BAföG Reform 2016 – das ändert sich

Es hat lange gedauert, bis die ursprünglichen Koalitionspläne zur Verbesserung der finanziellen Situation der Studenten in verbindliche Gesetzestexte gegossen waren. Letztendlich greift die BAföG Reform bis auf wenige Ausnahmen auch erst zum Wintersemester 2016/2017, die gesamte Finanzierung wird dann vom Bund übernommen. Die Änderungen dieser BAföG Reform werden sich finanziell durchaus bemerkbar machen, wie du den folgenden Ausführungen detailliert entnehmen kannst.

BAföG Reform 2016 – die Bundesländer bleiben außen vor

Mit der Übertragung der Finanzierung auf den Bund werden die Bundesländer kräftig entlastet, von rund 1,17 Milliarden Euro ist die Rede. Diese frei gewordenen Gelder sollen in die Unis, Hochschulen und Schulen fließen – das Ergebnis bleibt abzuwarten. Auch wenn die BAföG Reform sehr spät kommt, eröffnet sie doch einige Verbesserungen, die sich unter dem Strich bei jedem einzelnen Studierenden bemerkbar machen werden.

Anhebung der Bedarfssätze

Ein wesentlicher Punkt der BAföG Reform befasst sich mit den monatlichen Bedarfssätzen, die zum Wintersemester 2016/2017 um sieben Prozent angehoben werden. Im Vergleich stellen sich die Sätze wie folgt dar:

Grundbedarf

Aktuell kannst du einen monatlichen Grundbedarf von 373 Euro anmelden. Künftig stehen dir monatlich 399 Euro zu, dabei ist es unabhängig, ob du noch bei deinen Eltern oder außerhalb wohnst, solange du dich innerhalb Deutschlands oder der EU ansiedelst.

Bedarf für Unterkunft

Natürlich gibt es hier Unterschiede bezüglich deines Wohnortes: Wohnst du außerhalb, kannst du bisher 224 Euro im Monat beanspruchen, künftig 250 Euro. Kannst du noch bei den Eltern wohnen, stehen dir aktuell 49 Euro und ab 2016 52 Euro pro Monat zu.

Daraus ergibt sich ein neuer Regelbedarf:

Wohnung außerhalb – bisher: 597 Euro im Monat neu: 649 Euro im Monat
Wohnung bei Eltern – bisher: 422 Euro im Monat neu: 451 Euro im Monat

Auch die durchlaufenden Posten für die Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung werden im Rahmen der BAföG Reform von aktuell 73 Euro auf neu 86 Euro im Monat angehoben, sodass sich die Maximalförderung ab dem Herbst 2016 folgendermaßen darstellt:

Wohnung außerhalb – 735 Euro im Monat
Wohnung bei Eltern – 537 Euro im Monat

BAföG Reform 2016 - maximale Bedarfssätze / Maximalförderungen

Maximalförderung heute und ab der BAföG Reform 2016 im Überblick

 

Höhere Freibeträge nach BAföG Reform 2016

Bei der Beantragung von BAföG wird, wie du sicher weißt, das Einkommen deiner Eltern oder deines Partners oder deiner Partnerin geprüft. Die dabei zur berücksichtigen Freibeträge werden mit der BAföG Reform 2016 ebenfalls angehoben, die Messlatte für die Bewilligung liegt also nicht mehr so hoch. Ab 2016 können verheiratete Ehepartner 1.715 Euro vom Einkommen abziehen, leben deine Eltern nicht zusammen, können sie genauso viel ansetzen wir dein Partner oder deine Partnerin: 1.145 Euro. Eine weitere Abstufung gilt hinsichtlich der Partnerin oder des Partners eines Einkommensbeziehers. Dein Stiefvater oder deine Stiefmutter können einen Freibetrag von 570 Euro geltend machen. Beantragen weitere Kinder BAföG, beträgt dieser Freibetrag jeweils 520 Euro. Auch in dieser Beziehung werden die Beträge durch die BAföG Reform 2016 um sieben Prozent gesteigert.

Hinzuverdienen und BAföG – die neuen Möglichkeiten

Gleich vorweg: Rechnest du den neuen Freibetrag aus der BAföG Reform 2016, die Sozial- und die Werbungskostenpauschale zusammen, kannst du ohne Probleme einen 450-Euro-Job annehmen. Die BAföG-Förderung wird dadurch nicht beeinträchtigt. Aber im Einzelnen: Neben dem bereits benannten Freibetrag, der deiner Partnerin oder deinem Partner zur Verfügung steht, kannst du selbst künftig 290 Euro in Anspruch nehmen. Hast du bereits Kinder, steht dir pro Kind ein weiterer Einkommensfreibetrag von 520 Euro zu.

BAföG Reform 2016 – neue Vermögensfreibeträge

Konntest du bisher 5.200 Euro Vermögen ansparen, ohne dass dies Auswirkungen auf die BAföG-Förderung hat, erhöht sich diese Grenze mit der BAföG Reform 2016 auf 7.500 Euro. Für deine Partnerin oder deinen Partner kommen weitere 2.100 Euro hinzu, bislang sind es 1.800 Euro. Auch für deine Kinder kannst du jeweils 2.100 Euro ansetzen, schließlich sollte eine Altersvorsorge frühzeitig in die Wege geleitet werden. Du kannst dich also ab dem Herbst 2016 etwas freier bewegen und höhere Beträge ansparen.

