Bewerbung für ein Studium

Um ein Studium aufzunehmen, musst du dich an einer Universität einschreiben. Vorher musst du eine Bewerbungsphase durchlaufen und dich mit Zulassungsbeschränkungen auseinandersetzen. Was ist ein Numerus Clausus? Wie sind die einzelnen Schritte einer Bewerbung? Was hat es mit der Immatrikulation auf sich? Dieser Ratgeber wird dir alle Fragen rund um die Bewerbung für ein Studium beantworten.

Studium: Lehramt, Jura oder Economics?

Bevor du dich für eine Universität bewirbst, musst du dich für einen Studiengang entscheiden. Welche Fachrichtung möchtest du einschlagen? Als angehender Student wirst du vor eine große Herausforderung gestellt. Die Anzahl an möglichen Studiengängen ist nahezu grenzenlos und diese Entscheidung wird dein restliches Leben beeinflussen.

Du kannst dich jederzeit für einen anderen Studiengang entscheiden.

Niemand erwartet von dir, dass du sofort die richtige Entscheidung triffst. Du bist mit deinem aktuellen Studium unglücklich? Da das Vorlesungsjahr in ein Winter- und Sommersemester eingeteilt ist, kannst du dich bereits nach 6 Monaten umentscheiden. Du kannst dir deine bisherigen Leistungen anrechnen lassen, sofern du nicht von Bachelor BWL auf Lehramt Geschichte wechselst. Das gilt auch dann, wenn du dich in einem anderen Bundesland bewirbst.

Du kannst dich für keinen Studiengang entscheiden? Mache einen Neigungstest und finde heraus, welcher Beruf dir am besten liegt. Jede Hochschule bietet auf ihrer Homepage einen derartigen Test an. Für Lehramtsstudenten ist dieser Test gelegentlich verpflichtend vorgeschrieben.

Auswahlgrenzen in Studiengängen

Eine Bewerbung ist keine große Sache. Du suchst dir eine Hochschule aus und schickst ihr alle erforderlichen Unterlagen zu. Wichtig ist, sich an die gegebenen Fristen zu halten. Je nach Studiengang können diese unterschiedlich ausfallen. An Universitäten gibt es jedoch eine zentrale Deadline, die du auf keinen Fall versäumen solltest. Meistens handelt es sich um den 15. Juli (Wintersemester) und den 15. Januar (Sommersemester). Es ist wichtig, dass du dich genau darüber informierst, ob du mit deinem Abschluss studieren kannst. Die allgemeine Hochschulreife erlaubt es dir überall zu studieren. Mit der fachgebundenen Hochschulreife stehen dir nur bestimmte Fächer offen. Die Fachhochschulreife ermöglicht dir ein Studium an einer Fachhochschule sowie an ausgewählten Universitäten.

Diese Schritt für Schritt-Anleitung hilft dir dabei, den Ablauf einer Bewerbung zu verstehen:

  1. Entscheidung für einen Studiengang
  2. Bewerbung im Studentensekretariat
  3. Auswahlgespräch/Eignungstest
  4. Zu- oder Absage
  5. Immatrikulation an einer Hochschule
Etwa die Hälfte aller Studienfächer haben einen Numerus Clausus

Etwa die Hälfte aller Studienfächer haben einen Numerus Clausus.

Bevor du dich im Studentensekretariat immatrikulierst, musst du wissen, ob deine Studienfächer über einen Numerus Clausus (NC) verfügen. Was ist denn das? Hierbei handelt es sich um eine Zulassungsbeschränkung für gefragte Studiengänge. Ungefähr die Hälfte alle Fächer haben einen NC, der sich an der Note der Hochschulzugangsberechtigung orientiert, also an deinem Abitur. Viele Universitäten bieten einen internen Eignungstest an, mit dem du diese Note verbessern kannst. So hast du auch mit einer 3,0 reale Chancen, ein gefragtes Fachgebiet zu studieren.

Gerade unter Schülern herrscht der Irrglaube, dass man nur mit einem sehr guten Abitur ein Studium beginnen kann. Das ist absolut falsch, da es zahlreiche zulassungsfreie Studienfächer gibt. Bei diesen Fächern interessiert sich niemand für deine Abiturnote – ganz gleich, ob du eine 1,0 oder 4,0 hast. In diesem Fall gehst du zum Studentensekretariat, gibst alle erforderlichen Unterlagen ab und bist von heute auf morgen Student. Ja, das war es schon!

Voraussetzungen für ein Studium

Einige Hochschulen verlangen ein Praktikum vor der Aufnahme des Studiums. Es werden keine besonderen Leistungen erwartet, sondern es geht nur um den Blick in die Praxis. Bei einigen Studiengängen musst du damit rechnen, dass deine Fremdsprachenkenntnisse überprüft werden. Ein möglicher Grund besteht darin, dass die Seminare in Englisch abgehalten werden. Du kannst deine Kenntnisse durch einen TOEFL-Test nachweisen. In einigen Fälle ist eine Eignungsprüfung erforderlich, bei der die Hochschule interne Kriterien für deine Zulassung anwendet. In einem künstlerischen Fach musst du deine Fähigkeiten durch eine Mappenprüfung nachweisen.

Was ist eine Immatrikulation?

Du kannst dich parallel an 16 Hochschulen bewerben, wie es dir beliebt. Mit einer Bewerbung signalisierst du der Universität: „Hier würde ich gerne studieren!“ Du gehst keine Verpflichtungen ein, auch wenn du 13 Zusagen erhältst. Erst die Immatrikulation oder Einschreibung macht dich zu einem offiziellen Studenten der jeweiligen Hochschule.

