Studieren mit Kind

Die Studienzeit verbinden die meisten Menschen mit viel Freiraum, Spaß und einem ungezwungenen Lebensstil. Gerade die Ungebundenheit während des Studiums ist es, die viele die Studienzeit auch noch Jahrzehnte später als eine der schönsten Zeiten im Leben beschreiben lässt. Doch viele Frauen nutzen die Studienzeit auch dafür, ein Kind oder auch mehrere Kinder zu bekommen. Daraus ergeben sich Besonderheiten und mitunter auch Schwierigkeiten. Vielen Problemen kann man gut begegnen, indem man sie genau über die besondere Situation „Studieren mit Kind“ vorab informiert.

Ein Kind während des Studiums?

Ein Kind während der Studienzeit zu bekommen, kann zentrale Vorteile haben. Zum einen sind die meisten Frauen, die ein Kind im Studium bekommen, recht jung Mutter geworden, besitzen aber trotzdem einen hohen Bildungsgrad. In dieser Kombination jung Mutter zu werden, kann sehr sinnvoll sein: Auch wenn das Studium sich womöglich in der Dauer etwas hinzieht, sind die Kinder, wenn man in den Beruf einsteigt, schon älter. Das so genannte „Gröbste“ ist überstanden und man kann sich mehr auf den Berufseinstieg konzentrieren. Dies ist in einer Gesellschaft, in der Kinder leider immer noch in Sachen Beruf nachteilig sein können, nicht unwichtig. Die Vorteile einer jungen Mutterschaft sind darüberhinaus gesundheitlicher Natur: Die Schwangerschaften junger Frauen verlaufen statistisch gesehen eher unproblematisch, eine Schwangerschaft stellt sich in jungen Jahren meist auch schneller ein. Wer selbst noch jung ist, ist meist auch noch sehr flexibel und nicht auf einen Lebensentwurf festgefahren. So kann man sich besser auf die besondere Situation mit Kind auf dem Campus einstellen.

Oder doch besser noch warten?

Die Vorteile einer Mutterschaft während des Studiums dürfen aber nicht vergessen lassen, dass Studieren mit Kind durchaus auch Probleme mit sich bringen kann. Ein Kind erfordert Zeit. Der Alltag mit einem Baby kann je nach Naturell des Säuglings auch so anstrengend sein, dass für das Studium überhaupt keine Zeit mehr bleibt. Entsprechend zieht das Studium sich in die Länge. Sein Examen deutlich nach der Regelstudienzeit abzulegen, kann aber auch problematisch sein: Zum einen können ab einem gewissen Semester Studiengebühren anfallen und Bafög nicht mehr ausgezahlt werden. Zum anderen sind viele Personalchefs an möglichst jungen Absolventen interessiert. Auch die Veranstaltungen an der Uni sind nicht immer auf die Zeiten, in denen Kinderbetreuung möglich ist, abgestimmt. Von Studenten, die ihr Studium mit Kind bestreiten, wird hohes Engagement und Flexibilität erwartet. Wer eine Schwangerschaft im Studium plant, sollte im Vorfeld genau überlegen, ob er diese Eigenschaften mitbringt.

Angebote für Studierende mit Kind nutzen

Mütter oder Väter, die mit Kind studieren, haben Anspruch auf staatliche Förderung. Je nach Einkommen stehen staatliche finanzielle Hilfen zu Verfügung. Hier sollte man sich unbedingt schon in der Schwangerschaft beim Jugendamt individuell beraten lassen, da unterschiedliche Bundesländer auch unterschiedliche Hilfen je nach persönlicher Situation anbieten. Auch die meisten Universitäten bieten spezielle Angebote für Studierende mit Kind. Die meisten Unis verfügen heute über eigene Kindergärten und Krabbelstuben, die es den Eltern ermöglichen sollen, ihr Studium trotz Kind voranzutreiben. Auch besteht die Möglichkeit, Urlaubssemester zu nehmen, was gerade im Hinblick auf Bafög und Regelstudienzeiten wichtig ist. Auf den Homepages der Universitäten gibt es oft Links, die zu den Beratungsstellen für Studierende mit Kind führen. Hier kann man sich erkundigen, was die jeweilige Uni konkret anbieten kann. Auch ausliegende Flyer können wichtige Informationen übermitteln.