Weitere wichtige Änderungen in der BAföG Reform 2016

Einige Erleichterungen kommen auf dich zu, leider erst zum Herbstsemester 2016/2017:

Künftig wird die Förderungslücke zwischen Bachelorabschluss und Masterstudium geschlossen, was eine deutliche Verbesserung zur bisherigen Regelung darstellt.

Wichtig:

Bereits ab 1.8.2015 kannst du von einer BAföG-Förderung profitieren, wenn du eine vorläufige Zulassung für dein Masterstudium erhältst. Innerhalb eines Jahres solltest du dann eine endgültige Zulassung vorlegen, um die Förderfähigkeit nicht zu beeinträchtigen.

Hinweis:

Beantrage bereits im Vorfeld des Masterstudiums einen Vorabentscheid gemäß § 46 Absatz 5 BAföG. Dabei wird die Förderfähigkeit dem Grunde nach geprüft und du kannst in aller Ruhe dein Studium planen. Auch diese Möglichkeit steht dir bereits ab dem 1.8.2015 offen.

Darüber hinaus können für Erstanträge auf BAföG ab August dieses Jahres 80 Prozent der voraussichtlichen Förderung als Abschlagszahlung in Anspruch genommen werden, wenn die Bearbeitung einen längeren Zeitraum in Anspruch nimmt. Die Kappung auf 360 Euro im Monat entfällt also.

Vereinfachungen in der BAföG Reform geplant

Bis zum August 2016 sollen die Bundesländer die Online-Beantragung für die BAföG-Förderung ermöglichen, der bürokratische Aufwand würde sich deutlich reduzieren. Dazu trägt auch eine weitere Neuregelung im Rahmen der BAföG Reform bei: Der zu Beginn des 5. Fachsemesters erforderliche Leistungsnachweis enthält bereits ab August dieses Jahres keinen Sonderfall mehr. Damit ersparst du dir die BAföG-Leistungsnachweise in früheren Fachsemestern.

Für ein Auslands-BAföG gilt jetzt die Rechtssprechung des EuGH, nach der beispielsweise bei der Prüfung der Förderfähigkeit in erster Linie die Verbundenheit zu Deutschland relevant ist, nicht mehr die Dauer des Aufenthaltes. Dementsprechend wird auch die Aufenthaltsdauer von vier Jahren auf 15 Monate als Zugangsvoraussetzung zur BAföG-Förderung verkürzt.

Fazit – BAföG Reform

Was lange währt, wird gut – auch wenn es natürlich noch viel zu verbessern gäbe. Allerdings werden die höheren Frei- und Förderungsbeträge schon einiges bewirken. Die Vereinfachungen, die bereits ab Sommer 2015 gelten, solltest du direkt ausnutzen. Du schaffst zum einen finanzielle Planbarkeit für dein Studium, zum anderen entlastest du dich selbst, deine Eltern oder deine eigene Familie. Natürlich bleiben wichtige Themen, wie bezahlbarer Wohnraum oder eine flächendeckende Versorgung mit Mensa-Angeboten oder Kinderbetreuung, noch unzureichend geregelt. Die BAföG Reform tritt in weiten Teilen erst kurz vor der neuen Bundestagswahl in Kraft, de facto werden die Zusagen aus dem Koalitionsvertrag auf diese Weise aber eingehalten – besser spät als nie.

Motivationsschreiben für ein Stipendium

Das Motivationsschreiben gilt als letzte Hürde vor dem Stipendium. Sitzt du vor deinem Computer und weißt nicht, was du schreiben sollst? Mit den folgenden Tipps überzeugst du jede Stiftung von deinen Fähigkeiten!

Deine Persönlichkeit ist Trumpf

Bevor du deinen Gedanken freien Lauf lässt, solltest du dir überlegen, was du mit einem Motivationsschreiben bezwecken willst. Es ist nicht irgendein Schreiben, sondern Chance und Hürde zugleich. Du kannst damit fremde Menschen von deiner Persönlichkeit überzeugen, ohne sie vorher gesehen zu haben. Solltest du von den Noten her nicht zur Spitzengruppe gehören, kann ein beeindruckendes Motivationsschreiben für ein Stipendiumden Unterschied ausmachen.

Je nach Stipendium sind im Motivationsschreiben andere Qualitäten gefragt. In einigen Fällen kommt es gut an, wenn du großen Wert auf Kreativität legst, während andere Institutionen klare Argumente hören möchten. Jetzt stehst du vor der großen Herausforderung, dich für das richtige Format zu entscheiden.

Warum gerade ich?

Bevor du das Motivationsschreiben für ein Stipendium in Reinform ausformulierst, solltest du dir ein Konzept anfertigen. Beginne mit dieser Fragestellung:

„Wieso passe gerade ich zur Stiftung?“

Diese Frage sollte das Grundgerüst deines Schreibens bilden. Später wird es von fremden Menschen gelesen, die sich zwischen einer Vielzahl von Bewerbern entscheiden müssen. Und sie nehmen den, der ihrer Meinung nach am besten zu ihrer Institution passt. Du musst die wichtigsten Argumente geschickt verpacken, ohne aufdringlich zu wirken.