Die Immatrikulation bezeichnet die Aufnahme an der Hochschule als ordentlicher Studierender.

Vorher kannst du keine Seminare besuchen und auch keine Leistungsnachweise erwerben. Sobald du dich an einer Hochschule immatrikuliert hast, steht dein Entschluss fest. Du kannst nur an einer einzigen Universität eingeschrieben sein. Es gibt zwar die Möglichkeit eines Parallelstudiums, doch das ist erst nach mehreren Fachsemestern möglich. Die Immatrikulation erfolgt entweder persönlich oder auf postalischem Wege.

Viele Studenten machen den Fehler und verwechseln die Zulassungsbeschränkungen. Wer sich in zwei Fächern einschreiben möchte, muss sich informieren, ob sie zulassungsfrei sind. Hat ein Fach einen Numerus Clausus, musst du bei der Immatrikulation eine Zusage vorlegen. Ansonsten kannst du dich nur in das zulassungsfreie Fach einschreiben.

Studium über das Losverfahren

Es kommt häufig vor, dass Hochschulen über Restkapazitäten verfügen. Diese werden nach der Bewerbungsphase frei verlost. Das Losverfahren findet wenige Tage vor Studienbeginn statt und hat keine NC-Beschränkungen. Alles was zählt, ist dein Glück. Glückspilze können sogar noch ein Medizinstudium ergattern. Informiere dich auf der Seite der Hochschule, für welche Studienfächer es voraussichtlich ein Losverfahren geben wird.

Was ist ein Wartesemester?

Du möchtest ein NC-Fach studieren, aber erhältst keine Zulassung. Die Zusage zu einem Studiengang erfolgt in mehreren Schritten. Wenn du im Hauptverfahren nicht zugelassen wirst, solltest du nicht gleich aufgeben. Viele Bewerber erhalten im ersten oder zweiten Nachrückverfahren ihre Zusage. Gehst du noch immer leer aus, wird dir ein Wartesemester gutgeschrieben. Jedes Halbjahr, in dem du nichts studierst, wird zu deiner Wartezeit hinzuaddiert.

Du darfst an keiner deutschen Hochschule eingeschrieben sein, wenn du Wartesemester sammeln möchtest.

Viele Studenten machen den Fehler und schreiben sich in ein sogenanntes Parkstudium ein. Sie sammeln Scheine, um sie später anrechnen zu lassen. Diese Rechnung führt zu einem bösen Erwachen. Besser ist es, in dieser Zeit eine Ausbildung zu absolvieren, die auf den Studiengang angerechnet werden kann. So hast du einen enormen fachlichen Vorteil gegenüber deinen Kommilitonen.

Ein Wartesemester hat nichts mit dem Numerus Clausus zu tun. Viele Studenten glauben, dass sich ihr Schnitt jedes Semester um 0,1 verbessern würde. Das stimmt einfach nicht.
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Zeitmanagement: Schluss mit Zeitverschwendung

Zeitmanagement ist ein wichtiger Faktor im Studium. Vorlesungen, Privatleben und Entspannung – das alles muss unter einen Hut gebracht werden. Schnell stellt man fest, dass ohne eine ordentliche Planung nichts funktioniert. Entscheidend ist, die vorhandene Zeit schlau aufzuteilen. Ansonsten droht in der nächsten Klausur ein heftiger Blackout.

Wofür geht deine Zeit verloren?

In wenigen Wochen schreibst du eine Klausur und fragst dich, wieso du noch nichts dafür gelernt hast. Irgendwie fehlt es dir immer an Zeit. Die Tage vergehen wie im Flug und du hast nichts geleistet. Das möchtest du ändern und das ist die richtige Einstellung.

Erstelle eine Liste mit Zeitdieben. Gerade die kleinen Dinge stehlen dir Zeit, ohne dass es dir auffällt. Wie viele Stunden benötigst du, um dich an deinen Schreibtisch zu setzen? Es ist völlig in Ordnung, hin und wieder kurz abzuschalten. Wie sieht deine Freizeit aus? Schaust du eine Serie im TV an? Sei ehrlich zu dir selbst: Bleibt es bei einer Folge oder zappst du danach noch stundenlang das Programm durch? Als Student fühlt man sich schnell gestresst. Woher soll man die Zeit zum Putzen nehmen, wenn drei unerledigte Hausarbeiten auf einen warten? Genau hier liegt der Denkfehler.

Reduziere deine Aufgaben auf die wichtigsten Dinge

Das ist die Geheimregel des erfolgreichen Zeitmanagements. Nimm dir eine Woche Zeit und notiere dir jeden Abend, was du den Tag über gemacht hast. Wovon hast du dich ablenken lassen? Um deine Zeit sinnvoll zu nutzen, musst du den Zeitdieben auf die Schliche kommen. Es macht einen großen Unterschied, ob du 6 Stunden vor dem Computer sitzt und auch wirklich für deine Prüfungen lernst. Viele Studenten hocken den halben Tag vor ihrem Rechner und wundern sich, wieso sie den Stoff nicht können. Die Lösung ist schnell gefunden: Lässt du dich von deinem Smartphone ablenken? Checkst du alle paar Minuten deine Nachrichten? Fängst du plötzlich an deine Fenster zu putzen?