Münchner Semesterticket – alles was ihr wissen müsst

Zu Beginn des Wintersemesters 2013/14 kann man in München zum ersten Mal ein Semesterticket erwerben. Das Münchner Semesterticket ist das Ergebnis von vielen Jahren andauernden Verhandlungen und zwei Abstimmungen in unterschiedlichen Jahren. Im folgenden Artikel erfahrt ihr alles, was ihr zum Thema Münchner Semesterticket wissen müsst.

Was ist das Semesterticket?

Marienplatz Mnchen
Ein Semesterticket ist ein Fahrausweis für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), der für Studierende das gesamte Semester lang gilt. Das heißt es ist sowohl während der Vorlesungen als auch in der vorlesungsfreien Zeit gültig. In München bietet sich ein Semesterticket vor allem deshalb an, weil die Fakultäten der Universität nicht zentral in München liegen, sondern über ganz München und teilweise auch das Münchner Umland verstreut liegen. Zudem führen die hohen Mietpreise dazu, dass viele Studenten gezwungen sind, weiter außerhalb zu wohnen. Die Folge sind oft sehr hohe Fahrtkosten für die Studenten.

Die Geschichte des Münchner Semestertickets

Die Einführung des Semestertickets wird schon seit geraumer Zeit diskutiert. Im Jahre 2009 kam es zur ersten Abstimmung an den Universitäten und Hochschulen. Das Projekt scheiterte damals allerdings an der zu geringen Zustimmung der Studenten der Ludwig-Maximilians-Universität. Der zuvor gegründete AK Mobilität arbeitete in der Zeit danach dann sehr intensiv daran, das Semesterticket attraktiver zu machen und die Bedingungen für die Studenten zu verbessern – und insbesondere den Solidarbeitrag zu verringern. Im Herbst 2012 kam es dann zu einer erneuten Abstimmung an den Münchner Hochschulen und Universitäten. In dieser stimmte die große Mehrheit der Studierenden für das Semesterticket und machte damit den Weg frei.

Wie wird das Münchner Semesterticket finanziert?

Das Münchner Semesterticket baut auf einem Sockelmodell auf. Das heißt, dass sich der Gesamtpreis von 200 Euro im Semester aus zwei Teilen zusammensetzt. Den ersten Teil stellt der sogenannte „Solidarbeitrag“ dar, ein Beitrag in der Höhe von 59 Euro, den von nun an jeder Student zu zahlen hat. Wer ihn entrichtet, darf in das Gesamtnetz in den Nebenzeiten, das heißt Montag bis Freitag zwischen 18 Uhr und 6 Uhr des Folgetages, sowie Samstag, Sonntag und an allen Feiertagen rund um die Uhr nutzen. Der zweite Teil, der die Nutzung des Gesamtnetzes zu allen Zeiten ermöglicht, besteht aus 141 Euro. Dieser Betrag ist freiwillig zu entrichten und setzt die Zeitbeschränkungen außer Kraft.

Vor und Nachteile des Münchner Semestertickets

Ein klarer Vorteil des Semestertickets ist es natürlich, dass die Studenten, die sonst extrem viel für die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zahlen müssten, entlastet werden. 200 Euro für sechs Monate ist wesentlich weniger, als viele bisher zahlen mussten. Nachteil an dem Ganzen: Plötzlich muss jeder mindestens 59 Euro mehr zahlen – der sogenannte „Solidarbeitrag“. Natürlich finden viele das nicht gut. Gerade Studenten, die es sich „gönnen“ nah an der Universität zu leben, und dafür höhere Mietkosten in Kauf nehmen, werden zusätzlich belastet, auch wenn sie grundsätzlich nur das Fahrrad benutzen. Ein Argument ist allerdings, dass der Solidaritätsbeitrag gerade das Wochenende abdeckt, also die Zeit, in der viele zum Feiern oder nach Hause zu den Eltern und Freunden fahren.

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