Orientiere dich an diesen Leitfragen:

  • – Was sind meine Fähigkeiten?
  • – Wie passen diese Talente mit der Stiftung zusammen?
  • – Was erhoffe ich mir vom Stipendium?
  • – Wozu benötige ich das Geld?
  • – Wieso habe ich mich gerade für diese Stiftung entschieden?
  • – Wie kann ich meine Ziele mit dem Stipendium erreichen?

 

Du bist das Produkt

Es geht darum, sich selber zu verkaufen. Du musst einen möglichst guten Eindruck auf den Leser hinterlassen, ohne zu lügen. In der Jury sitzen Experten, die eine Vielzahl von Bewerbungen gelesen haben. Sie merken es sofort, wenn ein Kandidat aufgesetzt bescheiden wirken möchte. Daher musst du authentisch sein, wenn du eine Chance haben möchtest. Dies bewirkst du, indem du einen Bezug zu deinem Lebenslauf und zu deinen Referenzen herstellst. Du solltest plausibel begründen können, warum du von bestimmten Werten und Idealen überzeugt bist.

Natürlich möchtest du in dieser Situation eine möglichst gute Figur machen. Übertreibe es bitte nicht! Gespieltes Selbstbewusstsein ist peinlich, sofern es nicht deinem Charakter entspricht. Es zeugt von Stärke, zu seinen Schwächen zu stehen. Hebe dir derartige Gedanken aber lieber für das persönliche Einzelgespräch auf, sofern es von der Stiftung verlangt wird.

Überzeuge mit einer klaren Struktur und der Begründung, wieso gerade deine Fähigkeiten perfekt zur Stiftung passen.

Wichtig: Formale Vorgaben

Halte dich an die formalen Angaben, die von der Stiftung vorgegeben sind. Wenn zwei Seiten verlangt werden, solltest du genau diese Seitenanzahl abliefern – nicht mehr und nicht weniger. Je nach Stiftung werden unterschiedliche Sprachstile verlangt. Bei einem Erfahrungsschreiben solltest du deine Motivation lebhaft darstellen, während es bei einem standardisierten Bewerbungsbogen eher um die Beantwortung der Leitfragen geht. Schaue dir diese besonders genau an. Du solltest dich intensiv mit den Leitfragen auseinandersetzen, sofern welche vorgegeben sind.

So sammelst du Pluspunkte

Die wenigsten Bewerber machen sich ein genaues Bild über die Stiftung. Informiere dich über aktuelle Projekte und binde sie in das Motivationsschreiben für ein Stipendium ein. Dies geschieht in der Form, dass du der Stiftung zeigst, was du ihr zu bieten hast. Benenne die relevanten Programme und schlage konkrete Ideen vor, wie du dich in das Stiftungsleben integrieren kannst.

Die meisten Studenten zählen willkürliche Fähigkeiten auf, die für die Stiftung gar nicht von Interesse sind. Mit einem Motivationsschreiben, das konkret auf die Stiftung eingeht, stichst du garantiert aus der grauen Masse hervor. Du solltest es jedoch vermeiden, einfach nur eine Copy-Paste-Version der Homepage abzuliefern. So überzeugst du niemanden.

Soziales Engagement gilt als das Top-Kriterium. Viele Stiftungen suchen engagierte Persönlichkeiten, die sich neben dem Studium um gesellschaftliche oder politische Projekte kümmern. Versuche dabei möglichst konkret zu sein, da klare Worte gerne gesehen sind. So wird schnell deutlich, ob du wirklich über den Tellerrand schaust oder einfach nur mit Freunden Spaß hast. Es geht darum, Verantwortung und Eigeninitiative zu übernehmen.

Geld – die heikle Frage

Ein Stipendium kann deine finanzielle Situation deutlich entlasten. Das ist auch der Stiftung klar, weswegen sie ein Motivationsschreiben genau auf diesen Punkt überprüfen. Deshalb solltest du äußerst vorsichtig mit diesem Thema umgehen. Gerade bei älteren Studenten liegt der Verdacht nahe, dass sie sich während ihrer Bachelor- oder Master-Abschlussarbeit finanzielle Freiheit verschaffen möchten. Bewirb dich daher möglichst früh für ein Stipendium, am besten noch vor dem 3. Semester.

Unter keinen Umständen solltest du das liebe Geld in den Vordergrund rücken. Es darf nicht das Hauptargument deiner Bewerbung sein! Erwähne es nur, wenn du es mit deiner Biografie begründen kannst. Du bist ehrenamtlich tätig und würdest deine Tätigkeit gerne ausbauen. Jedoch fehlt dir die Zeit, da du mehrmals die Woche einen Nebenjob ausüben musst. Daher könntest du dich mit den zusätzlichen Einnahmen noch stärker in deinem Bereich engagieren. Das ist eine gute Begründung!