Wie kannst du deine Zeit sinnvoll einteilen?

Streiche sinnlose Aktivitäten oder fasse sie kompakt zusammen. Du lässt dich während der Lernzeit von deiner Wohnung ablenken?

Notiere dir einen konkreten Zeitplan.

Zeitplan

Mit einem Zeitplan kannst du deine Woche strukturieren und schaffst Zeit für Lernphasen.

Dieser kann sich auf eine Woche beschränken oder mehrere Monate umfassen – je nachdem, in welcher Studienphase du dich gerade befindest. Lege klare Uhrzeiten fest, die nur zum Lernen eingeplant sind. Bündele alle anderen Aktivitäten, wie den Haushalt. Putze die Fenster von 17 bis 18 Uhr, während die Lernzeit von 10 bis 14 Uhr eingeplant ist. Schalte dein Handy aus, da deine Konzentration dem Lernstoff gelten sollte. Es kostet viel Zeit, sich wieder in die Materie einzulesen. Wer sich alle 15 Minuten von SMS ablenken lässt, zieht die Lernphase unnötig in die Länge.
Vorlage des Zeitplans/Wochenplans zum Ausdrucken (PDF)

Es gibt einen Weg, wie du Privatleben und Hochschule gleichzeitig genießen kannst: Du musst den Zeitplan in die Praxis umsetzen und unwichtige Dinge weglassen. Bist du dir sicher, dass du dich ehrenamtlich in der Fachschaft beteiligen musst? Hast du dieses Semester vielleicht einige Seminare zu viel belegt? Viele Studenten neigen dazu, sich selbst zu überschätzen. Irgendwann erreicht jeder sein Limit, abhängig von Arbeitspensum und Stresstoleranz. Und dann geht nichts mehr. Freilich kannst du dein Limit mit Energy Drinks und Kaffee um einige Tage herauszögern, doch das macht sich an den Ergebnissen bemerkbar.

Wie viel Zeit investierst du in deinen Nebenjob?

Viele Studenten müssen arbeiten gehen, um sich ihr Studium zu finanzieren. Wichtig ist, dass du deinen Arbeitsplatz schlau auswählst. Wie viel verdienst du? 50 Cent machen einen großen Unterschied, gerechnet auf den ganzen Monat. Wie lange benötigt die Anfahrt? Kannst du deinen Arbeitsplatz kostenlos mit dem Studententicket erreichen? Viele Studenten sparen sich die Zeit und kaufen sich mehrere Snacks auf der Arbeit. Hast du schon einmal nachgerechnet, wie viel Geld du dafür im Monat ausgibst? Im Endeffekt geht ein ganzer Arbeitstag für die kleinen Leckereien drauf. Es macht wenig Sinn, für 2 Stunden an der Kasse zu stehen – sofern der Verdienst nicht wahnsinnig hoch ausfällt. Versuche einen Nebenjob direkt bei deinem Wohnort zu finden. Das spart Zeit für die Anfahrt. Bewirb dich rechtzeitig für einen Ferienjob, da es effizienter ist 8 Stunden am Stück zu arbeiten.

Welche Aktivitäten sollte ich lieber sein lassen?

Wie viel Zeit steht dir zur Verfügung? Jeder Mensch benötigt Freizeit zur Entspannung. Verzichte auf einige Aktivitäten. Streiche die Projekte, die dir schlechte Laune bereiten. Kannst du in 5 Jahren von dieser Aktivität profitieren? In welchem Projekt steckt deine Leidenschaft? Diese Fragen helfen dir bei der Auswahl der richtigen Aktivitäten. Achte darauf, dass Körper und Geist in Gleichgewicht bleiben. Wer keinen Sport treibt, wird Schwierigkeiten mit der Konzentration erhalten. Vergiss nicht, dich regelmäßig mit Freunden zu treffen. Als Student benötigst du einen Ausgleich zur stressigen Prüfungsphase.

Es hilft, wenn du dir dein Leben wie ein Haus vorstellst. Die einzelnen Bestandteile stehen für Familie, Freunde, Gesundheit, Partnerschaft und Studium. Lässt du das Dach weg, wird das Haus unbewohnbar. Versuche jede dieser Aktivitäten abzudecken, damit du innerlich im Gleichgewicht bleibst.

Wie überprüfe ich mein Zeitmanagement?

Ziel der Zeitplanung ist es, deinen Arbeitsalltag zu strukturieren. Teile die verschiedenen Bereiche in Wichtiges und Unwichtiges ein und ändere deine bisherigen Lebensgewohnheiten. Aus psychologischer Sicht solltest du alte Routinen durch neue Abläufe ersetzen. Du bist es gewohnt, jeden Nachmittag mindestens zwei Stunden TV zu schauen? Ändere diese Gewohnheit in eine Sporteinheit um und du musst abends nicht mehr joggen gehen. So hast du jeden Abend eine Stunde mehr für deine Freunde zur Verfügung.

Du möchtest wissen, wie gut dein Zeitmanagement ist? Das kannst du an deinem Zeitplan überprüfen. Bist du über die Aufgaben informiert, die in nächster Zeit anstehen? Du kannst erst dann richtig planen, wenn du über dein Leben Bescheid weißt. Hast du Pufferphasen eingeplant? Oft benötigt eine Lerneinheit länger, als man ursprünglich beabsichtigt hatte. Wie oft lässt du dich von Kleinigkeiten ablenken? Gönne dir Zeit zur Entspannung. Plane einen Ausflug mit Freunden ein, bei dem du so richtig abschalten kannst. Diese Zeit wird dir helfen, die stressigen Phasen zu überstehen.

