, um später irgendwie im Medienbereich tätig zu sein. Wer dies anstrebt, sollte bereits vor der Einschreibung an der Uni nach sinnvollen und erfolgsversprechenderen Alternativen wie beispielsweise den Studiengängen Kommunikationswissenschaften sowie Kultur- oder Medienwissenschaften suchen. Zudem sollten Germanistikfans bedenken, dass seit der Bologna-Reform insbesondere die Masterstudiengänge ausgelegt sind, um die berufliche Spezialisierung voranzutreiben. So bietet beispielsweise die Universität Duisburg/Essen den Masterstudiengang „Literatur- und Medienpraxis“ an. Schwerpunkte dieses Studiengangs sind die Bereiche Hörfunk, Zeitungs– und Verlagswesen sowie Wissenschaft und Videopraxis, die in der Regel vonMedienpraktikernUniversitätsdozenten und renommierten Autoren gelehrt werden. Entsprechend kann der Beruf des Journalisten durchaus als Alternative zum Lehrerberuf gelten.

Was die Germanistik für die Frauen ist der Maschinenbau für die Männer. Die Gründe hierfür scheinen pragmatischer Natur, denn im Maschinenbau herrscht zweifelsohne Fachkräftemangel. So finden mehr als 90 Prozent der Maschinenbau-Absolventen bereits im ersten Jahr einen Arbeitsplatz. Zudem gilt Deutschland seit jeher als Land der Maschinenbauer, entsprechend ist die Fachrichtung noch immer sehr beliebt. Zwar finden auch immer mehr Frauen den Weg in dieses Fachgebiet, allerdings ist der Studiengang mit über 90 Prozent der Absolventen noch immer von Männern dominiert. Diejenigen, die nach einer sinnvollen Alternative suche, werden überrascht sein, wie viele Spezialstudiengänge existieren: Neben Studiengängen wie Verpackungstechnik, über Fachkombinationen wie „Neue Materialien, Nano- und Produktionstechnik“ bis hin zu „Produktion und Logistik“ stecken auch hinter zahlreichen anderen Spezialstudiengängen abgewandelte Varianten des Maschinenbaustudiengangs.

Platz 3: Medizin bei den Frauen und Informatik bei den Männern

Das Ziel, Arzt zu werden, haben doppelt so viele Frauen, wie Männer. Insgesamt stehen deutschlandweit nahezu 50.000 Studienplätze für Medizin zur Verfügung. De facto reicht die Anzahl an Studienplätzen jedoch noch immer nicht aus, um alle Interessenten unterzubringen. Aus diesem Grund ist der Studiengang zulassungsbeschränkt: Lediglich Bewerber die den Numerus clausus erreichen, d. h., im Allgemeinen ein Einser-Abitur aufweisen, werden zugelassen. Wer Medizin studiert, entscheidet sich für ein recht lernintensives Fach, das zudem mit einer harten Examensprüfung aufwartet. Mittlerweile existieren aber auch Universitäten, wie beispielsweise Witten/Herdecke, die ihre Studenten nicht nach Notendurchschnitt, sondern im Rahmen persönlicher Gespräche auswählen. Abiturienten, die nicht die nötigen Qualifikationen für ein Medizinstudium aufweisen, können sich alternativ für ein verwandtes Studienfach wie beispielsweise Pflegewissenschaftenentscheiden. Daneben gibt es in Deutschland noch Studiengänge wie Biomedical Engineering, Medizintechnik und eHealth.

Ein Informatik-Studium liegt bei den Männern auf dem dritten Platz, denn sicher ist, wer studierter Informatiker ist, muss sich um seine berufliche Zukunft keine Sorgen machen. So finden viele Studenten schon während ihres Studiums einen passenden Job, andere aber spätestens in den ersten Monaten nach Studienabschluss – insgesamt sind es 95 Prozent aller Informatik-Absolventen. Das durchschnittliche Brutto-Einstiegsgehalt von Informatikern liegt derzeit bei 3700 Euro, was für frischgebackene Hochschulabgänger schon recht ordentlich ist. Das Tätigkeitsfeld von Informatikern ist zudem vielfältig: Neben der Entwicklung von IT-Systemen und Software sind sie auch für die Computer-Infrastruktur in Unternehmen verantwortlich.

Platz 4: Jura bei den Frauen und Wirtschaftsingenieurwesen bei den Männern

Die Gründe dafür, dass sich tausende Studienanfänger jedes Jahr aufs Neue für ein Studium der Juristerei entscheiden, sind ebenso simpel wie einleuchtend: ein gutes Einkommen gepaart mit einem hohen Ansehen. Dabei streben viele auch eine Karriere als Staatsanwalt oder Richter an. Sicher ist jedoch, wer Anwalt werden möchte, hat einen langen und lernintensiven Weg vor sich; nicht umsonst gehört das juristische Staatsexamen zu den härtesten Prüfungen an deutschen Universitäten. Eine sinnvolle Alternative bieten verwandte aber spezialisierte Studiengänge wie beispielsweise RechtsmanagementInformationsrecht oder Wirtschaftsrecht.

Bei den Männern belegt der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen den vierten Platz. Da in diesem Studiengang die Inhalte eines Ingenieurstudiums, die eher technischer Natur sind, mit Schwerpunktthemen aus der Wirtschaft kombiniert werden. So erhalten Absolventen das notwendige Know-how für vielfältige KarrieremöglichkeitenAlternativstudiengänge sind in diesem Bereich beispielsweise Supply Chain Management und Engineering Management.

Platz 5: Pädagogik / Erziehungswissenschaften bei den Frauen und Elektrotechnik bei den Männern

Das Ziel der Frauen, die einen pädagogischen Studiengang absolvieren, ist es, zu beraten, zu erziehen oder zu lehren. Im Allgemeinen ist es Aufgabe von Pädagogen, Menschen in einer schwierigen Lebenssituation zu helfen, diese beispielsweise in einer sozialpädagogischen Einrichtung zu beraten oder an einer Schule zu unterrichten. Ebenso vielseitig wie die späteren Tätigkeitsfelder ist auch das Studienangebot in pädagogischen Fächern: neben Sonder- und Heilpädagogik können Interessierte auch BerufspädagogikKunstpädagogik oderBildungsforschung studieren.

Auf Platz 5 der beliebtesten Studienfächer bei den Männern rangiert die Elektrotechnik. Die Studieninhalte sind die Erzeugung, Übertragung und Anwendung von Elektrizität und erfolgreiche Absolventen werden überall dort gebraucht, wo Strom fließt. Die Berufschancen von Elektrotechnikern sind sehr gut, wobei die Spezialisierung bereits während des Studiums durchaus Sinn macht. Entsprechend können Studiengänge wie Technische Informatik, Informationstechnik oder Antriebs- und Automatisierungstechnik durchaus vorteilhaft sein.

Die Plätze sechs bis zehn der beliebtesten Studiengänge

Auf den weiteren Plätzen der beliebtesten Studienfächer in Deutschland rangieren bei den Frauen Englisch auf Lehramt oder Anglistik, Biologie, Wirtschaftswissenschaften bzwVWL, Psychologie und Mathematik. Bei den männlichen Studierenden belegen den sechsten Platz auf der Beliebtheitsskala Jura, Wirtschaftswissenschaften bzwVWL, gefolgt von Medizin, Wirtschaftsinformatik und Physik.

Beliebte Studienänge: Die 10 beliebteste Studiengänge

Die 10 beliebtesten Studiengänge auf einen Blick