Todesstoß eines jeden Motivationsschreibens

  • – Du lieferst einen halben Roman ab, obwohl nur drei Seiten gefordert waren.
  • – Grammatik- und Rechtschreibfehler!
  • – Du hast den Namen der Stiftung falsch geschrieben und das Schreiben falsch adressiert.
  • – Abgedroschene Floskeln kommen niemals gut an. Konkrete Beispiele sind Trumpf!
  • – Deine Talente sind eine tolle Sache, jedoch solltest du auch erwähnen, wieso sie der Stiftung von Interesse sind.
  • – Es ist offensichtlich, dass es dir nur um das Geld geht.
  • – Einsendeschluss verpasst!

 

Die richtige Stiftung macht’s

Stopp! Hast du dich gründlich über andere Stiftungen informiert? Jede Institution hat ihre eigenen Vorgaben, insbesondere was die Auswahl an geeigneten Kandidaten betrifft. Während die Studienstiftung des deutschen Volkes sehr hohe Ansprüche an Noten stellt, hilft das Mawista-Stipendienprogramm Studenten mit Brüchen im Lebenslauf. Achte darauf, wenn du dein Motivationsschreiben formulierst.

Wie du siehst solltest du dich nicht bei irgendeiner Stiftung bewerben, sondern bei der, die zu deinem Lebenslauf passt.

Gerade bei kleinen Stiftungen genießt du höhere Erfolgschancen. Es gibt weniger Konkurrenz und du kannst deinen Lebenslauf besser zur Geltung bringen. Jedes Stipendium hat seine bestimmte Zielgruppe, die ihre eigenen Fähigkeiten erfordert. Verabschiede dich vom Gedanken, dich bei mehreren Stiftungen zu bewerben. Damit machst du dich unglaubwürdig und eine doppelte Förderung ist fast immer ausgeschlossen. Deshalb ist es wichtig, das Motivationsschreiben für ein Stipendium sorgfältig zu formulieren.

Praxissemester: Rund ums Pflichtpraktikum während des Studiums

Ein abgeschlossenes Studium ist ein sehr hoher und wertvoller Bildungsabschluss. Manchmal sind die Studieninhalte oft eher theoretisch oder zumindest nicht in reale Berufsbedingungen eingebettet. Dieses Manko lässt sich mindern, indem du schon während des Studiums Praktika machst. Dies verbessert die Einsicht in das eigene Studium, das damit verbundene Berufsfeld und verbessert die Einstellungschancen nach Studienabschluss erheblich. Hier kannst du erfahren, wie du ein Praktikum findest, es gestalten kannst und welche weiteren Vorteile es bietet.

Praktikum ist nicht gleich Praktikum

Praktika können auch zum Pflichtteil eines Studiums gehören. Zum Teil sind sie sogar vor dem Studium zu absolvieren und Bedingung für die Aufnahme an einer Universität. Bei manchen technischen Studiengängen, wie etwa für ingenieurwissenschaftliche Fächer, sind diese Vorpraktika üblich. Sie haben eine gesamte Dauer von 6 bis 8 Wochen. Hier solltest du dich durch die Studienordnung deines Faches genau informieren, welche formalen Bedingungen das Praktikum erfüllen muss, welche Dauer es haben soll und welche Inhalte unverzichtbar sind. Für ein solches Vorpraktikum solltest du dir rechtzeitig vor Beginn des Studiums einen passenden Platz für das Praktikum suchen. Bedenke dabei, dass du gerade dabei nicht wenige Mitbewerber hast. Eine gute Bewerbung ist hier auch von großer Wichtigkeit, hierzu später noch mehr.

Das Praktikum als selbstgewählte Kür

Manche Studiengänge verlangen kein Praktikum. Gerade in einem solchen Studienfach können ein Praktikum (oder mehrere!) dich später aus der Masse der anderen Studienabsolventen herausheben. Je näher das Praktikum einer späteren Berufsrealität deines Studienfachs entspricht, umso größer ist dein persönlicher Gewinn daraus. Das freiwillige Praktikum wirst du in aller Regel nur in der vorlesungsfreien Zeit machen können. Auch hier mahlt der zuerst, der früh kommt: Manche Praktikumstellen werden mit einem Jahr Vorlauf vergeben. Also solltest du dies sehr vorausschauend planen. Die Dauer des Praktikums ist zwar meist verhandelbar, aber aus Gesagtem folgt, dass dein maximaler Zeitrahmen etwa 2 -3 Monate sind. Auch der Arbeitgeber denkt in eher solchen Dimensionen, denn von einem Praktikanten hat er dann auch am Ende selber etwas. Dennoch solltest du, wenn sich die Chance bietet, auch ein kurzes Schnupperpraktikum nicht ausschlagen – wenn es dich besonders interessiert oder der Arbeitgeber ein besonderes Renommee genießt.

Die Pflicht stets positiv gestalten

Manche Studiengänge mit Pflichtpraktikum haben sogar ein sogenanntes Praktikumssemester oder gar ein ganzes sogenanntes Praktisches Jahr. Auch wenn man hier oft Unterstützung und Hilfe von Seiten der Hochschulen für das Finden eines Praktikumsplatzes bekommt, solltest du dennoch selbst aktiv werden. Hier könnte dich das hochwertige Praktikum, in Eigenregie ergattert, aus der Masse der Pflichtpraktikanten herausheben. Ein Praktikum erfordert meist als Abschluss einen Praktikumsbericht. Dies wird von den meisten Studierenden als sehr lästig empfunden und oft sehr stiefmütterlich behandelt. Vielleicht ein Fehler – im Zuge neuer Bewerbungstrends kann ein exzellenter und inhaltlich aussagekräftiger Praktikumsbericht Teil eines späteren Bewerbungsportfolios sein.