Starte einen Probelauf von einer Woche. Hast du deine Ziele erreicht? Wie fühlst du dich? Hältst du es kaum noch aus, musst du deinen Zeitplan etwas lockerer gestalten. Steht eine schwierige Prüfung bevor, solltest du rückwärts planen – ausgehend vom Prüfungsdatum. Vergiss nicht an Sicherheitsreserven zu denken. Es wird einige Wochen dauern, bis du alle Zeitdiebe hinter Gitter gebracht hast. Es lohnt sich, denn du wirst dein restliches Studium vom effektiven Zeitmanagement profitieren.

Steuern sparen im Studium – Steuererklärung für Studierende

Viele Studenten und Studentinnen kommen finanziell nur über die Runden, wenn sie neben dem Studium jobben. Sobald sie jedoch berufstätig werden, möchte auch das Finanzamt seinen Anteil. Das Zahlen von Steuern kann sich bei Stundenlöhnen von manchmal weniger als zehn Euro leicht als Problem erweisen. Schließlich benötigen Studierende das Geld dringend für monatliche Ausgaben wie Miet- und Lebenshaltungskosten, Lehrmittel und Studiengebühren. Es gibt allerdings einige Sonderregelungen für Hochschüler und Hochschülerinnen, durch die sich unnötig hohe Steuern vermeiden lassen.

Wann musst Du Steuern zahlen?

Wenn Du ausschließlich von staatlichem BAföG oder aus dem Portemonnaie Deiner Eltern lebst, brauchst Du Dich um steuerliche Angelegenheiten nicht zu sorgen. In Kontakt mit dem Finanzamt kommst Du nur, wenn Du steuerpflichtige Einkünfte hast, beispielsweise aus einer Arbeitnehmertätigkeit, einer selbstständigen Arbeit, Kapitalvermögen oder Vermietung und Verpachtung. BAföG ist dagegen grundsätzlich steuerfrei.

Steuern fallen meist auch dann nicht an, wenn Du in den Semesterferien oder nebenbei einen Teilzeitjob ausübst. Bei der sogenannten geringfügig entlohnten Beschäftigung (450-Euro-Minijob) versteuert der Arbeitgeber Deinen Lohn pauschal.

Nicht mit dem Minijob zu verwechseln ist die kurzfristige Beschäftigung. Bei dieser ist die Tätigkeit auf maximal zwei Monate oder fünfzig Arbeitstage im Jahr begrenzt. Du darfst sie nicht regelmäßig verrichten und monatlich höchstens 450 Euro damit verdienen. Das Einkommen bleibt sozialversicherungsfrei, ist jedoch grundsätzlich steuerpflichtig. Die Versteuerung erfolgt entweder pauschal durch Deinen Arbeitgeber oder individuell auf Lohnsteuerkarte entsprechend der Lohnsteuermerkmale von Studierenden. Bei diesen Beschäftigungen handelt es sich typischerweise um Aushilfstätigkeiten, Saisonarbeiten oder bezahlte Praktika.

Verdienst Du im Monat mehr als 450 Euro und überschreitest außerdem die Zeitgrenze für eine kurzfristige Beschäftigung, kannst Du vom Werkstudentenprivileg profitieren. Hierbei zahlst Du nur in die Rentenversicherung ein. Beiträge zur Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung fallen hingegen nicht an. Eine Obergrenze für das monatliche oder jährliche Einkommen gibt es nicht, während die Höchstgrenze in puncto Arbeitszeit sehr großzügig ausfällt.

Erzielst Du mit Deiner beruflichen Tätigkeit ein Bruttoeinkommen von über 8.354 Euro im Jahr und übersteigst damit den Steuerfreibetrag, kommst Du um eine Lohnsteuer von zwanzig Prozent zuzüglich eines Solidaritätszuschlags von 5,5 Prozent und ggf. der Kirchensteuer nicht herum. Verdienst Du zwischen 400 und 800 Euro im Monat, musst Du außerdem einen Arbeitnehmeranteil zu den Rentenbeiträgen bezahlen. Erhältst Du BAföG und möchtest Dir etwas hinzuverdienen, solltest Du besonders vorsichtig sein. Dein BAföG-Satz verringert sich nämlich, sobald Dein monatliches Bruttoeinkommen mehr als 407 Euro beträgt. Zudem kannst Du Dich dann nicht mehr über die gesetzliche Krankenversicherung Deiner Eltern familienversichern lassen.

Wie kannst Du hohe Steuern vermeiden?

Sonderregelungen helfen beim Sparen von Steuern.

Einige Sonderregelungen helfen Dir dabei, Deine Steuerlast zu verringern. Manchmal lohnt es sich, freiwillig eine Steuererklärung beim Finanzamt einzureichen. Das muss innerhalb von vier Jahren erledigt werden und lohnt sich insbesondere dann, wenn Du Ausbildungskosten steuerlich geltend machen kannst oder die Finanzbehörde abgezogene Lohnsteuern zurückerstatten muss. Die dafür erforderlichen Formulare erhältst Du beim Finanzamt sowie bei Stadt- und Gemeindeverwaltungen. Selbstverständlich kannst Du Deine Steuererklärung auch elektronisch verfassen und einsenden.

