Studium oder Ausbildung – Welcher Weg ist der bessere für mich?

Viele Abiturienten wissen oftmals nicht für welchen Weiterbildungsweg sie sich nach einem bestanden Abschluss entscheiden sollen. Ob Studium oder Ausbildung, beide Alternativen bieten gute Berufschancen und viele Vorteile. Doch jeder Schulabgänger zeigt sich individuell verschieden, so dass sich meist eine Variante für einen persönlich als passender erweist. Um dies herauszufinden, bedarf es einer gesunden Selbsteinschätzung, um so heraus zu finden, welches Lernpensum für einen machbar erscheint. Vorab ist auch die Recherche von ausreichenden Informationen Pflicht, um sich einen genauen Überblick über die jeweiligen Ausbildungsinhalte machen zu können. Möglicherweise erweist sich auch eine Kombination aus beiden als die beste.

Eigene Wünsche berücksichtigen und Fähigkeiten richtig einschätzen

Bevor man sich für eines dieser Wege entscheidet, muss man sich über seine beruflichen Ziele und Vorstellungen im Klaren sein. Stehen diese bereits fest, bestimmen diese auch den Weiterbildungweg. Möchte jemand als Bankangestellte tätig sein, reicht im Normalfall erst eine Ausbildung aus, wird allerdings der der Beruf des Arztes oder des Rechtsanwalts angestrebt, muss ein Studium absolviert werden, da dieses Voraussetzung ist. Bei der richtigen Wahl entscheiden oft die persönlichen Interessen, welcher Weg eingeschlagen werden muss. Man darf dabei allerdings auch nicht seine individuellen Fähigkeiten überschätzen, so dass man die Methode wählen sollte, die auch den jeweiligen Begabungen entspricht. Meist legt man bereits in der Oberstufe einen Schwerpunkt, der naturwissenschaftlich oder sprachlich sein kann, dass man bereits frühzeitig in einen bestimmten Bereich hinein schnuppern kann. So kann man noch während der Schulzeit feststellen, ob einem der Themenbereich liegt oder eben doch nicht. Ein gutes Beispiel stellt hier das Fach Biologie dar, wird der Beruf des Biologen angestrebt und stellt man bereits in der Oberstufe fest, dass dieser Schwerpunkt nicht den Erwartungen entspricht oder die Anforderungen einfach so komplex sind, kann diese Erfahrung den Bildungsweg prägen oder auch umstimmen. Eine andere Situation kann gegeben sein, wenn man sich vorab auf den Schwerpunkt Sprachen festgelegt hat und sich dann doch für den mathematischen Berufsweg entscheiden will. Manchmal fehlen einem in solch einem Fall wichtige Grundlagen, die in den Leistungskursen in der Oberstufe behandelt wurden, so dass bestimmte Vorkenntnisse fehlen.

Wenn die Wahl auf das Studium fällt

Stimmen die Interessen mit den geforderten Fähigkeiten überein, entscheiden sich viele für ein Studium, das zwar weitaus mehr Zeit und Arbeit in Anspruch nimmt, dafür aber nach einem erfolgreichen Abschluss alle beruflichen Chancen eröffnet und eine finanzielle Unabhängigkeit ermöglicht. Gerade wenn man sich täglich intellektuell beruflich fördern möchte, stellt ein Studium die perfekte Basis dar. Es muss einem vor dem Antritt allerdings bewusst sein, dass ein Studium viel von einem abverlangt. Die anwesenheitsfreie Zeit gestaltet sich recht flexibel, wodurch beim Lernen viel Eigeninitiative gefragt ist , so dass ein Studium nur etwas für jemanden ist, der auch eine große Disziplin an den Tag legt und eigenständig Aufgaben erarbeiten kann. Sind diese Fähigkeiten gegeben, steht einem erfolgreichen Studium nichts im Wege.

Die reguläre Bezahlung, wie bei einer Ausbildung, fällt allerdings bei dieser Variante weg, da nur in bestimmten Fällen Bafög genehmigt wird. Dieser muss allerdings anteilig zurückgezahlt werden, so dass man nicht wirklich aus ihm Profit schlagen kann.

Eine Ausbildung eröffnet Möglichkeiten

Bei einer Ausbildung erhält man eine Vergütung, die sich für jedes fortlaufende Jahr steigert. Zwar ist dieses Gehalt anfangs recht gering, doch es muss nicht wie bei dem Studium zurückgezahlt werden. Zudem überzeugt die Ausbildung mit einer geringeren Dauer, die im Normalfall bis zu 3 Jahren dauert kann. Die Ausbildung ist anders als das Studium unterteilt, denn einige Tage muss der Unterricht in der Berufsschule absolviert werden und an den übrigen muss das praktische Handeln im Betrieb durchgeführt werden. Auszeiten oder Flexibilität gibt es bei einer Ausbilung nicht, allerdings ist der behandelte Unterrichtsstoff bei einer Ausbildung weitaus besser verständlich als in einem Hochschulstudium.

Eine Kombinationslösung auswählen

Kann man sich für keine der beiden Varianten entscheiden, bietet sich auch ein Duales Studium an. Es bezeichnet eine Kombination aus beiden Möglichkeiten, so dass sich dieses Ausbildungssystem flexibel zeigt und für eine angenehme Abwechslung sorgt. Der entscheidende Vorteil liegt in dem Praxisbezug, der bei einem dualen Studium enorm ausgeweitet ist. So zeigt sich der Studieninhalt so komplex wie in einem Studium selbst, doch die jeweiligen Anwendungen werden praktisch im Unternehmen erläutert, so dass man einen viel besseren Einblick in die Arbeitsabläufe bekommen kann, als wenn man diese nur theoretisch erlernt.

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