Praktika im Ausland – mehr Fliegen mit einer Klappe

Neben den üblichen Praktikumsinhalten vermittelt ein Auslandsaufenthalt noch weitere Fähigkeiten, die dir für spätere Bewerbungssituationen sehr wertvolle Hilfen sein können. Zum einen bessert man seine Sprachkenntnisse auf, was in der heutigen Zeit wichtig sein kann. Das man sich in einem fremden Land bewährt hat, werden die meisten potenziellen Arbeitgeber später als Zeichen hoher Sozialkompetenz, Flexibilität und Motivation, auch unter ungewohnten Bedingungen, werten und honorieren. Für manche Studieninhalte sind bestimmte Länder branchenführend. Hier stellt der Auslandsaufenthalt mit Praktikum dann eine besondere fachliche Erfahrungskompetenz in den Vordergrund.

Geld regiert die Welt?

Wenn das Studium für dich sowieso schwer zu finanzieren ist, macht die Praktikumssituation dies zunächst nicht leichter. In den Semesterferien etwa ist sonst die Zeit, um Geld zu verdienen. Diese Möglichkeit besteht während eines Praktikums nicht. Umso wichtiger ist die Frage, ob das Praktikum vergütet wird. Hier gibt es keine festen Regeln. Viele Praktika sind leider unbezahlt, und du musst damit umgehen. In manchen Branchen, etwa im Bereich der IT oder Chemie, werden für Praktika doch auch attraktive Gehälter bezahlt, etwa 800 Euro im Monat. Meist steigt die Wahrscheinlichkeit einer Bezahlung mit der Studienerfahrung, die der Bewerber mitbringt. Ein unbezahltes Praktikum mit abgeschlossenem Studium sollte man eher nicht antreten. Ausnahme könnte sein, wenn andere Fakten dafür sprechen: Eine in Aussicht gestellte Übernahme oder das besondere Renommee der Firma könnten Argumente dafür sein, zunächst auch unbezahlt zu arbeiten. Jedes Praktikum, ob bezahlt oder nicht, sollte mit einem Praktikumsvertrag besiegelt sein, dass alle wichtigen Fakten eindeutig klärt und festlegt. Ein aussagekräftiges Zeugnis zum Schluss ist ebenfalls obsolet.

Wie man einen Praktikumsplatz findet

Ähnlich wie bei der Arbeitsplatzsuche hat das Internet heute einen hohen Stellenwert beim Finden von interessanten Arbeitgebern. Auch Praktika werden auf Firmenwebseiten und in Jobbörsen ausgeschrieben. Natürlich haben auch die Hochschulen und Universitäten oft gute Informationen über Praktikumsplätze, die sie den Studierenden zur Verfügung stellen. Analog zu Initiativbewerbung für einen Arbeitsstelle kann man natürlich auch versuchen, ein Praktikum bei einer Firma, Organisation o.ä. zu bekommen, die keine Angebote ausschreibt. Dies gelingt besonders dann, wenn die Bewerbung gut und auffällig gestaltet ist und man eventuell persönliche Kontakte im jeweiligen Unternehmen hat. Diese kann man etwa auch bei sogenannten Tagen der offenen Tür bekommen, an denen man potentielle Praktikumsgeber aufsuchen kann. Diese kommen oft auch zu Job- und Praktikumsbörsen an die Hochschulen und Universitäten. Hier sollte man unbedingt den individuellen und persönlichen Austausch mit Firmenvertretern suchen. Austausch von Visitenkarten ist dann ganz wichtig. Bei einer späteren Bewerbung solltest du dich etwa unbedingt namentlich auf einen solchen Kontakt beziehen.

Bewerben – aber wie?

Für ein Praktikum bewirbst du dich wie für einen Arbeitsplatz. Formal besteht die Bewerbung aus

– einem Anschreiben

– einem Lebenslauf und

– Anlagen wie Zeugnissen etc.

In dem Anschreiben solltest du vor allem deine Fähigkeiten besonders nach vorne bringen. Zum anderen sollte der Adressat herauslesen können, dass du dich ausführlich mit ihm beschäftigst hast und genau bei ihm aus guten Gründen dein Praktikum machen willst. Da die Lebensläufe von Studenten meist noch nicht so umfangreich sind, können hier auch Kleinigkeiten etwas aussagen: Ehrenämter, Vereinszugehörigkeiten oder Hobbies mit Kontext zu aktuellen Studieninhalten können dich als Person deutlicher hervortreten lassen und deine Motivation und Eignung unterstreichen. Und auch wenn es etwas teurer ist: Bewerbungsfotos sollten professionell von einem Fotografen gemacht werden!

WG-Party: So wird legendär gefeiert!

Lernstress, ich habe keine Lust mehr! Eine WG-Party bietet die nötige Abwechslung zum harten Uni-Alltag. Jedoch gehört auch hier eine gute Organisation dazu. Kommen viele Besucher, kannst du zur lebenden Legende werden. Mit diesen Tipps feierst du die Party des Jahres.