Mach Werbungskosten geltend

Als Student hast Du die Möglichkeit, einen Teil Deines Einkommens in Form von Werbungskosten von der Steuer absetzen. Als Werbungskosten gelten Ausgaben, die in Zusammenhang zu Deinem Beruf stehen. Hierzu zählen beispielsweise Fachliteratur und Arbeitskleidung. Auch einen Umzug kannst Du als Werbungskosten deklarieren, wenn er aufgrund der besseren Erreichbarkeit Deiner Arbeitsstelle erfolgt. Für die meisten Posten Deine Umzugsrechnung musst Du jedoch entsprechende Belege erbringen. Dies gilt auch für alle anderen Werbungskosten, sofern Du damit die Werbekostenpauschale von 920 Euro überschreitest.

Lass Versicherungsbeiträge anrechnen

Des Weiteren steht es Dir frei, Dir Deine Beiträge zu Sozial-, Haftpflicht- und Lebensversicherungen bis zum festgelegten Höchstbeitrag anrechnen zu lassen. Diese steuerlich absetzbare Vorsorgepauschale hängt von unterschiedlichen Faktoren ab und wird vom Finanzamt für jeden Bürger individuell berechnet. Versicherungsfrei bist Du, wenn Du während des Semesters keine zwanzig Stunden pro Woche arbeitest. Sonderausgaben wie die Vorsorgepauschale kannst Du jedoch nur für das aktuelle Kalenderjahr in der Steuererklärung geltend machen. Versäumst Du dies, so verfallen sie.

Setze Sonderausgaben ab

Wenn Du neben Deinem Studium einer Berufstätigkeit nachgehst, hast Du außerdem die Möglichkeit, einen Teil Deiner Studienkosten von der Steuer abzusetzen, und zwar als „unbeschränkt abzugsfähige Sonderausgaben„. Hierunter fallen die Kosten für Kopien, Lektüren und Ausflüge, aber auch Spenden und die Kirchensteuer, bis zu einem Höchstbetrag von 6000 Euro. Verdienst Du während Deines Studiums nichts dazu, nützt Dir diese Regelung jedoch nichts, da Sonderausgaben im Gegensatz zu Werbungskosten nicht in spätere Jahre getragen werden können.

Nutze legale Schlupflöcher

Gehst Du nahtlos von der Schulbank an die Uni, bleibst Du auf Deinen Investitionen sitzen. Ein dualer Studiengang oder ein Zweitstudium lassen sich unbegrenzt absetzen. Hier gibt es aber ein Schlupfloch, das Du ganz legal für Dich ausnutzen kannst. Dafür musst Du keine jahrelange Lehre machen. In der Regel akzeptiert der Fiskus auch eine kurze Schulung zum Rettungssanitäter, Taxifahrer, Flug- oder Zugbegleiter als erste Ausbildung. Du hast beispielsweise auch die Möglichkeit innerhalb eines freiwilligen sozialen Jahres eine Ausbildung zum Sanitäter zu absolvieren oder im Rahmen des freiwilligen Wehrdienstes einen Lkw-Führerschein zu erwerben. Wichtig ist nur, dass diese Erstausbildung nach einem festen Plan erfolgt. Was Du danach studierst, spielt für das Finanzamt keine Rolle. Es lohnt sich also, ein paar Wochen die Schulbank zu drücken, um Dir diesen Steuervorteil zu sichern.

Das steuerliche Belohnungsprinzip für die Zweitausbildung ist zwar nicht ganz einfach zu durchschauen, aber recht attraktiv. Hast Du durch Dein Studium hohe Ausgaben, jedoch keine eigenen Einnahmen, bescheinigt Dir das Finanzamt einen Verlust. Diesen nimmst Du als Gutschrift in die Zukunft mit. Verdienst Du irgendwann Dein eigenes Geld, kannst Du das steuerliche Minus einlösen und zahlst auf Dein Gehalt während der ersten Berufsjahre weniger Einkommenssteuer. Bis dahin musst Du Belege sammeln, jedes Jahr Deine Steuererklärung abgeben und dort auf der ersten Seite des Mantelbogens ein Kreuz bei „Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags“ machen.

Auch wenn Du schon mitten im Studium bist, solltest Du Dich nicht einfach mit einem ablehnenden Bescheid des Finanzamtes abfinden, sondern innerhalb der gesetzlichen Frist Widerspruch einlegen. Noch könnte sich das Bundesverfassungsgericht als höchstes deutsches Gericht in diesen Streit einschalten und über die derzeit bestehende steuerliche Ungleichbehandlung von Studierenden zu Deinen Gunsten entscheiden.

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Leitfaden für das Auslandspraktikum

Ein Auslandspraktikum ist eine wichtige Referenz im Lebenslauf. Es zeigt dem Arbeitgeber, dass du dich auch in einem internationalen Umfeld zurechtfindest. Die praktische Erfahrung wird durch die Verbesserung deiner Fremdsprachenkenntnisse abgerundet. Hier kannst du dich bei Fragen rund um das Auslandspraktikum informieren.

Lohnt sich ein Auslandspraktikum?