Achtung WG-Party: Heute ist der große Tag!

Du möchtest deine Party so schnell wie möglich feiern. Heute scheint die Sonne und es ist ein schöner Tag. Also schnell Einladungen verschicken und ein paar Kästen Bier einkaufen. Die Party kann beginnen!

Leider ist es nicht ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Dieser Plan eignet sich für eine kleine Feier mit Freunden, aber nicht für eine legendäre WG-Party. Du musst dir den Zeitpunkt schlau auswählen. Legst du das Datum mitten in die Klausurphase, wird kaum jemand kommen. Versuche daher Phasen der intensiven Prüfungsvorbereitung zu meiden. In den Semesterferien fahren viele Studenten nach Hause, was du berücksichtigen solltest. Verfügt deine WG über einen großen Garten, solltest du bei angenehmen Temperaturen feiern.

Erkundige dich, ob am gleichen Abend eine andere coole Party steigt. Es ist sinnlos, sich gegenseitig Konkurrenz zu machen.

Es wird gefeiert … und niemand kommt

Die Tische sind gedeckt und der Alkohol ist verteilt, doch irgendwie sitzt du nur mit drei Freunden im Raum. Hast du daran gedacht, die Gäste persönlich einzuladen? Du solltest deine WG-Party mindestens zwei Wochen vorher ankündigen. In der heutigen Zeit geht das ganz schnell, über Mailing, Facebook oder WhatsApp.

Fordere von deinen Gästen keine Bestätigung, ob sie kommen. So erscheint deine WG-Party als Pflichtveranstaltung und gibt ihr einen unangenehmen Geschmack. Wer auf deine Party Lust hat, wird ohne Zwang anwesend sein. Deine Freunde sollen sich frei entscheiden können, ob sie an dem Abend feiern gehen möchten.

Du solltest deine Einladung kreativ gestalten. Damit verleihst du der WG-Party Persönlichkeit und die Leute können nicht anders, als auf deiner legendären Party zu erscheinen!

Das WC wird zur Tanzfläche

Natürlich musst du dir über die Raumgestaltung Gedanken machen. Wo sollen die Gäste tanzen? Wie steht es um Busverbindungen? Kommen die Leute sicher nach Hause oder musst du ihnen Übernachtungsmöglichkeiten anbieten? Wo können sich deine Gäste frischen Alkohol einschenken?

Jedes Zimmer sollte eine feste Zone bilden. Während im Wohnzimmer getanzt wird, dient dein Zimmer als gemütlicher Rückzugsort. Und direkt in der Küche steht das gekühlte Bier mit vielen leckeren Naschereien. Bei der Vielzahl an Gästen sind einige Raucher dabei. Kläre vorher, wo man rauchen kann und weise eine bestimmte Zone dafür aus.

Motto: Vegetarier herzlich willkommen!

Mit diesem Motto wirst du niemanden vom Hocker reißen, eher im Gegenteil. Du vergraulst dir damit alle interessierten Fleischesser, die stattdessen den Abend für einen Besuch im Steakhouse nutzen. Ein schlechtes Motto führt dazu, dass einige Gäste gar nicht erscheinen. Es sollte der breiten Masse Spaß machen und für jeden erschwinglich sein. Niemand kauft sich ein teures Kostüm, wenn du einen Maskenball in deiner WG veranstalten möchtest. Eine Bad-Taste-Party kommt immer gut an, da sich jeder irgendwas aus seinem Kleiderschrank aussuchen kann. Gleiches gilt auch für eine Scherzlotterie. Hier kann jeder eine Kleinigkeit gewinnen.

Welche Musik passt zur WG-Party?

Es sollte für jeden etwas dabei sein: Electro, House und Rock. Den meisten Gästen ist es eher weniger wichtig, was gespielt wird. Es sollten nur nicht die gleichen Lieder sein, die sich alle 40 Minuten wiederholen. Mit den aktuellen Charts kannst du wenig falsch machen, kombiniert mit einigen Stimmungsliedern, wie sie am Ballermann betanzt werden.

Wichtig ist, jedem Raum seine eigene Lautstärke zu geben. Denn einige Gäste wollen so richtig abfeiern, während sich andere lieber unterhalten möchten.

Verpflegung der Gäste

Häufig scheitert eine legendäre WG-Party an der richtigen Verpflegung. Die Getränke sind weder kühl, noch schmeckt das Essen. Achte darauf, das Bier bereits einen Abend vorher zu kühlen. Sollte es dir an Stauraum mangeln, frage in anderen WGs nach Unterstützung. Vergiss nicht an die antialkoholischen Gäste zu denken. Sie möchten den ganzen Abend nicht nur Wasser zu trinken bekommen.

Jeder Student hat seinen eigenen Biergeschmack. Stelle daher mehrere Sorten zur Verfügung, die man sich nach freiem Willen aussuchen kann. Die Gäste sollten nicht zu lange nach dem Bier suchen müssen, da das die Stimmung trübt. Du kannst einige Badewannen mit Eiswürfeln aufstellen, die günstig im Supermarkt erhältlich sind. Dort lagerst du ausgewählte Getränke. Als Gastgeber bist du für regelmäßigen Alkoholnachschub verantwortlich. Geht dir der Alkohol nach 2 Stunden aus, wird deine WG-Party zum Flop.

Cocktails sind das echte Highlight einer Party, doch sie drücken die Kosten sehr in die Höhe. Dafür kommen sie bei den weiblichen Gästen besonders gut an. Überlege dir genau, ob dir deine WG-Party diese Mehrkosten wert ist.

Je später der Abend, desto höher der Snackbedarf. Um den Alkohol zu verdünnen, möchten die Leute etwas zu essen. Du solltest ihnen Baguettes, Chips, Saucen und Salate anbieten. Eine Suppe mit Weißwurst macht deine Party zur echten Legende!

Soll ich alles alleine bezahlen?

Jeder weiß, wie wenig Geld dir als Student zur Verfügung steht. Daher kannst du deine Gäste gerne an den Kosten beteiligen, jedoch nicht in übertriebenem Maße. Setze klare Regeln, was harten Alkohol betrifft. Niemand nimmt es dir übel, wenn du nur das Bier und einige wenige Flaschen Wodka stellst. Die Gäste sollen sich um den restlichen Alkohol bemühen. Da eine Einladung meistens über soziale Netzwerke erfolgt, kannst du dort wichtige Informationen posten. Bitte deine Gäste höflich um leckere Salate oder andere Speisen. Das nimmt dir viel Arbeit ab, wenn für die Verpflegung gesorgt ist.

Verlange weder Eintritt noch direkte Kostenbeteiligung. Das schreckt die meisten Gäste ab. Dann könnten sie gleich eine Disco besuchen, wenn sie für jedes Getränk bezahlen müssen – auch wenn du günstigere Preise verlangst. Wer eine legendäre WG-Party feiern möchte, darf nicht knausrig sein.

Ärger mit den Nachbarn

Lade die anderen WGs im Haus zu deiner Party ein, genauso die Nachbarn. Kündige die Party rechtzeitig an, auch wenn das juristisch keinen Unterschied macht. Du musst dich in Deutschland von 22 bis 6 Uhr an die Nachtruhe halten – ohne Ausnahmen! Mit dieser freundlichen Geste verzichten die Nachbarn vielleicht darauf, deine Party durch die Polizei frühzeitig zu beenden.

Nun steht einer erfolgreichen WG-Party nichts mehr im Wege. Let’s Party!

Studentische Hilfskraft: Arbeiten an der Hochschule

Viele Studenten müssen sich ihren Lebensunterhalt selber verdienen. Gut, wer die Chance erhält, als studentische Hilfskraft zu arbeiten: Hiwis haben einen direkten Draht zum Professor und können ihren Lebenslauf aufpolieren. Dieser Nebenjob hat viele Vorteile, aber auch einige Nachteile.

Was ist eine studentische Hilfskraft?

Sie sind die guten Feen der Hochschulen: Studentische Hilfskräfte helfen in verschiedenen Bereichen aus. Einige engagieren sich für einen Professor, während sich andere um die Homepage der Fakultät kümmern. Ihre Aufgaben können sich enorm voneinander unterscheiden, abhängig von der jeweiligen Stelle. Und genau das solltest du als zukünftige studentische Hilfskraft beachten:

Lies dir die Aufgabenbereiche sorgfältig durch!

Es kann sein, dass du überhaupt keinen Kontakt zum Professor hast. Vielleicht arbeitest du nur mit dem IT-Spezialisten zusammen, der für die Wartung der Computer zuständig ist. Wenn das deinen Interessen entspricht, kannst du das gerne machen. Jedoch wird es dir wenig für deinen Lebenslauf bringen, sofern du eine Karriere in der Forschung beabsichtigst. Schmiedest du derartige Pläne, musst du mit einem Professor zusammenarbeiten und für ihn Aufgaben erledigen. Diese reichen von Literaturrecherche bis hin zum Kopieren von Büchern.

Hiwi: Traumjob an der Hochschule?

Eigentlich ist es ein toller Nebenjob: Du stehst mit den Lehrkräften in Kontakt und hast einen leichten Zugang zur Infrastruktur, auch wenn es nur die Nutzung des Hiwi-Zimmers ist. Solange du deinen Job wunderbar erledigst, läuft alles glatt. Sollte etwas schiefgehen, macht sich die fatale Doppelrolle des Professors bemerkbar. Er ist nicht nur dein Arbeitgeber, sondern auch für deine Prüfungen zuständig. Im Umkehrschluss kann sich das bei einem guten Verhältnis positiv auf dich auswirken, was meistens der Fall ist.

Wer bestimmte Rechte durchsetzen möchte oder sich gegen die Meinung seines Professors ausspricht, geht ein gewisses Risiko ein. Das Problem besteht darin, dass die meisten Verträge auf wenige Monate beschränkt sind. Die studentische Hilfskraft kann sich glücklich schätzen, wenn sie für mindestens ein oder zwei Semester eingestellt ist. Oft wird eine hohe Leistungsbereitschaft verlangt, da du über flexible Arbeitszeiten verfügst.