Viele Studenten verzichten auf den Aufenthalt im Ausland und lassen sich damit eine einmalige Chance entgehen. Heute herrscht der Irrglaube, man müsse sein Studium möglichst schnell durchziehen. Es macht keinen großen Unterschied, ob du ein Semester mehr oder weniger benötigst. Die gesammelten Erfahrungen eines Auslandspraktikums zahlen sich aus – auf finanzieller und persönlicher Ebene. Insbesondere bei einer Bewerbung in einem international ausgerichteten Unternehmen kannst du mit einem solchen Praktikum wertvolle Pluspunkte sammeln. Du kannst jeden Personaler mit deinen tiefen Fremdsprachenkenntnissen beeindrucken und verfügst zudem über hervorragende Soft Skills, die dich von deinen Altersgenossen unterscheiden. Ein Auslandspraktikum bietet dir die Möglichkeit, neue Netzwerke zu knüpfen und interkulturelle Kompetenzen zu erwerben. Wenn du dich gut anstellst, hast du vielleicht sogar deinen neuen Arbeitgeber gefunden.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Das Auslandspraktikum erlaubt dir Einblicke in das Berufsleben zu gewinnen. Du kannst ausgiebig darüber nachdenken, welche berufliche Richtung du später einschlagen möchtest. Wie siehst du dich selbst in 10 Jahren? Ein Praktikum im Ausland hilft dir bei dieser schweren Entscheidung.

Du musst einige Voraussetzungen erfüllen, wenn du dich für einen Praktikumsplatz bewerben möchtest. Englische Fremdsprachenkenntnisse sind selbstverständlich, was auch für grundlegende Kenntnisse der Landessprache gilt. Einige Unternehmen verzichten darauf, da die Verständigung in der englischen Sprache erfolgt. Du solltest bereits einige Praktika im Inland absolviert haben, wenn du dich bei einem größeren Betrieb bewerben möchtest. Es ist ein großes Abenteuer, in einem fremden Land zu arbeiten. Wer über keinerlei Erfahrungen in unternehmerischen Abläufen verfügt, wird es schwer haben. Beide Punkte lassen jeden Personaler aufhorchen. Sie wünschen sich einen Bewerber, der nicht bereits nach vier Wochen verzweifelt aufgibt. Ein junger Student ohne Berufserfahrung ist ein hohes Risiko für Unternehmen. Daher solltest du wenigstens ein Praktikum in deinem Lebenslauf vorzuweisen haben.

Auslandspraktika sind meistens unbezahlte Erfahrungen. Du musst alles selbst in die Hand nehmen, wenn du ein „Internship“ anstrebst. Ausländische Unternehmen sehen Praktikanten eher als zusätzliche Belastung an. Sie müssen eingearbeitet werden und strapazieren somit die Belegschaft. Aufgrund dieser niedrigen Erwartungshaltung erfolgt keine Bezahlung. Es liegt an dir, deine Kollegen von deinen Fähigkeiten zu überzeugen. Je weiter das Zielland, desto länger sollte das Auslandspraktikum dauern. In der Schweiz genügen 3 bis 6 Monate, während in China eher 6 bis 12 Monate angebracht sind. Vermittelst du einen guten Eindruck, kannst du mit einem „Incentive“ rechnen, das heißt einer Bonuszahlung. Wenn du in den Genuss eines bezahlten Auslandspraktikums kommst, musst du dich besonders anstrengen. Die Erwartungshaltung ist deutlich höher, da du als motivierte Arbeitskraft angesehen wirst.

Wie finanziere ich das Auslandspraktikum?

Für Studenten an Hochschulen oder Universitäten besteht die Möglichkeit, sich über das Erasmus-Programm fördern zu lassen. Der monatliche Zuschuss wird über einen Zeitraum von 2 bis 12 Monaten in einem europäischen Land gewährt und beträgt zwischen 250 und 350 Euro. Alternativ ist die Förderung durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) zu empfehlen. Wer sein Auslandspraktikum bei einer internationalen Organisation absolvieren möchte, kann sich für ein Kurzstipendium (1,5 bis 3 Monate) bewerben. Ein weiteres Stipendium des DAAD ist das PROMOS-Programm. Insbesondere für Auslandsaufenthalte außerhalb der EU ist es von großem Interesse, da Erasmus auf den EU-Raum beschränkt ist. Studierende mit BAföG-Anspruch sollten sich mit ihrem Sachbearbeiter auseinandersetzen, ob der Anspruch im Ausland besteht. Im Regelfall sollte das spätestens 6 Monate vor dem geplanten Aufenthalt geschehen. Das Carlo-Schmid-Programm ist eine weitere Möglichkeit, sich sein Auslandspraktikum zu finanzieren. Es werden ausgeschriebene und selbstständig gefundene Aufenthalte gefördert.

Jede Hochschule verfügt über eigene Ansprechpartner für Auslandspraktika. Informiere dich über weitere Fördermöglichkeiten, da es zahlreiche regionale Institute gibt, wie das Stipendium des Deutsch-Französischen Jugendwerkes (DFJW). Das Auslandspraktikum muss im Curriculum fest verankert sein. Du kannst dir nicht einfach 6 Monate in Brasilien finanzieren lassen, weil du das gerne möchtest. Sieht die Studienordnung keinerlei Praktika vor, musst du die Kosten komplett selbst aufbringen. Allerdings besteht fast immer die Möglichkeit, freiwillig ins Ausland zu gehen. Gerade in Lehramtsstudiengängen wird diese Entscheidung den Studenten selbst überlassen. Jedoch ist der Aufenthalt meistens auf ein bestimmtes Fachsemester geknüpft. Studienanfänger sollen nicht gleich im ersten Semester ins Ausland verreisen und anschließend feststellen, dass sie den Studiengang wechseln möchten. Viele Unternehmen setzen eine bestandene Zwischenprüfung für das Auslandspraktikum voraus. Je begehrter der Job, desto besser sollten die Noten ausfallen.

Du möchtest ins Ausland gehen, obwohl deine Studienordnung keinerlei Praktika vorsieht? Informiere dich über freiwillige Optionen. Es ist wichtig, dass du konkrete Fragen stellst. In manchen Fällen kannst du für ein Semester an einer ausländischen Hochschule studieren, nicht jedoch bei einem Unternehmen arbeiten. Die Finanzierung hängt von dieser Fragestellung ab.

Kann ich das Praktikum in die vorlesungsfreie Zeit schieben?

Je nach Hochschule hast du mehrere Monate am Stück frei. Du glaubst, diese vorlesungsfreie Zeit ist für ein Auslandspraktikum bestens geeignet? Diesen Gedanken solltest du gründlich überdenken, da du den Aufwand überschätzt. Du musst ein Unternehmen finden, das sich auf solch einen kurzen Zeitraum einlässt. Grundsätzlich kannst du bei jedem Betrieb einen Internship anstreben. Jedoch macht das wenig Sinn, da du mindestens einen Monat benötigst, um dich in deinen Aufgabenbereich hineinzuarbeiten. Die Erfahrung hat gezeigt, dass anspruchsvolle Aufgaben erst nach drei oder vier Monaten vergeben werden. Somit lernst du bei einem kurzen Auslandspraktikum nicht wirklich viel, sondern nimmst eher die Erfahrungen eines fremden Landes mit.

Viele Studenten unterschätzen die Organisation eines Auslandsaufenthaltes. Fertig, die Koffer sind gepackt! Du glaubst, damit wäre alles erledigt? Diese Checkliste hilft dir bei der Planung deines Auslandspraktikums:

  • Wo möchtest du arbeiten?
  • Hast du alle Bewerbungsfristen eingehalten?
  • Urlaubssemester – macht das Sinn?
  • Beherrscht du die Landessprache?
  • Wie sieht deine finanzielle Lage aus?
  • Ist der Flug schon gebucht?
  • Wo möchtest du wohnen?
  • Hast du dein Visum bereits erhalten?
  • Wie lange ist dein Reisepass noch gültig?

Wie du siehst, musst du ein echter Organisationskünstler sein. Je länger das Auslandspraktikum, desto mehr Erfahrungen kannst du daraus ziehen. Daher solltest du mindestens 6 Monate ins Ausland gehen, wenn du wirklich etwas lernen möchtest.

Du interessierst dich für weitere Möglichkeiten eines Auslandsaufenthalts? Dann ist die Rubrik Auslandsaufenthalt genau das Richtige für dich!

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Existenzgründung während des Studiums

Wenn Du studierst, ist der Berufsstart noch fern. Du bekommst Bafög oder schlägst dich mit Studentenjobs durch. Leider haben diese Jobs oft nicht unbedingt etwas mit den eigenen Fähigkeiten und dem Studium zu tun. Und vom Verdienst wollen wir gar nicht reden. Da kommt dem einen oder der anderen im Studium der Gedanke: Ich werde schon jetzt mein eigener Chef und baue mir eine eigene Existenz auf. Geht das? Aber auf jeden Fall! Wie oft im Leben hat dieser Weg Chancen, Möglichkeiten und auch Pflichten und Tücken. Welche das sind und wie man mit ihnen umgeht, damit der Sprung ins eigene Geschäft gelingt, das verraten wir hier.

Was Mut machen soll

Wieviel Selbständige kennst Du persönlich? Wahrscheinlich keinen. Dennoch haben wir alle schon etwas davon „gehört“. Meistens Negatives. Warum ist das so? Weil wir Nichtwissen so schwer ertragen, dass wir es mit Halbwissen kompensieren. Dies ist dann auch noch oft negativer Art, da überwiegend schlechte Nachrichten verbreitet und gemerkt werden. Hier also Fakten:

2010 gab es fast 1.000.000 Gründer in Deutschland. Ein Drittel davon hat einen Hochschulabschluss. Etwa ein Drittel sind jung wie du: 25 bis 34 Jahre alt, jawohl! . Interessanterweise sind Teamgründungen beständiger und erfolgreicher als Einzelgründungen.

Selbständigkeit ist hartes Business und nichts für Traumtänzer. Die notwendigen Fragen dazu kommen später. Zunächst aber ein paar Informationen, wenn Du schon jetzt Gedanken hast wie: Aber als Student kann ich das ja gar nicht!

Der Studentenstatus 1: Die Krankenversicherung als Selbständiger

Als Student oder Studentin bist du bis zum Ende des 25. Lebensjahres familienversichert. Bei Zivildienst oder Wehrdienst verlängert sich die Zeit um die Monate des Dienstes. Du zahlst also keine Beiträge, das ist ein Vorteil, da sonst gerade dieser Ausgabenposten für Freiberufler sehr hoch zu veranschlagen ist, denn man muss den Krankenkassenbeitrag alleine stemmen, es gibt ja keinen Arbeitgeberanteil wie bei einem Angestellten. Aber: Offiziell darf die verrichtete Arbeit in Selbständigkeit nicht mehr als 20 Stunden pro Woche betragen. Und mehr als 385 Euro pro Monat darf auch nicht verdient werden. Hier sollte man bei der Krankenkasse mit offenen Karten spielen, sonst kann die Familienversicherung auch rückwirkend gekündigt werden. Doch auch bei höherem Verdienst kann ein versicherungspflichtiger Student eventuell zu einem sehr günstigen Studententarife versichert werden. Anbietervergleiche lohnen sich. Für den Fall des Scheiterns sollte die erneute Aufnahme in einer gesetzlichen Krankenversicherung unbedingt möglich bleiben. Eine Einkommensteuererklärung muss man auch als Student machen, aber 8000 Euro pro Jahr bleiben steuerfrei!