Die Belegschaft kritisiert dieses Modell, da es zur Selbstaufopferung neigt. Viele Studenten nehmen es sehr persönlich, sofern ihr Vertrag nicht verlängert wird. Darüber solltest du dir keine Gedanken machen, da befristete Verträge in dieser Branche üblich sind. Du musst dir nur rechtzeitig um deine weitere finanzielle Planung Gedanken machen, sofern du auf einen Nebenjob angewiesen bist.

Bewerbung zur studentischen Hilfskraft

Die besten Chancen hast du, wenn du dich für deinen Fachbereich bewirbst. Es existieren drei Wege, wie du einen dieser wertvollen Jobs ergattern kannst:

– Gute Leistungen im Seminar

– Aushänge an Türen oder am Schwarzen Brett

– Homepage der Fakultäten

 Wenn du für einen bestimmten Professor arbeiten möchtest, weil dich dessen Forschung interessiert, solltest du ein Seminar bei ihm belegen. Versuche durch gute Antworten hervorzustechen, um seine Aufmerksamkeit zu erregen. Am Ende des Seminars kannst du ihn auf einen Hiwi-Job ansprechen, sofern er nicht von selbst auf dich zukommt. Oft wird zur Veranstaltung ein begleitendes Tutorium angeboten, das von einem Studenten geleitet wird – ein toller Einstieg in die wissenschaftliche Karriere!

 Ansonsten kannst du auch den klassischen Weg gehen und dich auf offene Stellenanzeigen bewerben. Hier musst du dich gegen andere Kandidaten beweisen, wobei häufig die Noten von großer Bedeutung sind. Je nach Angebot spielen andere Fähigkeiten eine wichtige Rolle. Beschränkt sich die Stelle auf die Datenpflege der Fakultät, musst du gut mit Computer umgehen können und möglichst schnell erreichbar sein. Als direkter Hiwi eines Professors kommt es darauf an, über eine sorgfältige Arbeitsweise und fortgeschrittene Recherchekenntnisse zu verfügen.

Karriereeinstieg in die Forschung

Wer eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, sollte unbedingt als studentische Hilfskraft arbeiten. Das sieht nicht nur gut in deinem Lebenslauf aus, sondern hilft dir bei deinem späteren Werdegang. Es macht sich immer besser, an einer Hochschule anstatt als Thekenkraft gearbeitet zu haben. Du wirst einen Personaler kaum mit einem Disco-Nebenjob beeindrucken. Anders sieht es aus, wenn du über praktische Erfahrungen in der Forschung verfügst. Genau dieses Engagement könnte den kleinen aber feinen Unterschied bei einer Bewerbung ausmachen. Es zeigt der Personalabteilung, dass du Verantwortung übernehmen kannst. Strebst du eine Karriere in der Forschung an, kommst du um diesen Job nicht herum. Du setzt dich ständig mit den Inhalten deines Studiums auseinander und kannst dir so ein wertvolles Netzwerk ausbauen. In Datenbanken recherchieren, Literatur für den Professor besorgen oder bestimmte Seiten kopieren gehört einfach dazu, auch wenn es keinen Spaß macht.

Wie viel verdient eine studentische Hilfskraft?

Die Vergütung hängt stark vom jeweiligen Bundesland ab. Du musst dich erkundigen, ob es einen einheitlichen Tarifvertrag an deiner Hochschule gibt. Die Tarifgemeinschaft der deutschen Länder (TdL) hat für alle Bundesländer bis auf Berlin und Hessen einen Höchstverdienst von 9,05 Euro pro Stunde festgelegt. Dieser Betrag kann bei Bedarf um bis zu 10 % erhöht und um ein Weihnachtsgeld aufgestockt werden. Je nach Qualifikation erhöht sich der Grundbetrag. Studenten mit Bachelor- oder Masterabschluss haben einen erhöhten Gehaltsanspruch.

Durchsetzung von Rechten

Was viele Hiwis nicht wissen: Sie haben einen Urlaubsanspruch und können auch im Krankheitsfall auf ihre Entgeltfortzahlung bestehen. Leider verzichten viele Studenten auf ihre Rechte, da sie Angst haben, durch einen anderen ersetzt zu werden. Unzählige Überstunden sind kein Bestandteil des Jobs, sondern pure Ausbeute. Daher ist es wichtig, mit den anderen Hiwis solidarisch zu sein. Wer alleine gegen die Fakultät vorgehen möchte, wird keinen Erfolg haben. Bei Ungerechtigkeiten solltest du dich unbedingt mit den anderen Hilfskräften absprechen, um deine Rechte bestmöglich durchsetzen zu können.

 In vielen Bundesländern werden Hiwis juristisch als Sachmittel und nicht als Personal geführt. Daher besteht kein Anspruch auf eine Vertretung durch einen Personalrat. Aus diesem Grund wissen die meisten Hiwis über ihre Rechte nicht Bescheid und holen im Krankheitsfall ihre Arbeit nach. Ein klarer Gesetzesbruch, der oft nicht geahndet wird. Wie du siehst, ist es wichtig, auch zu deinen Kommilitonen eine gute Beziehung zu pflegen.

 Jedoch solltest du dich von diesen Aussagen nicht abschrecken lassen, da es nach wie vor ein toller Nebenjob ist und die praktischen Erfahrungen unbezahlbar bleiben.