Der Studentenstatus 2: Das BAföG

Um die 400€ kann man als BAföG-Empfänger hinzuverdienen - dies gilt auch während der Selbstständigkeit

Um die 400€ kann man als BAföG-Empfänger hinzuverdienen – dies gilt auch während der Selbstständigkeit

BAföG zu beziehen ist nicht grundsätzlich ein Grund, auf eine Selbständigkeit zu verzichten. Man muss nur um die Bedingungen des BAföGs wissen. Beim Überschreiten der Regelstudienzeit enden die BAföG-Zahlungen. Ein Dazuverdienen von 400 Euro im Monat ist möglich. Eine gute Selbsteinschätzung ist hier gefragt. Es hat sich gezeigt, dass es sinnvoll ist, ein Studium auch bei Erfolg in der Selbständigkeit fertig zu machen. Wenn man für die Existenzgründung Finanzmittel einwerben möchte, etwa als Kredit bei einer Bank, ist das Bafög ein Nachteil, da das BAföG ebenfalls anteilig zurückbezahlt werden muss. Das belastet die finanziellen Möglichkeiten, auch in die Zukunft.

Der Studentenstatus 3: Geld für Existenzgründung

Was viele nicht wissen, es gibt auch Gründerstipendien. Dies gilt aber vor allem für Entwickler von neuen Technologien. Auch Studierende können hier gefördert werden, und zwar mit bis zu 800 Euro pro Monat. Wenn eine Gründerberatung an deiner Hochschule angeboten wird, dann nutze diese unbedingt. Man steht dort Gründungen positiv gegenüber, wird dich aber auch davor bewahren, ein unrealistisches Projekt anzugehen. Von der Agentur für Arbeit kann es Gründerförderung geben, auch für Studenten. Hierfür ist es allerdings notwendig, vor der Gründung 2 Jahre sozialversicherungspflichtig gearbeitet zu haben. Ein 800 Euro Job zählt da nicht zu! Für alle Formen der Verschuldung gilt: So niedrig wie möglich halten, da man sich sonst das Leben unnötig schwer macht. Klein anfangen und gesund wachsen ist besser als schnell hoch steigen und tief fallen.

Drei Gründertypen

Für die Selbstklärung ist gut zu wissen, dass es grob gesagt nur drei verschiedene Gründertypen gibt.

Die unterschiedlichen Gründertypen im Überblick (zum Vergrößern anklicken

Der Einzelkämpfer

Er kann etwas gut und hat etwas anzubieten, wobei er zunächst keine Unterstützung braucht. Meist sind dies Künstler, Schreibende, Grafiker, Designer oder andere. Für diesen Typus ist es wichtig, dass er sich für das eventuell fehlende Wissen (Finanzen, Verkauf, Marketing, Netzwerk usw.) Experten hinzu holt. You never walk alone.

Der Kleingewerbetreibende

Alle Formen von Produktion und Verkauf von Waren im weitesten Sinne ist hier gemeint. Früher klassisch das kleine alternative Schmucklädchen, heute oft der Online-Shop. Durch das Internet ist das Starten einer Verkaufskarriere leichter möglich, da zunächst viel weniger Kosten anfallen als für Anmietung von gewerblichen Räumen und man freie Zeiteinteilung hat, was für das Weiterstudieren sehr wichtig ist.

Der Produktpionier

Dies sind meist sehr helle und kreative Köpfe, die etwas Neues gestalten oder etwas Altes neu erfinden. Für diesen Typus gilt aber auch meist das Gleiche wie für den Einzelkämpfer.

Kein Typus ist besser als der Andere. Auch über Chancen lässt sich so noch nichts aussagen. Die Zeit der wichtigen Fragen ist also jetzt gekommen.

Bei allem Spaß – wie ernst ist es mir?

Warum willst du gründen? Die Antwort ist die Energie, die Dich antreiben wird. Reicht sie aus? Oder ist es ein Traum, der geträumt werden darf, aber Traum bleiben sollte?

Was hast du zu bieten? Auf dem Markt musst du deine Chancen realistisch einschätzen können. Du solltest wissen, was dein Alleinstellungsmerkmal ist. Glaubst du an dein „Produkt“ oder weichst du einer vielleicht zu harten Realität aus?

Um das herauszufinden, solltest du dich mit Menschen besprechen, die Sachkompetenz haben und eine ausreichende persönliche Distanz zu dir. Wenn dich das vor einer Insolvenz bewahrt, gut so. Gelernt hast du dann trotzdem etwas.

Ein vorläufiges Fazit

Grundsätzlich ist auch in der heutigen Zeit eine Existenzgründung für Studierende eine sinnvolle Möglichkeit. Wie beschrieben sind die Details sehr genau zu checken, die der Studentenstatus mit sich bringt. Die Geschäftsidee auf ihre Tauglichkeit zu prüfen heißt auch, sich an Experten zu wenden und eventuell ins Boot zu holen. Wichtig ist, die richtige Mischung von Enthusiasmus und Realitätssinn zu finden.

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